<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
 <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"> <channel> <title>Humanistische Vereinigung - RSS Feed</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/rss-feed/rss.xml</link> <description></description> <language>de_DE</language> <copyright>Humanistische Vereinigung</copyright> <pubDate>Sun, 16 Aug 2026 08:54:23 +0200</pubDate> <lastBuildDate>Sun, 16 Aug 2026 08:54:23 +0200</lastBuildDate> <generator>TYPO3 EXT:news</generator> <item> <guid>news-727</guid> <pubDate>Wed, 05 Aug 2026 16:32:04 +0200</pubDate> <title>Eine Auszeichnung für die ganze Schulfamilie</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/eine-auszeichnung-fuer-die-ganze-schulfamilie.html</link> <description>Die Humanistische Grundschule Fürth erhält die Auszeichnung „Gute gesunde Schule Bayern 2026“ und wird damit für ihr nachhaltiges Engagement in den Bereichen Gesundheit, Bewegung und Ernährung geehrt.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Humanistische Grundschule Fürth erhält die Auszeichnung „Gute gesunde Schule Bayern 2026&quot;. Eine unabhängige Fachjury hat die eingereichte Projektdokumentation begutachtet und würdigt damit das Engagement der Schule für Gesundheitsförderung und Prävention im Schulalltag. Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung – und das, was dahintersteht: eine Schulfamilie, die gesunde Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden Tag für Tag mit Leben füllt.</p> <p class="bodytext">Das Landesprogramm wird vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus getragen und richtet sich an Schulen, die sich über den regulären Lehrplan hinaus für die Gesundheit ihrer Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und der gesamten Schulfamilie einsetzen. Teilnehmende Schulen führen im Laufe eines Schuljahres mindestens zwei Projekte mit klarem Gesundheitsbezug durch und eine Fachjury bewertet, wie nachhaltig und partizipativ die Projekte gestaltet sind. Schulen, die dabei besonders überzeugen, erhalten die Auszeichnung – verbunden mit einer Plakette für das Schulgebäude und einer Urkunde, die bei einer feierlichen Veranstaltung überreicht wird.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Grundschule Fürth hat sich in diesem Schuljahr erstmals beworben – und auf Anhieb überzeugt. Die Jury lobte ausdrücklich die Kreativität der Ideen, die Vielfalt der Maßnahmen und das Engagement, Prozesse gemeinsam mit den Kindern zu gestalten.</p> <h4>Projekt 1: „Leckerschmecker – Essensentdecker“</h4> <p class="bodytext">Das Projekt widmet sich der Ernährungsbildung und vermittelt Kindern einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Klasse kaufen gemeinsam ein, kochen, gärtnern im schuleigenen Gewächshaus auf dem Dach und in den Hochbeeten auf dem Schulhof. Was dort wächst, wird später gemeinsam verarbeitet und gegessen – und stärkt nebenbei das Miteinander.</p> <p class="bodytext">Beispielhaft zeigt ein Kochtag der roten Gruppe den Ablauf: Die Kinder entwickeln Rezepte, erstellen Einkaufslisten, übernehmen Aufgaben und begleiten den gesamten Prozess von der Auswahl der Zutaten bis zur gemeinsamen Mahlzeit. Auch der Anbau eigener Pflanzen gehört dazu: Gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft wählen sie Samen und Pflanzlinge aus, pflegen diese und erleben die eigene Ernte.</p> <p class="bodytext">Seit September 2025 ist das Projekt fester Bestandteil des Schulalltags. Unterstützt wird es vom Schulteam, Eltern und einer Imkerin aus der Umgebung. Die Ideen der Kinder fließen in die Gestaltung ein und im kommenden Schuljahr soll die Gartenarbeit weiter ausgebaut werden.</p> <h4>Projekt 2: „Alle(s) in Bewegung – von Kopf bis Fuß“</h4> <p class="bodytext">Das zweite Projekt schafft einen Ausgleich zum sitzenden Schulalltag und eröffnet Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen. Das Sportprogramm reicht von AcroYoga über Kickboxen und Crossfit bis hin zu Tanz. Die Kinder entdecken verschiedene Sportarten und entwickeln dabei motorische und soziale Fähigkeiten. Ermöglicht wird das Angebot durch die Zusammenarbeit von Lehrkräften, engagierten Eltern sowie einem Jujutsu- und einem Taekwondo-Verein. Im Mittelpunkt steht nicht Leistung, sondern die Freude an Bewegung und die Möglichkeit, unabhängig von Vorerfahrungen neue Interessen zu entdecken.</p> <p class="bodytext">Was die Jury besonders überzeugt hat: Prävention und Gesundheitsförderung beschränken sich nicht auf einzelne Projekte, sondern sind fest im Schulleben verankert. Dazu gehören gemeinsam mit den Kindern gestaltete Ruheräume und eine Leseinsel, neue Bodenmarkierungen auf dem Schulhof, die zu Bewegungsspielen einladen, farbenfrohe Kunstprojekte im Treppenhaus sowie ein Wasserspender am Eingang.</p> <p class="bodytext">Die Auszeichnung ist kein Schlusspunkt, sondern Ansporn: Beide Projekte sollen fortgeführt werden, die Zusammenarbeit mit Eltern und externen Partnern soll weiter wachsen. Zum Schuljahresbeginn erhält die Schule ein Auszeichnungsschild aus Acrylglas für das Schulgebäude, und im November wird eine Vertreterin oder ein Vertreter der Schule die Urkunde bei einer feierlichen Veranstaltung in München entgegennehmen.</p> <p class="bodytext">Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und danken allen, die dazu beigetragen haben: unseren Kindern, den Lehrkräften, den Eltern und allen Mitgliedern unserer Schulfamilie. Gemeinsam haben wir diesen Erfolg möglich gemacht!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-726</guid> <pubDate>Tue, 04 Aug 2026 13:24:43 +0200</pubDate> <title>Begleitung in schweren Stunden: Die humanistische Seelsorgerin startet</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/begleitung-in-schweren-stunden-die-humanistische-seelsorgerin-startet.html</link> <description>Zuhören, verstehen, Kraft finden – ab sofort begleitet Dr. Carmen Henning als Seelsorgerin Menschen in Krisen, unabhängig davon, was sie glauben oder wie sie zum Leben stehen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Es gibt Momente, in denen die Welt für einen Augenblick stillzustehen scheint. Eine schwere Diagnose, ein plötzlicher Verlust, ein Umbruch im Leben oder einfach das Gefühl, allein zu sein – in solchen Situationen taucht oft ein und dieselbe Frage auf: Wie geht es jetzt weiter? </p> <p class="bodytext">Genau für diese Momente hat die Humanistische Vereinigung ab sofort ein neues Angebot: die nicht-religiöse Seelsorge. </p> <p class="bodytext">Möglich macht das <strong>Dr. Carmen Henning</strong>, die seit Kurzem als humanistische Seelsorgerin im Einsatz ist. Sie ist Psychologin (M. Sc.), systemischer Coach und Trainerin für multimodales Stressmanagement. Wer sie kontaktiert, findet in ihr eine Vertrauensperson, die zuhört, ernst nimmt und begleitet.</p> <h4>&nbsp;</h4> <h4>Was nicht-religiöse Seelsorge bei der Humanistischen Vereinigung bedeutet</h4> <p class="bodytext">Seelsorge kennt man in Deutschland bislang vor allem aus dem kirchlichen Kontext. Ein unabhängiges, weltliches Pendant dazu gab es hierzulande bisher nicht – die Humanistische Vereinigung schließt mit diesem Angebot nun eine Lücke. Grundlage der Arbeit ist ein humanistisches Menschenbild: Die Würde des Menschen, seine Selbstbestimmung und der Zusammenhalt untereinander stehen im Mittelpunkt. Wer sich an Dr. Carmen Henning wendet, wird mit Respekt, Verständnis, Empathie und Toleranz empfangen – unabhängig davon, welche Weltanschauung, Religion oder Lebensgeschichte jemand mitbringt.</p> <p class="bodytext">Das Angebot versteht sich dabei ausdrücklich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Seelsorgeangeboten, sondern als sinnvolle Ergänzung. Es richtet sich an alle Menschen, unabhängig von deren Weltanschauung, Glauben oder Lebensentwurf – jede und jeder findet hier eine verlässliche Anlaufstelle.</p> <h4>Wofür die Seelsorge da ist</h4> <p class="bodytext">Unsere Seelsorge richtet sich an alle, die in schwierigen Lebenslagen jemanden zum Reden brauchen: bei Sorgen, Ängsten, Zweifeln oder Hoffnungen, nach belastenden Nachrichten oder Diagnosen, bei Verlust oder Einsamkeit, aber auch bei Fragen nach dem Sinn des Lebens oder den eigenen Werten. Es geht nicht um Therapie, sondern um ein offenes Ohr, echte Anteilnahme und den Raum, Gedanken einmal auszusprechen.</p> <p class="bodytext">Neben ihrer Tätigkeit innerhalb der Humanistischen Vereinigung für Familien der hausinternen Einrichtungen (z.B. Kindergärten), für Studierende des Studienwerks und der Wohngruppen sowie den Mitgliedern, nimmt Dr. Henning auch direkt Kontakt zu Institutionen wie Krankenhäusern, Gefängnissen, Universitäten und militärischen Einrichtungen auf. Sie ist somit die erste hauptamtlich tätige humanistische Seelsorgerin, die in diesem Umfang nicht-religiöse Seelsorge anbietet.</p> <p class="bodytext">Seelsorge ist für alle da, nicht nur für Patient*innen und Angehörige, die mit existenziellen Fragen konfrontiert sind, sondern auch für die Mitarbeitenden der Institutionen. Wer täglich für das Wohl anderer da ist und in konfliktträchtigen Umgebungen arbeitet, hat selten die Möglichkeit, über die eigene Belastung zu sprechen – über schwierige Dienste, ethische Konflikte oder Momente, die einen mit nach Hause begleiten. Auch dafür ist die nicht-religiöse Seelsorge da: als Entlastung im oft fordernden Arbeitsalltag.</p> <h4>Vertraulich, kostenfrei und unabhängig</h4> <p class="bodytext">Alle Gespräche mit Dr. Carmen Henning sind kostenfrei und unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Was in den Gesprächen zur Sprache kommt, bleibt vertraulich. Auf Wunsch kommt sie auch direkt zu den Menschen – etwa ins Krankenhaus oder an den Arbeitsplatz.</p> <p class="bodytext">Unsere humanistische Seelsorgerin nimmt sich Zeit, hört zu, hat Verständnis und ist für Menschen da. Eine unabhängige, für alle offene Anlaufstelle dieser Art gab es in Deutschland bislang nicht, obwohl die psychischen Belastungen und die Einsamkeit in der Gesellschaft zunehmen. Nicht-religiöse Seelsorge kann ein erster Schritt sein, über Belastungen und Krisen zu sprechen. Mit Dr. Carmen Henning steht diese Möglichkeit nun erstmals zur Verfügung – ein Angebot, das zeigt, dass Beistand in schweren Stunden keine Frage des Glaubens sein muss, sondern eine Frage der Menschlichkeit.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h3>Kontakt: Dr. Carmen Henning ist in der Regel Montag bis Freitag erreichbar.&nbsp;</h3> <h3>Telefon: 0911 / 431 04 23</h3> <h3>E-Mail: <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9rddkrnqfdZgtlzmhrshrbgd,udqdhmhftmf-cd');">seelsorge[at]humanistische-vereinigung.de</a></h3> <p class="bodytext"><a href="fileadmin/user_upload/Flyer_HV_Seelsorge_v6_print.pdf"><br /></a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h4>&nbsp;</h4> <h3><a href="hilfe-beratung/humanistische-seelsorge.html">&gt;&gt;&gt; Weitere Informationen zur Humanistischen Seelsorge gibt es hier &lt;&lt;&lt;</a></h3> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-725</guid> <pubDate>Wed, 29 Jul 2026 13:44:59 +0200</pubDate> <title>Vorhang auf für Mama Muh: Theaterpremiere in unserer Kinderkrippe Alterlangen</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/vorhang-auf-fuer-mama-muh-theaterpremiere-in-unserer-kinderkrippe-alterlangen.html</link> <description>Manchmal steckt in einem Krippenraum ein ganzes Theater. Genau das haben jetzt die Kinder und deren Eltern in der Humanistischen Kinderkrippe Alterlangen erlebt: Aus einem ihrer Räume wurde für einen Nachmittag ein waschechtes Theater, komplett mit Vorhang, Bühne – und, ganz wichtig, Popcorn.</description> <content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" class="bodytext">Und weil so ein Theaterbesuch ein besonderes Ereignis ist, durfte jedes Kind, an der Hand von Mama oder Papa, einzeln eintreten – mit eigenem Ticket, versteht sich. Dazu gab's, ganz wie im Kino, eine Tüte Popcorn, und weil man in der Krippe ist, natürlich auch ein Stück Kuchen.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Dann saßen alle da, kleine Augen weit aufgerissen vor Vorfreude – und der Vorhang ging auf. Gespielt wurde „Mama Muh und die große Pfütze&quot;: Eine Kuh und eine Krähe auf einem Bauernhof werden von einem kräftigen Regenschauer überrascht, flüchten gemeinsam in den Stall – und stehen danach vor einer wichtigen Frage: Traut man sich, in die Pfützen zu springen?</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Es ist eine einfache Geschichte, aber sie hat es in sich: Es geht ums Zusammenhalten, ums Abwägen, ums sich-was-trauen und darum, dass mit ein bisschen Mut plötzlich viel mehr möglich ist, als man dachte. Am Ende überwindet die Kuh ihre Zweifel, springt hinein – und hat den Spaß ihres Lebens. Plitsch, platsch! Die Kinder im Publikum natürlich mit ihr. Selbst die zunächst skeptische Krähe lässt sich am Ende überzeugen, dass Neues ausprobieren richtig guttun kann.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Die Kinder waren dabei nicht nur Zuschauer*innen, sondern mittendrin: Sie durften Fragen beantworten, mit Rasseln und Trommeln den Regen nachmachen, mitzählen und der Kuh bei der ein oder anderen schwierigen Entscheidung auf die Sprünge helfen. Leiterin Eileen Robinson führte als Erzählerin durch die Geschichte , während um sie herum kräftig gemuht, gekräht und geklatscht wurde.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Genau das ist es, was ein solches Theaterstück in einer Kita nach humanistischem Verständnis ausmacht: Die Kinder stehen im Mittelpunkt, dürfen selbst ausprobieren, mitentscheiden und ihre eigenen Schlüsse ziehen – auch wenn es dabei nur um die Frage geht, ob man in eine Pfütze springt oder nicht.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Am Ende gab es großen Applaus und viele „Dankeschön&quot; an das Erzieher*innen-Team, das sich für dieses Theatererlebnis mächtig ins Zeug gelegt hat.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Krah, krah! Muh, muh! Und viel Spaß beim nächsten Pfützenspringen!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-724</guid> <pubDate>Fri, 24 Jul 2026 11:26:40 +0200</pubDate> <title>Freude, Gemeinschaft, Dankbarkeit: 25 Jahre Kindergarten St.Peter</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/freude-gemeinschaft-dankbarkeit-25-jahre-kindergarten-stpeter.html</link> <description>Bei strahlendem Sonnenschein hat der Humanistische Kindergarten St. Peter sein 25-jähriges Bestehen gefeiert – mit Musik, Tanz, einer großen Fotoausstellung und zahlreichen Gästen, die der Kita bis heute verbunden sind.</description> <content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" class="bodytext">Am vergangenen Wochenende feierte der Humanistische Kindergarten St. Peter in der Burgerstraße sein 25-jähriges Jubiläum – und aus der Kita samt Garten war für einen Tag ein einziger großer Festplatz geworden. Leiterin Kim Saller und ihr Team hatten alles in den Wochen zuvor mit viel Engagement vorbereitet und organisiert, sodass das ganze Haus bunt geschmückt ganz im Zeichen des Jubiläums stand.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Bürgermeister Nasser Ahmed (SPD), der selbst aus dem Stadtteil stammt, zeigte sich bei der Begrüßung beeindruckt von der Gemeinschaft in der Kita und der humanistischen Pädagogik, die die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellt – und die für Integration, Bildung, Teilhabe und den Zusammenhalt im Viertel und der Stadt so viel leistet. Nicht zuletzt durch das langjährige Engagement beim Fest für Demokratie und Menschenrechte ist die Kita längst eine feste Institution im Stadtteil mit einem ausgezeichneten Ruf. Auch die räumlichen Besonderheiten – die offene Küche, das Elterncafé und die große Glasfront zum Garten, die die Räume besonders hell und freundlich macht – beeindruckten ihn sichtlich.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Auch HV-Präsident Sebastian Rothlauf und Vorstand Michael Bauer waren gekommen, um persönlich zu gratulieren. Rothlauf bedankte sich in seiner Ansprache beim Team für die langjährige, engagierte Arbeit und betonte, wie wichtig eine humanistische und integrative Frühpädagogik ist. Dem Team selbst war es an diesem Tag besonders wichtig, Leiterin Kim Saller zu danken – mit einem großen Blumenstrauß und viel Herzlichkeit dafür, dass sie die Kita mit Freude, Menschlichkeit und Kompetenz leitet und immer ein offenes Ohr für alle hat.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Für Programm sorgten die Kinder selbst: Mit Monika Utarsi von „Monis Haus voll Musik&quot; hatten sie mehrere Auftritte mit Gesang, Rhythmus und Tanz einstudiert, die die Gäste begeisterten. Nach den gelungenen Vorführungen waren alle Kinder sichtlich stolz und glücklich.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Auf großen Fotowänden ließ sich das vergangene Vierteljahrhundert noch einmal nacherleben: unzählige Feste, Ausflüge, Projekte und Abschlussfotos, die von einer besonderen Kita-Gemeinschaft erzählen. Viele Besucher*innen nahmen sich Zeit für die Ausstellung und entdeckten sich selbst oder ihre Kinder auf den Bildern wieder – jedes Foto eine kleine Geschichte für sich.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Natürlich gab es auch jede Menge zum Mitmachen und Entdecken: eine Fotobox für witzige Erinnerungsbilder, eine Kunstwerkstatt zum Gestalten von Anhängern und Holzschnitzereien, Ringewerfen, Kinderschminken, Glitzertattoos, eine Popcornmaschine und einen Infostand der HV. Am großen Buffet fand sich für jeden Geschmack etwas – süß und salzig, warm und kalt – und die Vielfalt der Kinder spiegelte sich auch im kulinarischen Angebot wider.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">Besonders schön: Viele ehemalige Kinder, Familien und Mitarbeitende waren gekommen – ein Zeichen für die große Verbundenheit, die bis heute anhält. Es gab zahlreiche Wiedersehen nach Jahren, ungläubiges Staunen darüber, wie aus kleinen Kita-Kindern inzwischen junge Erwachsene geworden sind, die ihren Schulabschluss machen oder den Führerschein. Manche Gäste waren selbst einmal Kinder in dieser Kita – und bringen heute ihre eigenen Kinder hierher. Einen größeren Beweis für Vertrauen und Verbundenheit gibt es wohl kaum.</p> <p dir="ltr" class="bodytext">In einem großen Gästebuch konnten alle ihre Gedanken und Glückwünsche hinterlassen. Ein rundum gelungenes Jubiläum, das schon jetzt Vorfreude auf die nächsten 25 Jahre weckt.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-723</guid> <pubDate>Tue, 21 Jul 2026 09:51:51 +0200</pubDate> <title>Kitaeröffnung: Der Budenzauber in Hannover eröffnet im August</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/der-budenzauber-in-hannover-kann-losgehen.html</link> <description>In den Guthe-Höfen im Stadtteil Döhren steht die Eröffnung unserer zweiten Humanistischen Kita in Hannover unmittelbar bevor. Anfang Juli übergab die Wohnungsgenossenschaft Heimkehr Hannover offiziell die Schlüssel für das Gebäude. Inzwischen richtet sich das Team die Räume passend ein für den Start am 1. August 2026.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Sowohl drinnen als auch draußen hat sich in den vergangenen Wochen viel getan: Der Garten mit Rutsche, Sandbereich und Spielgeräten ist fertiggestellt. Im Innenbereich stehen bereits die neuen Holzmöbel, Wickelbereiche und Bewegungslandschaften. Aktuell packt das Team die letzten Kartons aus, sortiert Spielmaterialien ein und nimmt die neuen Spielfahrzeuge entgegen.</p> <p class="bodytext"><br /> Die Kindertagesstätte „Budenzauber“ bietet als altersübergreifende Einrichtung insgesamt 20 Plätze – 5 für Kinder unter drei Jahren sowie 15 für Kinder über drei Jahren. Für den Ü3-Bereich sind aktuell noch Plätze frei. Alle Fragen beantworten wir gerne:&nbsp;<a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9atcdmyztadqZgu,jhszr-cd');">budenzauber[at]hv-kitas.de</a> </p> <p class="bodytext">Zudem sucht unser Kita-Team für den Start und die Betreuung der Kinder noch <a href="https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/hannover/humanistische-kita-budenzauber/aktuelles-termine/" target="_blank">pädagogische Fachkräfte</a>.<br /> </p> <p class="bodytext"><strong>Weitere Informationen zur Einrichtung und die Anmeldung finden Sie unter:&nbsp;</strong> </p> <p class="bodytext"><strong><a href="https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/hannover/humanistische-kita-budenzauber/" target="_blank">www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/hannover/humanistische-kita-budenzauber/</a></strong></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-722</guid> <pubDate>Thu, 16 Jul 2026 10:59:28 +0200</pubDate> <title>HV trauert um Präsidiumsmitglied Robert-Michael Huber</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/die-hv-trauert-um-ihr-praesidiumsmitglied-robert-michael-huber.html</link> <description>Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir vom plötzlichen und viel zu frühen Tod unseres langjährigen Präsidiumsmitglieds Robert-Michael Huber erfahren. Robert Huber ist Anfang Juli im Alter von nur 58 Jahren unerwartet verstorben.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nachdem er vorher schon viele Jahre lang aktives Mitglied in der Humanistischen Vereinigung gewesen war, hat er sich ab 2013 durchgängig und mit großem Engagement im Präsidium der HV eingebracht. Zudem war er auch über die HV hinaus intensiv in der säkularen Szene vernetzt. Er war immer up to date, was die jeweils aktuellen Entwicklungen betraf.</p> <p class="bodytext">Robert Huber begegnete anderen stets freundlich und offen, zurückhaltend und bescheiden. Vielleicht haben ihn deshalb manche unterschätzt. Dabei verfügte er nicht nur über einen klaren Blick auf das Wesentliche und einen scharfen Verstand, sondern auch über ein beeindruckendes Gedächtnis und eine umfassende Allgemeinbildung. Sein dauerhaftes Bildungsinteresse zeigte sich unter anderem in seiner regelmäßigen Teilnahme an den Veranstaltungen nicht nur der HV, sondern etwa auch der Gesellschaft für kritische Philosophie und am Physikalischen Kolloquium der Uni Erlangen-Nürnberg. Nicht zuletzt war er am Nürnberger Pirckheimer-Gymnasium, an dem er schon sein Abitur gemacht hatte, ein sehr geschätztes und beliebtes Mitglied der Schulfamilie, insbesondere durch seine Tätigkeit in der dortigen Schulbibliothek.</p> <p class="bodytext">Obwohl seine Lebensumstände nicht immer einfach waren, war er nie verbittert, sondern er fand Freude in den Dingen, denen er sich verschrieben hatte, besonders in allen Tätigkeiten, die ihn mit Menschen zusammenbrachten. </p> <p class="bodytext">Wir werden Robert und sein angenehmes Wesen, seine absolute Zuverlässigkeit und sein Engagement für den Humanismus, für Menschlichkeit, Bildung und Vernunft, sehr vermissen und ihm stets ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.</p> <p class="bodytext">Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen Angehörigen.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-721</guid> <pubDate>Tue, 07 Jul 2026 16:05:24 +0200</pubDate> <title>Aufbruch ins Erwachsenenleben: Humanistische Jugendfeier Bayern</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/aufbruch-ins-erwachsenenleben-humanistische-jugendfeier-bayern.html</link> <description>44 Jugendliche haben am vergangenen Samstag im Gemeinschaftshaus Langwasser in Nürnberg den Beginn ihres Erwachsenenlebens gefeiert – mit Reden, Musik und ganz persönlichen Vorträgen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Es war ein bedeutender und aufregender Schritt in ihrem Leben: der Übergang aus der Kindheit in einen neuen, eigenverantwortlichen Lebensabschnitt. Gemeinsam mit ihren Familien und Freund*innen haben 44 Teilnehmende am Wochenende bei der Humanistischen Jugendfeier Bayern diesen Tag gebührend gefeiert.</p> <p class="bodytext">Monatelang hatten sich die Jugendlichen im Vorbereitungsprogramm getroffen, viel gemeinsam erlebt und sich mit Fragen auseinandergesetzt, die in dieser Lebensphase besonders drängend sind – nach der eigenen Haltung, nach Werten, nach dem, was Erwachsenwerden für sie persönlich bedeutet. </p> <p class="bodytext">Auf der Bühne zeigte sich, wie unterschiedlich die Antworten darauf ausfallen können: Die persönlichen Themen, die die Jugendlichen dem vollen Saal präsentierten, reichten von eigenen Zukunftsperspektiven über Träume und Selbstvertrauen bis hin zu Demokratie, Mode und dem Leben von Extremsportler*innen. Kurze Vorträge, die die ganze Bandbreite dessen zeigten, was die Jugendlichen gerade bewegt – mal nachdenklich, mal humorvoll, und immer mit viel Mut, vor so vielen Menschen frei zu erzählen.<br />Durch das Programm führten in diesem Jahr auf charmante Art und Weise Anne Jahnel und Luise Herrmann. Den musikalischen Rahmen gestaltete Melina Beke am Klavier, im vergangenen Jahr selbst Teilnehmende der Jugendfeier. In ihrer Festansprache würdigte die Vizepräsidentin der Humanistischen Vereinigung, Regine Steib, den Mut und die Eigenständigkeit, mit der die Jugendlichen sich auf diesen Tag vorbereitet hatten, und bekräftigte, dass die humanistische Gemeinschaft ihnen auch über die Feier hinaus verbunden bleibt. Ein Grußwort überbrachte auch Marc Steinberg vom Kreisjugendring, der den jungen Erwachsenen im Namen der örtlichen Jugendarbeit gratulierte.<br />Der eigentliche Höhepunkt des Nachmittags war dann die Übergabe der Urkunden. Einzeln wurden die Jugendlichen aufgerufen, traten unter dem Applaus des ganzen Saals auf die Bühne und nahmen dort ihre Urkunde entgegen. Im Hintergrund erschien dabei auf der Leinwand jeweils ein Spruch, den sich die Jugendlichen selbst dafür ausgesucht hatten – kurze Sätze oder Sprichwörter, die zeigten, was sie sich für den eigenen Weg mitgeben wollten. So wurde aus der Übergabe ein Moment, der noch einmal bündelte, worum es an diesem Tag ging.</p> <p class="bodytext">Nach dem großen Finale mit vielen Fotos wurden die Jugendlichen von ihren Familien in Empfang genommen, mit Umarmungen, Blumen und sichtlichem Stolz auf beiden Seiten. Für Jugendreferentin Pia Wollny war es die erste Jugendfeier in ihrer neuen Verantwortung: Sie hatte die Leitung der Jugendarbeit im August 2025 von Anita Häfner übernommen. Die Feier klappte wunderbar – nicht zuletzt dank des großen Jugendfeier-Teams mit vielen Jungen Humanist*innen (JuHus), die im Hintergrund wieder mit großem Einsatz dafür gesorgt haben, dass alles zusammenpasste.</p> <p class="bodytext">Alle Informationen zur Humanistischen Jugendfeier und zur Anmeldung finden sich unter: <a href="http://www.jugendfeier.de" target="_blank">www.jugendfeier.de</a>.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-720</guid> <pubDate>Fri, 03 Jul 2026 13:14:09 +0200</pubDate> <title>Gemeinschaft feiern: HV-Sommerfest im Humanistischen Zentrum</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinschaft-feiern-grosses-hv-sommerfest-im-humanistischen-zentrum.html</link> <description>Sonnenschein, gute Gespräche und ein spürbarer Gemeinschaftsgeist: Unser diesjähriges Sommerfest für Mitglieder und Mitarbeitende hat einmal mehr gezeigt, wie viel Energie und Lebensfreude in unserer humanistischen Gemeinschaft stecken.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Zahlreiche vertraute, aber auch viele neue Gesichter fanden den Weg in den idyllischen Garten des Humanistischen Zentrums in Nürnberg-Mögeldorf. Bei herrlichstem Sommerwetter verwandelte sich der Garten verwandelte im Handumdrehen in eine bunte Festplatz.<br /><br />Nachdem sich alle am reichhaltigen Grillbuffet – das mit pflanzlichen und tierischen Leckereien sowie frischen Salaten für jeden Geschmack etwas bereithielt&nbsp; – gestärkt hatten, wurde es für einen kurzen Moment offiziell. Präsident Sebastian Rothlauf und Vorstand Michael Bauer brachten in ihren herzlichen Ansprachen auf den Punkt, was die Humanistische Vereinigung im Kern ausmacht: die Menschen. Sie nutzten die Gelegenheit auch für ein großes, aufrichtiges Dankeschön an alle Mitglieder und Mitarbeitenden, die die HV tagtäglich mit ihrem Engagement, ihrem Herzblut und ihren Ideen gestalten und lebendig machen.<br /><br />Ein echtes Highlight des Abends erwartete die Festgesellschaft bei Einbruch der Dämmerung: Präsident Sebastian Rothlauf entzündete das traditionelle Sonnwendfeuer. Während die Flammen knisternd in den Abendhimmel stiegen, wurde es für einen Moment andächtig. Für Humanist*innen ist dieses Feuer weit mehr als ein schöner Brauch. Es symbolisiert auf kraftvolle Weise das Licht von Vernunft, Erkenntnis und Hoffnung. Vor allem aber steht es für die Wärme und die unbändige Kraft unserer menschlichen Gemeinschaft – ein Licht, das wir auch im Alltag füreinander sein wollen.<br />Beim anschließenden &quot;Kneipenquiz&quot; rauchten an den Tischen die Köpfe, als die bunt gemischten Teams ihr Allgemeinwissen und ihre Kenntnisse rund um den Humanismus unter Beweis stellten. Es wurde ehrgeizig gerätselt, viel gelacht und vor allem der Teamgeist gefeiert.</p> <p class="bodytext">Für den perfekten, stimmungsvollen Ausklang des Abends sorgte schließlich Frank Schulze. Zunächst begleitete er das Fest als DJ mit den passenden Rhythmen im Hintergrund, bevor er später selbst zum Mikrofon griff.</p> <p class="bodytext">Das Sommerfest war nicht nur eine tolle Party, sondern ein spürbares, schönes Zeichen dafür, wie bereichernd und wichtig gelebte Gemeinschaft ist. Ein riesiges Dankeschön an alle, die organisiert, mitgefeiert und diesen Abend unvergesslich gemacht haben!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-718</guid> <pubDate>Tue, 30 Jun 2026 15:19:04 +0200</pubDate> <title>Tag der Seeleute im „20 Miles“ in Nordenham</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/tag-der-seeleute-im-20-miles-in-nordenham.html</link> <description>Mit politischer Unterstützung aus Berlin und dem Rathaus feierte der Seefahrer-Club die „stillen Helden der Ozeane“. </description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Seeleute sind wichtig für alle und werden dennoch kaum gesehen. Auch deshalb gibt es einmal im Jahr den „Internationalen Tag der Seeleute“. Es geht darum, die Seeleute sichtbar zu machen. Das Motto in diesem Jahr: „Wir tragen den Welthandel. Wir tragen die Risiken“ – treffender könnte das Motto nicht sein angesichts dessen, was viele Seeleute zuletzt in der Straße von Hormus erlebt haben. Auch im „20 Miles“ wurde jetzt der „Tag der Seeleute“ begangen. Zu den Gästen gehörte auch der Nordenhamer Bürgermeister Nils Siemen. Was viele nicht wussten: Auch er ist einmal zur See gefahren.</p> <p class="bodytext">Nils Siemen berichtete, dass er zwei Jahre bei der Marine war. „Ich weiß, was es bedeutet, wenn man monatelang auf See ist.“ Zunehmender Zeit- und Kostendruck bestimmten heute den Arbeitsalltag. Oft kämen die persönlichen Bedürfnisse der Seeleute zu kurz. Von Seefahrerromantik bleibe da nicht viel übrig. Umso bedeutender seien Einrichtungen wie das „20 Miles“ in Nordenham. Nils Siemen wies darauf hin, dass in der Stadt viele Generationen mit der Arbeit an Bord und im Hafen verbunden sind. „Ohne den Hafen wäre Nordenham wirtschaftlich nicht so stark geworden.“ Dies war dann auch der Grund, warum der Bürgermeister anlässlich des „Internationalen Tag der Seeleute“ sehr gern die Schirmherrschaft für den Club „20 Miles“ in der Hafenstraße 15a übernommen hat.</p> <p class="bodytext">Videogruß aus Berlin</p> <p class="bodytext">Zur kleinen Feier steuerte Dr. Christoph Plöß (CDU) eine Videobotschaft aus Berlin bei. Er ist seit 2025 der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus. In seiner Rede betonte er, dass die Seeleute das Rückgrat der globalen Wirtschaft sind, die „stillen Helden der Ozeane“.</p> <p class="bodytext">Als Referent von erläuterte Markus Wichmann, der als Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.Di die International Transport Federation (ITF) vertrat, die Arbeits- und Lebensbedingungen auf See.</p> <p class="bodytext">Bei Kuchen und kalten sowie warmen Getränken kamen die Gäste anschließend in Gespräch. Unter den geladenen Gästen befanden sich neben Bürgermeister Siemen u.a. Vertreter und Vertreterinnen der SPD Nordenham, der Firma Glencore, der deutsche Seemannsmission, der Port Authority und der Wasserschutzpolizei.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-717</guid> <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 15:51:24 +0200</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin im Juli: Jetzt als podcast</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-im-juli-jetzt-als-podcast.html</link> <description>Die neue Ausgabe unserer Radiosendung auf Bayern 2 kommt erstmals in neuem Gewand daher: Den Auftakt der Gespräche im klassischen podcast-Format macht die Vizepräsidentin der Humanistischen Vereinigung, Regine Steib.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Haben Sie am kommenden Sonntag zwischen dem ersten Kaffee und dem Frühstücksbrötchen schon etwas vor? Falls nicht, wir hätten den perfekten Weckruf: Am Sonntag, 5. Juli, erwartet Sie von 06:45 bis 07:00 Uhr das Humanistische Radiomagazin auf Bayern 2.</p> <p class="bodytext">Das Einschalten lohnt sich diesmal ganz besonders, denn das langjährige humanistische Magazin präsentiert sich erstmals in einem völlig neuen Gewand: Statt der gewohnten Form mit redaktionellen Beiträgen, Einspielern und Newsblock erwartet Sie ab sofort ein neues, zeitgemäßeres Format. Weil sich die Hörgewohnheiten verändert haben und wir uns nach echten, tiefgründigen Gesprächen sehnen, setzen wir in Zukunft auf das authentischste aller Radio-Formate: den Dialog.&nbsp;Wer zu dieser frühen Stunde lieber weiterschläft, muss übrigens nichts verpassen: Die ausführliche Version des Gesprächs steht ab Montag hier auf unserer Website als Podcast zum Nachhören bereit.</p> <p class="bodytext">In der allerersten Ausgabe des neuen Formats begrüßt Host Martin Bühner die Vizepräsidentin der Humanistischen Vereinigung Regine Steib. Das Gespräch bietet einen spannenden, persönlichen und hochaktuellen Streifzug durch die brennendsten Fragen unserer Zeit. Die beiden diskutieren über den spürbaren Gegenwind für unsere liberale Demokratie, den wachsenden Einfluss autoritärer Bewegungen und die Frage, wie wir unsere mühsam erkämpften Freiheiten aktiv verteidigen können.<br />Es wird aber auch ganz konkret und lebensnah: Warum ist weltanschaulich neutrale Seelsorge in Krankenhäusern oder bei der Bundeswehr eigentlich immer noch keine Selbstverständlichkeit? Auch vor der Zukunft machen die beiden nicht halt. Regine Steib, die selbst als Lehrerin arbeitet, nimmt sich die künstliche Intelligenz vor und erklärt mit einem Augenzwinkern, warum „KI“ in Wahrheit oft ein Etikettenschwindel ist und warum wir gerade heute mehr denn je auf die „natürliche Intelligenz“ und den gesunden Menschenverstand setzen müssen.<br />Ein philosophischer, mutiger und trotz aller Krisen bemerkenswert zuversichtlicher Start in den Sonntag. Schalten Sie ein – es lohnt sich!<br /><br /><br /></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-716</guid> <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 13:38:28 +0200</pubDate> <title>Gemeinschaft und Genuss: Rekordbesuch beim herrlichen Sommerfest auf dem Jurahof</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinschaft-und-genuss-rekordbesuch-beim-herrlichen-sommerfest-auf-dem-jurahof.html</link> <description>Bei tollem Wetter und wunderschöner Stimmung feierte die heilpädagogische Wohngruppe „die 9“ ihr diesjähriges Sommerfest auf dem idyllischen Jurahof in Schmidtstadt.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Eines stand schnell fest: Die engagierte Community der Jurahof-Freund*innen wächst unaufhaltsam weiter, denn die Einrichtung der Humanistischen Vereinigung durfte sich in diesem Jahr über so viele Besucher wie noch nie zuvor freuen.<br />Unter den zahlreichen Gästen befanden sich viele Gesichter aus der direkten Nachbarschaft, aus Etzelwang sowie den umliegenden Gemeinden. Besonders groß war die Freude über das Erscheinen zahlreicher Ehemaliger. Es war ein rundum schönes Wiedersehen, bei dem die Hof-Gemeinschaft miterleben durfte, was aus den einstigen Bewohner*innen geworden ist: Sie kehrten abgeklärt, erwachsener und als gereifte Persönlichkeiten an den Ort ihrer Jugend zurück.</p> <p class="bodytext">Ein solches Großereignis gelingt nur im Team, und so packten auch die Jugendlichen der Wohngruppe wieder fleißig und tatkräftig bei den Vorbereitungen und der Durchführung mit an. Das Fest bot den Besuchern den ganzen Nachmittag über ein abwechslungsreiches Programm. Während die Jüngeren sich auf der Strohhüpfburg austoben, bei den Bubble Balls mitmachen, sich beim Kinderschminken verwandeln oder in der Buttonwerkstatt kreativ werden konnten, boten eine Naturbeobachtung mit dem Mikroskop sowie eine Führung durch die Wohngruppe tiefe Einblicke in das Leben auf dem Hof.</p> <p class="bodytext">Ein absoluter Höhepunkt des Nachmittagsprogramms war um 15 Uhr der Auftritt von „Eichi und der Spaßkoffer“. Mit einer mitreißenden Mischung aus Jonglage, Comedy und Artistik zog er Kinder wie Erwachsene gleichermaßen in seinen Bann und begeisterte das Publikum mit seinen witzigen und krassen Nummern.<br />Auch kulinarisch blieben keine Wünsche offen. Die Gäste wurden mit frisch aus dem Ofen gebackener Pizza, Bratwürsten direkt vom Grill, einem großen Kuchenbuffet sowie selbstgemachtem Eis verwöhnt. Zur Erfrischung gab es neben Kaffee auch kühle Mocktails.<br />Der enge Bezug zur sozialen Landwirtschaft und Natur spiegelte sich besonders in der großen Tombola wider. Hier gab es keine klassischen Gewinne, sondern ausschließlich auf dem Jurahof selbstgemachte Produkte zu verlosen. Die glücklichen Gewinner durften sich über selbst hergestelltes Brennnessel-Pesto, Holundersirup, Lippenbalsam oder Kräutersalz freuen.<br />Als sich der erlebnisreiche Tag dem Ende neigte, verlagerte sich das Geschehen ins Zelt. Ab 20 Uhr sorgte das Trio „Tri Hudebnici“ mit einem stimmungsvollen Live-Konzert für den perfekten musikalischen Ausklang eines rundum gelungenen und absolut schönen Festes.<br /><br /><br /></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-719</guid> <pubDate>Sat, 20 Jun 2026 12:39:00 +0200</pubDate> <title>Geschichte, Gemeinschaft und Gänsehaut: Jugendfeier-Fahrt nach Berlin!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/geschichte-gemeinschaft-und-gaensehaut-jugendfeier-fahrt-nach-berlin.html</link> <description>Vier Tage voller bleibender Eindrücke, tiefgründiger Einblicke und jeder Menge Spaß: Für die Teilnehmenden der Humanistischen Jugendfeier Bayern ging es auf große Fahrt in die Bundeshauptstadt. Ein unvergessliches Highlight auf dem gemeinsamen Weg zum Erwachsenwerden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Vier Tage lang wollten unsere bayerischen Jugendfeierlinge die Metropole an der Spree erkunden – nicht nur als Tourist*innen, sondern als junge Menschen, die gemeinsam über den Tellerrand blicken und Werte wie Freiheit, Toleranz und Verantwortung hautnah erleben wollen.</p> <p class="bodytext">Schon der Anreisetag hielt nach der Busfahrt das erste Highlight bereit: Der Teufelsberg empfing die Gruppe mit seiner markanten Kulisse und einer spektakulären Aussicht über die Stadt. Nach dem anschließenden Beziehen der Zimmer in der Jugendherberge und einem gemeinsamen Abendessen stand fest: Das Eis war endgültig gebrochen. Bei den ersten Abendspielen wurde gelacht, gequatscht und die Gemeinschaft für die kommenden Tage gefestigt.</p> <p class="bodytext">Der Freitag widmete sich ganz den Grundpfeilern unserer Demokratie und der Geschichte. Im Bundesrat durften die Jugendlichen den beeindruckenden Plenarsaal besichtigen und hautnah nachvollziehen, wie Politik in Deutschland gestaltet wird. Nach einem stärkenden Mittagssnack zog es die Gruppe weiter zu den historischen Wahrzeichen: Das majestätische Brandenburger Tor und das tief bewegende Holocaust-Mahnmal hinterließen bleibende Eindrücke. Zum Abschluss des Tages lernten die Jugendlichen bei einer speziellen Jugendführung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, wie wichtig Zivilcourage und das Einstehen für humanistische Werte gerade in dunklen Zeiten sind.</p> <p class="bodytext">Der Samstag startete sportlich-kreativ, bevor es zur weltberühmten East Side Gallery ging. Die bunten Kunstwerke auf den geschichtsträchtigen Mauerresten boten nicht nur fantastische Fotomotive, sondern regten auch zum Nachdenken an. Am Nachmittag wurde es noch einmal emotional berührend: Beim Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen – dem ehemaligen Stasi-Gefängnis – bekamen die Jugendlichen einen ungeschönten, intensiven Einblick in das System der DDR-Diktun und den Wert persönlicher Freiheit. Zurück in der Jugendherberge halfen Gruppenarbeiten und abendliche Spiele dabei, die vielen intensiven Eindrücke des Tages gemeinsam zu verarbeiten und den Zusammenhalt weiter zu stärken.</p> <p class="bodytext">Vor der Heimreise nach Nürnberg wurde der Sonntag noch einmal optimal genutzt: Erst tauchte die Gruppe bei einem Film in der Gedenkstätte Berliner Mauer noch tiefer in die deutsch-deutsche Geschichte ein, bevor es zum entspannten Ausklang auf den bunten Flohmarkt im Mauerpark ging. Mit Koffern voller Souvenirs, Köpfen voller neuer Gedanken und vor allem vielen neuen Freundschaften im Gepäck rollte der Bus schließlich wieder Richtung Heimat, wo alle am Abend erschöpft, aber sichtlich glücklich ankamen.</p> <p class="bodytext">Diese viertägige Reise hat einmal mehr gezeigt, was die humanistische Jugendfeier ausmacht: Es geht um das gemeinsame Erleben, das kritische Hinterfragen und das Zusammenwachsen als Gruppe auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt. Berlin, du warst spitze – und die Jugendlichen sind es auch!<br /><br /><br /></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-713</guid> <pubDate>Thu, 18 Jun 2026 15:20:20 +0200</pubDate> <title>Neue HV-Kita in Nürnberg St. Johannis eröffnet im September</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/neue-hv-kita-eroeffnet-im-september.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung übernimmt eine weitere Kinderkrippe in Nürnberg. Aus der bisher von Diakoneo betriebenen &quot;Blumenwiese&quot; wird die Humanistische Kinderkrippe Nürnberg - St.Johannis.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Pressemitteilung – 18. Juni 2026 – Nürnberg</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>--- </strong> </p> <p class="bodytext"><strong>Humanistische Vereinigung übernimmt zum 1. September Kinderkrippe in St. Johannis</strong> </p> <p class="bodytext">Nürnberg. Die Humanistische Vereinigung K.d.ö.R. übernimmt zum 1. September die bisher von Diakoneo geführte Kinderkrippe „Blumenwiese“ in der Johannisstraße 169. Der neue Name der Kita wird „Humanistische Kinderkrippe Nürnberg - St. Johannis“ sein.</p> <p class="bodytext">Das Haus bietet Platz für 30 Kinder im Alter von elf Monaten bis drei Jahren. Inhaltlich wird die pädagogische Arbeit künftig besonders an Natur und Nachhaltigkeit orientieren. Das Konzept spiegelt sich auch in den großzügigen Räumlichkeiten und der ausgiebigen Nutzung des Gartens in Hanglage mit Rutsche, Nestschaukel und Weidentipi wider. Zudem eröffnet die Nähe zum Pegnitzgrund vielfältige Möglichkeiten für Ausflüge, Projekte und Naturerlebnisse.</p> <p class="bodytext">Perspektivisch soll die Einrichtung zu einem „Haus für Kinder“ ausgebaut werden, um neben den Krippenplätzen künftig auch eine Elementarbetreuung anzubieten und den Kindern einen Übergang innerhalb der Einrichtung zu ermöglichen. </p> <p class="bodytext">Am 28.07.2026 findet ab 16:00 Uhr eine Informationsveranstaltung für interessierte Familien statt.</p> <p class="bodytext">Die Anmeldung für die Betreuungsplätze erfolgt wie gewohnt über das Kita-Portal der Stadt Nürnberg. Informationen für Eltern sowie für pädagogische Fachkräfte, die das Team und die Leitung ab September verstärken möchten, stehen unter www.hv-kitas.de bereit.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Über Ihre Berichterstattung freuen wir uns. </p> <p class="bodytext">Bei Fragen melden Sie sich jederzeit gern. </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Mit freundlichen Grüßen</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Pressestelle der Humanistischen Vereinigung</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Kontakt:</p> <p class="bodytext">Martin Bühner</p> <p class="bodytext">Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit</p> <p class="bodytext">Mobil +49 (0) 172 9879456</p> <p class="bodytext">Tel. +49 (0) 911 43104-299</p> <p class="bodytext"><a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9oqdrrdrsdkkdZgtlzmhrshrbgd,udqdhmhftmf-cd');">pressestelle[at]humanistische-vereinigung.de</a> </p> <p class="bodytext">---</p> <p class="bodytext">Bleiben Sie auch informiert via social media: </p> <p class="bodytext"><a href="http://www.instagram.com/humanistischevereinigung" target="_blank">www.instagram.com/humanistischevereinigung</a> </p> <p class="bodytext"><a href="http://www.facebook.com/humanistischevereinigung" target="_blank">www.facebook.com/humanistischevereinigung</a> </p> <p class="bodytext">---</p> <p class="bodytext">Humanistische Vereinigung</p> <p class="bodytext">Körperschaft des öffentlichen Rechts</p> <p class="bodytext">vertreten durch den Vorstand: Michael Bauer</p> <p class="bodytext">Kinkelstraße 12, 90482 Nürnberg</p> <p class="bodytext">Tel. (0911) 431 04-0 Fax -15</p> <p class="bodytext"><a href="http://www.humanistische-vereinigung.de" target="_blank">www.humanistische-vereinigung.de</a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-715</guid> <pubDate>Wed, 17 Jun 2026 15:20:00 +0200</pubDate> <title>Festlicher Abschluss im Norden: Die Humanistischen Jugendfeiern 2026</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/festlicher-abschluss-im-norden-die-humanistischen-jugendfeiern-2026.html</link> <description>Ein ereignisreiches Jugendfeier-Jahr in Norddeutschland hat seinen erfolgreichen Abschluss gefunden. Nach einer intensiven, 8-monatigen Vorbereitungszeit feierten die knapp 100 Jugendlichen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen ihren symbolischen Schritt in Richtung Erwachsenwerden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Den Auftakt machten die Jugendfeier-Gruppen in Oldenburg Mitte Mai. Jetzt kamen in den vergangenen Wochen die Jugendlichen sowohl im Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg als auch auf dem Deck2 in Buxtehude bei sommerlichen Temperaturen mit ihren Familien und Freunden zusammen. Die Höhepunkte der rundum gelungenen Feste bildeten die mutigen, eigenen Beiträge der Jugendlichen sowie die sehr persönlichen und würdevollen Worte unserer Teamerinnen. In Buxtehude wurde zudem direkt der Welthumanist*innentag mit vorgefeiert.</p> <p class="bodytext">Wir gratulieren allen Jugendfeierlingen ganz herzlich und wünschen euch für euren weiteren Lebensweg von Herzen alles Gute!</p> <h3>Mehr Eindrücke und alle Infos zur Humanistischen Jugendfeier unter <a href="http://www.jugendfeier.de" target="_blank">www.jugendfeier.de</a></h3> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-712</guid> <pubDate>Tue, 09 Jun 2026 14:28:45 +0200</pubDate> <title>20 Jahre Gleichbehandlungsgesetz: Festempfang und kritische Bilanz</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/reformplaene-greifen-zu-kurz-antidiskriminierungsstelle-des-bundes-legt-jahresbericht-vor.html</link> <description>Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes feiert Jubiläum. Für die Humanistische Vereinigung war Grit Lahmann vor Ort und berichtet von einer in Teilen sehr kritischen Bilanz.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bildet seit nunmehr zwei Jahrzehnten das rechtliche Fundament, um Menschen in Deutschland vor Benachteiligungen im Arbeitsleben und bei Alltagsgeschäften zu schützen. Anlässlich dieses runden Jubiläums lud die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu einem offiziellen Festempfang nach Berlin ein. Unter dem Motto „Happy Birthday AGG“ kamen etwa 400 Gäste aus Politik, Justiz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Tipi am Kanzleramt zusammen, um auf die Entwicklungen seit der Verabschiedung des Gesetzes zurückzublicken.</p> <p class="bodytext">Für die Humanistische Vereinigung war Grit Lahmann, Leiterin unseres Berliner Büros, am Dienstagabend bei der Veranstaltung vor Ort. Das dichte Programm bot neben feierlichen Momenten auch die Gelegenheit, drängende Fragen zur Zukunft des Antidiskriminierungsrechts zu diskutieren.</p> <p class="bodytext">Nach der musikalischen Eröffnung durch das „The String Orchestra“ und einer Einführung durch die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, folgte ein historischer Rückblick. Die ehemalige Verfassungsrichterin und Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, Prof. Dr. Susanne Baer, trug in sehr humoristischer Weise ihren Brief zum Geburtstag des AGG vor, in dem sie unterstrich, dass seit 2006 viel erreicht wurde, die Politik aber dringend den Mut für eine echte Reform des AGG aufbringen müsse.</p> <p class="bodytext">Im Gespräch mit den Justizministerinnen Dr. Stefanie Hubig und Brigitte Zypries wurden die politischen Debatten der damaligen Zeit noch einmal lebendig. Wie wichtig das Gesetz in der Praxis ist, verdeutlichte unter anderem ein Beispielfall zum Thema Diskriminierung bei der Wohnungssuche: Der Bundesgerichtshof entschied Anfang des Jahres für die Klägerin Humaira Waseem und sprach ihr Schadenersatz zu. Für den kulturellen Rahmen sorgte die Künstlerin Maren Kroymann mit ihrer Band.</p> <p class="bodytext">Auch wenn das zwanzigjährige Bestehen der gesetzlichen Regelungen ein Meilenstein für den Schutz vor Diskriminierung aufgrund von Merkmalen wie Alter, Behinderung, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung sowie sexueller Identität ist, stand der Abend ganz im Zeichen einer notwendigen politischen Weiterentwicklung. Erst eine Woche zuvor hatte Ferda Ataman ihren aktuellen Jahresbericht vorgestellt und dabei die jüngsten Reformpläne der Bundesregierung als deutlich zu zaghaft kritisiert.</p> <p class="bodytext">Der Bericht und die begleitende Stellungnahme der Antidiskriminierungsstelle machen unmissverständlich klar, dass das Gesetz nach zwanzig Jahren dringend eine umfassende Überarbeitung benötigt. Gravierende Schutzlücken im Alltag – etwa bei Benachteiligungen aufgrund des sozialen Status, der Staatsangehörigkeit oder familiärer Fürsorgepflichten – sind nach wie vor nicht rechtlich erfasst.</p> <p class="bodytext">Dass die Humanistische Vereinigung an diesem Empfang teilgenommen hat, begründet sich direkt aus unserem Selbstverständnis. Der Einsatz für Menschenrechte, gesellschaftliche Vielfalt und der Schutz vor Ausgrenzung gehören zum Kern unserer täglichen Arbeit. Ein diskriminierungsfreies Umfeld – auch und gerade im Bereich der Weltanschauungsfreiheit – ist die Grundvoraussetzung für ein faires und pluralistisches Miteinander. Wir werden die beim anschließenden Get-together geführten Gespräche und geknüpften Kontakte aktiv nutzen, um uns im politischen Berlin auch weiterhin für eine mutige Reform des Antidiskriminierungsrechts einzusetzen.</p><ul data-path-to-node="26"><li><p><a data-ved="0CAAQ_4QMahgKEwjEtd-ukPyUAxUAAAAAHQAAAAAQpQY" data-hveid="0" class="ng-star-inserted" href="https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/Jahresberichte/2025.html?nn=305458" rel="noopener" target="_blank">Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Download)</a></p></li><li><p><a data-ved="0CAAQ_4QMahgKEwjEtd-ukPyUAxUAAAAAHQAAAAAQpgY" data-hveid="0" class="ng-star-inserted" href="https://www.google.com/search?q=https%3A%2F%2Fwww.antidiskriminierungsstelle.de%2FSharedDocs%2Fdownloads%2FDE%2FSonstiges%2Fstellungnahme_agg-reform.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D1" rel="noopener" target="_blank">Stellungnahme der Antidiskriminierungsstelle zur AGG-Reform (Download)</a></p></li></ul>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-711</guid> <pubDate>Wed, 27 May 2026 12:31:13 +0200</pubDate> <title>Grünes Projekt am Jurahof: Neue Hochbeete für „die 9“</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gruenes-projekt-am-jurahof-neue-hochbeete-fuer-die-9.html</link> <description></description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Auf dem Jurahof in Schmidtstadt wächst nicht nur das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, sondern auch Kräuter, Gemüse und Obst. Die Jugendlichen der heilpädagogischen Wohngruppe „die 9“ sind seit Jahren leidenschaftliche Gärtner*innen: Sie haben ihren Gemüsegarten Schritt für Schritt aufgebaut und sogar ein eigenes Gewächshaus aus alten Fenstern konstruiert – mit viel Kreativität, handwerklichem Geschick und einer großen Portion Stolz.</p> <p class="bodytext">Nun bekommt ihr grünes Projekt erheblichen Zuwachs: Vier neue „Mega-Hochbeete“ im Format von jeweils vier mal einem Meter ergänzen ab sofort den bestehenden Garten. In den Beeten sollen künftig Kräuter und Heilpflanzen gedeihen – also all das, was später als Tee gegen Erkältungen oder als Salbe gegen kleine Blessuren helfen kann. Von der Aussaat bis zur Verarbeitung packen die Jugendlichen selbst mit an, so wie sie es auch schon beim Aufbau der Beete getan haben.</p> <p class="bodytext">„Künftig wird in unserer Wohngruppe gegen jedes kleinere und größere Wehwehchen ein Kraut gewachsen sein“, freut sich Anna Vollmer, Leiterin der Einrichtung.</p> <p class="bodytext">Möglich gemacht hat das alles Jochen Egner, Mitglied der Geschäftsführung der Firma Rettenmeier aus Wilburgstetten. Mit seiner großzügigen Sachspende unterstützt er ein Projekt, das weit mehr ist als reine Gartenarbeit: Die Hochbeete sind ein weiterer wichtiger Baustein im Konzept der Sozialen Landwirtschaft, das am Jurahof Tag für Tag mit Leben gefüllt wird – und das bei den Jugendlichen sichtbare Früchte trägt. Die gesamte Einrichtung bedankt sich ganz herzlich für diese großartige Unterstützung.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-710</guid> <pubDate>Fri, 22 May 2026 13:15:23 +0200</pubDate> <title>Drei Anlässe zum Feiern mit der Humanistischen Vereinigung</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/drei-anlaesse-zum-feiern-mit-der-humanistischen-vereinigung.html</link> <description>In den kommenden Wochen gibt es mehrfach Gelegenheit, gemeinsam zu feiern und Einrichtungen der Humanistischen Vereinigung kennenzulernen. Ob Sommerfest, Jubiläum oder gemeinsames Feiern im Kolleg*innen- und Mitgliederkreis – die Veranstaltungen laden ein zu Begegnung, Austausch und geben Einblicke in die vielfältige Arbeit der HV.</description> <content:encoded><![CDATA[<h3 data-section-id="s06njm" data-start="616" data-end="656">Sommerfest am Jurahof in Etzelwang</h3> <p class="bodytext">Den Auftakt macht das Sommerfest am Jurahof am Samstag, 13. Juni 2026, ab 14 Uhr in Schmidtstadt 5, 92268 Etzelwang.</p> <p class="bodytext">Der Jurahof öffnet seine Türen für alle, die die Wohngruppe „die 9“ kennenlernen oder einfach gemeinsam feiern möchten. Besucher*innen erwartet ein vielfältiges Programm für Groß und Klein mit Strohhüpfburg, Bubble Balls, Kinderschminken und Buttonwerkstatt. Auch Naturinteressierte kommen beim Blick durchs Mikroskop auf ihre Kosten. Zusätzlich werden Führungen durch die Wohngruppe angeboten.</p> <p class="bodytext">Musikalisch beginnt das Fest um 15 Uhr mit „Eichi und dem Spaßkoffer“. Ab 20 Uhr sorgt die Band „Tri Hudebnici“ live im Zelt für Stimmung. Für das leibliche Wohl ist mit Pizza, Bratwurst, Eis, Kaffee, Kuchen und Mocktails bestens gesorgt.</p> <h3 data-section-id="1ygsb3o" data-start="1411" data-end="1460">HV-Sommerfest mit Sonnwendfeuer in Nürnberg</h3> <p class="bodytext">Am Donnerstag, 18. Juni 2026, ab 17 Uhr lädt die Humanistische Vereinigung ihre Mitglieder und Mitarbeitenden herzlich zum HV-Sommerfest mit Sonnwendfeuer ins Humanistische Zentrum Nürnberg, Kinkelstraße 12, 90482 Nürnberg ein.</p> <p class="bodytext">Unter dem Leitgedanken „gemeinsam humanistisch feiern“ steht ein geselliger Abend mit Sonnwendfeuer, Austausch und Begegnung im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Programm durch ein reichhaltiges Grillbuffet mit pflanzlichen und tierischen Angeboten, frischen Salaten und gekühlten Getränken.</p> <p class="bodytext">Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Feuerbachsaal statt. Zur besseren Planung wird um Anmeldung bis spätestens 31. Mai 2026 </p> <p class="bodytext"><a href="https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScQp4QqlqI9AD9hY0qcSNmqiOauWkFECPTGIvC9Bw7kYvQgQQ/viewform" target="_blank">hier über die Online-Anmeldung </a> </p> <p class="bodytext">beziehungsweise den QR-Code auf den Flyern und Plakaten gebeten.</p> <h3 data-section-id="puvl6m" data-start="2209" data-end="2246">25 Jahre Kindergarten St. Peter</h3> <p class="bodytext">Am 18. Juli 2026 feiert der Humanistische Kindergarten Nürnberg-St. Peter in der Burgerstraße 6 sein 25-jähriges Bestehen.</p> <p class="bodytext">Seit der Eröffnung im Juli 2001 begleitet die zweigruppige Einrichtung Kinder in ihrer Entwicklung. Heute betreuen zehn Pädagog*innen insgesamt 50 Kindergartenkinder. Der Kindergarten entstand im Rahmen eines bundesweiten Architektenwettbewerbs und zeichnet sich durch eine besondere Architektur mit offenem Säulengang, hellen Räumen, einer offenen Küche sowie direktem Zugang zum Garten aus.</p> <p class="bodytext">Zum Jubiläum sind Familien, Freund*innen, Mitarbeitende, Ehemalige und Interessierte herzlich eingeladen. Für Kinder gibt es Spielstationen, außerdem ist für Snacks und Getränke gesorgt.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-709</guid> <pubDate>Mon, 18 May 2026 15:12:52 +0200</pubDate> <title>Gemeinsam für eine Welt, in der alle Platz haben</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinsam-fuer-eine-welt-in-der-alle-platz-haben.html</link> <description>Gemeinsam mit Schulen, Vereinen und Initiativen aus den Stadtteilen St.Peter und Gleishammer hat die Humanistische Kita St. Peter wieder ein fröhliches Stadtteilfest auf die Beine gestellt – und eindrucksvoll gezeigt, wie Vielfalt, Toleranz und echtes Miteinander im Alltag aussehen können.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Was für ein Nachmittag!&nbsp;Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung verwandelten sich die Scharrer- und Lorschstraße in einen lebendigen Begegnungsort. Hunderte Menschen kamen zusammen, um gemeinsam zu feiern – und dabei ein klares Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt zu setzen.</p> <p class="bodytext">Das diesjährige Motto „Gemeinsam neue Wege gehen&quot; wurde an vielen Stellen kreativ umgesetzt, wie etwa beim „Kinderrechte-Memory&quot; auf dem Rasen, bei dem Groß und Klein beschriftete Platten zuordnen und dabei mehr über die wichtigsten Menschenrechte erfahren konnten. Auf der Bühne begeisterte der Chor der Scharrer-Mittel- und Grundschule mit seinem Auftritt, außerdem gab es Tanz- und Theaterdarbietungen – und einen ganz besonderen Moment: Die Kinder des Humanistischen Kindergartens St. Peter standen gemeinsam mit Monika Utasi von „Moni's Haus voll Musik&quot; und ihren Erzieher*innen auf der Bühne und spielten mehrere Stücke mit Instrumenten und Tanzeinlagen. Der Applaus war riesig und absolut verdient! Für weitere Begeisterung sorgten Zara Larsson von der Kita ArcheMedes, die mitreißende Zaubershow „just non stop&quot; von Markus Just, der Bollywood-Tanz der Gruppe Spirit of India sowie die beliebte große Tombola. Den musikalischen Abschluss des Abends gestaltete YARIN DÜNYA mit einem stimmungsvollen Konzert.</p> <p class="bodytext">Für Nasser Ahmed (SPD) war es sein erster offizieller Termin als frisch gewählter Bürgermeister nach der Kommunalwahl – und ein ganz persönlicher dazu: Er ist nur eine Straße entfernt im Stadtteil aufgewachsen. Ahmed übernahm die offizielle Begrüßung und nahm sich viel Zeit, kam mit vielen Menschen ins Gespräch, war für Kinder und Jugendliche ansprechbar und lehnte keine Selfie-Bitte ab.</p> <p class="bodytext">Was einmal als Idee für ein Stadtteil-Picknick begann, ist längst zu einem festen und bedeutsamen Bestandteil des Stadtteillebens geworden. Denn dieses Fest ist Jahr für Jahr ein starkes Signal gegen Ausgrenzung und Hass, und für Respekt, Würde und ein solidarisches Miteinander. Besonders in Zeiten, in denen nationalistische und menschenverachtende Haltungen wieder sichtbarer werden, macht dieses Fest deutlich, worauf es wirklich ankommt. Überall luden Stände und Mitmachaktionen zum gemeinsamen Erkunden, Informieren und Genießen ein. Für Kinder gab es Schleuder-Zielschießen, Entenangeln und eine Torwand – gesammelte Punkte konnten später bei der Tombola gegen Preise eingetauscht werden. Gleich am Eingang hatten die Erzieherinnen des Humanistischen Kindergartens St.Peter liebevoll gestaltete Aktionsstände aufgebaut, die den ganzen Nachmittag über belagert waren. Glitzer-Tattoos und selbst gestaltete Buttons mit persönlichen Bildern und Botschaften sorgten für viele strahlende Kindergesichter. Plakate und Banner zum Thema Kinderrechte und Menschenwürde begleiteten das Fest durch den ganzen Stadtteil – ganz im Geist einer Veranstaltung, die seit Jahren für ein friedliches und inklusives Zusammenleben steht.</p> <p class="bodytext">Das Fest wäre nicht möglich ohne das großartige Engagement vieler Mitstreiter. In diesem Jahr dabei waren unter anderem: die Scharrer-Mittelschule, die LUISE-Cultfactory, OGS Scharrer, das Erfahrungsfeld der Sinne, das Kinder- und Jugendhaus Pastorius 49, JiG – Jugendarbeit in Ganztagsschulen, der Kulturladen Zeltnerschloss, der Kinderhort Scharrerstraße, der Vorstadtverein Gleißhammer St. Peter sowie die Gemeinde und der Kindergarten St. Kunigund.</p> <p class="bodytext">Ein rundum gelungener Nachmittag, der eines einmal mehr bewiesen hat: Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Generationen und unterschiedlicher Weltanschauungen aufeinander zugehen und gemeinsam feiern, schaffen sie etwas Wertvolles – ein offenes, demokratisches und lebendiges Miteinander im Stadtteil.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-708</guid> <pubDate>Tue, 12 May 2026 12:37:37 +0200</pubDate> <title>Manal Agrama: &quot;I'm not guilty!&quot;</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/im-not-afraid-and-im-not-guilty.html</link> <description>Die ägyptische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Manal Agrama ist in Deutschland angekommen, wo sie im Rahmen des „Humanist Shelter Program“ der Humanistischen Vereinigung für sechs Monate in Sicherheit leben wird.</description> <content:encoded><![CDATA[<div class="container"><div id="model-response-message-contentr_64a4b569241eda1d" dir="ltr" class="markdown markdown-main-panel enable-luminous-fast-follows stronger enable-updated-hr-color" style="--animation-duration: 400ms; --fade-animation-function: ease-out; "><p class="bodytext"><em>„Ich bin nicht schuldig!“ – Diesen Satz wiederholte Manal Agrama während ihrer mehr als fünfzehnmonatigen Haft in einem ägyptischen Gefängnis immer und immer wieder. Sie wurde wegen ihrer journalistischen Arbeit und ihres Einsatzes für die Demokratie eingesperrt.</em> </p> <p class="bodytext">Nun ist sie als sechster Gast des „Humanitarian Shelter“-Programms der Humanistischen Vereinigung in Nürnberg eingetroffen. Am Flughafen wurde sie von Dr. Stefan Lobenhofer empfangen und zum Humanistischen Zentrum begleitet. Dort wurde sie von HV-Vorstand Michael Bauer und Anika Herbst willkommen geheißen, die in einem langen Gespräch viele Details über ihre Ausreise, die Monate im Gefängnis und ihren familiären Hintergrund erfuhren.</p> <p class="bodytext">Manal Agrama ist seit vielen Jahren als aktivistische Journalistin tätig und nahm an Protesten und politischen Bewegungen teil, darunter auch an der Revolution von 2011. Sie hat über die Demokratiebewegung in Ägypten berichtet und mutig für einen demokratischen Wandel in ihrer Heimat gekämpft – einem Land, das laut internationalen Menschenrechtsorganisationen von Präsident Abdel Fattah al-Sisi autoritär, fast diktatorisch regiert wird.&nbsp;</p> <p class="bodytext">Unter Präsident Sisi hat sich die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in Ägypten im Vergleich zur Mubarak-Ära spürbar verschlechtert. Obwohl Wahlen stattfinden, entsprechen sie nicht den internationalen Standards, und das Militär besetzt die meisten Schlüsselpositionen in Politik und Wirtschaft. Die Parlamentswahlen wurden Ende 2025 unter schwerer Repression und ohne echten Wettbewerb abgehalten; in der Realität ist das Parlament lediglich eine Marionette.</p> <p class="bodytext">Internationale Menschenrechtsberichte bestätigen, dass die Meinungs- und Pressefreiheit in Ägypten stark eingeschränkt ist: Auf der von <em>Reporter ohne Grenzen</em> veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit belegt das Land Platz 170 von 180 Ländern. Journalist<em>*</em>inne<em>n,&nbsp;</em>Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen werden willkürlich inhaftiert. Der Alltag ist geprägt von absoluter staatlicher Kontrolle, hoher Inflation und willkürlichen Steuern – wobei die Preise für manche Produkte über Nacht um bis zu 100 Prozent steigen. Religiöse Autoritäten und Sicherheitskräfte agieren täglich auf eine Weise, die demokratischen Prinzipien widerspricht und Menschenrechte missachtet.</p> <p class="bodytext">Agrama verfügt über ein Netzwerk von Journalistinnen und ihr Fall wurde regelmäßig in den Medien thematisiert. Doch weder dieses Netzwerk noch ihre öffentliche Bekanntheit konnten ihre Verhaftung verhindern; im Gegenteil: Je mehr Aufmerksamkeit ihr Fall erregte, desto intensiver wurden die Bemühungen des Staates, sie mundtot zu machen. Zuletzt hatte sie sich in einem gesicherten Gebäude für Journalistinnen aufgehalten – bekannt als „compound“.</p> <p class="bodytext">Schließlich wurde Agrama unter konstruierten Vorwürfen inhaftiert, was auch Menschenrechtsberichte bestätigen: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Nutzung einer Website im weltweiten Internet und Teilnahme an einer kriminellen Verschwörung. Ein prominenter Anwalt wurde mit ihrer Verteidigung betraut, was sich als vorteilhaft bei ihrer Verteidigung und im Umgang mit den Behörden erwies. Sie verbrachte mehr als 15 Monate im Gefängnis – das ursprüngliche Urteil hatte eine noch längere Haftstrafe vorgesehen. Doch sie sagt, dass die Zeit im Gefängnis sie weder brechen noch einschüchtern konnte. Das größte Problem, mit dem sie konfrontiert war, sei der völlige Mangel an Unterstützung durch relevante gesellschaftliche Gruppen gewesen.</p> <p class="bodytext">Wenn sie jetzt spricht, wirkt sie genau so, wie man es nach ihren Worten erwartet: selbstbewusst, entschlossen und klar in ihrer Haltung. Was ihr am meisten wehgetan hat – und dies auch weiterhin tut – ist die Tatsache, dass sie ihre Familie verlassen musste. In der arabischen Kultur hat die Familie einen hohen Stellenwert; die Sorge für die Angehörigen gilt als wichtig und ehrenvoll. Dieser Abschied wiegt schwer für sie.</p> <p class="bodytext">Das <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Humanist Shelter Program der Humanistischen Vereinigung</a>, das in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-Selbert-Initiative und dem Auswärtigen Amt durchgeführt wird, gibt Agrama das, was sie so lange vermisst hat: Zeit, Sicherheit und Freiheit. Sie wird sechs Monate in Nürnberg verbringen und dabei die volle Unterstützung der Humanistischen Vereinigung erhalten.</p> <p class="bodytext">Sie erklärt ihre Absichten: Sie möchte nicht nur Distanz zum Gefängnis und zur Unterdrückung gewinnen, sondern sich auch weiterhin für die Meinungsfreiheit in ihrer Heimat einsetzen. Manal Agrama möchte den Aufbau journalistischer Fähigkeiten insbesondere bei jungen Menschen unterstützen und die Meinungsfreiheit fördern, um so zu einem langfristigen, schrittweisen demokratischen Übergang in Ägypten beizutragen. Diesen Grundsatz will Manal Agrama auch in Zukunft weiter verkörpern.</p></div></div>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-707</guid> <pubDate>Mon, 11 May 2026 15:42:41 +0200</pubDate> <title>Blick hinter die Kulissen und Spendenübergabe bei &quot;die9&quot; am Jurahof</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/blick-hinter-die-kulissen-und-spendenuebergabe-bei-die9-am-jurahof.html</link> <description></description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wie lebt es sich eigentlich in einer stationären Wohngruppe mit sozialer Landwirtschaft?</p> <p class="bodytext">Diese Frage stand im Mittelpunkt bei einer Besichtigung der heilpädagogischen Wohngruppe am Jurahof. Anlass des Besuches war die Übergabe einer Spende in Höhe von 1000 Euro, die im Secondhandladen „Die Kommode“ in Sulzbach-Rosenberg für die Jugendlichen gesammelt wurden. Bei einem Rundgang über das weitläufige Gelände des Jurahofs bekamen Geschäftsleiterin Gerda Krusche und ihre Kolleginnen Einblicke in den Alltag der neun Jugendlichen, die hier in der Hersbrucker Schweiz in der Einrichtung der Humanistischen Vereinigung betreut werden. Die Verbindung aus stationärer Jugendhilfe und der Arbeit mit Tieren und Natur am Jurahof ist ein Vorzeigeprojekt der Sozialen Landwirtschaft in der Region. Die Jugendlichen lernen dort nicht nur das Leben mit ökologischen Kreisläufen, sondern finden in der ländlichen Ruhe von Schmidtstadt auch die nötige Stabilität für ihren weiteren Lebensweg.</p> <p class="bodytext">Das Team der Wohngruppe bedankte sich herzlich für das Interesse und die finanzielle Unterstützung. &quot;Dass sich die Spender*innen Zeit für einen Besuch nehmen, ist für unsere Jugendlichen auch ein Zeichen der Wertschätzung ihrer Lebenswelt&quot;, betonte Verena Feil bei der Spendenübergabe. Mit Hilfe der Spende sollen sowohl die neu aufgebauten Hochbeete mit Pflanzen bestückt, als auch Zuschüsse zu Führerscheinen der Jugendlichen gestemmt werden.</p> <p class="bodytext">Sommerfest am Jurahof</p> <p class="bodytext">Wie in jedem Jahr wird der Jurahof auch heuer wieder seine Türen für alle öffnen und am 13. Juni ein Sommerfest veranstalten. An diesem Tag gibt es ab 14h von der Naturbeobachtung unterm Mikroskop bis hin zum Konzert am Abend um 20h ein buntes Programm für Groß und Klein.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-706</guid> <pubDate>Tue, 05 May 2026 15:54:37 +0200</pubDate> <title>Osman Kavala erhält Liberal International Prize for Freedom</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/osman-kavala-erhaelt-liberal-international-prize-for-freedom.html</link> <description>In Berlin wurde Osman Kavala, der seit 2017 in türkischer Haft sitzt, mit dem Liberal International Prize for Freedom 2025 geehrt – stellvertretend entgegengenommen von seiner Frau Ayşe Buğra.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Osman Kavala sitzt seit Oktober 2017 in der Türkei in Haft, gestern waren es genau 3121 Tage. Am Montagabend kamen in der Berliner Wartehalle internationale Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammen, um ein starkes Zeichen für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu setzen. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie verliehen Liberal International und die Friedrich Naumann Foundation for Freedom den &quot;Prize for Freedom&quot; an den türkischen Unternehmer, Philanthropen und Förderer von Zivilgesellschaft, Dialog und Kultur. </p> <p class="bodytext">Für die Humanistische Vereinigung war Grit Lahmann, Leiterin unseres Berliner Büros, bei der Ehrung dabei. Sie trug sich in das Book of Freedom mit Grußworten an den Preisträger ein und erlebte einen bewegenden Abend, der im Anschluss an die Preisverleihung Gelegenheit zu zahlreichen interessanten Gesprächen bot.</p> <p class="bodytext">Osman Kavala ist eine der bedeutendsten Stimmen der türkischen Zivilgesellschaft. Mit der Gründung von Anadolu Kültür schuf er eine Plattform für kulturellen Austausch und grenzüberschreitende Zusammenarbeit – ein Projekt, das Dialog und Versöhnung in den Mittelpunkt stellt, wo andere Mauern errichten. Seit 2017 in Haft, wurde Kavala 2022 wegen angeblich versuchtem Staatsumsturz zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt – was Haftvollzug bis zum Tod bedeutet, verbunden mit weitgehender Isolation. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EMGR) urteilte bereits 2019, dass seine Inhaftierung politisch motiviert und rechtswidrig sei und forderte seine Freilassung. Trotz massiver internationaler Kritik wurde das Urteil gegen Kavala 2023 vom obersten türkischen Berufungsgericht bestätigt. Aktuell wird der Fall vor der großen Kammer des EMGR neu verhandelt. Der Fall Kavala ist längst zum Symbol geworden – für den Mut derjenigen, die für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintreten, und für den Preis, den sie dafür bisweilen zahlen müssen.</p> <p class="bodytext">Osman Kavalas Frau Ayşe Buğra, Sozialwissenschaftlerin und emeritierte Professorin, nahm den Preis stellvertretend entgegen und trug auch seine Dankesrede vor – ein berührender Moment, der den Anwesenden die menschliche Dimension dieser Geschichte eindringlich vor Augen führte.</p> <p class="bodytext">Den Abend hatte Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Präsident von Liberal International, mit einer Begrüßungsrede eröffnet. Die Laudatio hielt Dr. Maren Jasper-Winter, Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Im Anschluss an die Dankesrede folgte ein Gespräch zwischen Ayşe Buğra und Baroness Sal Brinton, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses von Liberal International. Den Abschluss bildeten Schlussworte von Dr. Jürgen Martens, Präsident der Deutschen Gruppe von Liberal International.</p> <p class="bodytext">Dass die Humanistische Vereinigung durch Grit Lahmann an der Verleihung teilgenommen hat, war naheliegend: Themen wie Menschenrechte, Zivilgesellschaft und der Schutz demokratischer Freiheiten sind keine abstrakten Anliegen für uns – sie gehören zum Kern dessen, wofür wir stehen. Zivilgesellschaftliches Engagement, kultureller Austausch und der Einsatz für Pluralismus und Menschenwürde sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen gelebt, verteidigt und sichtbar gemacht werden.</p> <p class="bodytext">Wir gratulieren Osman Kavala zu dieser verdienten Auszeichnung – und wünschen ihm vor allem eines: Freiheit.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(Bild Osman Kavala: Janbazian, CC BY-SA 4.0 &lt;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0&gt;, via Wikimedia Commons)</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-705</guid> <pubDate>Wed, 29 Apr 2026 13:21:53 +0200</pubDate> <title>Demokratie braucht Rückhalt – nicht den Rotstift</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/demokratie-braucht-rueckhalt-nicht-den-rotstift.html</link> <description>Dem Bundesprogramm „Demokratie leben!&quot; droht der Kahlschlag: Über 200 Projekte sollen ihre Arbeit einstellen – ein verheerendes Signal in Zeiten, in denen Demokratie mehr Schutz braucht denn je.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie muss gelebt, vermittelt und verteidigt werden – jeden Tag, in Schulen und Vereinen, in Kommunen und Jugendzentren, von engagierten Menschen und Organisationen, die oft im Stillen Großes leisten. Genau deshalb bereiten die aktuellen Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) große Sorgen: Mit der angekündigten „Umstrukturierung&quot; des Bundesprogramms „Demokratie leben!&quot; werden bis Ende 2026 über 200 Projekte ihre Arbeit einstellen müssen – Projekte, die gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, Extremismus entgegenwirken und demokratische Kompetenzen stärken.</p> <p class="bodytext">„Demokratie leben!&quot; ist kein abstraktes Förderprogramm. Hinter ihm stehen konkrete Menschen, Netzwerke und gewachsene Strukturen: Schulprojekte zur politischen Bildung, Beratungsstellen für Betroffene von Hasskriminalität, Initiativen gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus, Anlaufstellen für marginalisierte Gruppen. Zu den betroffenen Trägern gehören auch renommierte Organisationen wie der BUND, der Paritätische, HateAid, der Zentralrat der Juden in Deutschland oder die Bildungsstätte Anne Frank. Dass ausgerechnet diese Arbeit nun unter Spardruck oder ganz unter die Räder gerät, ist ein verheerendes politisches Signal.</p> <p class="bodytext">Besonders unverständlich ist das Timing. Zentrale Evaluationen der laufenden Projekte stehen noch aus. Politische Entscheidungen über Förderung und Abbruch werden also getroffen, bevor überhaupt belastbare Erkenntnisse über Wirkung und Weiterentwicklungsbedarf vorliegen. Projekte, die noch gar nicht die Möglichkeit hatten, ihre Ergebnisse vorzuweisen, werden mitten im Förderzeitraum gestoppt. Das bisher eingesetzte Geld verpufft, aufgebaute Vertrauensbeziehungen und gewachsene Kooperationen zerbrechen und lassen sich nicht einfach neu aufbauen, wenn man irgendwann wieder bereit ist, zu fördern. Wer Demokratieförderung mit kurzfristiger Erfolgsmessung bewertet, hat ihr Wesen nicht verstanden. Haltungen, Kompetenzen und institutionelle Resilienz sind die Ziele dieser Arbeit, die langsam, durch Vertrauen, Kontinuität und persönliche Begegnung erreicht werden.</p> <p class="bodytext">Dabei hat sich die Bedrohungslage für unsere Demokratie nicht entspannt, sondern deutlich verschärft: Rechtsextreme Parteien erzielen Wahlergebnisse, die es in Deutschland nach dem 2.Weltkrieg noch nie gegeben hat. Extremistische Straftaten und Gewalttaten befinden sich auf einem Höchststand. Islamismus, Antisemitismus und gesellschaftliche Polarisierung nehmen zu. Dazu kommt die hybride Kriegführung Russlands gegen unsere liberale Gesellschaft. Es ist, als würde man die Sandsäcke wegräumen, während der Fluss über die Ufer tritt. Angesichts dieser Lage wäre nicht weniger, sondern deutlich mehr Investition in Demokratiebildung und Prävention das Gebot der Stunde. Wer jetzt kürzt, handelt nicht nur fahrlässig – er handelt gegen die Interessen einer wehrhaften Demokratie.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig dieses Engagement ist. Zweimal wurde sie in ihrer Geschichte von autoritären und faschistischen Regimen verboten. Sie weiß auch, wie viel Arbeit dahintersteckt, um die Demokratie zu erhalten. Ob in der <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen.html" target="_blank">Jugendarbeit, die junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Werten ermutigt</a>, ob bei <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wo-vielfalt-gefeiert-und-zusammenhalt-gelebt-wird.html" target="_blank">Demokratiefesten, die Begegnung und Diskussion im öffentlichen Raum fördern</a>, oder wie vor Kurzem bei der <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/tag-der-demokratiegeschichte-die-wurzeln-einer-bewegung.html" target="_blank">Teilnahme am Tag der deutschen Demokratiegeschichte</a>: Demokratie ist für die Humanistische Vereinigung kein abstraktes Ideal, sondern gelebte Praxis.</p> <p class="bodytext">Als Mitglied der <a href="https://www.allianz-gegen-rechtsextremismus.de/" target="_blank">Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg</a> unterstützt die Humanistische Vereinigung aktiv ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis an ihrem Stammsitz, das sich dem Kampf gegen demokratiefeindliche Strömungen verschrieben hat. Auch die Allianz hat sich klar und öffentlich gegen die Kürzungspläne positioniert – und teilt die Einschätzung, dass die geplanten Einschnitte zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommen.</p> <p class="bodytext">Deshalb steht die Humanistische Vereinigung solidarisch an der Seite all jener Träger und Initiativen, die durch die geplanten Kürzungen in ihrer Existenz bedroht sind. Ihre Arbeit ist unverzichtbar – gerade jetzt. Zwar stehen öffentliche Haushalte unter Druck, und es ist legitim, Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Aber es gibt erhebliche Unterschiede zwischen sinnvollen Einsparungen und politisch schädlichen Kürzungen. Demokratieförderung gehört in die zweite Kategorie. Wer hier spart, spart an der falschen Stelle – an den Grundfesten unseres Gemeinwesens.</p> <p class="bodytext">Die Bundesregierung wäre gut beraten, die Umstrukturierung zu stoppen, die Ergebnisse der laufenden Evaluationen abzuwarten und gemeinsam mit den erfahrenen Trägern ein zukunftsfähiges Programm zu entwickeln. Ein echter Dialog auf Augenhöhe – statt einer Vollbremsung mitten in der Förderphase. Denn Demokratie braucht Rückhalt, um sich schützen zu können.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(Bildquelle Karin Prien: GPSLeo, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons)</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-704</guid> <pubDate>Thu, 23 Apr 2026 11:40:05 +0200</pubDate> <title>Trost aus Tönen: Philosophisches Frühstück mit Franz Josef Wetz</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/trost-aus-toenen-philosophisches-fruehstueck-mit-franz-josef-wetz.html</link> <description>Am vergangenen Wochenende ging es im Humanistischen Zentrum Nürnberg um ein Thema, das viele kennen, aber selten bewusst bedenken: Warum kann Musik trösten? Beim „Philosophischen Frühstück“ sprach der Philosoph Franz Josef Wetz über die besondere Wirkung von Klängen – und nannte sie augenzwinkernd „eine Droge ohne Risiko“.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Schon zu Beginn machte Wetz deutlich, dass Musik keineswegs immer als harmlos galt. Große Denker wie Platon oder Augustinus sahen in ihr eine gefährliche Kraft, die Menschen verführen und aus dem Gleichgewicht bringen kann. Diese Skepsis zieht sich bis in die Moderne: Auch heute zeigt sich die ambivalente Seite der Musik, etwa in der Clubkultur, wo sie zwischen intensiver Gemeinschaftserfahrung und möglicher Selbstentgrenzung schwankt.</p> <p class="bodytext">Ein roter Faden des Vortrags war die Frage, was Musik eigentlich „bedeutet“. Anders als Sprache hat sie keinen klaren Inhalt. Musik beschreibt nichts und erklärt nichts – sie wirkt. Sie kann Stimmungen erzeugen, ohne sie festzulegen, und spricht Menschen oft direkter an als Worte es können.</p> <p class="bodytext">Besonders anschaulich wurde es, als Wetz auf den Trost zu sprechen kam. Musik, so seine These, löst keine Probleme und nimmt niemandem den Schmerz ab. Aber sie kann helfen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Sie schafft einen Raum, in dem Trauer, Melancholie oder auch Unruhe ihren Platz haben dürfen. Gerade darin liegt eine scheinbare Paradoxie: Auch traurige Musik kann tröstlich sein. Viele kennen das Gefühl, sich in bestimmten Stücken „verstanden“ zu fühlen – ganz ohne Erklärung. Musik spiegelt keine konkreten Emotionen, aber sie greift deren Bewegungen auf. Das kann entlastend wirken.</p> <p class="bodytext">Ein weiterer Gedanke des Vormittags: Musik tröstet nicht durch Botschaften, sondern durch ihre Form. Melodien, Rhythmen und Strukturen geben Halt, wo Worte fehlen. Diese Ordnung wird oft als angenehm und stabilisierend erlebt – besonders in Momenten, in denen das eigene Leben aus dem Takt geraten ist.</p> <p class="bodytext">Zum Abschluss lenkte Wetz den Blick auf die Vergänglichkeit der Musik. Sie existiert nur im Moment ihres Erklingens und verschwindet sofort wieder. Anders als ein Text oder ein Bild lässt sie sich nicht festhalten. Vielleicht, so die Überlegung, liegt gerade darin ihre besondere Qualität. Musik gibt keinen dauerhaften Halt und keine großen Versprechen. Aber sie kann für Augenblicke tragen. Oder, anders gesagt: Sie tröstet – ohne zu vertrösten.</p> <p class="bodytext">Das Publikum nahm an diesem Vormittag nicht nur philosophische Gedanken mit, sondern auch einen neuen Blick auf etwas Alltägliches. Musik erscheint nach diesem Vortrag weniger selbstverständlich – und gleichzeitig umso bedeutungsvoller.</p> <p class="bodytext"><strong>Franz Josef Wetz</strong> lehrt Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und hat sich in mehreren Werken schon aus verschiedenen Perspektiven mit der Frage beschäftigt, welche Konsequenzen die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften für unser menschliches Selbst- und Weltverständnis haben.</p> <p class="bodytext">Das aktuelle Buch von Franz Josef Wetz &quot;Staunen: Warum existiert überhaupt etwas?&quot; ist im 2024 im J.B. Metzler Verlag erschienen.</p> <p class="bodytext">Das <strong>Philosophische Frühstück</strong> und die <strong>Philosophische Werkstatt</strong> im Humanistischen Zentrum bieten regelmäßig Gelegenheit, sich mit spannenden Fragen der Philosophie und Wissenschaft auseinanderzusetzen, die von Expert*innen aus verschiedenen Bereichen präsentiert und diskutiert werden. Die Besucher sind eingeladen, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen und ihre eigenen Gedanken einzubringen. </p> <p class="bodytext">Weitere Termine: <a href="aktuelles/terminkalender.html">https://www.humanistische-vereinigung.de/aktuelles/terminkalender.html</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-703</guid> <pubDate>Wed, 22 Apr 2026 17:16:12 +0200</pubDate> <title>Der Mensch im Mittelpunkt – bei der 20. Berliner Rede zur Freiheit</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/der-mensch-im-mittelpunkt-bei-der-20-berliner-rede-zur-freiheit.html</link> <description>Die Ökonomin und „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm hielt gestern Abend im Allianz Forum am Brandenburger Tor die 20. Berliner Rede zur Freiheit – und entwarf dabei ein Bild von Freiheit, das weit über Wirtschaftspolitik hinausgeht - als Grundbedingung menschlicher Würde und gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Seit fast zwei Jahrzehnten lädt die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit jedes Frühjahr zur Berliner Rede zur Freiheit ein. Bei der Jubiläumsausgabe stand Prof. Dr. Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – besser bekannt als eine der „Wirtschaftsweisen&quot; – und Professorin für Energiesysteme und Marktdesign an der Technischen Universität Nürnberg auf dem Podium. Für die Humanistische Vereinigung nahm die Leiterin des Berliner Büros, Grit Lahmann teil und konnte im Laufe des Abends Gespräche mit Paqué und anderen Gästen führen.</p> <p class="bodytext">Karl-Heinz Paqué, bis vor zwei Wochen Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, eröffnete den Abend und erinnerte daran, dass Freiheit kein abstraktes Schlagwort ist, sondern immer wieder neu diskutiert und konkret gefüllt werden muss. </p> <p class="bodytext">Grimm verankert dann in ihrer Rede den Freiheitsbegriff im normativen Kern unserer Verfassung: Der Mensch als Zweck an sich – nicht als Mittel. Dass die Menschenwürde am Anfang des Grundgesetzes steht, sei kein Zufall. Daraus folge nicht nur ein Anspruch auf Selbstbestimmung, sondern auch die Pflicht, Freiheit und Würde aktiv zu schützen. Das ist für die Humanistische Vereinigung selbstverständlich kein fremder Gedanke, denn wer den Menschen in seiner Würde und Selbstbestimmung ins Zentrum stellt, denkt humanistisch. Grimm hat das philosophisch klar dargelegt, aber auch die politischen Konsequenzen nicht außer Acht gelassen - im Vertrauen auf die Vernunft und Verantwortungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen.</p> <p class="bodytext">Besonders eindrücklich war Grimms Unterscheidung zwischen dem, was man will, und dem, was man bewirkt. Gute Absichten reichen nicht – politische Entscheidungen müssen ihre langfristigen Folgen mitdenken, auch wenn das unbequeme Wahrheiten bedeutet. Verantwortung bedeute, Nebenwirkungen offen zu benennen, Perspektiven abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, die über den Moment hinausdenken. Sie machte zudem deutlich, dass Europas freiheitliche Ordnung mehr voraussetzt als Überzeugungskraft: Sie sei auch eine Frage von Handlungsfähigkeit und Selbstbehauptung. Abhängigkeiten machten erpressbar, technologischer Rückstand würde Gestaltungsspielraum kosten und fehlende Verteidigungsfähigkeit schaffe neue Verwundbarkeiten. Offene Gesellschaften seien gerade wegen ihrer Offenheit anfällig für Einflussnahme und Destabilisierung. Das sei kein Pessimismus – sondern ein Aufruf zum Realismus.</p> <p class="bodytext">Im anschließenden Podiumsgespräch mit Politikjournalist Michael Bröcker und dem FDP-Politiker Christian Dürr wurden die Thesen vertieft und aus parlamentarischer Perspektive beleuchtet.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-702</guid> <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 13:48:12 +0200</pubDate> <title>Vier Tage voller Natur, Gemeinschaft und neuer Freundschaften</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/vier-tage-voller-natur-gemeinschaft-und-neuer-freundschaften.html</link> <description>Von der Nachtwanderung über den Greifvogelpark bis zum selbst gebackenen Hefezopf: Unsere JuHu-Kids haben in Finsterrot vier abwechslungsreiche Tage erlebt – und am Ende sogar Brieffreundschaften nach Hause mitgebracht.</description> <content:encoded><![CDATA[<div class="body-text"><p class="bodytext">Ende März packten die JuHu-Kids ihre Rucksäcke und stiegen in den Zug – Richtung Finsterrot, einem gemütlichen Selbstversorgerhaus im Schwäbischen. Vier Tage Natur, gemeinsames Kochen, Kreativangebote und eine Nachtwanderung warteten auf die Gruppe – und ganz nebenbei auch eine besondere Premiere: Erstmals organisierten die Jungen Humanist*innen ihre Osterfreizeit gemeinsam mit der&nbsp;Freireligiösen Jugend Mannheim.</p> <p class="bodytext">Bei der Ankunft der Kinder bagann es tatsächlich zu schneien – doch schlechte Laune? Fehlanzeige! Stattdessen: Kennenlernspiele, Zimmer beziehen, und schon bald standen alle gemeinsam in der Küche. Denn das Selbstversorgen übernahm die Gruppe buchstäblich selbst: kochen, Tisch decken, abwaschen – und als krönenden Abschluss den legendären gemeinsamen Hefezopf backen. Küchenchef Jeremy Rittmann, Jugendreferent der Mannheimer, sorgte mit Begeisterung für kulinarische Highlights.</p> <p class="bodytext">Raus in die Natur ging es zum&nbsp;Dachsi-Naturerlebnispfad. Der Besuch der Falknerei im Greifvogelpark Wüstenrot brachte leuchtende Augen und staunendes Schweigen – selten sieht man Kinder so ruhig. Abends wurde gemeinsam reflektiert, gebastelt, gemalt und experimentiert. Die Nachtwanderung durch die Dunkelheit? Unvergesslich.</p> <p class="bodytext">Was alle freute: wie schnell die Kinder aus Bayern und Baden-Württemberg zu einer echten Gruppe zusammenwuchsen. Am Ende packten die Kids Zettel und Stifte aus und tauschten Adressen aus. <em>Brieffreundschaften</em> entstanden – ganz analog, ganz von Herzen.</p> <p class="bodytext">Die Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Team war dabei von Anfang an ein Gewinn. Bereits Monate vor der Freizeit trafen sich beide Gruppen regelmäßig zu Online-Meetings, um Programm und Organisation gemeinsam zu entwickeln. Mannheim fand das Haus, Nürnberg brachte Ideen ein – und weil Mannheim mit Autos anreiste, gab es auch die nötige Mobilität vor Ort, etwa für Einkäufe. Beim persönlichen Aufeinandertreffen merkten beide Seiten schnell: die Werte, die Herzlichkeit, die Arbeitsweise – das alles passt wunderbar zusammen.</p> <p class="bodytext">Bereits nächste Woche treffen sich die Teamleitungen wieder online, um die Freizeit gemeinsam zu reflektieren – und schon jetzt die Weichen für das nächste Jahr zu stellen.&nbsp;Ein großes Dankeschön an das Team der Freireligiösen Jugend Mannheim für diese wertschätzende, herzliche und rundum gelungene Kooperation.</p></div>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-701</guid> <pubDate>Mon, 30 Mar 2026 15:40:57 +0200</pubDate> <title>Tag der Demokratiegeschichte: Die Wurzeln einer Bewegung</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/tag-der-demokratiegeschichte-die-wurzeln-einer-bewegung.html</link> <description>Am 18. März 2026 fand erstmals bundesweit unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Tag der Demokratiegeschichte statt. Die Humanistische Vereinigung (HV) und ihre korporativen Mitglieder, die Freireligiöse Gemeinde Mannheim und die Freigeistige Gemeinschaft Berlin haben sich mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen beteiligt.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Im FORUM FRANKLIN in Mannheim</strong> präsentierten Gisela Wittemann und Michael Caroli in Kurzvorträgen Stationen der demokratischen Entwicklung in Mannheim, schlaglichtartig illustriert mit Abbildungen und Filmsequenzen. Beginnend mit der bürgerlichen Revolution 1848/49 über die Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik Deutschland wurde an die demokratischen Träume, Aufbrüche und Erfolge, aber auch Rückschläge und Traumata erinnert. Schließlich berichteten Brigitte und Andreas Parmentier von der demokratischen Basisarbeit als Stadtrat bzw. Bezirksbeirätin und Schöffin. Es wurde deutlich: Demokratie ist schön – macht aber viel Arbeit. Im Anschluss tauschten sich die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher bei Getränken und Fingerfood über Fragen und Erfahrungen der demokratischen Alltagspraxis aus. Dass die Unterhaltungen dabei noch lange kein Ende fanden, passte gut zum Abend: Demokratie lebt vom Gespräch.</p> <p class="bodytext"><strong>Auf dem Friedhofspark Pappelallee in Berlin</strong> hat die Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde bei einem geführten Rundgang die enge Verknüpfung der freireligiösen Bewegung mit der deutschen Demokratiegeschichte nachgezeichnet. Unter dem Titel „Vom Vormärz bis zum 48er-Barrikaden-Urban&quot; nahmen Olaf Schlunke und Anne-Kathrin Pauk die Gäste mit zu einem Rundgang, bei dem Akteure wie Robert Brauner, der im Vormärz für politische Teilhabe stritt oder Friedrich Ludwig Urban, der 1848 auf den Barrikaden stand, im Mittelpunkt standen. Zudem wurde das Schicksal der Gewerkschafterin Agnes Wabnitz thematisiert, deren Beisetzung auf dem Friedhof Pappelallee einst Zehntausende bewegte – ein Weg also von den Märzgefallenen bis zur Berliner Arbeiterbewegung. Außerdem beteiligte sich die Freigeistige Gemeinschaft wie in den Jahren zuvor auch dieses Mal an der offiziellen Gedenkveranstaltung zum 18. März auf dem gleichnamigen Platz vor dem Brandenburger Tor. Nach Grußworten und Liedern legten Stefan Dietz und Anika Herbst im Namen der Gemeinschaft einen Kranz nieder als Zeichen der Erinnerung an die Gefallenen der Märzrevolution und der Verbundenheit mit den demokratischen Idealen von 1848.</p> <p class="bodytext"><strong>In Nürnberg wurde im Humanistischen Zentrum</strong> ebenfalls der Bogen zum Revolutionsjahr 1848 und damit auch zum eigenen Gründungsjahr gespannt. Die Humanistische Vereinigung hatte zu einem Abend eingeladen, der Geschichte und Gegenwart der freireligiösen und humanistischen Bewegung lebendig werden ließ. HV-Vorstand Michael Bauer las aus seinem neuen Buch „Aufbruch in die weltanschauliche Moderne&quot;, in dem er die Entstehung der freireligiösen Gemeinde Nürnberg, ihre Erinnerungsorte und ihren Einfluss auf Gesellschaft und Demokratie nachzeichnet. Die Gründung der Humanistischen Vereinigung als „Freie christliche Gemeinde&quot; im Jahr 1848 steht sinnbildlich für den Geist des Vormärz und der deutschen Revolution – und bis heute für das Erbe dieser Bewegung. Am 21. Dezember 1848, als der Geist der Freiheit und des Aufbruchs durch Deutschland wehte, hatte die erste Gemeindeversammlung in Nürnberg stattgefunden; nur zwei Tage später wurde die „Deutsch-katholische Gemeinde&quot; als erste Vorläuferorganisation der HV gegründet. Anerkennung und Verbot wechselten in den Folgejahren mehrfach, doch die Bestrebungen, eine freireligiöse und später humanistische Bewegung zu institutionalisieren, sind Paradebeispiele für die zunehmende Demokratisierung und Pluralisierung der deutschen Politik und Gesellschaft. Ergänzt wurde der Abend durch eine Ausstellung im Ludwig-Feuerbach-Saal, die die wichtigsten Stationen der Geschichte der Humanistischen Vereinigung in Bild und Text anschaulich dokumentierte.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-700</guid> <pubDate>Mon, 23 Mar 2026 12:52:30 +0100</pubDate> <title>Riesenfreude über Weihnachtsspende: Jetzt rollen die Kugeln auf dem Jurahof</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/riesenfreude-ueber-weihnachtsspende-jetzt-rollen-die-kugeln-auf-dem-jurahof.html</link> <description>Dank mehrerer großzügiger Spenden konnte jetzt ein Billardtisch für die Jugendlichen der heilpädagogischen Wohngruppe &quot;Die 9&quot; gekauft und zum Jurahof gebracht werden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Vergangenes Jahr hatten sich die Jugendlichen unserer heilpädagogischen Wohngruppe „Die 9“ auf dem Jurahof mit einer Bitte an uns gewandt: Sie würden sich für ihren Hobbyraum, in dem sie oft die Nachmittage und Abende verbringen, einen Billardtisch wünschen, um gemeinsam spielen zu können. Der würde auch den Gemeinschaftsbereich aufwerten, damit sich die Jugendlichen dort wohlfühlen und gerne Zeit verbringen.</p> <p class="bodytext">Da die Freizeitmöglichkeiten in Schmidtstadt und in der ländlich geprägten Hersbrucker Schweiz sonst sehr rar sind, wollten wir ihnen diesen Wunsch natürlich nicht abschlagen. Deshalb haben wir in der Vorweihnachtszeit um Spenden für diese Herzensangelegenheit der Jugendlichen gebeten. Und die Mitglieder der Humanistischen Vereinigung ließen sich nicht lumpen und haben genügend gegeben, dass jetzt ein hochwertiger gebrauchter Billardtisch gekauft und zum Jurahof gebracht werden konnte. Mit einem vierköpfigen Team wurde der Tisch in Nürnberg abgeholt, auseinandergebaut, in einen Transporter geladen, nach Schmidtstadt gebracht und dort im Hobbyraum wiederaufgebaut.</p> <p class="bodytext">Das Team um Anna Vollmer nahm im Namen der Jugendlichen, die zu dem Zeitpunkt in der Schule waren, den Tisch voller Freude im Empfang und ließ es sich nicht nehmen, gleich eine erste Partie auf dem grünen Filz zu spielen. Am Nachmittag und am Abend war der Tisch dann bei den Jugendlichen schwer begehrt und lange umlagert – alle wollten eine Runde Pool spielen und freuten sich über die neue Attraktion im Hobbyraum! &nbsp;</p> <p class="bodytext">Vielen Dank an alle Spender*innen, dass ihr den Jugendlichen diesen Wunsch erfüllt und dies alles möglich gemacht habt - ein wichtiger Beitrag zum sozialen Miteinander und ihrer Entwicklung!</p> <p class="bodytext">Alle Infos zur Wohngruppe auf dem Jurahof: <a href="http://www.die9-jurahof.de" target="_blank">www.die9-jurahof.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-699</guid> <pubDate>Mon, 23 Mar 2026 11:50:29 +0100</pubDate> <title>Endlich wieder buddeln, backen, balancieren – Raus in die Gärten!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/endlich-wieder-buddeln-backen-balancieren-raus-in-die-gaerten.html</link> <description>So wie im Haus für Kinder Nürnberg-Thon freuen sich derzeit alle Kinder und Mitarbeitenden in den Humanistischen Kitas über die ersten warmen Sonnenstrahlen und die steigenden Temperaturen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In den Gärten zeigen sich die ersten Knospen, und langsam erwachen die Außenbereiche aus ihrem Winterschlaf. Mit jedem sonnigen Tag kehrt wieder mehr Leben auf die Spielplätze zurück. </p> <p class="bodytext">Für die Kinder bedeutet das vor allem eines: endlich wieder viel Zeit draußen verbringen. Mit großer Begeisterung wird geschaukelt, gerannt, gebuddelt und Ball gespielt. Auch die verschiedenen Klettertürme werden wieder ausgiebig genutzt. Die Kinder genießen die Bewegung an der frischen Luft und die vielen Möglichkeiten, den Garten zu entdecken. Dabei herrscht eine fröhliche, lebendige und ausgelassene Atmosphäre. </p> <p class="bodytext">Beim Spielen im Freien orientieren sich die Erzieher*innen stets bestmöglich an den Bedürfnissen der Kinder. Sie begleiten die Kinder aufmerksam, geben Raum für eigene Entdeckungen und sorgen dafür, dass sich alle sicher und wohlfühlen können. </p> <p class="bodytext">Ganz ohne Bewegung mussten die Kinder aber auch in den Wintermonaten nicht auskommen. Im Rahmen eines Programms der Stadt Nürnberg hat sich unsere Einrichtung zur „Bewegten KiTa“ ausbilden lassen. Dazu gehören Hengstenberg-Materialien für den Kindergarten sowie Pikler-Turnmaterialien für die Krippe. Diese Materialien eröffnen den Kindern vielfältige Möglichkeiten, sich zu bewegen, zu balancieren, zu klettern und ihren eigenen Körper besser kennenzulernen. </p> <p class="bodytext">Damit die Materialien sinnvoll eingesetzt werden können, haben unsere Mitarbeiter*innen außerdem an Fortbildungen teilgenommen. Dort haben sie gelernt, wie die Bewegungsangebote gezielt und kindgerecht gestaltet werden können. </p> <p class="bodytext">So bleibt Bewegung ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Alltags – drinnen wie draußen. Und jetzt, mit dem Frühling vor der Tür, freuen sich alle besonders darauf, wieder viel Zeit im Garten zu verbringen. Schließlich gibt es dort jeden Tag etwas Neues zu entdecken.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-698</guid> <pubDate>Tue, 03 Mar 2026 12:01:54 +0100</pubDate> <title>Zwischen Sorge und Hoffnung: Erklärung zum Iran-Krieg</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/zwischen-sorge-und-hoffnung-erklaerung-zum-iran-krieg.html</link> <description>Angesichts des Angriffs auf den Iran fordert die Humanistische Vereinigung ein Ende der Gewalt und hofft gleichzeitig auf einen demokratischen Neuanfang für die iranische Bevölkerung.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Zum Angriff Israels und der USA auf den Iran erklärt der Vorstand der Humanistischen Vereinigung, Michael Bauer: </p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">„Den ausgebrochenen Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran sehen wir mit großer Sorge und Bedauern.</p> <p class="bodytext">Als Humanist*innen stehen wir dem Regime der Islamischen Republik Iran ohne jede Sympathie gegenüber. Wenn religiöser Fanatismus, die Verachtung der Menschrechte, Folter und Morde dort nunmehr enden, so begrüßen wir das. Wir wünschen dem Iranischen Volk von Herzen, dass es ihm gelingen möge, eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft im Iran zu errichten und appellieren an die Staatengemeinschaft, es dabei nach Kräften zu unterstützen. </p> <p class="bodytext">Jedoch wissen wir, dass eine Kriegführung in dicht besiedelten Metropolen zwangsläufig zu vielen Opfern unter der Bevölkerung führen muss. Deshalb rufen wir dazu auf, die Kampfhandlungen schnellstens zu beenden und andere Wege zu finden, um diesen Konflikt beizulegen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses Krieges und ihren Angehörigen auf beiden Seiten.“</p></blockquote>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-696</guid> <pubDate>Wed, 25 Feb 2026 17:26:00 +0100</pubDate> <title>Keine Trendwende: Freedom of Thought Report 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/keine-trendwende-freedom-of-thought-report-2025.html</link> <description>Heute ist der jährliche Freedom of Thought Report von Humanists International veröffentlicht worden. Er zeigt, wie gut Staaten weltweit das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie die Meinungsfreiheit schützen und er dokumentiert, welche Regierungen Religion zunehmend nutzen, um Repression zu rechtfertigen und Menschenrechte auszuhöhlen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der diesjährige Bericht zeigt wieder, dass Religion in vielen Ländern eingesetzt wird, um Macht zu festigen, Kontrolle auszuüben und den Abbau von Menschenrechten zu legitimieren. Zwar sind einige Länder gegenüber nichtreligiösen Menschen offener geworden und haben progressive Reformen eingeführt. Gleichzeitig greifen jedoch immer mehr Regierungen zu autoritären Maßnahmen – häufig zulasten humanistischer und nichtreligiöser Menschen und religiöser Minderheiten.</p> <p class="bodytext">Zur Strategie zunehmend autoritärer Regierungen erklärt die Präsidentin von Humanists International, Maggie Ardiente, im Bericht: „<em>Auch wenn sie sich als Verteidiger der Religionsfreiheit und sogenannter ‚traditioneller Werte‘ präsentieren, fördern sie in der Praxis religiöse Privilegien, indem sie die Menschenrechte von Minderheiten abbauen und unabhängige demokratische Institutionen schwächen.</em>“</p> <p class="bodytext">So wie in Georgien, einem der im Bericht hervorgehobenen Länder. Dort inszeniert sich die Regierungspartei als Hüterin von Traditionen und „Familienwerten“. Unter dem Vorwand, die georgisch-orthodoxe Kirche zu schützen, diffamiert sie zunehmend Menschenrechtsverteidiger*innen, unabhängige Medien und Oppositionspolitiker*innen – sie werden als „Gotteslästerer“, „Feinde der Kirche“ oder „gegen christliche Werte“ bezeichnet. Gleichzeitig wurden Gesetze geändert oder neu eingeführt, die die Meinungsfreiheit einschränken und friedlichen Protest unterdrücken und kriminalisieren.</p> <p class="bodytext">Auch die Vereinigten Staaten werden im Freedom of Thought Report thematisiert. In der Vergangenheit erhielten sie noch aufgrund starker verfassungsrechtlicher Garantien für Religions- und Meinungsfreiheit vergleichsweise gute Bewertungen. Unter der aktuellen Regierung jedoch kam es zu einem beispiellosen Rückschritt bei demokratischen Rechten und Grundfreiheiten. Wer die Politik der Regierung oder die zugrundeliegende konservativ-christliche Ideologie kritisiert, wird häufig als „anti-amerikanisch“ verunglimpft. Die Ausübung oder Verteidigung der Meinungsfreiheit führt zunehmend zu juristischen Konsequenzen oder sogar zu Gewalt.</p> <p class="bodytext">Der jährliche HI-bericht macht auf solche Diskriminierung und Ungerechtigkeiten aufmerksam, denen nichtreligiöse Menschen und religiöse Minderheiten weltweit ausgesetzt sind. Ziel ist es, diskriminierende nationale Gesetze und staatliche Praktiken zu dokumentieren und darauf aufmerksam zu machen. Und systemische Diskriminierung betrifft längst nicht nur bekennende Nichtreligiöse, Atheisten oder Humanisten, sondern auch religiöse Menschen, insbesondere Minderheiten und Konfessionslose. Systemische rechtliche Diskriminierung kann sich etwa in staatlich privilegierten Kirchen äußern, im verpflichtenden Religionsunterricht ohne weltanschaulich neutrale Alternative oder in drastischen Strafen: Haft für „Beleidigung“ einer Religion oder sogar die Todesstrafe allein für das Bekenntnis zum Atheismus sind die Realität.</p> <p class="bodytext">Aus dem Vorwort von Maggie Ardiente, Präsidentin von Humanists International:</p> <p class="bodytext">„<em>Die globale Freiheit ist seit 19 Jahren in Folge rückläufig. In mehr Ländern verschlechtern sich politische Rechte und bürgerliche Freiheiten, als sich verbessern. Menschenrechtsorganisationen weltweit werden angegriffen, diskreditiert, finanziell ausgehungert oder mussten ganz schließen. Gleichzeitig erstarken rechtsextreme Bewegungen weltweit – viele von ihnen sind inzwischen in Ländern an der Macht, die einst als Bastionen von Demokratie und Freiheit galten. Mit der explosionsartigen Zunahme von Desinformation und Falschinformationen in den Medien ist der Populismus zu einer prägenden politischen Kraft geworden. Populistische Politiker sind in zahlreichen Ländern in Regierungsverantwortung gelangt und machen Minderheiten sowie Migranten für wirtschaftliche Probleme verantwortlich. Rechte, die einst in Verfassungen und Gesetzen verankert waren, werden schrittweise ausgehöhlt. Wir erleben ein alarmierendes Abgleiten in Richtung Autoritarismus.</em> </p> <p class="bodytext"><em>Rechtsextreme Regierungen und populistische Bewegungen nutzen Religion zunehmend als politisches Instrument, um ihre Ziele voranzutreiben und die Einschränkung von Freiheiten zu rechtfertigen – häufig unter dem Vorwand, die Religionsfreiheit einer bestimmten Glaubensgemeinschaft zu schützen, während andere benachteiligt werden. Auch wenn sie sich als Verteidiger von Religionsfreiheit und ‚traditionellen Werten‘ darstellen, fördern sie in der Praxis religiöse Privilegien, indem sie die Menschenrechte von Minderheiten abbauen und unabhängige demokratische Institutionen demontieren</em>.“</p> <p class="bodytext">In einem weiteren Vorwort berichtet Mubarak Bala, ehemaliger Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias, von seinem Engagement, seiner willkürlichen Verhaftung durch nigerianische Behörden, den schweren Jahren im Gefängnis sowie von <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/schutz-solidaritaet-signalwirkung-der-fall-mubarak-bala.html" target="_blank">seiner späteren Ausreise und seiner Zeit im „Humanist Shelter Program“ der Humanistischen Vereinigung. </a> </p> <p class="bodytext">„<em>Meine Familie und meine Freunde haben mich nicht aufgegeben. Während ich im Gefängnis war und gezwungen wurde, religiöse Praktiken auszuüben, an die ich nicht glaubte, lief weltweit eine Kampagne zu meiner Freilassung</em>.“</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Zentrale Feststellungen des neuen Reports:</strong></p><ul><li>Wenn Sie eine Frau oder Mitglied der LGBTQ+-Community sind, untergräbt der dominante Einfluss von Religion in mehr als 60 Ländern Ihr Recht auf Gleichberechtigung.</li><li> In vielen Staaten werden Menschen, die die vorherrschende Religion kritisieren, als „unpatriotisch“ oder als Bedrohung für die moralischen Werte des Landes diffamiert.</li><li> Unter dem Anspruch, „Religionsfreiheit“ oder „traditionelle Werte“ zu verteidigen, bauen autoritäre Regierungen die Menschenrechte von Minderheiten – darunter Frauen und LGBTQ+-Personen – ab.</li><li> In 65 Ländern droht Haft wegen „Blasphemie“.</li><li> Die Äußerung zentraler humanistischer Prinzipien zu Demokratie, Freiheit oder Menschenrechten wird in 67 Ländern massiv – teils brutal – eingeschränkt.</li><li> Rechtsextreme Regierungen und Bewegungen nutzen Religion zunehmend als politisches Instrument, um ihre Ziele voranzutreiben und Freiheitsrechte zu beschneiden.</li></ul><p class="bodytext">Hier finden Sie den ganzen Bericht mit detaillierten Weltkarten zu verschiedenen Kategorien:</p> <p class="bodytext"><a href="https://humanists.international/what-we-do/freedom-of-thought-report" target="_blank">humanists.international/what-we-do/freedom-of-thought-report</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-697</guid> <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 16:31:00 +0100</pubDate> <title>Erinnern – Verstehen – Vermitteln: Tag der Demokratiegeschichte am 18.März</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/erinnern-verstehen-vermitteln-tag-der-demokratiegeschichte-am-18maerz.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung und ihre korporativen Mitglieder, die Humanistische Gemeinschaft Freireligiöse Gemeinde Mannheim und die Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde, beteiligen sich am Tag der deutschen Demokratiegeschichte am 18. März mit verschiedenen Veranstaltungen, um an die wechselvolle Entwicklung der Demokratie in Deutschland zu erinnern und um daraus Lehren für die Gegenwart zu ziehen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Am 18. März 2026 findet erstmals der Tag der Demokratiegeschichte statt. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werden vom 18. – 22. März bundesweit zahlreiche Orte, an denen die Geschichte der deutschen Demokratie deutlich wird, mit verschiedenen Veranstaltungen an diesen wichtigen Tag erinnern. <a href="https://tag-der-demokratie-geschichte.de" target="_blank"><strong>https://tag-der-demokratie-geschichte.de</strong></a> </p> <p class="bodytext">Der rheinisch-deutsche Nationalkonvent 1793, die Barrikadenkämpfe in Berlin zur Märzrevolution 1848, der Putsch gegen die junge Weimarer Republik 1920 oder die erste und einzige freie Wahl zur Volkskammer der DDR im Zuge der friedlichen Revolution im Jahr 1990 - der 18. März eignet sich wohl wie kein anderer Tag, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern. Er soll deshalb künftig als besonderer Tag der deutschen Freiheits- und Verfassungsgeschichte als „Tag der Demokratiegeschichte“ begangen werden.</p> <p class="bodytext">Die Idee des Gedenktages und seiner Protagonist*innen ist es, auf positive Ereignisse und Prozesse unserer Freiheits-, Verfassungs- und Parlamentsgeschichte hinzuweisen. Denn diese sind von hoher erinnerungspolitischer Bedeutung und bilden gerade in Zeiten, in denen unsere freiheitliche Demokratie starken Gefährdungen ausgesetzt ist, eine wichtige Orientierungsgrundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und einen wichtigen, aktuellen Beitrag zur Demokratiebildung und -vermittlung.</p> <p class="bodytext">Wir und unsere korporativen Mitglieder sind deshalb auch mit Veranstaltungen im offiziellen Programm zum Tag der Demokratiegeschichte vertreten. Dazu sind alle Interessierten ganz herzlich eingeladen:</p> <p class="bodytext">Bundesweit finden über 250 Ausstellungen, Führungen, Diskussionen und vieles mehr statt.</p> <p class="bodytext"> <strong>Alle Veranstaltungen sind auf der Homepage <a href="https://tag-der-demokratie-geschichte.de/" target="_blank">https://tag-der-demokratie-geschichte.de/</a> vertreten.</strong> (Achtung: Die Karte und das Verzeichnis sind noch im Aufbau. Was Sie derzeit sehen, ist erst ein Teil dessen, was Sie rund um den 18. März erwartet!)</p> <p class="bodytext"><strong>Die Veranstaltungen sind kostenlos.</strong> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h3>Humanistische Vereinigung:</h3> <h3>Autorenlesung und Ausstellung&nbsp; </h3> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Am 21.03.2026&nbsp; um 19:00 im Humanistischen Zentrum Nürnberg</strong> </p> <p class="bodytext">Die Gründung der Humanistischen Vereinigung als &quot;Freie christliche Gemeinde&quot; 1848 steht sinnbildlich für Vormärz, deutsche Revolution und bis heute für das Erbe dieser Bewegung. HV-Vorstand Michael Bauer liest aus seinem neuen Buch „Aufbruch in die weltanschauliche Moderne“, in dem die Entstehung der freireligiösen Gemeinde Nürnberg, ihre Erinnerungsorte und ihr Einfluss auf Gesellschaft und Demokratie nachgezeichnet werden. </p> <p class="bodytext">Zusätzlich zeigt eine Ausstellung im Ludwig-Feuerbach-Saal die wichtigsten Stationen dieser Geschichte.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h3>Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde:</h3> <h3>Führung: Demokratiegeschichte auf dem Friedhof Pappelallee – Vom Vormärz bis zum 48er-Barrikaden-Urban</h3> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Am&nbsp;18.03.2026 um 16:30 Uhr am Friedhofspark Pappelallee (Pappelallee 16–17, 10437 Berlin)</strong> </p> <p class="bodytext">Dieser Rundgang beleuchtet die enge Verknüpfung der freireligiösen Bewegung mit der deutschen Demokratiegeschichte. Vorgestellt werden Akteure wie Robert Brauner, der im Vormärz für politische Teilhabe stritt, und Friedrich Ludwig Urban, der 1848 auf den Barrikaden stand. Zudem wird das Schicksal der Gewerkschafterin Agnes Wabnitz thematisiert, deren Beisetzung auf dem Friedhof Pappelallee 1894 Zehntausende bewegte – ein Weg von den Märzgefallenen bis zur Berliner Arbeiterbewegung.&nbsp;<span dir="auto">Führung: Olaf Schlunke, Anne-Kathrin Pauk</span> </p> <p class="bodytext"><span dir="auto">Um Anmeldung per Mail wird gebeten: post[at]<a class="x1i10hfl xjbqb8w x1ejq31n x18oe1m7 x1sy0etr xstzfhl x972fbf x10w94by x1qhh985 x14e42zd x9f619 x1ypdohk xt0psk2 x3ct3a4 xdj266r x14z9mp xat24cr x1lziwak xexx8yu xyri2b x18d9i69 x1c1uobl x16tdsg8 x1hl2dhg xggy1nq x1a2a7pz xkrqix3 x1sur9pj x1fey0fg x1s688f" href="https://l.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Ffreigeistig-berlin.de%2F%3Ffbclid%3DIwZXh0bgNhZW0CMTAAc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHro2uIVkYLaZdR1wk10EK8HBwiBCBFU5B0pmM8rD6TP6bAkvjGHlir1fMat6_aem_YBE35NigjLBHzxl6O5XSqw&amp;h=AT7SgqN2V1c83ZUODsTna0O0Pm4pWirC9xMTAD1qAyT7vn_6vc_0u_i2zp_tDvfrrQ4E4NCa62DgSon-j_Ku-BhObF2YmdgUgXdhQWN_4wVU-Xh15deezk_wqaTULRZ-1-PONkz6hAis4afC&amp;__tn__=q&amp;c[0]=AT5ewsrRBOSvxiTV9evZPISpIodNADkLaOzalsqbPAvm8tGcbfd4B5Slh2A3Cln_aIucLEu3VYe6mDqGieCyuxeBOn-D3nw7S8Bbj0TJhabkKu0HNSc3uxwdxdZ5siyGZyhatINadQEQZTPa2spvhTnpS_S9xblN1Uc" rel="nofollow noreferrer" role="link" tabindex="0" target="_blank">freigeistig-berlin.de</a></span> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h3>Humanistische Gemeinschaft Freireligiöse Gemeinde Mannheim:</h3> <h3>Vortrag und Film: Demokratische Träume - Traditionen – Tragödien </h3> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Am 18.03.2026 um 18:30 im Forum Franklin (Robert-Funari-Straße 38, 68309 Mannheim)</strong> </p> <p class="bodytext">Eine filmische Lesung durch zwei Jahrhunderte der Stadt Mannheim und ihrer Menschen, mit historischen Aufnahmen und Schilderungen. 1848 stand Lisette auf den Barrikaden der Aufständischen. In der NS- und Nachkriegszeit wurde die Bürgerschaft an die Urnen zweier Volksabstimmungen gerufen. In den 1970er Jahre stehen der Städtebau und die Bundesgartenschau im Focus. Wohnen, Mobilität und Umwelt werden die bewegenden und herausfordernden Themen.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-695</guid> <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 13:03:29 +0100</pubDate> <title>Zwei Tage voller Spaß, Spiele und Fasching</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/zwei-tage-voller-spass-spiele-und-fasching.html</link> <description>Die JuHu-Kids erlebten ein Wochenende voller bunter Faschingsabenteuer, von Schatzsuche bis Rosenmontagsumzug.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ein Wochenende voller Farben, Lachen und Bewegung liegt hinter den JuHu-Kids. Am Sonntag waren die Kinder beim großen Nürnberger Faschingsumzug mittendrin: Sie bestaunten die fantasievollen Kostüme, begleiteten den Umzug und sammelten fleißig Süßigkeiten.</p> <p class="bodytext">Im Anschluss ging es auf eine spannende Schatzsuche, bei der die Kinder verschiedene Aufgaben lösen mussten – Teamgeist und Kreativität waren gefragt. Danach versammelte sich die Gruppe im JuHu-Turm in der Spittlertormauer. Dort wurde gebacken, gespielt und gemeinsam gegessen. Der Tag klang ruhig aus, während die Kinder eine Folge „Checker Tobi“ anschauten.</p> <p class="bodytext">Auch der Montag startete entspannt mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach zogen die JuHu-Kids geschminkt und verkleidet zum Rosenmontags-Kinderfaschingsumzug. Vom Jakobsplatz durch die Innenstadt bis zum Bühnenprogramm am Markusplatz wurde getanzt, gesungen und gefeiert. Zwei ereignisreiche Tage voller Bewegung, Kreativität und Gemeinschaft gingen damit zu Ende.</p> <p class="bodytext">Die JuHu-Kids sind das Kinderangebot der Jungen Humanist*innen. Sie bieten Kindern abwechslungsreiche Freizeitaktionen, Ausflüge und Übernachtungs-Events, bei denen Spiel, Entdeckung und gemeinsames Erleben im Mittelpunkt stehen. Mehr Infos hier: <a href="kinder-jugend/junge-humanistinnen">https://www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen</a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-694</guid> <pubDate>Fri, 20 Feb 2026 11:18:05 +0100</pubDate> <title>Wo Freundschaften wachsen: Die Jugendfeier 2026 beginnt</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/ein-wochenende-das-verbindet.html</link> <description>In Nürnberg ist mit einem Kennenlernwochenende der Startschuss für das Vorbereitungsprogramm der Humanistischen Jugendfeier 2026 in Bayern gefallen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Januar fiel der offizielle Startschuss für das Vorbereitungsprogramm der Humanistischen Jugendfeier 2026 in Bayern <span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif" lang="EN-US">–</span> und wie es inzwischen gute Tradition ist, begann alles mit einem gemeinsamen Kennenlernwochenende in Nürnberg. Rund 40 Jugendliche kamen zusammen, um sich zu begegnen, auszuprobieren, zu diskutieren <span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif" lang="EN-US">–</span> und um herauszufinden, was es eigentlich heißt, Teil der Jugendfeier zu sein. Im Otto-Felix-Kanitz-Haus der Falken Nürnberg wurde viel gelacht, diskutiert und gespielt. Das Haus und das weitläufige Gelände boten einen idealen Rahmen, auf der Wiese entstanden bei verschiedenen Kennenlernspielen die ersten Gespräche, zunächst unbekannte Gesichter wurden schnell zu vertrauten.</p> <p class="bodytext">Doch es ging nicht nur ums Kennenlernen. In verschiedenen Workshops setzten sich die Jugendlichen schon jetzt intensiv mit Themen auseinander, die das Vorbereitungsprogramm prägen:</p><ul><li>Humanismus verstehen: Was bedeutet eine humanistische Lebenseinstellung? Welche Werte stehen dahinter?</li><li>Demokratie erleben: Wie kann ich mich politisch und gesellschaftlich einbringen? Wo beginnt Mitgestaltung im Alltag?</li><li>Die <span lang="EN-US" style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">„</span>Box des Vorurteilens<span lang="EN-US" style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif">“</span>: Eine kreative Auseinandersetzung mit eigenen Denkmustern und gesellschaftlichen Zuschreibungen.</li></ul><p class="bodytext">Ein actionreiches Highlight war zudem der Taekwondo-Workshop, bei dem die Jugendlichen nicht nur Bewegung, sondern auch Selbstvertrauen und Körperbewusstsein trainieren konnten. </p> <p class="bodytext">Das Auftakttreffen hatte schnell eine warme und angenehme Atmosphäre: Gemeinsam essen, gemeinsam lachen, gemeinsam diskutieren. An einer großen Tafel kamen alle zusammen, um das frisch zubereitete Essen zu genießen. Die Jungen Humanist*innen und das Jugendfeier-Team der Humanistische Vereinigung hatten das Wochenende mit viel Engagement vorbereitet <span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif" lang="EN-US">–</span> von der inhaltlichen Planung bis zum Kochlöffel in der Hand. Ihr Einsatz sorgte dafür, dass sich alle willkommen und gut aufgehoben fühlten.</p> <p class="bodytext">Das Kennenlernwochenende war mehr als nur ein Auftakt <span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif" lang="EN-US">–</span> es war auch eine Vorschau auf die kommenden Monate. Bereits Ende Januar und Anfang Februar stehen die nächsten Workshops an: Ein Online-Workshop zu Verschwörungserzählungen, ein Queer-Workshop sowie ein Tanzworkshop. Die Jugendfeier 2026 hat begonnen <span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif" lang="EN-US">–</span><span lang="EN-US"> </span>ein gemeinsamer Weg voller Begegnungen, neuer Perspektiven und unvergesslicher Momente.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-693</guid> <pubDate>Thu, 19 Feb 2026 11:27:19 +0100</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin vom Februar 2026</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-vom-22022026.html</link> <description>In der ersten Sendung unseres Humanistischen Radiomagazins 2026 blicken wir gemeinsam mit der Allianz gegen Rechtsextremismus auf die anstehende Kommunalwahl in Byern und begleiten die Museumsboxen auf ihrer Tour durch die humanistischen Kitas.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Unsere erste Ausgabe im neuen Jahr legt den Fockus auf das Engagement der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, die angesichts der bevorstehenden Kommunalwahle befürchtet, dass mehr extremistische Politiker*innen in die Rathäusern einziehen könnten. Deshalb haben sie - mit Unterstützung von Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König - mit einer Menschenkette um das Rathaus einen symbolischen Riegel gegen Feinde der Demokratie gebildet, um deutlich und unübersehbar auf die Gefahren durch extremistische Parteien hinzuweisen.</p> <p class="bodytext">Im zweiten Teil der Sendung können sie dann miterleben, wie ein einziger Koffer eine ganze Kindergartengruppe in seinen Bann ziehen kann. Ungläubiges Staunen, Stirnrunzeln und viele Aha-Effekte sind jedes Mal zu beobachten, wenn die Museumsboxen, in diesem Fall die &quot;<strong>box</strong>der<strong>sinne</strong>&quot; zu Gast in einer Kita ist. Es geht bei den verschiedenen Experimenten und Objekten darin um Wahrnehmung und die menschlichen Sinne und wozu diese so im Stande sind. Erzieherin Christina Frisch berichtet über die Erlebnisse und Reaktionen der Kinder, wenn sie die unterschiedlichen Experimente durchführen und diese ihnen in vielerlei Hinsicht Wissen vermitteln.</p> <p class="bodytext">Außerdem wie gewohnt die wichtigsten News in humanistischem Kontext - viel Vergnügen beim Hören!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-692</guid> <pubDate>Thu, 12 Feb 2026 10:50:52 +0100</pubDate> <title>Winterzauber auf der Bühne: Der „Winterkuchen“ wurde gerettet!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/winterzauber-auf-der-buehne-der-winterkuchen-wurde-gerettet.html</link> <description>Auch in diesem Jahr wurde es in „Monis Haus voll Musik“ wieder märchenhaft: Die Kinder der Humanistischen Kita Nürnberg St. Peter brachten das Musik- und Theaterstück „Winterkuchen – Zauberkuchen“ auf die Bühne.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Schon beim Ankommen lag eine besondere Stimmung in der Luft. Eltern, Geschwister und Gäste füllten den Raum, leises Stimmengewirr mischte sich mit gespannter Vorfreude. Dann ging es los: Mit leuchtenden Augen, entschlossenen Schritten und einer guten Portion Lampenfieber betraten die Kinder die Bühne – und verwandelten sie im Nu in das Königreich Winterland.</p> <p class="bodytext">Dort sollte wie jedes Jahr das große Winterfest stattfinden. Doch ausgerechnet diesmal verschwindet im Schneesturm das Rezept für den sagenumwobenen Winterkuchen. Was tun? Gemeinsam machen sich die kleinen Darstellerinnen und Darsteller auf die Suche, rühren, zählen, singen, tanzen und musizieren – und nehmen das Publikum mit auf eine fantasievolle Reise voller Klang, Bewegung und Magie.</p> <p class="bodytext">Die Musik von Monika Utasi und die Geschichte von Dorothea Esztergályi bieten dafür eine wunderbare Grundlage. Über mehrere Monate hinweg haben die Kinder mit viel Freude geprobt, Instrumente ausprobiert, Rollen entwickelt und Szenen gestaltet. Dabei ging es nie nur um das Ergebnis, sondern vor allem um den Weg dorthin: gemeinsam Ideen finden, sich aufeinander verlassen, mutig Neues ausprobieren.</p> <p class="bodytext">Solche Projekte sind ein Herzstück unserer pädagogischen Arbeit. In den Humanistischen Häusern für Kinder verstehen wir Bildung ganzheitlich. Sprache, Zahlen und Wissen sind wichtig – ebenso wichtig sind Kreativität, Musik, Bewegung und Ausdruck. Kinder lernen mit allen Sinnen: mit Kopf, Herz und Körper. Wenn sie auf der Bühne stehen, wachsen sie oft über sich hinaus. Sie erfahren Selbstwirksamkeit, stärken ihr Selbstbewusstsein und erleben, wie wertvoll Teamarbeit ist.</p> <p class="bodytext">Auch der Lernort außerhalb der Kita spielt dabei eine besondere Rolle. Die Proben und die Aufführung in „Monis Haus voll Musik“ haben den Kindern neue Eindrücke ermöglicht und ihre Neugier geweckt. Ein Perspektivwechsel, der lange nachwirkt.</p> <p class="bodytext">Ermöglicht wurde das Projekt erneut durch die Unterstützung der <strong>Stiftung Persönlichkeit</strong>, die sich dafür einsetzt, dass Kinder frühzeitig Zugang zu Kunst, Musik, Schauspiel und Sport erhalten. Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien und schulische Leistungsanforderungen immer mehr Raum einnehmen, sind kreative Erfahrungsräume von unschätzbarem Wert – insbesondere für Kinder, die solche Zugänge nicht selbstverständlich von zu Hause mitbringen.</p> <p class="bodytext">Am Ende der Aufführung war der Applaus groß – und der Stolz noch größer. Mit roten Wangen und glücklichen Gesichtern verbeugten sich unsere kleinen Künstlerinnen und Künstler. Und weil das verlorene Rezept natürlich rechtzeitig wiedergefunden wurde, durfte der „Zauberkuchen“ anschließend nicht fehlen: Ein süßer Abschluss für ein Projekt, das allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird.</p> <p class="bodytext">Wir freuen uns sehr, dass dieses besondere Theatererlebnis auch in diesem Jahr wieder stattfinden konnte – und sind wieder mal beeindruckt, mit wie viel Fantasie und Freude unsere Kinder die Bühne erobert haben.</p> <p class="bodytext"><strong>Weitere Informationen:</strong> </p> <p class="bodytext">Humanistisches Haus für Kinder Nürnberg-St.Peter: <a href="https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/nuernberg/kindergarten-st-peter" target="_blank">https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/nuernberg/kindergarten-st-peter</a> </p> <p class="bodytext">Monis Haus voll Musik: <a href="https://monishausvollmusik.de" target="_blank">https://monishausvollmusik.de</a> </p> <p class="bodytext">Stiftung Persönlichkeit: <a href="https://www.stiftung-persoenlichkeit.de" target="_blank">https://www.stiftung-persoenlichkeit.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-691</guid> <pubDate>Wed, 04 Feb 2026 16:12:08 +0100</pubDate> <title>Menschenkette für Demokratie: Aktion „Rathäuser schützen“</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/menschenkette-fuer-demokratie-aktion-rathaeuser-schuetzen.html</link> <description>Mit einer eindrucksvollen Menschenkette rund um das Neue Rathaus in Nürnberg haben vergangene Woche hunderte Bürger*innen ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt.</description> <content:encoded><![CDATA[<div class="flex max-w-full flex-col grow"><div dir="auto" class="min-h-8 text-message relative flex w-full flex-col items-end gap-2 text-start break-words whitespace-normal [.text-message+&amp;]:mt-1"><div class="flex w-full flex-col gap-1 empty:hidden first:pt-[1px]"><div class="markdown prose dark:prose-invert w-full wrap-break-word light markdown-new-styling"><p class="bodytext">Die Aktion war Teil der Aktionswoche „Rathäuser schützen“, zu der die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg vom 24. bis 31. Januar 2026 aufgerufen hatte. Auch Mitarbeitende der Humanistischen Vereinigung beteiligten sich aktiv an der Kundgebung in Nürnberg.</p> <p class="bodytext">Nach einer Begrüßung durch Stefan Doll, Vorstand der Allianz gegen Rechtsextremismus, reichten sich die Teilnehmenden die Hände und umrahmten das Nürnberger Rathaus vollständig. Die Menschenkette stand symbolisch für Schutz, Verantwortung und Solidarität – und für die klare Botschaft: In unseren Rathäusern ist kein Platz für Demokratie- und Menschenfeinde!</p> <p class="bodytext">Besondere Unterstützung erhielt die Aktion durch Oberbürgermeister Markus König sowie mehrere Stadträt*innen unterschiedlicher Parteien, die sich im Anschluss an eine Sitzung der Menschenkette anschlossen.&nbsp;Ihre Solidarität unterstrich die überparteiliche Bedeutung der Aktion und machte deutlich: Der Schutz demokratischer Institutionen ist eine gemeinsame Aufgabe aller Demokrat*innen.&nbsp;Im Gespräch unterstrich König die Bedeutung dieses Engagements und wie gerne er die Allianz unterstützt. Zudem sparte er nicht mit Kritik an Verhalten und Mitarbeit der vier rechtsextremen Stadträte in der zurückliegenden Wahlperiode.</p> <p class="bodytext">Die Aktion „Rathäuser schützen“ fand mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen am 8. März 2026 statt. Rathäuser und Landratsämter sind zentrale Orte demokratischer Mitbestimmung. Hier werden Entscheidungen getroffen, die das tägliche Leben der Menschen unmittelbar betreffen. Sie stehen für Vielfalt, Respekt und das friedliche Zusammenleben in einer offenen Gesellschaft – und genau deshalb geraten sie zunehmend ins Visier antidemokratischer Kräfte. Die Menschenketten der Aktionswoche waren daher nicht nur symbolischer Schutz, sondern auch ein Appell an alle Bürger*innen, insbesondere an Unentschlossene und potentielle Nichtwähler*innen: Demokratie lebt vom Mitmachen. Vom Engagement – und vom Wählen.</p> <p class="bodytext">Veranstalterin der Aktionswoche ist die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg, ein breit aufgestelltes Netzwerk aus Kommunen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, Initiativen und engagierten Einzelpersonen. Ziel der Allianz ist es, rechtsextremen, rassistischen und demokratiefeindlichen Tendenzen entschlossen entgegenzutreten, Aufklärungsarbeit zu leisten und demokratische Werte in der Region zu stärken. Die Allianz initiiert regelmäßig Aktionen, Bildungsangebote und öffentliche Stellungnahmen – immer mit dem Anspruch, Demokratie sichtbar und erlebbar zu machen. Die Humanistische Vereinigung ist Mitglied in diesem Netzwerk und unterstützt dessen Arbeit aus voller Überzeugung. Denn das Engagement für Demokratie ein zentraler Bestandteil unserer weltanschaulichen Haltung. Humanismus steht für die Würde jedes Menschen, für Selbstbestimmung, Vernunft, Solidarität und gleiche Rechte für alle. Diese Werte können nur in einem demokratischen Rechtsstaat verwirklicht werden. Wenn demokratische Institutionen geschwächt oder verächtlich gemacht werden, geraten auch Menschenrechte, Minderheitenschutz und soziale Gerechtigkeit unter Druck.</p> <p class="bodytext">Der zunehmende Einfluss radikaler und rechtsextremer Kräfte stellt eine reale Gefahr dar – nicht abstrakt, sondern konkret vor Ort. Umso wichtiger ist es, frühzeitig und sichtbar dagegenzuhalten.&nbsp;</p> <p class="bodytext">Die Menschenkette rund um das Nürnberger Rathaus hat gezeigt: Viele Menschen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen. Friedlich, solidarisch und öffentlich. Ein starkes Zeichen – für heute und für die Zukunft unserer Demokratie.</p></div></div></div></div><div class="z-0 flex min-h-[46px] justify-start"></div>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-690</guid> <pubDate>Mon, 02 Feb 2026 09:55:21 +0100</pubDate> <title>Gelungene Neujahrsmatinee der Freireligiösen Gemeinde Mannheim</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gelungene-neujahrsmatinee-der-freireligioesen-gemeinde-mannheim.html</link> <description>Mit Musik, Redebeiträgen und persönlichem Austausch widmete sich die Matinee in Mannheim dem Thema Rituale. Die Gäste erlebten im Forum Franklin einen stimmungsvollen Vormittag der Begegnung, des Nachdenkens und der Verbundenheit über Organisationsgrenzen hinweg.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Neben Kommunalpolitiker*innen nahmen auch Vertreter*innen freireligiöser und humanistischer Organisationen teil, darunter Mitglieder befreundeter Gemeinden, der Landesgemeinde sowie des Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD).</p> <p class="bodytext">Gisela Wittemann, Vorsitzende der Mannheimer Gemeinde, führte durch die Matinee, die in diesem Jahr das Thema „Rituale“ in den Mittelpunkt stellte. In ihrer Begrüßung hob sie die neue korporative Mitgliedschaft der Gemeinde in der Humanistischen Vereinigung (HV) als Zeichen einer engeren Zusammenarbeit hervor. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Familie Orkin an Klavier und Geige.</p> <p class="bodytext"><strong>Drei Perspektiven auf Rituale</strong> </p> <p class="bodytext">Die abwechslungsreichen Redebeiträge zeigten, wie vielfältig Rituale wirken können. Referent Mathias Freymuth lenkte den Blick auf die kulturelle Vielfalt von Ritualen. Er zeigte auf, wie unterschiedliche Gesellschaften Rituale nutzen, um Gemeinschaft zu stiften, Übergänge zu markieren und Sinn zu vermitteln – und ging der Frage nach, was ein Ritual überhaupt ausmacht.</p> <p class="bodytext">Max Wäldele, Sprecher der Landesgemeinde Baden, entwarf in seinem von Michael Caroli vorgetragenen Beitrag ein Bild der Sonnenwendfeier als Moment kosmischer Verbundenheit. Er betonte, wie Rituale wie die Sonnenwende es ermöglichen, sich selbst als Teil eines „Großen Ganzen“ zu erleben, und wie sie als „Inseln der Verlässlichkeit“ in einer unruhigen Zeit wirken können.</p> <p class="bodytext">Anschließend richtete Anika Herbst als Vertreterin der Humanistischen Vereinigung den Fokus auf moderne, humanistische Trauungen. Ihr zentraler Gedanke: Paare knüpfen heute bewusst an Traditionen an, füllen diese jedoch mit individuellen Inhalten und Bedürfnissen – ganz im Sinne der humanistischen Weltanschauung. Besonders betonte sie die heilende Kraft solcher Rituale, die Raum für persönliche Geschichten, Versöhnung und bewusste Entscheidungen bieten. So werden Trauungen zu Momenten, in denen Paare nicht nur ihre Liebe, sondern auch ihre Gemeinschaft, ihre Werte und ihre Verantwortung feiern.</p> <p class="bodytext"><strong>Gemeinschaft leben und Austausch im Anschluss</strong> </p> <p class="bodytext">Im Anschluss an die Redebeiträge bot ein Umtrunk mit Snacks Gelegenheit für Gespräche und Austausch über Organisationsgrenzen hinweg. Es wurde über unterschiedliche Sichtweisen auf Rituale und deren Ausgestaltung diskutiert und auch ganz persönliche Erfahrungen wurden geteilt. Dabei wurde deutlich, was zuvor in den Reden thematisiert worden war: Rituale – wie auch die Neujahrsmatinee selbst – schaffen Verbundenheit, ermöglichen Begegnungen und stärken das Gefühl, Teil einer größeren Gemeinschaft zu sein.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-689</guid> <pubDate>Tue, 27 Jan 2026 10:41:19 +0100</pubDate> <title>Schutz, Solidarität, Signalwirkung: Der Fall Mubarak Bala</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/schutz-solidaritaet-signalwirkung-der-fall-mubarak-bala.html</link> <description>Die Freiheit Mubarak Balas ist das Ergebnis des jahrelangen Engagements der HV, anderer NGOs und politischer Akteur*innen. Sein Schutzaufenthalt im Humanist Shelter Program ermöglichte ihm einen Neuanfang – und die Fortsetzung seiner mutigen Menschenrechtsarbeit in Deutschland.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Kaum jemand verkörpert die Ziele des Humanist Shelter Program der Humanistischen Vereinigung so eindrücklich wie Mubarak Bala:&nbsp;Das Programm bietet Humanist*innen Schutz, eröffnet ihnen neue Perspektiven und setzt damit ein kraftvolles Zeichen für das Menschenrecht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit.</p> <h4>Von der Verfolgung und Inhaftierung als politischer Gefangener zur humanistischen Solidarität</h4> <p class="bodytext">Als Mubarak Bala 2020 in Nigeria wegen angeblicher „Blasphemie“ verhaftet, über ein Jahr ohne Anklage festgehalten und später in einem willkürlichen Verfahren zu einer drakonischen Haftstrafe von 40 Jahren verurteilt wurde, war schnell klar, dass es hier nicht um einzelne Facebook-Beiträge ging, sondern um einen Angriff auf grundlegende Menschenrechte. Aus humanistischer Sicht waren seine Inhaftierung und Verurteilung ein massiver Verstoß gegen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Die Humanistische Vereinigung nahm den Fall Bala deshalb früh in den Fokus, machte auf sein Schicksal aufmerksam, beteiligte sich an internationalen Kampagnen und suchte gezielt Verbündete in Politik und Zivilgesellschaft.<br />Ein wichtiger Schritt war dabei die enge Zusammenarbeit mit dem damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Frank Schwabe. Auf Anregung der Humanistischen Vereinigung reiste er 2022 nach Nigeria, traf dort Balas Familie, seinen Anwalt, Vertreter*innen der nigerianischen Menschenrechtskommission und warb nachdrücklich für seine Freilassung. Dieser beharrliche Einsatz und das Zusammenspiel von Zivilgesellschaft und politischen Akteur*innen trugen maßgeblich dazu bei, dass ein Berufungsgericht im Jahr 2024 die Haftstrafe drastisch verkürzte und Mubarak Bala in der Folge – nach Jahren der Willkürhaft – das Gefängnis verlassen konnte.</p> <h4>Der Schutzaufenthalt bei der Humanistischen Vereinigung: das Humanist Shelter Program</h4> <p class="bodytext">Auch nach seiner Freilassung bestand für Mubarak Bala weiterhin Gefahr. Er musste sich zunächst an einem sicheren Ort in Nigeria versteckt halten, denn Drohungen und Feindseligkeiten religiöser Fundamentalisten rissen nicht ab, und auch staatliche Stellen boten keinen verlässlichen Schutz. In dieser Situation setzte das Humanist Shelter Program der Humanistischen Vereinigung an: Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) gelang es nach sowohl intensiven als auch präzisen Vorbereitungen, Mubarak Bala nach Deutschland zu holen und ihm einen mehrmonatigen Schutzaufenthalt mit finanziellen Mitteln für ein Stipendium und ein Begleitprogramm zu ermöglichen.<br />Bei der Humanistischen Vereinigung fand Bala einen Ort, an dem er zur Ruhe kommen, medizinische und psychologische Betreuung in Anspruch nehmen und sich zugleich in seiner Arbeit neu orientieren konnte. Für die Humanistische Vereinigung war es ein wichtiges Anliegen, ihm nicht nur physische Sicherheit zu bieten, sondern auch die Voraussetzungen zu schaffen, seine Menschenrechtsarbeit in Freiheit fortzusetzen: durch Kontakte zu humanistischen Organisationen weltweit, zu Medien, zu politischen Entscheidungsträger*innen und durch die Einbindung in ein solidarisches Netzwerk, das seine Stimme stärkt, statt sie zum Schweigen zu bringen.</p> <h4>Erholung und Menschenrechtsarbeit in sicherer und unterstützender Umgebung</h4> <p class="bodytext">Während seines Aufenthalts bei der Humanistischen Vereinigung hat Mubarak Bala mehrfach öffentlich über seine Erlebnisse berichtet – in Vorträgen, Interviews und Gesprächen, etwa in einer <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/aktuelles/radiopodcast.html" target="_blank">Radiosendung auf Bayern 2 </a>und bei<a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/eine-aufgabe-die-vielleicht-ein-leben-lang-dauert.html" target="_blank"> einem Interview mit der Humanistischen Vereinigung</a> sowie bei einem Vortragsabend im Humanistischen Zentrum. Dort schilderte er eindrücklich, wie er im Gefängnis nur überleben konnte, indem er sich als gläubiger Muslim ausgab, wie er Bildung für andere Gefangene organisierte und wie Gewalt, Fanatismus und Rechtlosigkeit den Alltag prägten. Zugleich machte er deutlich, wie wichtig internationale Solidarität für ihn war – und wie lange er im Gefängnis nicht wusste, dass draußen Menschen für seine Freilassung kämpften.&nbsp;&nbsp;<br />Mit der personellen, materiellen und ideellen Unterstützung durch das Humanist Shelter Program konnte Mubarak Bala sich von den Strapazen der Haft erholen, seine Geschichte in die Öffentlichkeit tragen und seine Rolle als Menschenrechtsaktivist neu definieren. Er knüpfte Kontakte zu humanistischen Organisationen in Europa und darüber hinaus, nahm an internationalen Konferenzen teil und arbeitete an Strategien, wie Humanist*innen und Andersdenkende in Nigeria und anderen Ländern besser geschützt und vernetzt werden können. Dass diese Arbeit heute möglich ist, zeigt, wie das Humanist Shelter Program nicht nur Einzelnen hilft, sondern auch Strukturen stärkt, die langfristig für mehr Freiheit und Humanismus sorgen.</p> <h4>Auftrag und Perspektive des Humanist Shelter Program</h4> <p class="bodytext">Der Fall Mubarak Bala verdeutlicht, warum es das Humanist Shelter Program braucht. In vielen Regionen der Welt sind Humanist*innen, säkular eingestellte Menschen sowie sogenannte „Apostaten“, also Menschen, die ihrer Religion abgeschworen haben, massiver Verfolgung ausgesetzt – von Haftstrafen bis hin zu Folter, Todesstrafen oder Lynchjustiz wegen „Blasphemie“ oder „Apostasie“. Nicht nur im Fall Bala wird deutlich, wie schnell der bloße Verdacht wegen vermeintlicher „religiöser Beleidigung“ zu tödlicher Gewalt führen kann und wie wenig Schutz staatliche Institutionen manchmal bieten. Schon der erste Gast im Humanist Shelter Program, ein Rechtsanwalt aus Pakistan, musste wegen ähnlicher Drohungen inkognito im Untergrund leben, bevor er mit Hilfe unseres Programms der Bedrohungslage entkommen konnte.<br />Mit dem Humanist Shelter Program will die Humanistische Vereinigung konkreten Schutz bieten, wo akute Gefahr besteht, und zugleich daran mitwirken, internationale humanistische Netzwerke zu stärken. Das Programm richtet sich an bedrohte Menschenrechtsverteidiger*innen, die aufgrund ihres Engagements für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, für Meinungsfreiheit und andere Grundrechte verfolgt werden. Es bietet ihnen zeitlich befristete Aufenthalte in Sicherheit, Unterstützung beim Entwickeln neuer Pläne und Perspektiven und die Möglichkeit, ihre Arbeit in einem Umfeld fortzuführen, in dem sie nicht ständig um ihr Leben fürchten müssen. Mubarak Bala ist ein prominentes Beispiel dafür, wie ein solcher Schutzaufenthalt Leben retten, politisches Engagement ermöglichen und eine starke, glaubwürdige Stimme für Humanismus und Menschenrechte erhalten kann.</p> <h4>Ein Erfolg – und ein Auftrag für die Zukunft</h4> <p class="bodytext">Für die Humanistische Vereinigung ist der mittlerweile abgeschlossene Aufenthalt Mubarak Balas im Humanist Shelter Program ein großer Erfolg, zu dem viele Jahre beharrlicher Arbeit hingeführt haben – von den ersten Solidaritätsaufrufen über politische Interventionen bis hin zur Organisation seines Schutzaufenthalts. Er zeigt, dass humanistische Solidarität Grenzen überschreiten, Unrecht sichtbar machen und konkret Leben verändern kann. Diese Erfolgsgeschichte macht zugleich deutlich, dass der Einsatz für Religions- und Weltanschauungsfreiheit nicht mit der Freilassung eines einzelnen Menschen endet: In Nigeria und vielen anderen Ländern sind weiterhin Humanist*innen, Andersgläubige und Kritiker*innen religiöser Machtstrukturen bedroht.<br />Das Humanist Shelter Program versteht den Fall Bala deshalb als Auftrag, diesen Weg weiterzugehen: bedrohten Humanist*innen Schutz zu bieten, ihre Stimmen hörbar zu machen und gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen für eine Welt zu arbeiten, in der niemand wegen seiner humanistischen Überzeugungen und Anschauungen verfolgt wird. Die Erfahrung mit Mubarak Bala zeigt, dass sich der Einsatz lohnt – und dass Humanismus besonders dann seine Kraft entfaltet, wenn er Menschen in ihrer verletzlichsten Lage beisteht.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-688</guid> <pubDate>Wed, 14 Jan 2026 13:30:41 +0100</pubDate> <title>Offener Brief: Rückzug der USA gefährdet globale Stabilität</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/offener-brief-rueckzug-der-usa-gefaehrdet-globale-stabilitaet.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung warnt gemeinsam mit 50 weiteren humanistischen und säkularen Organisationen davor, dass die geplante Abkehr der USA von internationalen Organisationen und Verträgen ein Machtvakuum schafft, autoritären Staaten Spielraum gibt und die multilaterale Zusammenarbeit, den Klimaschutz sowie den Schutz von Menschenrechten und Demokratie weltweit gefährdet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung fordert in einem offenen Brief an die US-Regierung, den geplanten Rückzug aus internationalen Organisationen, Konventionen und Verträgen zu revidieren. Gemeinsam mit 50 weiteren humanistischen und säkularen zivilgesellschaftlichen Organisationen verweist sie in dem von den Humanists International initiierten Schreiben auf die drohenden Konsequenzen dieses massiven Schritts und die große Bedeutung einer rechtebasierten, demokratischen und multilateralen Weltordnung. </p> <p class="bodytext">Alle Unterzeichnenden äußern große Besorgnis über den geplanten Austritt der Vereinigten Staaten aus insgesamt 66 internationalen Organisationen, Konventionen und Verträgen, darunter 31 Einrichtungen der Vereinten Nationen. Dieser Schritt erfolgt zu einer Zeit wachsender globaler Spannungen, in der multilaterale Zusammenarbeit gestärkt und nicht geschwächt werden muss. Die Ankündigung würde eine Reihe früherer Austritte fortsetzen, etwa aus der UNESCO, dem UN-Menschenrechtsrat, der Weltgesundheitsorganisation und den Pariser Klimaverträgen. Unabhängig von der Verfassungsmäßigkeit dieser Maßnahmen, insbesondere bei vom US-Senat ratifizierten Verträgen, schwächen sie den Multilateralismus und schaden auch amerikanischen Interessen.</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><strong>„Wir hoffen sehr, dass die USA von ihrem jüngsten isolationistischen Weg wieder zurückfindet zur Wertschätzung internationaler Zusammenarbeit als eines der besten Mittel zur Sicherung von Frieden und Fortschritt für alle Menschen.“ </strong> </p> <p class="bodytext"><strong>Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung</strong></p></blockquote><p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Das Beispiel der Völkerrechtskommission zeigt, dass ein Austritt international geltendes Recht nicht beseitigt, aber den USA dagegen die Möglichkeit nimmt, dessen Weiterentwicklung mitzugestalten. Ähnlich führt der Rückzug aus der Freedom Online Coalition und aus International IDEA zum Verlust einer führenden Rolle der USA in den Bereichen Demokratieentwicklung und digitale Rechte. Dadurch erhalten autoritäre Regime mehr Einfluss auf globale Regeln und Normen. Auch beim Klimaschutz sehen wir, dass die Folgen des Klimawandels global auftreten und die USA unabhängig von einer Mitgliedschaft in einschlägigen Abkommen genauso betreffen. Der Austritt aus dem UN-Register für konventionelle Waffen ist das Gegenteil von Transparenz und begünstigt illegale Waffenströme, die letztlich auch US-Bürger gefährden.</p> <p class="bodytext">Besonders kritisch sehen wir die begleitende Rhetorik der US-Regierung, insbesondere Angriffe auf die Zivilgesellschaft und nichtstaatliche Organisationen, einen angeblichen „multilateralen NGO-Komplex“. Die pauschale Diffamierung zivilgesellschaftlicher Organisationen und der gleichzeitige Abbau von Schutzmechanismen für Menschenrechtsverteidiger gefährdet weltweit jene, die sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einsetzen. Das entstehende Machtvakuum wird voraussichtlich von autoritären Akteuren genutzt, um internationale Institutionen zu ihren eigenen Gunsten umzubauen.</p> <p class="bodytext">Im Zusammenhang mit steigenden Militärausgaben, außenpolitischen Drohungen und internationalen Interventionen zeigt dieser Kurs eine Abkehr von einer regelbasierten Ordnung hin zu einem „Das Recht des Stärkeren“- Ansatz. Dieser schwächt aber die internationale Stabilität, untergräbt die bisherige Führungsrolle der USA und verursacht langfristig hohe Kosten für die eigene Bevölkerung.</p> <p class="bodytext">Abschließend fordern wir Präsident Trump und Außenminister Rubio auf, den Rückzug rückgängig zu machen, Inhalte und den Geist der UN-Charta zu wahren und sich wieder aktiv an einer inklusiven, multilateralen internationalen Ordnung zu beteiligen.</p> <p class="bodytext"><strong>Der offene Brief im Wortlaut und die Liste der Unterzeichnenden:</strong> </p> <p class="bodytext"> <a href="https://docs.google.com/document/d/17Xb_DMPcTe4I9c44th7Iyt0ELKTqHn6aqoy2Gp0CLuE/edit?tab=t.0" target="_blank">https://docs.google.com/document/d/17Xb_DMPcTe4I9c44th7Iyt0ELKTqHn6aqoy2Gp0CLuE/edit?tab=t.0</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-687</guid> <pubDate>Tue, 13 Jan 2026 12:27:24 +0100</pubDate> <title>Sichtbarkeit für Engagement und Menschenrechte: Neujahrsempfang 2026</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/sie-alle-machen-unser-land-ein-kleines-stueck-besser-neujahrsempfang-2026.html</link> <description>Beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten-Ehepaars auf Schloss Bellevue hat in diesem Jahr erneut das ehrenamtliche Engagement im Mittelpunkt gestanden. Unter den geladenen Gästen war auch Sebastian Rothlauf, Präsident der Humanistischen Vereinigung. </description> <content:encoded><![CDATA[<div class="flex max-w-full flex-col grow"><div dir="auto" class="min-h-8 text-message relative flex w-full flex-col items-end gap-2 text-start break-words whitespace-normal [.text-message+&amp;]:mt-1"><div class="flex w-full flex-col gap-1 empty:hidden first:pt-[1px]"><div class="markdown prose dark:prose-invert w-full break-words light markdown-new-styling"><p class="bodytext">Beim Empfang hatte Rothlauf die Gelegenheit, mit Vertreter*innen unterschiedlichster gesellschaftlicher Bereiche ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen – wie in den Vorjahren ein wichtiger Aspekt dieser traditionsreichen Veranstaltung, die Sichtbarkeit, Austausch und Wertschätzung zivilgesellschaftlicher Arbeit verbindet.</p> <p class="bodytext">In mehreren Gesprächen wurde deutlich, welche Bedeutung der Neujahrsempfang gerade für Organisationen aus dem Bereich der Menschenrechte, Migration und gesellschaftlichen Teilhabe hat. Besonders informativ war beispielsweise der Austausch mit Didem Laçin Karabulut, der Vorsitzenden des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats, sowie mit Halima Gutale, der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl, sowie mit Kook-Nam Cho-Ruwwe von DaMigra, dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen. Gemeinsam sprachen sie über die Rolle des Neujahrsempfangs als Plattform, die den eingeladenen Organisationen öffentliche Anerkennung verschafft und ihre Anliegen in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext stellt. Die regelmäßige Einladung der Repräsentant*innen wurde von allen als klares Zeichen politischer und gesellschaftlicher Wertschätzung empfunden.</p> <p class="bodytext">Noch vor dem Defilee ergab sich zudem ein vertiefendes Gespräch zwischen Sebastian Rothlauf und Prof. Dr. Beate Rudolf, der Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Esy ging dabei um die Bedeutung der Menschenrechte als grundlegender Wert – sowohl für humanistisches Engagement als auch für die Gesellschaft insgesamt. Einigkeit bestand darin, dass Menschenrechte derzeit wieder stärker sichtbar gemacht und in ihrer Bedeutung für jede und jeden Einzelnen vermittelt werden müssen, um sie dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.</p> <p class="bodytext">In seiner Ansprache würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dann das Ehrenamt als unverzichtbare Stütze von Zusammenhalt, Demokratie und Menschlichkeit. Der Jahresbeginn, so Steinmeier, sei eine Zeit der Zuversicht und des Aufbruchs – und kaum ein Ort mache diese Haltung so greifbar wie der Neujahrsempfang, bei dem Menschen zusammenkommen, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv für das Gemeinwohl einsetzen. Neben prominenten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien standen bewusst auch Bürger*innen im Fokus, die sich jenseits großer Bühnen ehrenamtlich engagieren.</p> <p class="bodytext">Besondere Anerkennung galt in diesem Jahr den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die nach einem Anschlag auf das Stromnetz im Südwesten Berlins im Dauereinsatz waren. Steinmeier erinnerte an die dramatischen Folgen für zehntausende Betroffene und dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen für ihren unermüdlichen Einsatz. Zugleich machte er deutlich, dass der Schutz kritischer Infrastruktur eine zentrale politische Aufgabe bleibt.</p> <p class="bodytext">Der Bundespräsident zeichnete ein breites Bild des Ehrenamts: vom Katastrophenschutz über kommunalpolitisches Engagement, Kultur- und Sportvereine, Umwelt- und Tierschutz bis hin zur Arbeit für Geflüchtete, für queere Menschen, gegen Diskriminierung und für internationale Solidarität. All dieses Engagement, so Steinmeier, mache das Land „jeden Tag ein kleines Stück besser“ und stärke jene Werte, die die liberale Demokratie dringend braucht.</p> <p class="bodytext">Mit Blick auf die Zukunft rief er dazu auf, mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu gewinnen. Ein zentrales Signal dafür ist der erstmals stattfindende bundesweite „Ehrentag“ am 23. Mai 2026, dem Geburtstag des Grundgesetzes. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ soll er zeigen, wie viel Gemeinsinn, Kreativität und Verantwortung in der Gesellschaft stecken – und Mut machen, sich auch über diesen Tag hinaus einzubringen.</p> <p class="bodytext">(Bilder: Steffen Kugler / Bundesregierung)</p></div></div></div></div>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-685</guid> <pubDate>Wed, 17 Dec 2025 12:09:53 +0100</pubDate> <title>„Eine Aufgabe, die vielleicht ein Leben lang dauert“</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/eine-aufgabe-die-vielleicht-ein-leben-lang-dauert.html</link> <description>Nach einem halben Jahr Schutzaufenthalt in Nürnberg im Rahmen unseres „Humanist Shelter Program“ hat sich Mubarak Bala von den Strapazen der jahrelangen Verfolgung und Inhaftierung erholt und konnte sein mutiges Engagement für Glaubens- und Meinungsfreiheit neu organisieren und fortsetzen. Bei einem Vortragsabend im Humanistischen Zentrum und in einem ausführlichen Interview ließ der Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias nun das Erlebte Revue passieren und beschrieb, wie er die schwere Zeit im Gefängnis überlebte und es schaffte, die Hoffnung nicht zu verlieren. Dabei wird auf bedrückende Weise deutlich, warum es so schwer ist, den religiösen Radikalismus in Nigeria und anderen afrikanischen Staaten zurückzudrängen und selbst geltendes Recht keinerlei Schutz für Humanist*innen oder Andersgläubige bietet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Herr Bala, Sie waren ungefähr vier Jahre in Nigeria im Gefängnis. Wie haben Sie diese lange und schwierige Zeit im Gefängnis durchgestanden? Was hat Ihnen in dieser Situation Kraft und Hoffnung gegeben?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>Mubarak Bala:</strong> Vielen Dank für das Interview. Ich denke, am meisten geholfen haben mir die Kontakte zu anderen Menschen. Gleich nach meiner Ankunft im Gefängnis beschloss ich, Freundschaften zu schließen, mich zu vernetzen und nützlich zu machen. In den ersten Wochen fiel mir auf, dass es keine Schule gab. Die Gefangenen dort hatten keinerlei Schulbildung und kamen größtenteils aus Dörfern. Sie hatten zwar einen Klassenraum, der nur aus einer Matte unter einem Baum bestand, mit etwa fünf bis zehn Schülern. Eine Klasse für die Grundschule, eine andere für die Sekundarstufe. Also begann ich, als Freiwilliger zu arbeiten und versuchte, die Bedingungen zu verbessern. Und als ich das Gefängnis verließ, hatten wir ein ganzes Klassenzimmer mit Bänken, einer Tafel, Büchern und vielen freiwilligen Lehrern für die Grundschule und die Sekundarstufe.</p> <p class="bodytext">Wir wollten das Angebot sogar auf den Frauenbereich ausweiten, um auch dort eine Art Bildung zu ermöglichen, und die Verantwortlichen davon überzeugen, einen Aufenthaltsraum mit Medien zu errichten, was uns auch gelang. Sie erlaubten uns einen Fernseher, auf dem wir zunächst eine Zeit lang Nachrichten empfangen konnten, was aber verboten wurde, weil wir zu viele Informationen über die Außenwelt enthielten. So konnten wir nur Sport, einige erlaubte Filme und Musikprogramm sehen, was dem Gehirn etwas half, sich von den Traumata zu erholen. Ein Stück weit haben wir die Atmosphäre von einem gewalttätigen, widerwärtigen Ort, an dem es so viele Kämpfe und so viel Gewalt gab, in einen Ort des Lernens und der Zusammenarbeit verwandelt.</p> <p class="bodytext">Ich wurde auch eine Art Vermittler oder Anwalt, zu dem Menschen mit Streitigkeiten kamen oder um ihre Beschwerden und manchmal auch ihre Probleme vorzutragen. Manchmal brauchten sie nur Essen oder Ähnliches. Mit den wenigen Mitteln konnten wir dennoch die meisten Probleme lösen. </p> <p class="bodytext">Und sie wussten nicht, wer ich bin. Sie hielten mich für einen Muslim. Ja, so bin ich damit umgegangen.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Sie mussten sich also als Muslim ausgeben und verkleiden?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Ja. Einige wussten es, aber nicht viele. Wir haben es so gut wie möglich geheim gehalten.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Sie suchten sich also Beschäftigungen, die Ihnen das Gefühl gaben, etwas Sinnvolles zu tun. Aber ein Gefängnis in Nigeria – viele Menschen in Deutschland können sich das wahrscheinlich nicht vorstellen- das ist kein geschützter Ort. Man ist nicht vor der Außenwelt sicher. Mussten Sie im Gefängnis um Ihr Leben fürchten?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Nun, allein die Entführung, um mich in den Bundesstaat Kano zu bringen, war schon eine Gefahr. Um Ihnen das zu verdeutlichen: Wenn man jemanden von einem sicheren Ort, beispielsweise Dubai, entführt und ihn dann in den Iran schmuggelt, um ihn wegen Blasphemie oder Apostasie vor Gericht zu stellen, oder insbesondere, wenn aktiv nach ihm gesucht wird, dann kann man das nicht Schutzhaft oder Schutzmaßnahme nennen. Ich wurde aus einer Stadt entführt, in die ich geflohen war – einer sehr sicheren, säkularen Stadt. Relativ gesehen, denn nirgendwo in Nigeria ist man wirklich sicher. Aber dort war ich etwas sicherer, nachdem ich einer gewaltsamen Einweisung in eine psychiatrische Klinik durch meine Familie entkommen war. Und 2014 suchten Leute aktiv nach mir aufgrund eines Mordaufrufs gegen mich.</p> <p class="bodytext">Deshalb ging ich in den Bundesstaat Kaduna, wo ich leben konnte, wo es Christen gibt. Dort konnte ich ein Leben in völliger Anonymität führen, doch dann wurde ich von meiner eigenen Regierung entführt und zurück nach Kano gebracht. Der Bundesstaat Kano ist ein reiner Scharia-Staat ohne andere demografische Minderheiten. Es gibt dort keine christliche Bevölkerung. Sie wurden vertrieben. Daher ist es in Kano so gefährlich für Nicht-Muslime.</p> <p class="bodytext">Selbst der Prozess hätte in Kano gar nicht stattfinden dürfen, wenn er fair hätte sein sollen. Ich war also dort im Gefängnis in sehr feindseliger Umgebung. Man sagte mir, wenn ich jemals als Blasphemiker oder Apostat bekannt würde, müsse ich selber dafür sorgen, am Leben zu bleiben. Es läge an mir, zum Islam zu konvertieren oder nicht. Ich fragte: „Für wie lange?“ Man sagte, vielleicht zwei Wochen, aber daraus wurden dann zwei Jahre. Aber ich habe mich damit arrangiert und versucht, so wenig wie möglich aufzufallen. Mein Name war dort unbekannt, meine Anklage war dort unbekannt. Ich habe also so gut wie möglich durchgehalten, und selbst am letzten Tag, als ich die Stadt verlassen sollte, verlegt werden sollte in ein anderes Gefängnis, fragten sie mich, ob, meine Konvertierung echt sei. Ich sagte ihnen, dass Sie mich dazu aufgefordert hatten, um mein Leben zu retten und Ihre Arbeit zu erleichtern.</p> <p class="bodytext">Sie rechneten mir vor, dass die Zahl der Gefangenen im Gefängnis etwa 2000 betrage. Und sie sagten mir, dass wenn ich bei dieser Aussage bliebe, meine Identität preisgäbe oder über meinen Fall spräche, in große Schwierigkeiten geraten würde. Und Sie seien den Gefangenen zahlenmäßig unterlegen, nur 100 bis 300 Mitarbeiter. Also sei es an mir, mich selbst zu schützen. Und ich sagte Ihnen, dass ich nicht weiter in diesem Gefängnis leben will. Und dass ich meinen Prozess beschleunigen konnte – er hätte fünf Jahre dauern können – um die Stadt und den Bundesstaat Kano verlassen und ein anderes Gefängnis finden zu können. Denn es gab andere Gefängnisse, in die sie mich hätten bringen können, also habe ich das auf diese Weise geschafft. Und ich denke, meine kulturelle Stammeszugehörigkeit hat auch geholfen, denn ich gehöre dem Volk der Hausa an. Ich spreche ihre Sprache, ich kleide mich wie sie. Daher wären die Gefahr und Feindseligkeiten nicht so offenkundig gewesen. Denn wäre ich von einem anderen Stamm gewesen, hätte es größere Probleme gegeben. Und ich hätte vielleicht nie die Verlegung aus dem Gefängnis geschafft.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Wussten Sie, dass die internationale humanistische Gemeinschaft während Ihrer Haftzeit Kampagnen für Ihre Freilassung führte und sich an Politiker*innen wandte? Wussten Sie, dass Sie Unterstützung von außen erhielten?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B</strong>.: Als sie mich einlieferten, verweigerten sie mir den Zugang zu einem Anwalt und Telefonate. Ich habe gesehen, wie sie es mit anderen Häftlingen handhaben: Ihnen waren Anrufe und Familienbesuche erlaubt. Mir wurde es über ein halbes Jahr lang verweigert.</p> <p class="bodytext">Ich wusste also lange nicht, was vor sich ging. Ich hoffte nur, irgendwie klarzukommen. Ich wusste, dass es irgendwann zu einem Prozess kommen würde, aber man sagte mir, dass selbst der Prozess nicht stattfinden könne, weil die Leute sehr wütend und feindselig seien. Die Anklage des Prozesses dürfe nicht bekannt werden. Und so dachte ich, wenn ich irgendjemanden erreichen könnte – und die einzige Person, an die ich mich erinnern konnte, war Dr. Leo Igwe – hätte ich vielleicht eine Chance auf einen Prozess oder vielleicht Familienbesuche.</p> <p class="bodytext">Aber es dauerte so lange und irgendwann dachte ich, die Welt hätte mich vergessen. Weil ich ohne jegliche Mittel ins Gefängnis kam, war ich viel am Rechnen: Wie sollte ich mir überhaupt einen Anwalt leisten können? Wie sollte ich das alles stemmen? Ich wusste nicht, dass sich in meinem Fall etwas bewegte oder sonst irgendetwas, was außerhalb der Gefängnismauern geschah. Die Gefängnismauern sind so abgeschottet, dass man wirklich nicht mitbekommt, was draußen passiert.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Nun zu Nigeria und der dortigen Situation: Warum ist es in ihrem Heimatland so schwierig, Dinge und auch Religion zu hinterfragen oder kritisch zu denken? Woher kommt diese starke religiöse Dominanz und diese Intoleranz gegenüber anderen?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Wir haben ein Erbe des Dschihad, der nur ein Jahrhundert vor der Ankunft der Briten stattfand. Die Briten kamen um 1903, also im 20. Jahrhundert, nach Nordnigeria. Doch bereits ein Jahrhundert zuvor, im Jahr 1804, hatte es einen Dschihad gegeben. Es handelte sich um den „Fulani-Dschihad“ unter der Führung von Usman dan Fodio. Dieser Dschihad war ein klerikaler Dschihad zur Einführung der Scharia, selbst gegen die herrschende muslimische Klasse in der Region. Es war ein Reich, das sich vom heutigen Mali über die Sahelzone, Tunesien, Nordnigeria bis nach Kamerun und Gabun erstreckte. Diese Institution war also fest etabliert, und die Briten weigerten sich, kulturell in diese Region vorzudringen, das System zu stören. Sie haben es nicht entwurzelt und nicht verändert, es blieb also weitgehend intakt. </p> <p class="bodytext">Diese Region lässt sich heute nur mit Afghanistan vergleichen, sie ist nicht ansatzweise so liberal wie beispielsweise Dubai oder Katar oder so sicher wie Saudi-Arabien. Es ist eine gesetzlose Region mit allem, was man sich auch in Afghanistan vorstellen kann. Fanatismus, Gesetzlosigkeit, Waffen, Dschihadisten. Und es ist so konservativ, dass man schockiert wäre, zu erfahren, was die Leute dort glauben. Man würde meinen, sie lebten in einer Zeit vor tausend Jahren, wenn man ihnen zuhört.</p> <p class="bodytext">Für sie bin ich also ein Gräuel, ein Außenseiter, etwas Neues. Deshalb muss ich verrückt, ein Wahnsinniger sein und deshalb landete ich in Kuwait in einer psychiatrischen Klinik. Denn was ich sagte, galt nicht nur als Blasphemie oder Apostasie, sondern es war auch undenkbar, zu sagen, man glaube nicht an Gott. Dann hat man offensichtlich psychische Probleme, da stimmte etwas ganz und gar nicht mit einem. </p> <p class="bodytext">Wir leben in Nigeria also weiter nach der Scharia. Die Briten kamen und lockerten die Scharia zwar teilweise. Etwa 30 Jahre später verboten sie Sklaverei und die Todesstrafe. Andere Teile der Scharia blieben jedoch bestehen. Selbst nach der Unabhängigkeit führten sie für Nordnigeria ein neues Strafrechtssystem ein. Im Süden galt ein eher ziviles Recht, während wir im Norden dieses komplizierte System haben, in dem Sünde in die Moralvorstellungen und das Wohlergehen der Region integriert ist. Man kann also wegen einer Sünde angeklagt werden. Aber das steht im Zivilgesetzbuch, es ist also tatsächlich ein Verbrechen, es ist strafbar. Zum Beispiel gibt es Unzucht, Beleidigungen, Kritik an der Religion und andere Vergehen. </p> <p class="bodytext">Aber als die Briten 1960 abzogen, hinterließen sie uns eine neue Generation von Politikern. Diese waren jedoch sehr tribalistisch, verbittert, regionalistisch und sehr auf ihren eigenen kulturellen Hintergrund bedacht. So dominierte die nördliche Region das Land fünf Jahre lang. Dann erhoben sich die anderen Regionen zum Kampf und eliminierten die Führung des Nordens. Das führte zu einem etwa dreijährigen Bürgerkrieg. Dann kam das Militär zurück und übernahm die Macht. Und so blieb die Situation bis zur Jahrhundertwende.</p> <p class="bodytext">1999 zog sich das Militär zurück und es kehrte derselbe religiöse Fanatismus nach Nigeria zurück. Jetzt ging es darum, das Kalifat, die Scharia und den Dschihad wiedereinzuführen. Nun leben wir eigentlich in einer neuen, modernen Zeit, in der die Verfassung eindeutig besagt, dass die Scharia nicht wiedereingeführt werden darf und dass keine Staatsreligion eingeführt werden darf. Aber sie haben es getan. Der Präsident versuchte, dagegen anzukämpfen, erkannte aber, dass dies zu einem weiteren Bürgerkrieg führen könnte. So ist das ganze Land nun dem Norden ausgeliefert, der seine eigenen Interessen, sein Land, seine Lebensweise und seine Doktrin in den Vordergrund stellen will. Daher werden die in der gesamten Region alle Ressourcen des Landes weiterhin in den Schutz des modernen konservativen Systems investiert.</p> <p class="bodytext">In dieser Zwickmühle befindet sich Nigeria nach wie vor. Und deshalb möchte ich ein Referendum anstoßen, in dem wir eine konstruktive Diskussion darüber führen könnten, ob wir in diesem Land leben wollen, das die Briten geschaffen haben. Das Dilemma Nigerias ist also nach wie vor eine nationale Frage: Sind wir wirklich <strong>eine</strong> Nation oder sind wir ein Volk, das die Unabhängigkeit will?</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Wie häufig sind Blasphemievorwürfe oder ähnliche Anklagen in Nigeria? Gibt es viele andere Betroffene oder nur wenige?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Nun, es gibt einige Fälle dieser Art, auch in Gefängnissen, aber das sind eher Glücksfälle. Meistens endet man tot. Das ist die einfache Wahrheit, insbesondere, wenn man auf offener Straße beschuldigt wurde. Und wie ich schon sagte, hängt es oft auch mit Ihrer Abstammung und dem Ort der Blasphemie zusammen. So etwas kann passieren. Sie werden auf offener Straße beschuldigt, und ein oder zwei Stunden später sind Sie tot. Manchmal sogar noch schneller. </p> <p class="bodytext">Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben: Im Bundesstaat Bauchi nahm eine nicht-muslimische, christliche Lehrerin einem Schüler einen Koran ab, weil sie gerade unterrichtete und er in seinem Koran nachschlug. Es war also nicht der richtige Zeitpunkt für Koranunterricht. Also nahm sie ihm den Koran weg. Die Schüler dort – allesamt Teenager – schrien, sie dürfe den Koran nicht berühren, weil sie keine Muslimin sei und Nicht-Muslime unrein seien. Sie nannten sie „Nigger“, was als unrein oder schmutzig gilt und sie habe den Koran berührt und damit eine schwere Blasphemie begangen. Innerhalb einer Stunde, noch bevor andere Lehrer sie retten konnten, wurde sie von ihren eigenen Schülern getötet.</p> <p class="bodytext">Oder sie könnten mal „Miss Bridget Agbahime“ googeln. Sie wurde direkt vor den Augen ihres Mannes enthauptet. Es gab auch mehrere andere Vorfälle. Sogar während meiner Haftzeit. Wie Deborah, die wegen Blasphemie getötet und auf offener Straße verbrannt wurde. Das sind also diejenigen, bei denen das Rechtssystem scheitert.</p> <p class="bodytext">Ich glaube, während meiner Haftzeit habe ich von vier oder fünf solchen Fällen in der Region gehört. Die Einschüchterung dadurch ist so stark, dass man sich nicht einmal traut, etwas zu sagen. Zum Islam zu konvertieren ist oft der einzige Ausweg. Deshalb würden es die meisten Menschen niemals wagen, Religion zu kritisieren oder ihre Meinung zu äußern. </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Hatten Sie in der Vergangenheit, bevor Sie inhaftiert wurden, schon einmal überlegt, Nigeria zu verlassen, um diesen Bedrohungen zu entgehen?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Ich habe aufgrund der Bedrohungen darüber nachgedacht. Aber sobald die Gefahr nachließ, dachte ich: „Ich schaffe das, solange ich anonym bleibe und den Ort wechsle.“ Obwohl ich Freunde und alles, was ich besaß, verloren hatte, sagte ich mir: „Ich fange neu an.“ Also fing ich irgendwo neu an und weigerte mich, das Land zu verlassen. Den Amerikanern, die mich nach Abuja, in die Hauptstadt, einluden, und auch anderen Ländern, in denen ich 2013 und 2014 war – also vor etwa zehn Jahren – sagte ich: „Ich kann in Nigeria über die Runden kommen. Ich muss nicht fliehen, denn die Regierung wird mich schützen.“</p> <p class="bodytext">Und ich dachte, selbst wenn die Regierung mich nicht schützen würde, würde ich mich nicht öffentlich angreifbar machen. Der größte Verrat war für mich also die Regierung selbst. Dass die Regierung mich festnehmen und an Leute ausliefern würde, die mich tot sehen wollen. </p> <p class="bodytext">Ich war nur online aktiv. Ich habe mit Muslimen zusammengearbeitet. Diese Muslime kennen mich, sie wissen, dass ich eigentlich ein netter Kerl bin, der gut mit ihnen auskommt. Ich kritisiere ihre Religion, ohne sie dabei zu verletzen. Ich glaube, Kritik ist für sie besonders emotional. Wenn man ihre Religion kritisiert, denken sie, man sei persönlich gegen sie, hasse sie oder wolle ihnen Böses. Aber in Wirklichkeit ist es nicht so. Man kritisiert eine Idee, die ihnen sehr wichtig ist. Aber diese Idee macht sie und andere zu Opfern und letztendlich tötet sie alle. Das ist der Unterschied, den sie verstehen müssen.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Wie haben Sie es schließlich geschafft, das Gefängnis und Nigeria zu verlassen?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Ich wurde zu 24 plus 16 Jahren, also insgesamt zu 40 Jahren verurteilt. Als ich in der Hauptstadt ankam, legten wir Berufung ein. Das Gericht entschied sich jedoch, in Kano zu tagen, was nicht fair ist. Denn wenn die Verhandlung in Kano stattfindet, einem Bundesstaat, in dem die Scharia gilt, sind die Angeklagten den Gefühlen und Launen der Gesellschaft unterworfen. Daher wurde das Urteil bestätigt: Ich bin zwar weiterhin schuldig, habe aber genug abgesessen. Die Strafe wurde auf fünf Jahre reduziert. </p> <p class="bodytext">Nun legen wir beim Obersten Gerichtshof Berufung ein und versuchen, die Zuständigkeit des Gerichts anzufechten. Außerdem war der Prozess unfair, da ich in eine Umgebung gebracht wurde, in der ich mich nicht verteidigen könnte, ohne jemanden zu verärgern. Wir wissen, was bei solchen Prozessen passiert: Der Mob erfährt, dass der Prozess begonnen hat und man sich an diesem Tag dort aufhält. Dann greifen sie einen an. Dann töten sie einen. </p> <p class="bodytext">Es ist so: Jemand will dich tot sehen und beruft sich auf den Koran und seine heiligen Schriften und sagt dir, hier stünde, warum du sterben sollst, und deshalb müssten wir dich töten. Und du hast keine Möglichkeit zu antworten, denn wenn du antwortest, würdest Du sie als Terroristen oder vielleicht als Dschihadisten bezeichnen. Das wäre für sie eine Beleidigung.</p> <p class="bodytext">Wir benannten diese Tatsachen und hofften, dass der Oberste Gerichtshof entscheiden wird. Ob der Prozess fair war, ob die Gerichte überhaupt zuständig waren, und ob meine Meinungsfreiheit, meine Religionsfreiheit und mein Recht auf Selbstverteidigung gewahrt blieben, denn ich habe mich die meiste Zeit selbst verteidigt. </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Sie leben nun schon seit einigen Monaten hier in Nürnberg, ermöglicht durch das „Humanist Shelter Program“ der Humanistischen Vereinigung. Wie erleben Sie diese Freiheit jetzt – dieses Leben in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Vielen Dank, dass Sie mich überhaupt nach Deutschland gebracht haben. Die deutsche, die amerikanische, ich glaube auch die kanadische und die britische Regierung hatten mir angeboten, mir bei der Umsiedlung zu helfen. Obwohl ich sehr zögerlich war, denn ich hatte gehofft, in Nigeria bleiben zu können. Aber ich kannte die Lage nicht genau, ich saß im Gefängnis. Ich wusste also nicht, welcher großen Bedrohung ich ausgesetzt war. Als ich dann freikam, wurde mir klar, dass es wirklich lebensbedrohlich war, obwohl es das eigentlich schon immer war. Aber ich hatte mich so daran gewöhnt, dass es mich nicht mehr störte. Dann wurde mir aber klar, dass ich wegmusste. Und so beschloss ich: Okay, vielleicht gehe ich für eine Weile und komme dann hoffentlich zurück, wenn es sicher ist.</p> <p class="bodytext">Aber ich habe auch Zweifel, ob mein Umzug hierher richtig war. Ich bin im April hier angekommen und hatte das Gefühl, es sei vielleicht noch zu früh, bevor ich die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über meine Rückkehr nach Hause erhalten würde. Meine Anwälte sagten mir nämlich, wenn der Oberste Gerichtshof mein Urteil bestätigen würde, müsste ich zurückkehren und den Rest meiner Strafe absitzen.</p> <p class="bodytext">Ich habe seither festgestellt, dass die westlichen Regierungen schützender und liberaler sind und die Gesellschaften hier sehr vernünftig. Ich muss mich also nicht mehr ständig umsehen oder das Gefühl haben, dass mich jemand sucht, obwohl ich immer noch unter dem Trauma, dem Schlafmangel und der Angst leide. Es gibt viele damit verbundene Probleme, die man über die fünf Jahre und die fünf Jahre davor im Versteck mit sich herumträgt.</p> <p class="bodytext">Wenn man sich fünf Jahre lang versteckt hält und dann jahrelang im Gefängnis sitzt, muss man nach der Entlassung mit 40 wieder ganz von vorne anfangen. Aber ich glaube, dies hier ist eine gute Gesellschaft für einen Neuanfang. Ich schätze die Lebensweise und Kultur sehr, sie sind sehr tolerant. Ich sehe Musik auf den Straßen. Ich sehe Menschen, die sich kleiden, wie sie wollen, und sie sind sehr gastfreundlich. Ich hatte große Angst, ich dachte, Deutschland sei sehr rechtsgerichtet und nicht gastfreundlich. Und dann lächeln einen die Leute an. Sie sprechen einen an, fragen, woher man kommt, welche Kultur man hat und wie es einem hier gefällt. Und sie sind freundlich. Und vor allem respektieren sie die Umwelt, sie respektieren den Planeten. Überall sehe ich saubere, gepflegte Umgebungen, was uns in unserer Gesellschaft fehlt. Und da merkt man, dass es, glaube ich, hauptsächlich das Negative ist, was man im Radio oder Fernsehen hört. Es entspricht nicht der Realität. </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Sie haben auch an internationalen Treffen teilgenommen, wie dem Humanist*innenkongress in Luxemburg oder anderen humanistischen Veranstaltungen. Welche Eindrücke haben Sie dort gewonnen?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Ja, ich bin zum internationalen Treffen der Humanisten nach Luxemburg gereist und dort habe ich viele Humanist*innen aus anderen Organisationen getroffen, insbesondere diejenigen, die sich in den letzten fünf Jahren, ja im letzten Jahrzehnt, unermüdlich für mich eingesetzt haben.</p> <p class="bodytext"><strong>Die alle kannten Sie. Aber Sie kannten die nicht.</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.:</strong> Ja, genau. Daher war dies die beste Gelegenheit, sie zu treffen und ihre Bemühungen und ihre Arbeit zu würdigen. Und ihnen auch von den Herausforderungen zu erzählen, vor denen wir in unserer Heimat stehen. Denn ich bin nicht allein. Viele Menschen stecken in ähnlichen Situationen wie ich, denen wir kaum helfen können. Obwohl ich als Präsident der Nigerianischen Humanistischen Vereinigung Schutzhäuser betrieben und Menschen, genau wie mich, in andere Städte umgesiedelt habe, die wir als sicher empfanden. Wir haben Stipendien für sie gefunden, damit sie studieren und ihr Leben ohne den damit verbundenen Paria-Status, ohne gesellschaftlichen Boykott, Schikanen und Drohungen, insbesondere durch Familienmitglieder, fortsetzen können. Das haben wir erreicht.</p> <p class="bodytext">Und daran arbeite ich weiterhin. Wir vernetzen Humanist*innen in unseren Heimatländern, nicht nur in Nigeria, sondern auch in anderen Ländern Subsahara-Afrikas und im Nahen Osten. Wir arbeiten mit ihnen zusammen, und Humanist*innen weltweit unterstützen uns mit Finanzierung, Ressourcen und Kanälen, insbesondere Kommunikationskanälen und Möglichkeiten, die sich durch Organisationen und Sponsoren für solche Programme ergeben, wie beispielsweise mein Programm hier mit der IFA.</p> <p class="bodytext">Hier im Westen schätze ich das System, die IFA und die deutsche Regierung, die dieses Programm ins Leben gerufen haben. Auch in der EU gibt es ein ähnliches Programm. Wir haben ein vergleichbares kanadisches Programm. Das ist hervorragend. Und dafür bin ich sehr dankbar.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Sie sprachen gerade über Ihre Arbeit für kritische und humanistische Stimmen in Nigeria, Afrika und weltweit. Wie lässt sich das von Deutschland aus realisieren – ist das überhaupt möglich?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Nun, zuallererst denke ich, dass man hier arbeiten kann, ohne dass plötzlich die Behörden das Büro durchsuchen, die Geräte beschlagnahmen und einen dann abführen, weil sie angebliche Beweise haben. Ich denke, das ist das Wichtigste: die Sicherheit. Dass man sprechen und Interviews geben kann – ich habe, glaube ich, schon über ein Dutzend Interviews gegeben, während ich in Europa bin. Ich war in mehreren deutschen Städten, nicht nur in Nürnberg. Ich war auch in anderen Städten der EU. Ich bin sogar kurz nach Kenia geflogen, um dort einen Vortrag über unsere Situation als Randgruppe in einem eher religiösen Teil der Welt zu halten, vielleicht sogar im religiösesten.</p> <p class="bodytext">Ich denke, es ermöglicht einem Freiheit, denn selbst jetzt noch sind meine Geräte und meine Büroarbeit bei der Polizei und den nigerianischen Behörden. Wir haben alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft, um sie zurückzubekommen, aber es ist uns nicht gelungen. Die Freiheit, die mir dieser Ort bietet, ermöglicht es mir, Humanist*innen zu organisieren und zu versuchen, die Gesellschaft wieder zu erreichen und zu sehen, was wir bewirken können.</p> <p class="bodytext">Wir arbeiten bereits daran, unsere Websites wiederherzustellen. Die Finanzierung ist gesichert, und wir unternehmen viel, denn es ist wirklich gefährlich, dies von zu Hause auszutun. Ich denke, es könnte anders sein, wenn wir die nigerianischen Behörden überzeugen können, dass wir Teil der Gesellschaft sind und einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung des Landes leisten können, insbesondere mit rationalem, kritischem und offenem Denken, insbesondere im Hinblick auf Säkularismus und humanistische Ideale in Bereichen wie Bildung, Wissenschaft und ähnlichem. Und vielleicht können wir uns eine weitere Chance erarbeiten, in einer Gesellschaft ohne Belästigungen und Bedrohungen unseres Lebens zu leben.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Wie geht es ihrer Familie? Und besteht die Möglichkeit, sie wiederzusehen? Haben Sie Kontakt?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.:</strong> Ja. Ich habe tatsächlich Kontakt. Ich habe eine Familie in Nigeria, die ich schon vor meiner eigenen Familie als meine Familie bezeichnet habe – die humanistische Gemeinschaft. Ich habe auch schon Adoptivkinder aufgenommen, über die Jahre hinweg mit meinen eigenen Mitteln. Denn als ich die Religion verließ, verlor ich alles. Ich hatte keine Möglichkeit mehr, mich der menschlichen Gesellschaft zugehörig zu fühlen. Also habe ich Tiere und Menschen adoptiert, insbesondere aus dem Almajiri-System. Das sind geschätzte 12 Millionen Kinder, die von ihren Eltern ausgesetzt werden, um den Koran zu studieren und sich um Vieh zu kümmern. (<em>Anm.d.Red.: <strong><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,sans-serif; font-weight:normal">Almajiri</span></strong> in Nigeria ist ein traditionelles islamisches Bildungssystem, in dem arme Kinder zum Koranunterricht geschickt werden, jedoch oft verwahrlosen, ausgebeutet werden oder als Teil der niedrigsten Gesellschaftsschicht von extremistischen Gruppen wie Boko Haram rekrutiert werden.)</em> </p> <p class="bodytext">Ich nenne diejenigen, die ich adoptiert und großgezogen habe, auch meine Familie. Ich habe auch meine eigene Familie, meinen Sohn und meine Frau, mit denen ich in Kontakt stehe. Ich versuche es, so gut es geht. Erst heute haben wir darüber gesprochen, ob ich mein Kind nachholen kann und ob ich die Familie für ein Wiedersehen hierher einladen kann.</p> <p class="bodytext">Denn wenn ich nicht frei nach Hause zurückkehren kann, müssen wir einen Weg finden, sie hierher zu holen. Obwohl es selbst in der Familie Bedenken gibt, da ich die traditionellen islamischen Heiratsriten nicht vollzogen habe. Aber ich hoffe, dass wir in Europa vielleicht eine Chance auf eine säkulare Ehe haben könnten, ohne die Voraussetzung, eine Frau mit Geld kaufen zu müssen. Und auch für das Kind, um einen Neuanfang zu haben, frei und sicher, ohne die Indoktrination, die die Gesellschaft vielleicht mit sich bringen würde. </p> <p class="bodytext">Seine Mutter hat ihn in eine islamische Madrasa geschickt. Ich habe so meine Bedenken, aber ich kann mich nicht wirklich dagegen wehren. Ich hoffe also, dass er das in einem säkularen System nicht muss. Wir wissen auch, wie wichtig es ist, sich in die Gesellschaft, in die Gemeinschaft zu integrieren. Damit man nicht schikaniert wird. Damit er nicht das durchmachen muss, was sein Vater durchgemacht hat. Ich verstehe also die Herausforderungen, vor denen wir stehen und hoffe trotzdem, dass ich etwas bewirken kann.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Und können Sie sich vorstellen, eines Tages nach Nigeria zurückzukehren, wenn Sie sich sicher fühlen oder glauben, sicherer zu sein?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.:</strong> Nun, hier fühle ich mich sicherer, aber ich werde auf jeden Fall irgendwann nach Hause zurückkehren. Das ist meine Heimat. Tatsächlich bin ich direkt nach meiner Freilassung in meine Heimatregion zurückgeflogen. Ich bin zurück nach Kano, weil ich meine Mutter sehen musste, meine Geschwister, die Menschen, mit denen ich aufgewachsen bin – die meisten von ihnen haben mich abgelehnt. Aber als sie mich trafen, mussten sie sich trotzdem zu mir setzen und mit mir etwas trinken oder essen. Das habe ich mehrmals getan. Und genau das versuche ich immer noch: den Kontakt zu meiner Gemeinschaft suchen. Sie haben mich ausgegrenzt. Sie haben mich verstoßen. Aber ich habe es trotzdem geschafft, mich ihnen entgegenzustellen.</p> <p class="bodytext">Ich zeige mich, ich bin präsent. Und selbst hier in Deutschland bin ich nach Bonn gereist, zum größten Treffen von Menschen aus meinem Land, aus meiner Region. Ich habe sie getroffen, mit ihnen gesprochen und wurde herzlich aufgenommen. Und ich war schockiert, dass ich der einzige Nicht-Muslim dort war. Ich fragte: Wo sind die anderen Nigerianer? Man lädt auch Somalis ein, sogar Sudanes*innen, weil sie Muslime sind. Aber man hatte nicht einmal Christen aus Südnigeria zu einem Fest eingeladen, wo wir eine Gemeinde hätten gründen können. Deshalb hoffe ich und wünsche ich mir, in einem sicheren Land Schutz zu finden und dann irgendwann dauerhaft in meine Heimat zurückzukehren, etwas zu bewirken, die Menschen zu erreichen.</p> <p class="bodytext">Ich habe auch den politischen Traum, dass ich, wenn wir mit dem Referendum Erfolg haben und die Menschen sich für den Verbleib im Land entscheiden, hoffentlich zurückkehren und für das Präsidentenamt kandidieren werde.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>In Deutschland sind Meinungs- und Religionsfreiheit selbstverständlich. Jeder hat sie, es ist normal. Aber Sie erlebten das Gegenteil. Haben Sie den Eindruck, dass die Menschen hier diese Freiheiten als selbstverständlich ansehen und ihre Bedeutung unterschätzen, weil sie so normal sind?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.:</strong> Ja. Also, wenn ich mir die deutsche Geschichte ansehe, denke ich, dass sie vor drei oder fünf Jahrhunderten ihre eigenen Schwierigkeiten hatte, und dann die Reformation und eine dogmatische, theokratische Herrschaft durchgemacht hat.</p> <p class="bodytext">Ich glaube, das muss jede Gesellschaft durchmachen, bevor sie gestärkt daraus hervorgehen und diese Freiheit erlangen kann. Das wünsche ich mir auch für meine Heimat. Ich habe hier festgestellt – und versuche das immer noch zu realisieren – dass ich nicht verfolgt werde. Ich werde nicht verurteilt, hier, in diesem anderen Teil der Welt, herrscht eine freie Kultur.</p> <p class="bodytext">Aber ich werde trotzdem das Gefühl nicht los, verurteilt oder angestarrt zu werden. Vielleicht wegen meiner Hautfarbe oder meines Namens. Ich bin etwas immer leicht nervös, weil ich das Gefühl habe, nicht dazuzugehören. Aber das ist in Wirklichkeit nicht der Fall. Sobald ich das Haus verlasse, treffe ich Menschen. Dann sind sie freundlich, dann heißen sie uns willkommen, und ich denke: Wow, okay, wir sind ja alle Afrikaner.</p> <p class="bodytext">So wie ich es sehe, haben wir uns in Afrika entwickelt, und ich hoffe, wir können diese Transformation, die euer Kontinent durchlaufen hat, nun auch erleben. Und wir könnten vielleicht unsere Kulturen so reformieren, dass sie frei sind, sodass niemand mehr von zu Hause weglaufen muss, nur weil er seine Religion, seine Philosophie oder seine Kultur ändert. </p> <p class="bodytext">Es ist eine Aufgabe, die vielleicht ein Leben lang dauern wird, aber ich hoffe, wir können sie bewältigen.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Was sind Ihre Hoffnungen oder Wünsche für die internationale humanistische Bewegung in den nächsten Jahren? Dass wir uns etwas stärker auf Afrika und andere Länder konzentrieren, in denen Menschen unterdrückt werden und mehr Hilfe benötigen als in der westlichen Welt?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>M.B.</strong>: Nun ja, wir haben da so viel aufzuholen, weil wir auch sozioökonomisch zu kämpfen haben. Obwohl wir von der Mehrheitsgesellschaft isoliert sind, hat auch diese mit dem Wirtschaftssystem zu kämpfen. Ich denke also, ja, es stimmt, dass wir die meiste Unterstützung, die meiste Hilfe und die meiste Aufmerksamkeit brauchen, denn ich hoffe, dass wir nicht mehr aus unserer eigenen Region oder unseren Teilen der Welt fliehen müssen.</p> <p class="bodytext">Ich denke, die internationale Gemeinschaft sollte Fällen wie unserem und Situationen wie unserer Priorität einräumen. Wenn wir Bildungsstipendien, Fördergelder oder andere soziale Unterstützung erhalten könnten, um in unseren eigenen Gemeinschaften zurechtzukommen, wäre das gut.</p> <p class="bodytext">Es wird auch viel an einem Kulturaustausch und der Förderung unserer Online-Präsenz gearbeitet, insbesondere im Internet, wo wir unsere eigenen Websites haben und diese selbst verwalten können. Ich denke, Sie haben dank der Unterstützung Ihrer Regierung, die auch andere Institutionen unterstützt, schon viel erreicht. Wir könnten mit internationalen Organisationen zusammenarbeiten, um unsere Gruppen in unserer Heimat nicht nur auf dem Papier, sondern auch als Teil des dortigen gesellschaftlichen Sektors anerkennen zu lassen. So könnten wir von der Regierung die tatsächliche Anerkennung erhalten, dass wir geschützt sind und nicht geoutet, belästigt, verhaftet oder bedroht werden dürfen. Es ist ein langer Weg, aber ich hoffe, wir erreichen unser Ziel.</p> <p class="bodytext"><strong>Herr Bala, vielen Dank für das Gespräch und diese Einblicke.</strong> </p> <p class="bodytext">(Das Interview führte Martin Bühner.)</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-686</guid> <pubDate>Wed, 17 Dec 2025 11:12:00 +0100</pubDate> <title>Lichtfest der HV: Gedanken, Gemeinschaft und wärmendes Feuer</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/lichtfest-der-humanistischen-vereinigung-gedanken-gemeinschaft-und-waermendes-feuer.html</link> <description>Im Ludwig-Feuerbach-Saal des Humanistischen Zentrums fand das diesjährige Lichtfest der Humanistischen Vereinigung statt. Rund um die Zeit der Wintersonnenwende kamen Mitglieder, Freund*innen und Interessierte zusammen, um gemeinsam innezuhalten, sich auszutauschen und das wiederkehrende Licht zu feiern.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Frank Schulze begrüßte die Gäste und leitete den Abend ein. Einen besonderen inhaltlichen Akzent setzte anschließend seine Lesung aus Jean-Paul Sartres <em>„Der Ekel“</em>. Auf den ersten Blick ein Text, der nicht klassisch mit Weihnachten oder festlicher Stimmung verbunden wird – und gerade deshalb ein spannender Ausgangspunkt für Gedanken und Gespräche. Schulze erläuterte Sartres existenzialistischen Blick auf den Humanismus, seine kritische Haltung gegenüber traditionellen humanistischen Konzepten sowie die Fragen nach Sinn, Verantwortung und Freiheit, die sich daraus ergeben. Die Lesung regte zum Nachdenken an und bot reichlich Stoff für anregende Diskussionen.</p> <p class="bodytext">Im Anschluss entwickelte sich eine gemütliche und harmonische Atmosphäre mit vielen guten Gesprächen. Bei Glühwein, Punsch und anderen Getränken sowie einer Auswahl an Gebäck, Obst und Naschereien wurde das Zusammensein in entspannter Runde genossen.</p> <p class="bodytext">Den symbolischen Höhepunkt des Abends bildete der gemeinsame Gang in den Hof und Garten des Humanistischen Zentrums. Dort entzündete Sebastian Rothlauf, Präsident der Humanistischen Vereinigung, das Feuer – ein Zeichen für das Licht, das nach der Wintersonnenwende wiederkehrt, und für die Wärme, die aus Gemeinschaft und gemeinsamen humanistischen Werten entsteht.</p> <p class="bodytext">Das Lichtfest machte einmal mehr deutlich, wie bereichernd die Verbindung von philosophischen Impulsen, humanistischer Reflexion und persönlichem Austausch ist. Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen stimmungsvollen Abend organisiert und mit Leben gefüllt haben.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-684</guid> <pubDate>Thu, 11 Dec 2025 13:23:20 +0100</pubDate> <title>Münchner Charta setzt Zeichen für Dialog und Zusammenhalt</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/muenchner-charta-setzt-zeichen-fuer-dialog-und-zusammenhalt.html</link> <description>Ein interreligiöser Abend unter dem Motto „Gemeinsam in schwierigen Zeiten“ im Alten Rathaussaal bot mit engagierten Beiträgen, dem neu gegründeten Menschenrechtechor und vielen Zeichen des Zusammenhalts gute Einblicke in Münchens gelebte Vielfalt, auch wenn einzelne Unstimmigkeiten verdeutlichten, dass Dialogarbeit ein fortlaufender Prozess ist.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Münchner Charta der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften hat unter dem Motto „Gemeinsam in schwierigen Zeiten“ den Wunsch nach mehr Miteinander bekräftigt und unterschiedliche Gruppen des Bündnisses vorgestellt. Neben vielen positiven und hoffnungsvollen Statements über das interreligiöse Zusammenleben in München und den charmanten Klängen des Menschenrechtechors im vollen Alten Rathaussaal der bayerischen Landeshauptstadt gab es aber auch inhaltliche Dissonanzen. </p> <p class="bodytext">Der Abend beginnt mit einer Vorstellungsrunde der Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften, bei der schnell deutlich wird, wie heterogen die Münchner Bevölkerung ist, schließlich sind zwei Drittel der Einwohner*innen weder katholisch noch evangelisch. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) begrüßt die Gäste entsprechend mit der Feststellung, dass viel zu selten auf das Gemeinsame geblickt werde, das die Menschen eigentlich verbindet. „<em>Es berührt mich sehr, dass wir heute hier in schwierigen Zeiten zusammenstehen</em>“, so Dietl. </p> <p class="bodytext">In den Beiträgen der Gemeinschaften ist die gemeinsame Schnittmenge deutlich zu vernehmen: die Wertschätzung und Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von Herkunft und Glaube, der Wunsch nach Respekt und Frieden zwischen allen Menschen, das Ablehnen von Vorurteilen, Gewalt und Hass sowie der Wusch, füreinander einzustehen.</p> <p class="bodytext">Anschließend sang der Menschenrechtschor die drei Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die sie zuvor einstudiert hatten. Komponiert von Axel Christian Schullz und an diesem Abend mit instrumentaler Begleitung entsteht eine genauso überraschende wie gelungene musikalische Interpretation dieser bedeutenden Grundsätze der Menschheit. Der Chor entstand auf Initiative der humanistischen Vereinigung im Vertrauen auf die vorhandene gemeinsame Wirkkraft der Menschenrechte. Er wurde für diese Veranstaltung gegründet und vereint Menschen, die gemeinsam ein hörbares Zeichen für Würde, Vielfalt und Zusammenhalt setzen möchten. Der Chor bietet eine seltene Gelegenheit, dass Menschen unterschiedlicher Überzeugungen – religiös, weltanschaulich oder ohne Bindung – gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten, einander begegnen und voneinander lernen. </p> <p class="bodytext">Danach stellen die Vertreter*innen der Gemeinschaften ihre Ideen und Perspektiven für ein noch besseres Miteinander vor. Wolfgang Wuschek, der im Rahmen des interreligiösen Dialogs die Humanistische Vereinigung vertritt, freute sich, dass zum ersten Mal bei einer solchen Veranstaltung auch Humanist*innen und Buddhist*innen mit auf dem Podium sitzen. In einer Stadt, in der religiöse Bindungen stark rückläufig sind, ist diese Erweiterung kein Randdetail, sondern ein deutliches Signal: Der interreligiöse und weltanschauliche Dialog öffnet sich endlich hin zum gesamten, nicht nur zum religiösen Spektrum. Wuschek beschrieb in seinem Statement drei Ebenen, auf denen Religionen und Weltanschauungen zum Frieden beitragen können:</p> <p class="bodytext">• Verantwortungsvolle Arbeit (z.B. Wertearbeit und Kritik) in der eigenen Gemeinschaft</p> <p class="bodytext">• Gemeinsame Projekte wie den von der Humanistischen Vereinigung initiierten Münchner Menschenrechtechor, der Menschen über Grenzen hinweg zusammenführt</p> <p class="bodytext">• Offene Formate, an denen alle Münchnerinnen und Münchner teilnehmen können – unabhängig von ihrer religiösen oder weltanschaulichen Bindung</p> <p class="bodytext">Er betonte auf dem Podium auf einen Publikumsbeitrag hin die Notwendigkeit, auch nichtreligiöse Menschen sowie nicht mehr praktizierende oder inzwischen distanzierte Gläubige zu erreichen. Ohne diese würden die Bemühungen kaum Erfolg haben, da sonst zu wenige Menschen beteiligt sind. Im Anschluss wurde Wuschek von mehreren, auch prominenten Personen mit religiösem Hintergrund angesprochen, die seine Beiträge positiv gewürdigten.</p> <p class="bodytext">Die für die jüdische Gemeinde vorgesehene Teilnahme von Rabbiner Jan Guggenheim wurde allerdings kurzfristig abgesagt, auch die Vertreter*innen der beiden jüdischen Gemeinden waren nicht anwesend. Das verärgerte den ehemaligen Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) so sehr, dass er unangekündigt auf Aufforderung des Moderators Marian Offman das Podium betrat. Ude beklagte die Nicht-Benennung des „weißen Elefanten im Raum“ – die Absage des Rabbiners Guggenheim. Laut Marian Offman, dem städtischen Beauftragten für interreligiösen Dialog, erfolgte diese Absage indirekt aufgrund der Teilnahme des Penzberger Imams Idriz, dessen Ehrung bundesweit eine Kontroverse ausgelöst hatte und gegen die sich unter anderem IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch gewandt hatte. Der frühere OB Ude verteidigte Imam Idriz, der seiner Meinung nach als Repräsentant einer Weltreligion jede islamistische Gewalt oder Frauenfeindlichkeit stets verurteilt habe. Er bezeichnete den Versuch, Idriz eine Auszeichnung zu verwehren, als „blamablen Vorgang und Rückfall“. Er betonte die Notwendigkeit von Dialogbereitschaft statt eines „bloßen feindseligen Abwehrens“. Anstelle des Rabbiners übernahm Terry Swartzberg, Vorsitzender von Jews Engaged With Students (J.E.W.S.), die Vertretung der jüdischen Gemeinschaft.</p> <p class="bodytext">Hintergrund:</p> <p class="bodytext">In der Münchner Charta der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften' bekennen sich über 20 Gemeinschaften zu gegenseitiger und gesamtgesellschaftlicher Solidarität und Gerechtigkeit, die Humanistische Vereinigung ist eine davon.</p> <p class="bodytext">Der Menschenrechte-Chor würde auch gerne bei weiteren Veranstaltungen auftreten, die Menschlichkeit, Dialog und Zusammenhalt fördern – z. B. Stadtteil- und Quartiersfeste, interkulturelle und interreligiöse Veranstaltungen. </p> <p class="bodytext">Kontakt für Auftritte oder Mitmachen kann entweder über den Chorleiter Franz Wagner (<a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9vz-eqz-lhZflzhk-bnl');">wa.fra.mi[at]gmail.com</a>) oder Organisator Wolfgang Wuschek (<a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9vnkefzmfZchd,vtrbgdjr-bnl');">wolfgang[at]die-wuscheks.com</a>) hergestellt werden.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-683</guid> <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 11:42:55 +0100</pubDate> <title>Freireligiöse Gemeinde Mannheim ist korporatives Mitglied der HV</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/freireligioese-gemeinde-mannheim-ist-korporatives-mitglied-der-hv.html</link> <description>Anfang Dezember ist die Freireligiöse Gemeinde Mannheim (FRG Mannheim) – Humanistische Gemeinschaft korporatives Mitglied der Humanistischen Vereinigung (HV) geworden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Pressemitteilung – 8. Dezember 2025 – Nürnberg</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>--- </strong> </p> <p class="bodytext"><strong>Freireligiöse Gemeinde Mannheim ist korporatives Mitglied der Humanistischen Vereinigung</strong> </p> <p class="bodytext">Anfang Dezember ist die Freireligiöse Gemeinde Mannheim (FRG Mannheim) – Humanistische Gemeinschaft korporatives Mitglied der Humanistischen Vereinigung (HV) geworden. Die zuständigen Gremien beider Organisationen haben dies einstimmig beschlossen. Damit verbinden sich zwei traditionsreiche Gemeinschaften mit gemeinsamem Ursprung, langer freireligiöser und humanistischer Geschichte und ähnlichen, sich ergänzenden Tätigkeiten.</p> <p class="bodytext">Durch die Zusammenarbeit entstehen Synergien im Gemeindeleben, in der Jugendarbeit und in der fachlichen Zusammenarbeit, die es beiden Partnern ermöglichen werden, Ressourcen zu bündeln, voneinander zu lernen und interne Prozesse zu verbessern. Gleichzeitig stärkt ein gemeinsames Auftreten die überregionale Sichtbarkeit und die politische Interessenvertretung.</p> <p class="bodytext">Durch die Mitgliedschaft sollen zudem neue Kommunikationsräume entstehen, die Vertrauen fördern, gemeinsame Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar machen sowie den fachlichen und zwischenmenschlichen Austausch der Mitglieder beider Gemeinschaften stärken werden.</p> <p class="bodytext">Die FRG Mannheim ist in der Sozial- und Wohlfahrtsarbeit und in der Jugendhilfe aktiv. Über den Freireligiösen Wohlfahrtsverband Baden e.V. ist sie Träger des überkonfessionellen Karl-Weiß- Senioren- und Pflegeheims, des Pflegedienstes Karl-Weiß-Mobil, verschiedener schulischer Betreuungsgruppen, einer Praxis für Ergotherapie, einer Kita und von Service Wohnungen. In ihrem neuen Gebäude, dem FORUM FRANKLIN in Mannheim-Käfertal sind viele der Angebote und Einrichtungen unter einem Dach. Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim ist auch Mitglied im Jugendhilfeausschuss der Stadt Mannheim. </p> <p class="bodytext">Zu den Angeboten der Gemeinde gehören außerdem Lebensfeiern in weltlicher und individueller Form, eine Kinder- und Jugendarbeit mit verschiedenen Freizeitangeboten, persönliche Beratung in verschiedenen Bereichen und ein breites soziales, kulturelles und weltanschaulich profiliertes Programm.</p> <p class="bodytext">Erste gemeinsame Projekte wie beispielsweise in der Kinder- und Jugendarbeit, nehmen bereits konkrete Formen an.</p> <p class="bodytext"><em>„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, mit der wir an eine lange, gemeinsame Tradition anknüpfen und neue Möglichkeiten für einen offenen Austausch und eine vertiefte Zusammenarbeit schaffen. Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim und die Humanistische Vereinigung stärken einander, indem wir unsere Erfahrungen, unsere Netzwerke und unsere humanistischen Grundüberzeugungen teilen. Gemeinsam können wir vor Ort als auch überregional deutlich mehr für die Menschen bewirken, die wir begleiten.“</em> <strong>(Gisela Wittemann, Vorsitzende FRG Mannheim)</strong> </p> <p class="bodytext"><em>„Wir freuen uns sehr über diesen Schritt, denn gemeinsam sind wir stärker und können unsere humanistischen Werte noch wirkungsvoller in die Gesellschaft tragen. Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim mit dem Freireligiösen Wohlfahrtsverband als freier Träger beeindrucken uns seit Jahren mit ihrer gemeinsamen engagierten sozialen, pädagogischen und pflegerischen Arbeit, mit der sie vor Ort bereits große Anerkennung erworben haben. Ich bin überzeugt, dass wir in diesem Verbund viel voneinander profitieren und gemeinsam neue Impulse setzen werden.“ </em><strong>(Michael Bauer, Vorstand Humanistische Vereinigung)</strong> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Über Ihre Berichterstattung freuen wir uns. </p> <p class="bodytext">Bei Fragen melden Sie sich jederzeit gern. </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Mit freundlichen Grüßen</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Pressestelle der Humanistischen Vereinigung</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Kontakt:</p> <p class="bodytext">Martin Bühner</p> <p class="bodytext">Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit</p> <p class="bodytext">Mobil +49 (0) 172 9879456</p> <p class="bodytext">Tel. +49 (0) 911 43104-299</p> <p class="bodytext"><a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9oqdrrdrsdkkdZgtlzmhrshrbgd,udqdhmhftmf-cd');">pressestelle[at]humanistische-vereinigung.de</a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(Bildquelle: Freireiligiöse Gemeinde Mannheim - Humanistische Gemeinschaft)</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-682</guid> <pubDate>Mon, 24 Nov 2025 13:43:16 +0100</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin vom November 2025: Mubarak Bala im Gespräch </title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-mubarak-bala-im-gespraech.html</link> <description>Am Sonntag auf Bayern 2 und hier jederzeit als podcast zu hören: die neue Ausgabe unseres Humanistischen Radiomagazins. Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe steht ein ausführliches Gespräch mit dem nigerianischen Menschenrechtler und Humanisten Mubarak Bala. </description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias wurde 2020 wegen angeblicher „Blasphemie“ verhaftet, ohne Anklage über ein Jahr lang festgehalten und später in einem international kritisierten Verfahren zu 40 Jahren Haft verurteilt. Sein Fall erregte weltweit Aufmerksamkeit und löste Proteste zahlreicher Menschenrechtsorganisationen aus.</p> <p class="bodytext">Dank des entschlossenen Engagements seines Anwalts, der Humanistischen Vereinigung sowie vieler internationaler NGOs stellte ein Berufungsgericht 2024 die Rechtswidrigkeit des Urteils fest. Nach seiner Freilassung gelang es, Mubarak Bala sicher außer Landes zu bringen. Heute lebt er im Rahmen des <strong>Humanist Shelter Program</strong> der Humanistischen Vereinigung in Nürnberg – einem Schutzprogramm für bedrohte Menschenrechtsverteidiger*innen, das ihnen Sicherheit, Betreuung und die Möglichkeit bietet, ihre Arbeit fortzuführen.</p> <p class="bodytext">In unserem Interview berichtet Mubarak Bala eindrucksvoll über seine Erfahrungen während der Haft, die massiven Bedrohungen, denen er ausgesetzt war, und die Situation für Humanist*innen und religiöse Minderheiten in Nigeria. Er erklärt, warum der Einsatz für Meinungs- und Glaubensfreiheit in stark religiös geprägten Gesellschaften so gefährlich sein kann und wie er seine Menschenrechtsarbeit heute von Deutschland aus weiterführt.</p> <p class="bodytext"><strong><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/mubarak-bala-ist-frei-ein-sieg-der-menschlichkeit-und-beharrlichkeit" target="_blank">Weitere Hintergründe zum Fall Mubarak Bala finden Sie hier.</a></strong> </p> <p class="bodytext"><strong><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Weitere Informationen zum Humanist Shelter Program finden Sie hier.</a></strong></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-681</guid> <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 16:19:27 +0100</pubDate> <title>Wie Europa handlungsfähiger werden kann – Eindrücke von der Europa-Rede 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wie-europa-handlungsfaehiger-werden-kann-eindruecke-von-der-europa-rede-2025.html</link> <description>Bei der 16. Europa-Rede der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat Manfred Weber, Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP), die Zukunft Europas thematisiert – und stellte dabei sieben Thesen für ein starkes, handlungsfähiges Europa vor.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><span style="color:black">Die Leiterin des Berliner Büros der Humanistischen Vereinigung, Grit Lahmann, war vor Ort und erlebte einen Abend, der deutlich machte, wie wichtig es ist, Europas Werte zu wertschätzen und die gemeinsamen Erfolge sichtbarer zu machen.</span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">Den Abend eröffnete der Ende des Jahres aus dem Amt scheidende KAS-Vorsitzende Norbert Lammert – designierte Nachfolgerin ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Er erinnerte an Deutschlands besondere Rolle für ein friedliches Zusammenleben in Europa und zitierte Konrad Adenauer, der im kommenden Jahr 150 Jahre alt geworden wäre, sinngemäß:</span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">„Nachdem die USA lange Garant für den Frieden in Europa waren, wird der Tag kommen, an dem Europa diese Aufgabe selbst übernehmen muss.“<br /> Ein Zitat – 75 Jahre alt und doch aktueller denn je.</span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">Den Auftakt bildete der KAS Makerthon Europe, bei dem vier junge Europäer:innen Ideen für die Zukunft Europas vorstellten – aus den Bereichen Verteidigung, Wirtschaft, Demografie und soziale Kohäsion. Das Publikum wählte den Pitch zum Thema Wirtschaf<em>t</em> als den überzeugendsten: eine Initiative, um Europas innovativste Köpfe zu „Rockstars“ zu machen und nationale Innovationswettbewerbe ins Leben zu rufen. </span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">In seiner Rede betonte Manfred Weber, dass Europa nur dann handlungsfähig bleiben könne, wenn es sich seiner eigenen Stärken bewusst ist und Verantwortung übernimmt. Seine 7 Thesen:</span></p><ul><li><span style="color:black">Erfolge Europas gegenüber nationalen Egoismen sichtbar machen.</span></li><li><span style="color:black">Europa positiv erzählen – in Medien und Öffentlichkeit.</span></li><li><span style="color:black">Regeln ernst nehmen: Rechtsstaatlichkeit, Haushaltsdisziplin, Verantwortung.</span></li><li><span style="color:black">Weniger Bürokratie, mehr gemeinsames Handeln – in Energie, Innovation und Handel.</span></li><li><span style="color:black">Unterstützung für proeuropäische Staaten wie Moldau, Regulierung sozialer Medien gegen Manipulation.</span></li><li><span style="color:black">Kooperation nur mit Partnern, die für Rechtsstaat, Europa und Ukraine stehen.</span></li><li><span style="color:black">Den <em>European Way of Life</em> bewahren – und sich die Erfolge u.a. in den Bereichen Menschenrechte, Gleichberechtigung, Rechtsstaat, Abschaffung der Todesstrafe immer wieder vor Augen führen. </span></li></ul><p class="bodytext"><span style="color:black">„Wir brauchen mehr europäischen Patriotismus – regionale, nationale und europäische Identität schließen sich nicht aus, sie gehören zusammen.“, so Weber. </span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Europa sichtbarer und greifbarer werden muss:<br /> Eine funktionierende Wirtschaftsordnung, eine Kapitalmarktunion, mehr Tempo und die Einbindung junger Europäer:innen – all das sind entscheidende Schritte, um Europas Zukunft aktiv zu gestalten und die durch positives emotionales Storytelling begleitet sein sollten. </span> </p> <p class="bodytext"><span style="color:black">Ein Abend, der Mut machte, Europa nicht nur als politische Institution, sondern als gemeinsames Projekt für Frieden, Freiheit und Zusammenhalt zu verstehen.</span> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-680</guid> <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 15:14:16 +0100</pubDate> <title>Gemeinsam stark: Unterstützt unser Projekt „Mein Körper, ein Wunder“</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinsam-stark-unterstuetzt-unser-projekt-mein-koerper-ein-wunder.html</link> <description>Wir freuen uns sehr, dass unser Kindergarten am Förderwettbewerb „Sparda macht’s möglich“ teilnimmt!</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Mit unserem Projekt <strong>„Mein Körper, ein Wunder“</strong> möchten wir Kinder auf spielerische und altersgerechte Weise dafür begeistern, ihren Körper besser kennenzulernen, zu verstehen und wertzuschätzen. Bewegung, Ernährung, Achtsamkeit und kreative Experimente stehen dabei im Mittelpunkt – alles, um Selbstvertrauen, Körperbewusstsein und Wohlbefinden der Kinder zu stärken.</p> <p class="bodytext"><strong>Worum geht es konkret?</strong><br /> In „Mein Körper, ein Wunder“ entdecken die Kinder auf vielfältige Weise, wie ihr Körper funktioniert und was ihm guttut. Gleichzeitig erfahren sie Gemeinschaft: gemeinsam kochen, zusammen essen, miteinander Sport treiben, Spiele ausprobieren und sich gegenseitig unterstützen. So erleben sie, wie wertvoll Bewegung, gesunde Ernährung und achtsamer Umgang mit dem eigenen Körper sind – und wie viel Freude das gemeinsam machen kann.</p> <p class="bodytext"><strong>Geplante Aktionen und Inhalte:</strong></p><ul data-end="1730" data-start="1306"><li data-end="1399" data-start="1306"> <p>Bewegungsangebote mit unterschiedlichen Materialien, z. B. Bälle, Seile, Hula-Hoop-Reifen</p> </li><li data-end="1467" data-start="1400"> <p>Busausflug zum Hochseilgarten für besondere Bewegungserlebnisse</p> </li><li data-end="1522" data-start="1468"> <p>Theaterbesuch rund ums Thema Körper und Gesundheit</p> </li><li data-end="1583" data-start="1523"> <p>Elternabend mit Ernährungsberatung und praktischen Tipps</p> </li><li data-end="1653" data-start="1584"> <p>Materialien zum Thema Körper, Ernährung und Bewegung für die Kita</p> </li><li data-end="1730" data-start="1654"> <p>Busfahrt zu einer Wanderung, um Natur, Bewegung und Teamgeist zu erleben</p> </li></ul><p class="bodytext"><strong>Warum wir dabei sind:</strong><br /> „Sparda macht’s möglich“ unterstützt gemeinnützige Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie unsere Kita. Durch die Förderung können wir die oben genannten Aktionen und Materialien realisieren und den Kindern unvergessliche, wertvolle Erfahrungen ermöglichen.</p> <p class="bodytext"><strong>So können Sie uns unterstützen:</strong> </p> <p class="bodytext"> Die Abstimmung für unser Projekt <strong>läuft bereits</strong>! Jede Stimme zählt und bringt uns dem Förderziel ein Stück näher. Es ist ganz einfach: </p> <h3>Besuchen Sie die Projektseite, geben Sie Ihre Stimme ab und helfen Sie uns, „Mein Körper, ein Wunder“ Wirklichkeit werden zu lassen: <a href="https://sparda-machts-moeglich.de/projekte/68db8d8c9a98ca94bcef427a?utm" target="_new" rel="noopener" class="decorated-link" data-end="2422" data-start="2332">Jetzt hier abstimmen</a></h3>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-679</guid> <pubDate>Tue, 21 Oct 2025 15:48:16 +0200</pubDate> <title>Brücken bauen für Humanismus: Politische Begegnungen und Gespräche</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/bruecken-bauen-fuer-humanismus-politische-begegnungen-und-gespraeche.html</link> <description>In der vergangenen Woche führte Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung (HV), wieder mehrere bedeutende politische Gespräche in Berlin.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dabei ging es unter anderem darum, die Interessen nichtreligiöser Menschen noch stärker in Politik und Gesellschaft zu verankern – insbesondere in Bereichen, in denen bisher fast ausschließlich religiöse Strukturen vertreten sind - und ihre Stimmen unüberhörbar zu machen.</p> <p class="bodytext">Zum Auftakt traf Bauer gemeinsam mit Grit Lahmann, Leiterin des Berliner Büros der HV, den neuen Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Henning Otte. In dem offenen und konstruktiven Gespräch ging es um die längst überfällige Einführung einer humanistischen Seelsorge bei der Bundeswehr. Während für evangelische, katholische, jüdische und bald auch islamische Soldat*innen seelsorgerische Angebote bestehen, gibt es bislang kein entsprechendes Angebot für Menschen ohne religiöse Bindung – obwohl diese die Mehrheit in der Truppe ausmachen.<br /> „<em>Wir setzen damit den Gesprächsfaden fort, den wir bereits mit der früheren Wehrbeauftragten Eva Högl begonnen hatten</em>“, so Bauer. „<em>Ein humanistisches Angebot ist notwendig und längst überfällig, um die pluralistische Wirklichkeit in der Bundeswehr endlich abzubilden</em>.“</p> <p class="bodytext">Weitere Informationen zur humanistischen Militärseelsorge finden Sie hier:&nbsp;<a href="politische-arbeit/militaerseelsorge" target="_new" rel="noopener" class="decorated-link" data-end="1730" data-start="1609">Humanistische Seelsorge in der Bundeswehr</a> </p> <p class="bodytext">Anschließend ging es in den Bundestag zu einem Treffen mit dem neuen Regierungsbeauftragten für die Freiheit von Religion und Weltanschauung, Thomas Rachel, seinem Stab sowie Vertreter*innen des Auswärtigen Amtes. Auch Frank Schwabe, der frühere Amtsinhaber und heutige Staatssekretär im Justizministerium, nahm kurz an dem Gespräch teil. Im Mittelpunkt stand die weltweite Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Begleitet wurde Bauer von den beiden Menschenrechtsverteidiger*innen und ESI-Stipendiaten der Humanistischen Vereinigung, Mariam Gavtadse (Georgien) und Mubarak Bala (Nigeria). Beide berichteten eindrucksvoll über die prekäre Situation in ihren Heimatländern und ihre persönlichen Erfahrungen im Einsatz für Freiheit und Demokratie.</p> <p class="bodytext">„<em>Das Gespräch war ausgesprochen ermutigend</em>“, betonte Bauer. „<em>Wir konnten deutlich machen, dass humanistische Werte weltweit eine wichtige Rolle beim Schutz der Menschenrechte spielen</em>.“</p> <p class="bodytext">Mehr Informationen zum Humanist Shelter Program, in dessen Rahmen Gavtadse und Bala derzeit in Nürnberg zu Gast sind:&nbsp;<a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Humanist Shelter Program</a> </p> <p class="bodytext">Ein besonders aufschlussreiches Gespräch führte Michael Bauer mit Bodo Ramelow, dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages und religionspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke.&nbsp;„<em>Darauf habe ich mich schon lange gefreut</em>“, sagte Bauer. Das Gespräch erwies sich als ebenso freundlich wie inhaltlich tiefgehend. Diskutiert wurden Fragen der Religions- und Weltanschauungspolitik, die gerechte Beteiligung der vielfältigen weltanschaulichen Strömungen, die Abschaffung historischer Staatsleistungen sowie das kirchliche Arbeitsrecht.&nbsp;<em>„Wir haben viele politische Übereinstimmungen festgestellt</em>“, so Bauer weiter. „<em>Ich hoffe, dass es nicht bei diesem ersten Gespräch bleibt – wir würden die Diskussion sehr gerne fortsetzen</em>.“</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-678</guid> <pubDate>Fri, 17 Oct 2025 12:02:21 +0200</pubDate> <title>Wiedersehen nach der Jugendfeier: Ein Tag voller Highlights</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wiedersehen-nach-der-jugendfeier-ein-tag-voller-highlights.html</link> <description>Beim Nachtreffen der Teilnehmenden der Jugendfeier 2025 in der Cultfactory Luise in Nürnberg wurde nicht nur herzlich gelacht und viel erzählt – die Jugendlichen machten auch Radio, führten Interviews, probierten Frisbee-Tricks aus und erlebten einen Tag voller gemeinsamer Erinnerungen und neuer Impulse.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nach dem emotionalen Höhepunkt der Humanistischen Jugendfeier Bayern 2025 im Juli gab es jetzt ein freudiges Wiedersehen: Am 13. September trafen sich die Jugendfeierlinge in der Luise – the Cultfactory in Nürnberg zum offiziellen Nachtreffen.</p> <p class="bodytext">Nach einigen lockeren Warm-up-Spielen stand das erste große Highlight auf dem Programm: Radiomachen mit Jugendradio FreeSpirit. In kleinen Teams übernahmen die Jugendlichen Moderation, Musikauswahl und Interviews. Sie erzählten von ihren schönsten Jugendfeier-Momenten, sprachen mit Vertreter*innen von Fridays for Future und interviewten die Band Bloody Angels. Die fertige Sendung ist auf&nbsp;<a data-start="1653" data-end="1693" class="decorated-link" rel="noopener" target="_new" href="https://free-spirit.de">www.free-spirit.de&nbsp;</a>abrufbar.</p> <p class="bodytext">Nach der kreativen Studioarbeit ging es sportlich weiter: Beim Frisbee-Workshop mit Chris Belay lernten die Jugendlichen beeindruckende Tricks und einfache Moves – und konnten sich gleich selbst ausprobieren. Schnell war die anfängliche Nervosität vergessen, und die Gruppe zeigte vollen Einsatz auf der Wiese hinter der Luise.</p> <p class="bodytext">Das Nachtreffen bot nicht nur spannende Erlebnisse, sondern auch Gelegenheit, gemeinsam auf die Jugendfeier-Zeit zurückzublicken – auf die intensiven Vorbereitungen, den großen Tag im Juli und das, was danach kommt. Am Ende stand ein Gefühl, das viele teilten: Dankbarkeit, Gemeinschaft und Vorfreude auf das, was noch kommt.<br /><br />Die Jugendfeier im Gemeinschaftshaus Langwasser war für viele Jugendliche ein besonderer Moment: 37 junge Menschen aus Bayern hatten sich dort symbolisch von ihrer Kindheit verabschiedet und feierten gemeinsam ihren Schritt ins Erwachsenenleben – selbstbewusst, neugierig und mit Blick auf die Zukunft. Während des umfangreichen Vorbereitungsprogramms hatten die Jugendlichen bereits viel miteinander erlebt, gelernt und diskutiert. Freundschaften sind entstanden, die auch nach der Feier Bestand haben. Beim Nachtreffen zeigte sich, wie groß die Wiedersehensfreude war – und wie lebendig der Austausch in der Gruppe geblieben ist.</p> <p class="bodytext">Mehr zur Jugendfeier Bayern und zur Anmeldung für 2026 unter: <a data-start="2862" data-end="2910" class="decorated-link" rel="noopener" target="_new" href="https://www.jugendfeier.de">www.jugendfeier.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-677</guid> <pubDate>Fri, 17 Oct 2025 11:37:31 +0200</pubDate> <title>Rückblick: Bundes-JuHu-Wochenende 2025 in Berlin</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/rueckblick-bundes-juhu-wochenende-2025-in-berlin.html</link> <description>Vom 3. bis 5. Oktober 2025 trafen sich junge Humanist*innen aus Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin zum Bundes-JuHu-Wochenende im Jugendgästehaus Spreeinsel in Berlin. Das Treffen bot Raum für Austausch, gemeinsame Aktivitäten und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der jungen humanistischen Bewegung in Deutschland.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ein zentraler Punkt des Wochenendes war die Auflösung des bisherigen eigenständigen Vereins der Jungen Humanist*innen und die offizielle Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BuJuHu). Diese Struktur ermöglicht künftig eine engere Vernetzung und stärkere Kooperation zwischen den JuHu-Gruppen in den einzelnen Bundesländern. In einer Sitzung des neu gewählten Bundesvorstands wurden erste organisatorische und inhaltliche Schritte für die kommenden Monate besprochen.</p> <p class="bodytext">Neben den formalen Beschlüssen kam auch der inhaltliche und gemeinschaftliche Teil nicht zu kurz: In einem interaktiven Workshop zum Thema „Was bedeutet Humanismus für uns?“ diskutierten die Teilnehmenden, wie humanistische Werte wie Selbstbestimmung, Solidarität und Verantwortung im Alltag junger Menschen gelebt werden können.</p> <p class="bodytext">Abgerundet wurde das Wochenende durch einen gemeinsamen Ausflug durch Berlin, viele Gespräche, Spiele und ein solidarisch organisiertes Verpflegungskonzept – ganz im Sinne des gelebten Humanismus.</p> <p class="bodytext">Das Bundes-JuHu-Wochenende zeigte eindrucksvoll, wie lebendig und engagiert junge Humanist*innen in Deutschland sind. Mit der Gründung der BuJuHu wurde ein wichtiger Schritt getan, um die Zusammenarbeit auf Bundesebene zu stärken und jungen Menschen eine Stimme innerhalb der humanistischen Bewegung zu geben.</p> <p class="bodytext">Die Jungen Humanist*innen (JuHus) sind die Jugendorganisation der Humanistischen Vereinigung. Sie setzen sich für Humanismus, Selbstbestimmung, Solidarität und kritisches Denken ein. In ihren Gruppen, Projekten und Veranstaltungen bieten sie jungen Menschen Raum für Engagement, Diskussion und Gemeinschaft – unabhängig von Religion, aber mit klarer Haltung für Menschlichkeit und Verantwortung.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-676</guid> <pubDate>Tue, 14 Oct 2025 12:33:49 +0200</pubDate> <title>20 Miles Nordenham: Willkommen an Land</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/20-miles-nordenham-willkommen-an-land.html</link> <description>Die Nachfrage im neuen Seefahrerclub der Humanistischen Vereinigung steigt kontinuierlich. Das zweite Angebot für Seeleute hat sich längst bewährt und ist im Hafen von Nordenham zu einem Ort der Begegnung und des Wohlfühlens geworden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Seefahrerclub „20 Miles“ in Nordenham hat sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt für Seeleute aus aller Welt entwickelt. Seit der Eröffnung Anfang dieses Jahres zeigt sich deutlich, dass das zweite Betreuungsangebot im Rahmen des Seafarer’s Social Service der Humanistischen Vereinigung ein voller Erfolg ist. Die Nachfrage wächst stetig, immer mehr Seeleute besuchen den Club, um in der Fremde ein Stück Gemeinschaft, Ruhe und Menschlichkeit zu finden.</p> <p class="bodytext">Im September war im 20 Miles besonders viel Betrieb. Eine Woche lang lagen gleich zwei große Schiffe im Hafen von Nordenham: die „Pierre de Fermat“, ein Kabelleger, und die „Amani“, deren gesamte Besatzung aus Madagaskar stammte. Die Seeleute fühlten sich im 20 Miles sehr wohl und hinterließen als Dankeschön einen Geldschein aus ihrer Heimat – ein herzliches Zeichen ihrer Wertschätzung. An einem der Tage war der Club mit 15 Gästen sogar fast überfüllt, was eindrucksvoll zeigt, wie wichtig und gefragt dieses Angebot ist. Auf einem der Bilder, die in dieser Zeit entstanden, ist unsere Mitarbeiterin Silvia Körner zu sehen, auf einem anderen die „Amani“ vor Nordenham.</p> <p class="bodytext">Das 20 Miles wurde wie das 50 Miles in Oldenburg eingerichtet, um Seeleuten, die oft wochen- oder monatelang fern ihrer Familien unterwegs sind, einen Ort zum Ankommen zu bieten. Hier können sie sich entspannen, Kontakte knüpfen, das Internet nutzen, telefonieren oder einfach in Ruhe einen Kaffee trinken. Darüber hinaus steht das Team des Seafarer’s Social Service den Gästen bei praktischen Fragen, bei Sorgen und in Notlagen zur Seite. Menschlichkeit, Offenheit und Respekt prägen die Atmosphäre.</p> <p class="bodytext">Die Idee, neben dem bestehenden Angebot in Oldenburg eine zweite Einrichtung in Nordenham zu schaffen, hat sich also voll und ganz bestätigt. Der Hafen ist ein wichtiger Anlaufpunkt für internationale Schiffe, und viele Seeleute nutzen nun die Gelegenheit, hier in unmittelbarer Hafennähe einen sicheren und freundlichen Ort zu finden. Die positiven Rückmeldungen und die wachsende Zahl an Besuchern zeigen, dass das Konzept aufgeht. Das 20 Miles ist damit längst mehr als ein Aufenthaltsraum für Seeleute: Es ist ein Ort gelebter Solidarität im Herzen des Hafens von Nordenham.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-675</guid> <pubDate>Mon, 06 Oct 2025 17:00:26 +0200</pubDate> <title>Bundeskongress der Räte der Religionen: Kreative Wege für Verständigung</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/raete-der-religionen-treffen-sich-kreative-wege-fuer-verstaendigung.html</link> <description>Delegierte aus 44 Städten nutzen den Kongress, um gemeinsam zu experimentieren, voneinander zu lernen und im Austausch über Religionen und Weltanschauungen zu erproben, wie Menschlichkeit im Alltag konkret gelebt werden kann.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Rund 80 Delegierte aus 44 Städten und Landkreisen haben sich Mitte September zum 8. Bundeskongress der Räte der Religionen in Dietzenbach im hessischen Landkreis Offenbach getroffen. Der zweitägige Austausch drehte sich weniger um Glaubensfragen, sondern darum, wie Verständigung gelingen kann, wenn Worte dazu nicht ausreichen.</p> <p class="bodytext">Unter den Teilnehmern waren auch Lutz Renken von der Humanistischen Vereinigung und Ilyas Yanc vom Yezidischen Forum, die gemeinsam den Arbeitskreis Religionen des Präventionsrates Oldenburg repräsentierten. Ihre Teilnahme macht deutlich, dass der Bundeskongress nicht nur religiöse Stimmen bündelt, sondern auch weltanschauliche Perspektiven einbezieht.</p> <p class="bodytext">Der Kongress begann am Sonntagabend mit einem kulturellen Auftakt im Capitol Dietzenbach. Musik, Theater und künstlerische Beiträge boten einen lockeren Einstieg und luden die Teilnehmer*innen zum Gespräch ein. Bürgermeister Dr. Dieter Lang, Landrat Oliver Quilling und Sozialministerin Heike Hofmann hoben die Vielfalt der Region hervor. „Hier leben mehr als 130 Nationalitäten“, sagte Quilling. „Und der Austausch über Grenzen hinweg gehört zum Alltag.“</p> <p class="bodytext">Am zweiten Tag rückte die Frage in den Mittelpunkt, wie Begegnung jenseits von Sprache möglich ist. Mareike Ritter vom Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst berichtete von Erfahrungen aus jüdisch-muslimischen Kunst- und Kulturprojekten. Kreative Formate können demnach Nähe erzeugen, Verständnis fördern und den Blick für Gemeinsamkeiten öffnen, selbst wenn Diskussionen scheitern.</p> <p class="bodytext">Die Delegierten probierten verschiedene Ansätze praktisch aus. Im interreligiösen Musikensemble <em>Coexist</em> aus Dresden spielten sie gemeinsam und erlebten, wie Musik als verbindendes Element wirken kann. Das Festival <em>HolyFlow</em> in Cottbus setzt auf Tanz und Performance, um Begegnung zu ermöglichen. Bei Projekten wie den Gärten der Religionen oder interreligiöser Kräuterkunde wurde gemeinsames Arbeiten mit Austausch kombiniert. Schul-Tandems zwischen jüdischen und muslimischen Schülern ermöglichten frühe Begegnung, während das Mitmach-Theater des <em>People’s Theater</em> aus Offenbach Konflikte im Alltag sichtbar machte und Reflexion anregte.</p> <p class="bodytext">Ein besonderer Programmpunkt war der „Spirituelle Impuls“. Lutz Renken sprach dabei für die Humanistische Vereinigung und rückte die Menschlichkeit in den Mittelpunkt. Sie sei nicht einfach schmückendes Beiwerk, sondern das Fundament, auf dem religiöse und weltanschauliche Praktiken funktionieren. „Ohne Menschlichkeit bleibt Moral beliebig, Vernunft kalt“, sagte Renken. Entscheidend sei nicht, dieselben Wahrheiten zu teilen, sondern den anderen als Menschen wahrzunehmen – verletzlich, widersprüchlich und fähig zu Einsicht. Gerade in Zeiten, in denen Konflikte manche Menschen zu Feindbildern machen, beginne Haltung im Alltag, im Gespräch, im Zuhören und im Widerspruch. Er zitierte Bertrand Russell und Albert Einstein: „Erinnert Euch an Eure Menschlichkeit und vergesst den Rest.“</p> <p class="bodytext">Neben inhaltlichem Austausch standen auch organisatorische Themen auf der Tagesordnung. Der Sprecher*innenrat des Bundeskongresses wurde neu gewählt und wird künftig die Arbeit der Räte koordinieren. Der nächste Kongress ist für 2026 in Stuttgart geplant. Dort soll die Vielfalt der Stadt sichtbar werden, der Austausch weiter gefördert und praktische Beispiele für gelebten Dialog vorgestellt werden.</p> <p class="bodytext">Insgesamt machte der Kongress deutlich, dass Dialog nicht nur durch Diskussionen entsteht. Musik, Theater, Umweltprojekte oder Schulpartnerschaften können Begegnung erleichtern und Verständnis fördern. Dabei geht es nicht um große Gesten, sondern um alltägliche Haltung: zuhören, respektvoll bleiben und Menschlichkeit ernst nehmen.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-674</guid> <pubDate>Thu, 25 Sep 2025 11:31:48 +0200</pubDate> <title>50 Jahre Vielfalt: Die HV beim Interkulturellen Fest in Mainz</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/50-jahre-vielfalt-die-hv-beim-interkulturellen-fest-in-mainz.html</link> <description>Mitten im bunten Treiben auf dem Mainzer Domplatz nutzte die Humanistische Vereinigung Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. die Gelegenheit, sich vorzustellen, mit Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen und Ideen und Werte des Humanismus zu vermitteln.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wieder verwandelte sich der Mainzer Domplatz zu einem riesigen Ort der Begegnungen: Zum 50. Mal fand dort das Interkulturelle Fest statt, als Höhepunkt der Interkulturellen Woche. Seit einem halben Jahrhundert bringt dieses Fest Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Generationen zusammen – ein starkes Zeichen für Offenheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt. Zahlreiche Stände boten kulinarische Spezialitäten aus aller Welt, begleitet von Musik, Tanz und vielfältigen Informationsangeboten.</p> <p class="bodytext">Auch die <a href="https://hv-rlp-saar.de/" target="_blank"><strong>Humanistische Vereinigung Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.</strong></a> war wieder mit einem eigenen Stand vertreten. Bei sonnigem Spätsommerwetter hatten wir einen besonders günstig gelegenen Platz, an dem viele Besucherinnen und Besucher vorbeikamen. Trotz der verkleinerten Festfläche – bedingt durch Bauarbeiten am Domplatz – entwickelte sich unser Infostand schnell zu einem belebten Anlaufpunkt.</p> <p class="bodytext">Das Interesse der Gäste an unserer Arbeit war groß. Besonders gefragt waren Informationen zu humanistischen Trauerfeiern und zur Patientenverfügung. Viele nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche und Nachfragen. Eine Besucherin erkundigte sich sogar, ob wir den Aufbau einer eigenen Kindertagesstätte planten. Leider mussten wir hier passen – ein solches Projekt ist derzeit für uns noch nicht umsetzbar, doch die Nachfrage zeigt deutlich, wie wichtig humanistische Angebote auch in diesem Bereich wären.</p> <p class="bodytext">Die lebendige Atmosphäre und die Offenheit der Besucherinnen und Besucher machten den Tag für uns zu einem vollen Erfolg. Natürlich war der Sonntag auch anstrengend – aber er hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, als Humanist*innen sichtbar präsent zu sein und im direkten Austausch über unsere Werte und Angebote zu sprechen.</p> <p class="bodytext">Wir bedanken uns herzlich bei allen, die unseren Stand besucht haben, und freuen uns schon auf das nächste Jahr: Im September 2026 werden wir wieder mit dabei sein, wenn Mainz erneut zum Treffpunkt der Kulturen wird.</p> <p class="bodytext">Weitere Informationen zur Interkulturellen Woche und zum Fest <a href="https://www.mainz.de/leben-und-arbeit/migration-und-integration/interkulturelle-woche.php" target="_blank">finden sich auf den Seiten der Stadt Mainz</a>.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-673</guid> <pubDate>Mon, 22 Sep 2025 11:57:29 +0200</pubDate> <title>Freigeistige Gemeinschaft Berlin ist Mitglied der HV geworden</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/freigeistige-gemeinschaft-berlin-ist-mitglied-der-humanistischen-vereinigung-geworden.html</link> <description>Mit dem Beschluss ihrer Mitgliederversammlung hat sich die Freigeistige Gemeinschaft Berlin der Humanistischen Vereinigung angeschlossen. Beide Organisationen verbindet eine lange gemeinsame Tradition.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Pressemitteilung&nbsp;– 22. September 2025 – Berlin</p> <p class="bodytext">---</p> <p class="bodytext"><strong>Freigeistige Gemeinschaft Berlin ist Mitglied der Humanistischen Vereinigung geworden</strong> </p> <p class="bodytext">Die „Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde“ hat sich der Humanistischen Vereinigung angeschlossen. Dies hat die Mitgliederversammlung des Vereins am vorletzten Wochenende beschlossen.</p> <p class="bodytext">Die Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 blickt auf eine bewegte 180jährige Geschichte zurück. Sie war eine der aktivsten und einflussreichsten Gemeinden der freireligiösen Bewegung seit der Demokratischen Revolution von 1848 bis zu ihrem Verbot 1934 durch den NS-Staat. Nach dem Ende der deutschen Diktaturen wurde sie wiederkonstituiert. </p> <p class="bodytext">Heute stellt sie der Öffentlichkeit mit ihrem ehemaligen Friedhof ein bedeutendes Gartendenkmal zur Verfügung. Dieser knapp 6.000 qm umfassende kulturhistorische Erinnerungsort liegt mitten im Stadtteil Prenzlauer Berg – Bezirks Pankow, zwischen Pappelallee und Lychener Straße. Die erste Beerdigung auf ihm fand im Januar 1848 statt. Durch 35 kulturhistorische Denkzeichen verweist der Friedhofspark fragmentarisch auf seine Geschichte.</p> <p class="bodytext">Ebenfalls gehört ein umfangreiches Archiv zur Geschichte der freireligiösen Bewegung zum Verein. Mit kulturhistorischen Führungen, Veranstaltungen und Festen führt die Gemeinschaft ihre Tradition fort und füllt sie mit neuem Leben.</p> <p class="bodytext"><strong>Anne-Kathrin Pauk, Vorsitzende Freigeistige Gemeinschaft Berlin e.V. gegr. 1845 | Freireligiöse Gemeinde sagt dazu:</strong></p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em>„Wir sehen uns mit der Humanistischen Vereinigung besonders in der freireligiösen Tradition verbunden. Hier gibt es schon einige Jahre einen regen Austausch, der ein Impuls für unseren Beitritt ist. Der tätige Humanismus der Humanistischen Vereinigung ist ebenfalls von großem Interesse für uns, ist doch unsere Tradition hier eine der ältesten in Deutschland, die wir wieder mit mehr Leben füllen möchten - hier freuen wir uns sehr auf Austausch und Unterstützung.“</em></p></blockquote><p class="bodytext"><strong>Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, erklärt zum Beitritt</strong>: </p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">„<em>Wir sind sehr glücklich, unsere Berliner Freunde bei uns begrüßen zu dürfen. Beide Organisationen sind in der freireligiösen Geschichte verwurzelt, und sie passen sehr gut zusammen. Wir sind beide Teile der großen demokratischen Tradition in Deutschland, die wir gemeinsam pflegen und auf der wir unsere aktuellen Tätigkeiten aufbauen. Mit unseren gemeinsamen Grundwerten</em> <em>wie Freiheit, Demokratie und Mitmenschlichkeit wollen wir einen positiven Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Arbeit</em>.“</p></blockquote><p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Über Ihre Berichterstattung freuen wir uns. </p> <p class="bodytext">Bei Fragen melden Sie sich jederzeit gern.</p> <p class="bodytext"><strong>Kontakt:</strong> </p> <p class="bodytext">Martin Bühner</p> <p class="bodytext">Leitung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit</p> <p class="bodytext">Mobil +49 (0) 172 9879456<br /> Tel. +49 (0) 911 43104-299</p> <p class="bodytext"><a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9oqdrrdrsdkkdZgtlzmhrshrbgd,udqdhmhftmf-cd');">pressestelle[at]humanistische-vereinigung.de</a> &nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(Fotos des Friedshofsparks von: 1971markus via wikimedia)<br /><br /></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-672</guid> <pubDate>Thu, 11 Sep 2025 12:28:10 +0200</pubDate> <title>Generationenwechsel bei den Jungen Humanist*innen</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/generationenwechsel-bei-den-jungen-humanistinnen.html</link> <description>Bei den Jungen Humanist*innen (JuHus) gibt es ein neues Gesicht: Pia Wollny ist die neue Jugendreferentin der Humanistischen Vereinigung und wird künftig die Jugendarbeit leiten.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nachdem sich ihre Vorgängerin <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/eine-aera-geht-zu-ende-abschied-von-jugendreferentin-anita-haefner.html" target="_blank">Anita Häfner im August nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat</a>, übernahm Pia Wollny die organisatorische und pädagogische Leitung der Jugendarbeit der Humanistischen Vereinigung.</p> <p class="bodytext">Wollny ist mit den Mitgliedern und Aktivitäten der JuHus bereits bestens vertraut: Sie selbst hatte 2012 an der Humanistischen Jugendfeier teilgenommen und engagierte sich seither viele Jahre ehrenamtlich bei den JuHus. Beruflich war sie zuvor bei der Lebenshilfe Erlangen tätig und bringt dadurch wertvolle Erfahrung in der Arbeit mit Menschen und in der Organisation von Projekten mit. Nun freut sie sich sehr auf die neuen Aufgaben, die Jugendfeiern, Ausflüge und Veranstaltungen, sowie auf eine gute Zusammenarbeit und zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten – etwa neue Kontakte in der Kinder- und Jugendarbeit zu knüpfen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und die JuHus aktiv zu unterstützen.</p> <p class="bodytext">Darunter fällt auch die Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Kreisjugendring auf organisatorischer und inhaltlicher Ebene. Bei ihrem Antrittsbesuch in der Zentrale des KJR traf Wollny vergangene Woche ausgerechnet einen „alten Bekannten“: Armin Uebel vom Vorstand des Kreisjugendrings und auch gleichzeitig Präsidiumsmitglied der Humanistischen Vereinigung, begrüßte Sie beim Tratzenzwinger in der östlichen Nürnberger Stadtmauer, wo die Geschäftsstelle des KJR Nürnberg-Stadt ihre Räume hat.</p> <p class="bodytext">Dass die künftige Zusammenarbeit genauso produktiv wie harmonisch verlaufen wird, scheint deshalb absehbar.</p> <p class="bodytext">Wir heißen Pia Wollny an dieser Stelle noch einmal herzlichst willkommen, werden sie im Team bestmöglich unterstützen und sind zuversichtlich, dass Sie schon bald der Jugendarbeit ihren Stempel aufdrücken kann.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-671</guid> <pubDate>Wed, 20 Aug 2025 16:51:55 +0200</pubDate> <title>Youth United in Peace – Die Jugend der Welt zu Gast in Nürnberg</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/youth-united-in-peace-die-jugend-der-welt-zu-gast-in-nuernberg.html</link> <description>Wenn 200 junge Menschen aus allen Himmelsrichtungen zusammenkommen, dann entsteht ein Ort, an dem Unterschiede verschwinden und Neugier größer ist als Grenzen – so geschehen Mitte Juli in Nürnberg. Für eine Woche wurde die Stadt zum Schmelztiegel der Kulturen, zum Treffpunkt der Jugend – und zum lebendigen Beispiel dafür, wie friedlich, neugierig und voller Offenheit junge Menschen miteinander in Kontakt treten können.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Eine Woche lang verwandelte sich das Gelände des Freibads Bayern 07 in ein kleines, buntes Camp-Dorf: mit Zelten, Workshopräumen, Chill-Zonen und jeder Menge Platz für Begegnungen. Mitten im Grünen und dennoch ganz stadtnah entstand hier ein Schmelztiegel der Kulturen, getragen von Offenheit, Neugier und Freude am Miteinander.</p> <p class="bodytext">Workshops, Exkursionen und gemeinsame Aktivitäten machten die Tage vielfältig und intensiv. In kreativen Formaten beschäftigten sich die Jugendlichen mit Fragen wie „Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben?“ oder „Welche Rolle spielen Kultur und Demokratie für junge Menschen weltweit?“. Dazu kamen gemeinsame Ausflüge, etwa zum Adidas Campus, ins Max-Morlock-Stadion, in die Altstadt oder ins Nachtleben – und natürlich auch Raum zum Feiern, Tanzen und einfach Freundschaften knüpfen.</p> <p class="bodytext">Gerade in unserer heutigen Zeit, in der Polarisierungen und Konflikte den öffentlichen Diskurs prägen, ist dieses Camp ein starkes Zeichen: Hier wurde erfahrbar, wie bereichernd und friedensstiftend echte Begegnungen zwischen jungen Menschen sind.</p> <p class="bodytext">Auch Mitglieder der <strong><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen.html" target="_blank">Jungen Humanist*innen</a></strong>, der Jugendorganisation der Humanistischen Vereinigung, nahmen aktiv teil, brachten sich in Workshops ein, knüpften Kontakte und trugen den Geist des Camps mit. JuHu-Mitglied Anne fasst ihre Eindrücke so zusammen:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">„Ich bin unglaublich froh, dass ich beim Youth United in Peace-Camp dabei sein konnte. Es war eine einzigartige Gelegenheit, Menschen aus aller Welt kennenzulernen – und ich habe viele Freundschaften geschlossen, die auch nach dem Camp weiterbestehen werden. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Vielfalt an Aktivitäten: vom Zumba-Workshop über den Besuch des Adidas Campus bis hin zum Rathausclubbing. Gleichzeitig hatten wir auch genügend Freizeit, um Nürnberg auf eigene Faust zu erkunden. Trotz mancher Regentage war es eine unvergessliche Woche voller Begegnungen.“</p></blockquote><p class="bodytext">Veranstaltet wurde das Camp vom <a href="https://www.kjr-nuernberg.de/" target="_blank"><strong>Kreisjugendring Nürnberg-Stadt</strong></a>, der mit großem Einsatz und Professionalität für eine reibungslose Organisation und ein vielseitiges Programm gesorgt hat. Ohne diese intensive Arbeit wäre ein solch gelingendes, internationales Miteinander nicht möglich gewesen. Und ein besonderer Dank geht an Heike Hahn, die mit ihrer Kamera alle großen und kleinen Momente des Camps eingefangen hat.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-670</guid> <pubDate>Tue, 19 Aug 2025 11:22:28 +0200</pubDate> <title>Als Späher und Spione durch den Nürnberger Untergrund unterwegs</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/als-spaeher-und-spione-durch-den-nuernberger-untergrund-unterwegs.html</link> <description>Dass die Ferien auch in der Heimat spannende und interessante Erlebnisse bieten, haben die JuHu-Kids zusammen mit ihren Betreuerinnen Anita und Pia bei einem ganz besonderen Abenteuer erlebt: Früh am Morgen traf sich die Gruppe im JuHu-Turm in der Spittlertormauer – und schon bald ging es los Richtung Nürnberger Burg.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dort wartete eine spannende Mission: Als Späher und Spione durften die Kinder die geheimnisvollen Felsengänge unter der Nürnberger Altstadt erkunden. Die unterirdischen Gänge, die ursprünglich als Bierkeller dienten und später sogar als Schutzräume im Zweiten Weltkrieg genutzt wurden, sind heute ein beeindruckendes Labyrinth. Mit Taschenlampen, wachen Augen und jeder Menge Neugier erlebten die JuHu-Kids, wie aufregend Geschichte sein kann – besonders, wenn man dabei selbst in die Rolle von Geheimagent*innen schlüpft.</p> <p class="bodytext">Wieder ans Tageslicht zurückgekehrt, wartete im JuHu-Turm eine wohlverdiente Stärkung: Gemeinsam wurden leckere Waffeln und Crêpes gebacken. Und weil die Spion*innen-Rollen so großen Spaß machten, ging das Spiel mit viel Fantasie auch gleich weiter. Zum Abschluss des Tages zog die Gruppe noch in den Burggraben, wo der Spielplatz reichlich Gelegenheit bot, das Abenteuer auszutoben, bevor die Kinder schließlich abgeholt wurden – glücklich, satt und voller neuer Eindrücke.</p> <p class="bodytext">Die <strong>JuHu-Kids</strong> sind das Angebot der Jungen Humanist*innen für Kinder ab sechs Jahren. Hier verbinden wir Freizeit, Spaß und Bildung auf kreative und spielerische Weise. Im Laufe des Jahres gibt es viele bunte Aktionen: Wir backen Plätzchen, feiern Fasching und Halloween, gehen schwimmen oder Schlittschuh laufen und kooperieren regelmäßig mit dem <em>turmdersinne</em>.</p> <p class="bodytext">In den Ferien stehen abwechslungsreiche Veranstaltungen an – mal im Stadtmauerturm, mal in unseren Humanistischen Kitas, mal an ganz besonderen Orten wie diesmal die Felsengänge. Höhepunkte sind unsere mehrtägigen Oster- und Naturerlebnisfahrten, die zweimal im Jahr stattfinden und für viele Kinder zu echten Highlights werden.</p> <p class="bodytext">Bei den JuHu-Kids geht es ums gemeinsame Erleben, ums Ausprobieren und darum, neugierig die Welt zu entdecken – ganz im humanistischen Sinn.</p> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen.html" target="_blank">Mehr Infos zu den Jungen Humanist*innen und den JuHu-Kids gibt es hier.</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-669</guid> <pubDate>Thu, 07 Aug 2025 13:05:42 +0200</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin vom August 2025: Jugendfeier zum Mit(er)leben</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-jugendfeier-zum-miterleben.html</link> <description>Die neue Folge unseres Humanistischen Radiomagazins läuft am Sonntag, 10. August um 6:45 Uhr auf Bayern 2 – oder jederzeit zum Nachhören in der BR-Mediathek oder als Podcast auf unserer Website:</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dieses Mal erwartet euch eine <strong>Sondersendung zur Humanistischen Jugendfeier</strong>.</p> <p class="bodytext">In vielen Städten und Regionen in Bayern und darüber hinaus haben in den vergangenen Wochen wieder zahlreiche Jugendliche gemeinsam mit ihren Familien diesen besonderen Tag gefeiert. Die Jugendfeier ist ein symbolischer Schritt ins Erwachsenenleben – bewusst nicht religiös gebunden, aber dafür umso stärker orientiert an Werten wie Selbstbestimmung, Verantwortung und solidarischem Miteinander.</p> <p class="bodytext">In der Sendung nehmen wir euch mit zur Jugendfeier in Nürnberg, die im Juli im Gemeinschaftshaus Langwasser stattfand. Dort haben rund 40 Jugendliche nach mehreren Monaten der gemeinsamen Vorbereitung ihre persönliche Jugendfeier gestaltet – mit selbst entwickelten Beiträgen, Musik, kurzen Reden und Themen, die ihnen wichtig sind: Freundschaft, gesellschaftliches Engagement, Zukunftsfragen und vieles mehr.</p> <p class="bodytext">Mit dabei ist auch Anita Häfner, Jugendreferentin der Humanistischen Vereinigung. Sie hat seit 2008 zahlreiche Jugendfeiern begleitet und mitgestaltet – und in diesem Jahr zum 18. und letzten Mal. In der Sendung blickt sie zurück auf die Entwicklungen der letzten Jahre, auf Herausforderungen, Lieblingsmomente und auch auf das, was sie nach ihrem Abschied in den Ruhestand vermissen wird.</p> <p class="bodytext">Außerdem hören wir die Jugendlichen selbst – direkt vor der Feier, auf der Bühne und in Gesprächen über das, was sie beschäftigt. Viele haben im Vorfeld an Workshops teilgenommen, an einem gemeinsamen Berlin-Wochenende und an einer Radiosendung, die sie selbst geplant, produziert und moderiert haben – in Zusammenarbeit mit dem Nürnberger Jugendradio Free Spirit.</p> <p class="bodytext">Was dabei entsteht, wenn junge Menschen eigene Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen, wird in dieser Folge gut hörbar. Auch über das, was sich verändert hat – z. B. in der Rolle von Social Media oder im Zugang zu gesellschaftlichen Themen – sprechen sowohl die Jugendlichen als auch die begleitenden Teamer*innen.</p> <p class="bodytext">Die Sendung bietet einen kompakten Einblick in ein Projekt, das auf Gemeinschaft, Begegnung und Perspektivwechsel setzt – und zeigt, wie vielfältig und offen Jugendfeiern heute sein können.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-668</guid> <pubDate>Wed, 06 Aug 2025 11:54:38 +0200</pubDate> <title>Eine Ära geht zu Ende: Abschied von Jugendreferentin Anita Häfner</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/eine-aera-geht-zu-ende-abschied-von-jugendreferentin-anita-haefner.html</link> <description>Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten intensiver, ideenreicher und herzlicher Arbeit verabschiedet sich Anita Häfner in den wohlverdienten Ruhestand. Die langjährige Jugendreferentin der Humanistischen Vereinigung hat die Jugendarbeit nicht nur geleitet, sondern mit ihrer Persönlichkeit maßgeblich geprägt. Bei einer Feierstunde im Kutscherhaus und Hof des Humanistischen Zentrums wurde sie nun von Kolleg*innen, Freund*innen und sogar ehemaligen Mitarbeitenden verabschiedet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Verabschiedung hatte genau die Atmosphäre, die auch ihre Arbeit auszeichnete: persönlich, nahbar, wertschätzend. Neben einem liebevoll vorbereiteten Buffet, Blumen und kleinen Geschenken gab es viele Glückwünsche, Erinnerungen und herzliche Umarmungen. Auch HV-Vorstand Michael Bauer fand bewegende Worte des Dankes und betonte, wie viel Anita Häfner in ihrer langjährigen Tätigkeit bewirkt hat – für die Jugendlichen, für das Team und die Humanistische Vereinigung. Damit übergibt Häfner den Staffelstab an ihre Nachfolgerin Pia Wollny.</p> <p class="bodytext">Seit 2008 war Anita Häfner das Gesicht der humanistischen Jugendarbeit. In dieser Zeit hat sie nicht nur kontinuierlich die Jugendfeiern organisiert, sondern auch Angebote für verschiedene Altersgruppen weiterentwickelt, Ausflüge geplant, Gruppenprozesse begleitet und Veranstaltungen gemeinsam mit den Jungen Humanist*innen durchgeführt. In ihren Händen lag die pädagogische wie organisatorische Leitung – und immer auch die menschliche Verbindung zu den Jugendlichen.</p> <p class="bodytext">18 Jugendfeier-Jahrgänge, das bedeutet: 18 mal intensive Vorbereitung, unzählige Gespräche, kreative Ideen, Gruppenabende, gemeinsame Entscheidungen über Themen, Musik, Texte – und schließlich: 18 würdevolle Jugendfeiern, die für die jungen Menschen und ihren Familien zu unvergesslichen Erlebnissen wurden.</p> <p class="bodytext">Mit ihrer offenen, klaren und zugleich einfühlsamen Art hat Anita Häfner vielen Jugendlichen einen Raum geboten, in dem sie sich gehört, ernst genommen und bestärkt fühlten. Dabei hat sie stets auch die gesellschaftlichen Entwicklungen im Blick behalten. Auf die Frage, ob sich die Jugendlichen im Laufe der Jahre verändert haben, sagt Häfner:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Sie sind auf jeden Fall individueller und moderner – im Sinne von: Ihre Wünsche und Ideen finden heute mehr Platz im Programm. Und das ist ihnen auch wichtiger geworden. Ich glaube, früher haben sie es mehr hingenommen, dass ihnen ein Programm vorgesetzt wurde.“</p></blockquote><p class="bodytext">Gleichzeitig betont sie, wie wichtig Vertrauen und Gemeinschaft in der Arbeit mit jungen Menschen sind:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Es muss sich eine Gemeinschaft bilden. Erst mal Vertrauen gewinnen – zu uns als betreuende Menschen. Dass sie spüren: Sie können zu uns kommen, mit uns sprechen, und wir gehen auf sie ein. Dann kann auch eine Gruppe entstehen, wie z. B. beim gemeinsamen Kochen. Es gibt nichts Sozialeres, als zusammen zu kochen. Da erzählt man automatisch, was zu Hause gekocht wird … Und die meisten Jugendlichen, die zu uns kommen, sind ja sehr motiviert. Sie machen das freiwillig – selbst wenn die Eltern sie vielleicht ein bisschen geschoben haben.“</p></blockquote><p class="bodytext">Diese Haltung – zugewandt, pragmatisch, reflektiert – zog sich durch all ihre Arbeit. Und es war ihr immer wichtig, den Jugendlichen mehr mitzugeben als nur ein schönes Fest: Haltung, Selbstvertrauen und eine Idee von Gemeinschaft.</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Seid selbstbewusst und zuversichtlich“ – das wollte sie jedem Jahrgang mitgeben.</p></blockquote><p class="bodytext">Mit dem Übergang in den Ruhestand endet für Anita Häfner ein bedeutender Abschnitt ihres Lebens – und ein neuer beginnt. Ihre Nachfolgerin Pia Wollny übernimmt die Aufgabe mit viel Erfahrung aus der Arbeit mit den Jungen Humanist*innen. Der Staffelstab wird also in gute Hände übergeben – und doch schwingt bei allen der Abschiedsschmerz mit.</p> <p class="bodytext">&nbsp;&nbsp;&nbsp; „Ja, der Abschied fällt mir insofern schwer, weil es halt so eine wertvolle Zeit war, die ich einfach so genossen habe – mit diesen vielen tollen Menschen. Immer wieder gab es neue Situationen, Fragen, die ich mir vorher nie gestellt hatte. Das habe ich als so wichtig und belebend empfunden. Und ich hoffe, dass ich mir davon etwas in meine Rente mitnehmen kann.“</p> <p class="bodytext">Wir danken Anita Häfner von ganzem Herzen für ihr Engagement, ihre Energie, ihre Haltung und die vielen positiven Impulse, die sie gesetzt hat – für Jugendliche, Kolleg*innen, Teams und die gesamte Humanistische Vereinigung.</p> <p class="bodytext">Wir wünschen dir, liebe Anita, einen erfüllten Ruhestand – mit Zeit für neue Gedanken, für Ruhe und für das, was dir Freude macht. Hoffentlich bekommst Du das, was du gegeben hast, vielfach zurück.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-667</guid> <pubDate>Mon, 04 Aug 2025 13:48:14 +0200</pubDate> <title>Öffnungszeiten Humanistisches Zentrum im August</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/oeffnungszeiten-humanistisches-zentrum-im-august.html</link> <description>Der August ist für viele eine Zeit der Erholung. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Sommerzeit und trotz des aktuell wenig sommerlichen Wetters einige erholsame Tage und passen unsere Öffnungszeiten ein wenig an.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bitte beachten Sie:<br /> Die Humanistische Vereinigung sowie das Humanistische Zentrum haben im August geänderte Öffnungszeiten und eine eingeschränkte telefonische Erreichbarkeit.</p> <p class="bodytext"><strong>Unsere Erreichbarkeit im August:<br /></strong><br /> <strong>Montag bis Donnerstag:</strong> 8:00 – 15:00 Uhr</p> <p class="bodytext"><strong>Freitag:</strong> 8:00 – 12:00 Uhr</p> <p class="bodytext">Telefonisch sowie vor Ort sind wir in diesen Zeitfenstern gerne für Sie da.</p> <p class="bodytext"><strong>Per E-Mail</strong> erreichen Sie uns jederzeit unter: <a data-start="708" data-end="785" rel="noopener" href="mailto:info@humanistische-vereinigung.de">info@humanistische-vereinigung.de</a> </p> <p class="bodytext">Ab September gelten wieder unsere regulären Öffnungszeiten.</p> <p class="bodytext">Wir danken für Ihr Verständnis und wünschen Ihnen eine angenehme Sommerzeit.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-666</guid> <pubDate>Mon, 21 Jul 2025 13:37:11 +0200</pubDate> <title>Humanismus ist „die beste Idee der Welt“ </title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanismus-ist-die-beste-idee-der-welt.html</link> <description>Bei der Generalversammlung und Internationalen Humanistischen Konferenz von Humanists International (HI) in Luxemburg standen neben der Wahl einer neuen Präsidentin vor allem die Themen wissenschaftliche Bildung und ethische KI im Mittelpunkt.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In Zusammenarbeit mit der AHA Luxembourg konnten die HI über 80 Delegierte aus mehr als 50 Ländern begrüßen, um gemeinsam zentrale Herausforderungen für offene Gesellschaften zu diskutieren und die künftige Führung der Organisation zu bestimmen. Unter dem Motto „Vom Bewusstsein zum Handeln: Stärkung offener Gesellschaften durch wissenschaftliche Bildung“ stand die Bedeutung wissenschaftlicher Bildung für eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft an vorderster Stelle. Die Teilnehmenden analysierten die Gefahren mangelnden wissenschaftlichen Verständnisses und entwickelten Strategien, um kritisches Denken und faktenbasierte Politik weltweit zu fördern.</p> <p class="bodytext">Für die Humanistische Vereinigung nahmen Vorstand Michael Bauer, Petra Schmidt und Arne Lund an Konferenz und Generalversammlung teil. Den Auftakt am Freitag bildete ein herzliches Get-together: Mitglieder von AHA-Luxemburg führten die Gäste durch die historische Innenstadt – eine schöne Gelegenheit, bekannte Gesichter wiederzutreffen, neue Kontakte zu knüpfen und sich über humanistische Arbeit weltweit auszutauschen.</p> <p class="bodytext">Am Samstag stand die Konferenz dann im Zeichen praktischer Projekte und globaler Zusammenarbeit. Nach spannenden Impulsen und Diskussionen klang der Tag bei einem festlichen Galadinner aus.</p> <p class="bodytext">Ein Höhepunkt der Generalversammlung am Sonntag war die Wahl von Maggie Ardiente zur neuen Präsidentin von Humanists International. In ihrer Antrittsrede betonte sie die Dringlichkeit humanistischer Arbeit angesichts antidemokratischer und wissenschaftsfeindlicher Strömungen und sprach sich für mehr globale Zusammenarbeit aus. Auch Monica Belițoiu, Nina Fjeldheim und Fraser Sutherland wurden in den Vorstand gewählt.</p> <p class="bodytext">Nach 15 Jahren Engagement – davon zehn Jahre als Präsident – verabschiedete sich Andrew Copson von seinem Amt bei Humanists International. In seiner Rede zog er eine persönliche und politische Bilanz und blickte zugleich mit Hoffnung auf die Zukunft der weltweiten humanistischen Bewegung.</p> <p class="bodytext">Copson erinnerte an den Zustand der Organisation bei seinem Einstieg 2010: Eine kleine, vornehmlich europäisch geprägte Struktur mit kaum Personal und wenig Einfluss. Heute, so Copson, stehe Humanists International als globaler, demokratisierter Verband da – mit einem vielfältigen Vorstand, einer starken Stimme bei den Vereinten Nationen und einem Netzwerk, das über alle Kontinente reicht.</p> <p class="bodytext">Er hob besonders die Unterstützung gefährdeter Humanisten hervor – etwa durch direkte Hilfe, Öffentlichkeitsarbeit und diplomatische Maßnahmen. <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/schutz-fuer-verfolgten-humanisten-mubarak-bala-ist-in-deutschland" target="_blank">Die Freilassung des nigerianischen Humanisten Mubarak Bala, für die sich auch die Humanistische Vereinigung energisch eingesetzt hatte</a> und der auch persönlich vor Ort war, sei ein ermutigendes Beispiel für den Erfolg solidarischer Anstrengungen. Trotz aller Fortschritte sieht Copson offene Aufgaben – etwa bei der gezielten Förderung von Führungskräften im globalen Süden. Hier appellierte er an seine Nachfolgerin und die Generalversammlung, diesen Aspekt zur Priorität zu machen.</p> <p class="bodytext">Seine abschließenden Empfehlungen: voneinander lernen, den Blick nach außen richten und sich nicht durch nationale Grenzen trennen lassen: <strong><em></em></strong></p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em><strong>„Unsere gemeinsamen Werte und Prinzipien verbinden uns tiefer, als uns Linien auf einer Landkarte trennen könnten. (…) Humanismus ist für mich schlicht die beste Idee der Welt. Er ist die bestärkende Erkenntnis, dass wir in einem Leben innerhalb der Grenzen dieser Welt und unserer eigenen Sterblichkeit Sinn und Zweck finden können, dass wir aber gemeinsam die Kraft haben, alle anderen Grenzen zu überwinden und eine menschlichere, gerechtere und mitfühlendere Welt für alle zu schaffen. Es ist eine Idee, die den Einzelnen wirklich befähigt, kritisch zu denken und authentisch zu leben. Durch diese Entwicklung stärkt sie alle Gesellschaften, indem sie Toleranz, Zusammenarbeit und Fortschritt fördert.“</strong></em> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p></blockquote><p class="bodytext">Copson bleibt der HI künfig als Delegierter von Humanists UK erhalten.</p> <p class="bodytext"><a href="https://humanists.international/de/Blog/Andrew-Copsons-Abschiedsrede-vor-der-Generalversammlung/" target="_blank">Die gesamte Rede von Andrew Copson können Sie hier lesen</a>.</p> <p class="bodytext">Drei Mitglieder erhielten den Distinguished Services to Humanism Award für ihren langjährigen Beitrag zur weltweiten humanistischen Bewegung: Luis del Castillo (Peru), Gaylene Middleton (Neuseeland) und Andrew Copson (UK).</p> <p class="bodytext">In der Abschlussrede stellte Vizepräsidentin Roslyn Mould zudem die <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/http://" target="https://humanists.international/de/Datenschutzrichtlinien/Luxemburger-Erkl%C3%A4rung-zu-k%C3%BCnstlicher-Intelligenz-und-menschlichen-Werten/">Luxemburger Erklärung zu KI und menschlichen Werten</a> vor – ein neues politisches Leitdokument zur ethischen Gestaltung der digitalen Zukunft. Sie rief zu entschlossenem Einsatz gegen Fehlinformation, Autoritarismus und Wissenschaftsfeindlichkeit auf.</p> <p class="bodytext">Mit großer Vorfreude blickten die Teilnehmenden noch auf den nächsten Welthumanistenkongress, der 2026 in Ottawa, Kanada, stattfinden wird. Ursprünglich in den USA geplant, wurde der Kongress angesichts wachsender sicherheitspolitischer Bedenken und der angespannten politischen Lage in die kanadische Hauptstadt verlegt – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr offene, demokratische Räume heute verteidigt werden müssen.</p> <p class="bodytext">(Fotos: Humanists International und Petra Schmidt)</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-665</guid> <pubDate>Thu, 10 Jul 2025 12:16:23 +0200</pubDate> <title>Feierlicher Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/feierlicher-aufbruch-in-einen-neuen-lebensabschnitt.html</link> <description>Die Humanistische Jugendfeier Bayern 2025 hat gezeigt, wie junge Menschen selbstbewusst, gemeinschaftlich und mit Blick auf die Zukunft ins Erwachsenenleben starten können.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ein Tag voller Aufregung, Stolz und Emotionen: 37 Jugendliche aus Bayern verabschiedeten sich am vergangenen Wochenende im festlich geschmückten Saal des Gemeinschaftshauses Langwasser in Nürnberg symbolisch von ihrer Kindheit – und wurden im Rahmen der Humanistischen Jugendfeier Bayern 2025 in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.</p> <p class="bodytext">Schon vor Beginn der Feier war die Spannung spürbar. Vor dem Eingang sammelten sich die Jugendlichen, begleitet von ihren Familien und Freund*innen. In schicker Kleidung, mit gespannter Erwartung und einer ordentlichen Portion Lampenfieber warteten sie auf ihren großen Moment. Noch am Vortag hatte es bei den Generalproben kleinere Pannen gegeben – doch heute sollte alles perfekt laufen.</p> <p class="bodytext">Dann wird es dunkel im Saal, Musik ertönt, und unter lautem Applaus ziehen die Jugendlichen ein. Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Moderatorinnen Laura Keilholz, Hannah Oelschläger und Ellen Baclet von den Jungen Humanist*innen begrüßen die Gäste mit Charme, Witz und Herz – und führen schwungvoll durch das Programm.</p> <p class="bodytext">Ein besonders emotionaler Moment ist die Rede von Jugendreferentin Anita Häfner. Nach 17 Jahren ist es ihre letzte Jugendfeier in leitender Funktion – entsprechend bewegend fällt ihre Ansprache aus: „<em>Ich bin sehr dankbar, dass ich Ihre Kinder begleiten durfte. Alle haben in den letzten sieben Monaten eine tolle Entwicklung gemacht. Sie sind stärker, selbstbewusster und reifer geworden. Im Mittelpunkt dieser Feier steht der Mensch – heute ganz besonders die jungen Menschen, die diesen bedeutenden Schritt ins Erwachsenenleben gehen.</em>“</p> <p class="bodytext">Auch Armin Uebel vom Präsidium der Humanistischen Vereinigung findet persönliche und richtungsweisende Worte. Er erinnert an seine eigene Jugendfeier vor 16 Jahren und ermutigt die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen:<em>&nbsp;„Eure Ideen, eure Träume und eure Energie werden die Zukunft formen. In einer Welt voller Herausforderungen sind es gerade eure Stimmen, die für frischen Wind sorgen. Bringt euch ein – in Jugendräten, politischen Organisationen, wo immer ihr etwas bewegen wollt. Unsere Demokratie lebt davon.</em>“</p> <p class="bodytext">Für musikalische Gänsehautmomente sorgt eine der Jugendlichen selbst – mit einem gefühlvollen Klavierstück, das den feierlichen Rahmen unterstreicht.</p> <p class="bodytext">Seit Anfang des Jahres hatten sich die Jugendlichen intensiv auf diesen Tag vorbereitet. Der Startschuss fiel Ende 2024 beim Infoabend in Gostenhof. Es folgten zahlreiche Begegnungen: ein Kennenlernwochenende mit Übernachtung in Mögeldorf, Workshops zu Humanismus, Vorurteilen, Selbstverteidigung, Theater, Medienarbeit, gemeinsames Kochen und sogar eine eigene Radiosendung. Auch eine viertägige Abschlussfahrt nach Berlin hinterließ bleibende Eindrücke und stärkte das Gemeinschaftsgefühl.</p> <p class="bodytext">Viele dieser Erfahrungen flossen nun auch in die Beiträge der Jugendlichen auf der Bühne ein. In kleinen Gruppen sprachen sie über Themen, die sie bewegen: Hobbys, Freundschaften, Klimawandel, Künstliche Intelligenz, gesellschaftliches Engagement, Vorbilder – und den ganz persönlichen Blick auf das Erwachsenwerden. Ihre Gedanken zeigten eindrucksvoll: Diese Generation hat viel zu sagen.</p> <p class="bodytext">Mira Illy, Vorsitzende der Jungen Humanist*innen Bayern, leitete schließlich den feierlichen Festakt ein. In ihrer Rede richtete sie sich direkt an die Jugendlichen:<em>&nbsp;„Ihr seid Teil der Generation Alpha – digital vernetzt, klug, sozial engagiert. Eure Perspektiven sind wertvoll, und ihr habt die Chance, die Welt mitzugestalten. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Internet und unsere Gesellschaft Orte des Miteinanders bleiben. Ihr habt es in der Hand. Macht was draus!“</em> </p> <p class="bodytext">Dann der große Moment: Einer nach dem anderen schritt unter Applaus über die Bühne, erhielt die persönliche Urkunde – begleitet von einem selbst gewählten Zitat, das im Hintergrund auf der Leinwand erschien. Die Anspannung wich Stolz, Freude – und dem Blitzlichtgewitter der Kameras. Noch auf der Bühne wurde gelacht, umarmt und posiert.</p> <p class="bodytext">Im Anschluss fiel man sich in die Arme, es flossen Freudentränen, es wurde gelacht, gefeiert, fotografiert. Ein Tag voller Emotionen – und ein unvergesslicher Schritt ins Erwachsenenleben.</p> <p class="bodytext">Ein herzlicher Dank gilt dem engagierten Team der Jungen Humanist*innen und allen Helfer*innen,&nbsp;die mit ihrem Engagement diese besondere Feier möglich gemacht haben.</p> <p class="bodytext"><strong>Alle Informationen zur Humanistischen Jugendfeier und zur Anmeldung für 2026 finden sich unter: <a data-start="4599" data-end="4646" rel="noopener" target="_new" href="http://www.jugendfeier.de">www.jugendfeier.de</a></strong>.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-661</guid> <pubDate>Sat, 21 Jun 2025 13:39:00 +0200</pubDate> <title>Humanismus feiern und Menschlichkeit stärken</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanismus-feiern-und-menschlichkeit-staerken.html</link> <description>Der World Humanist Day am 21. Juni würdigt humanistische Werte wie Vernunft, Verantwortung und Menschlichkeit – und lädt dazu ein, diese Lebenshaltung aktiv in die Gesellschaft zu tragen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Freiheitsbedrohungen ist es wichtiger denn je, für eine säkulare, tolerante und mitfühlende Welt einzustehen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wir freuen uns, heute gemeinsam den World Humanist Day zu feiern – den Welttag aller Humanist*innen weltweit. Dieser Tag steht im Zeichen unserer Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht auf ein selbstbestimmtes, freies Leben in Würde hat – unabhängig von Herkunft, Persönlichkeit oder Weltanschauung.</p> <p class="bodytext">Der Welthumanist*innentag wird jährlich am 21. Juni begangen – dem Tag der Sommersonnenwende auf der Nordhalbkugel, der auch als Symbol für Aufklärung, Licht und Erkenntnis steht. Initiiert wurde der Tag, um humanistische Werte in die Öffentlichkeit zu tragen, Gleichgesinnte zu vernetzen und Raum für offene Diskussion über ethische Lebensführung ohne Religion zu schaffen.</p> <p class="bodytext">Gerade heute, in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen von den Religionen abwenden, braucht es säkulare Angebote für Sinnsuchende, die auf rationalem Denken, Mitmenschlichkeit und Verantwortung basieren. Der praktische Humanismus bietet nicht nur eine wertvolle ethische Orientierung, die ohne Dogmen auskommt – sondern setzt diese Überzeugungen auch im Alltag um und bezieht klar Stellung für Demokratie, Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und eine offene, solidarische Gesellschaft.</p> <p class="bodytext">Um diese Werte zu verteidigen und sichtbar zu machen, findet zudem alle zwei Jahre der World Humanist Congress statt – das größte internationale Treffen humanistischer Organisationen. 2024 kamen Humanist*innen aus aller Welt in Singapur zusammen.&nbsp;Der nächste, ursprünglich in Chicago (USA) geplante Weltkongress der Humanisten 2026 wird aufgrund des zunehmenden religiösen Nationalismus und der Einschränkung von Menschenrechten in den Vereinigten Staaten doch nicht dort stattfinden. Die Veranstalter beurteilen die Lage vor Ort als unsicher und nur schwer zugänglich, insbesondere für Teilnehmende aus dem globalen Süden, und danken den American Atheists für ihre verantwortungsvolle Entscheidung, den Kongress nicht in den USA abzuhalten. Stattdessen wird der Kongress nun vom 7. bis 9. August 2026 in Ottawa, Kanada stattfinden, wo ein sicheres und inklusives Umfeld die Durchführung ermöglicht – organisiert in Partnerschaft mit Humanist Canada.</p> <p class="bodytext">Auch Humanists International ruft anlässlich des heutigen Tages dazu auf, sich sichtbar zu bekennen: Zum Beispiel mit einem individualisierbaren Rahmen für Social-Media-Profilbilder: Auf <a href="http://www.twibbonize.com/world-humanist-day" target="_blank">www.twibbonize.com/world-humanist-day</a> kann jede*r zeigen, wofür sie oder er steht – digital und öffentlich.</p> <h4>Wir als Humanistische Vereinigung freuen uns über jedes Interesse und Engagement für unsere gemeinsamen Werte – heute, am Welthumanist*innentag, und natürlich an jedem anderen Tag im Jahr.</h4> <h4><span style="font-family:&quot;Segoe UI Emoji&quot;,sans-serif"> </span></h4>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-664</guid> <pubDate>Fri, 06 Jun 2025 09:30:27 +0200</pubDate> <title>Wissen wächst im Dialog - Austausch und Vertiefung für pädagogische Fachkräfte</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wissen-waechst-im-dialog-austausch-und-vertiefung-fuer-paedagogische-fachkraefte.html</link> <description>Mit der Fortbildung „Krippenpädagogik“ der Humanistischen Akademie wurden jetzt wieder im Humanistischen Zentrum Nürnberg die wichtigsten Grundlagen und fachlichen Impulse für die Arbeit mit den Jüngsten vermittelt, verbunden mit der Möglichkeit zu einem Austausch unter Kolleg*innen zu den Fragen, die die Teilnehmenden beschäftigen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Humanistische Akademie hat auch in diesem Jahr wieder ihre beliebte Fortbildung „Krippenpädagogik“ durchgeführt. Drei Tage lang beschäftigten sich pädagogische Fachkräfte im Humanistischen Zentrum Nürnberg-Mögeldorf intensiv mit den besonderen Anforderungen und Möglichkeiten der pädagogischen Arbeit mit Kindern unter drei Jahren. Dank des sommerlichen Wetters konnten einige Teile des Programms im Garten stattfinden, was die angenehme Lernatmosphäre zusätzlich unterstützte.</p> <p class="bodytext">Geleitet wurde die Fortbildung von Andrea Hörchner, Fachberaterin für die Kindertagesstätten der Humanistischen Vereinigung. Sie ist staatlich geprüfte Erzieherin, systemische Familien-, Kinder- und Jugendlichentherapeutin (DGSF), Elternberaterin (AgeF), Mediatorin und systemische Supervisorin (DGSF).</p> <p class="bodytext">Im Mittelpunkt standen zentrale Themen der frühkindlichen Bildung:</p><ul data-start="1194" data-end="1394"><li data-start="1194" data-end="1267"> <p>Entwicklungspsychologische Grundlagen für die Arbeit mit Kleinkindern</p> </li><li data-start="1268" data-end="1323"> <p>Die Bedeutung von Bindung als Basis für Bildung</p> </li><li data-start="1324" data-end="1394"> <p>Möglichkeiten einer partizipativen Gestaltung des Krippenalltags</p> </li></ul><p class="bodytext">Die Fortbildung verband fachliche Inhalte mit praxisorientierten Arbeitsformen. In Gruppen-, Partner- und Einzelarbeitsphasen konnten die Teilnehmenden die Inhalte reflektieren, diskutieren und auf ihre eigene Berufspraxis beziehen. Der methodisch abwechslungsreiche Aufbau wurde von den Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen.</p> <p class="bodytext">Am Ende der drei Tage zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. In den Rückmeldungen wurde insbesondere die fachliche Tiefe, die praxisnahe Vermittlung sowie die kollegiale Lernatmosphäre hervorgehoben.</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">„Es war toll, so viel wichtiger und wertvoller Input.“<br /> „Die Zusammenarbeit und das gemeinsame Lernen in kleinen Gruppen bringt richtig viel!“<br /> „Das einzig Blöde ist, dass ich diese Fortbildung nicht schon viel früher gemacht habe.“</p></blockquote><p class="bodytext">Die nächste Fortbildung „Krippenpädagogik“ ist für das Frühjahr 2026 geplant.</p> <p class="bodytext">Weitere Informationen und Anmeldung unter:</p> <p class="bodytext"><a data-start="2340" data-end="2504" rel="noopener" target="_new" href="fortbildungen/fortbildung-krippenpaedagogik">www.humanistische-vereinigung.de/fortbildungen/fortbildung-krippenpaedagogik</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-663</guid> <pubDate>Tue, 03 Jun 2025 15:56:01 +0200</pubDate> <title>Zwischen Graffiti, Geschichte und Gemeinschaft – eine Reise, die bleibt</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/zwischen-graffiti-geschichte-und-gemeinschaft-eine-reise-die-bleibt.html</link> <description>Ob Holocaust-Mahnmal, Futurium oder Flohmarkt im Mauerpark – die Berlinfahrt wurde für viele Teilnehmende der Humanistischen Jugendfeier Bayern zu einem emotionalen und verbindenden Highlight vor der Jugendfeier.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Vom 1. bis 4. Mai 2025 verbrachten die Jugendlichen, die an der Humanistischen Jugendfeier Bayern 2025 teilnehmen, gemeinsam in der deutschen Hauptstadt. Die viertägige Fahrt bot nicht nur Einblicke in die Geschichte und Gegenwart der Hauptstadt, sondern auch viele Gelegenheiten zum Austausch und zur Gemeinschaft.</p> <p class="bodytext">Der erste Tag begann mit der Anreise per Bus, die erste Station in Berlin war der Teufelsberg, ein ehemaliger Abhörposten, der heute für seine beeindruckende Graffiti-Kunst bekannt ist. Nach einem steilen Aufstieg erkundeten die Jugendlichen das Gelände auf eigene Faust. Am Abend bezog die Gruppe die Jugendherberge und ließ den Tag mit Kennenlern- und Gesellschaftsspielen gemütlich ausklingen.</p> <p class="bodytext">Am zweiten Abend stand ein freiwilliger Nachtspaziergang durch das nächtliche Berlin auf dem Programm. Die Teilnehmenden besuchten unter anderem die Siegessäule und das Brandenburger Tor und nutzten die Gelegenheit für viele Erinnerungsfotos, bevor es zurück in die Unterkunft ging.</p> <p class="bodytext">Der dritte Tag war inhaltlich besonders vielfältig: Nach einem Besuch der Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas folgten weitere Stationen wie das Brandenburger Tor, die East Side Gallery und das Futurium, ein Mitmach-Museum zur Zukunftsgestaltung. Besonders das Futurium kam bei vielen Teilnehmenden sehr gut an. Am Abend gab es eine kurze Vorbereitungseinheit zur bevorstehenden Jugendfeier.</p> <p class="bodytext">Am Abreisetag wurden noch zwei bedeutende Erinnerungsorte besucht: das Holocaust-Mahnmal und die Gedenkstätte Berliner Mauer, inklusive einer Führung und einem informativen Film. Zum Abschluss stand noch ein Abstecher zum Flohmarkt im Mauerpark auf dem Programm, bevor es gegen Mittag zurück nach Bayern ging.</p> <p class="bodytext">Die Berlinfahrt war wieder viel mehr als nur ein Ausflug – sie war Teil eines Reifeprozesses, der junge Menschen bestärkt, ihren Weg mit Haltung und Menschlichkeit zu gehen – mit vielen unvergesslichen Eindrücken, Erlebnissen und Freundschaften.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-662</guid> <pubDate>Tue, 03 Jun 2025 12:35:22 +0200</pubDate> <title>Jugendfeier in Oldenburg: Der nächste Schritt im Leben</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/jugendfeier-oldenburg-der-naechste-schritt-im-leben.html</link> <description>Im vierten Jahr in Folge haben Jugendliche in Oldenburg im Rahmen der Humanistischen Jugendfeier ein neues Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen - bewusst, selbstbestimmt und feierlich.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><span lang="EN-US">Am 25.Mai begrüßte Oldenburgs Bürgermeisterin Christine Wolff im stimmungsvollen Ambiente des Kulturzentrums PFL die 18 Jugendlichen sowie über 200 Eltern und Gäste. Im Mittelpunkt der Feierstunde standen die Jugendlichen selbst, die mit ihren ganz persönlichen Aufsätzen für respektvolle Anerkennung, aber auch für Heiterkeit sorgten.</span> </p> <p class="bodytext"><span lang="EN-US">Bürgermeisterin Christine Wolff überbrachte die Grußworte der Stadt Oldenburg und ermunterte die Jugendlichen, Politik aktiv mitzugestalten und so die Demokratie lebendig zu halten. Für die musikalische Begleitung sorgte Jonas Mosebach, der einfühlsam die Musikwünsche der Jugendlichen mit Klavier und Gesang umsetzte. </span> </p> <p class="bodytext"><span lang="EN-US">Nach der Überreichung der Urkunden und den Abschiedsworten von Regionalgeschäftsführer Jürgen Steinecke stimmten einige der Gäste bei dem Abschlusslied „Die Gedanken sind frei&quot; mit ein. Über die vielen positiven Rückmeldungen der Eltern nach der Veranstaltung haben sich alle, die an der Vorbereitung und der Jugendfeier beteiligt waren, sehr gefreut.</span> </p> <p class="bodytext"><span lang="EN-US">Vielen Dank an </span>Beata Vonhöne von „White Rabbit Photoraphy“ in Oldenburg für die schönen Fotos!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-660</guid> <pubDate>Mon, 26 May 2025 13:15:13 +0200</pubDate> <title>Haus der Religionen feiert sein 20 jähriges Bestehen</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/haus-der-religionen-feiert-sein-20-jaehriges-bestehen.html</link> <description>Mit einem Fest und etwa 120 Gästen aus Gesellschaft, Politik und Kirche hat das Haus der Religionen in Hannover sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. </description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Zur Geburtstagsfeier hatten sich viele prominente Gäste an der Böhmerstraße eingefunden: Von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay über Regionspräsident Steffen Krach bis zur Bundestagsabgeordneten Aydan Özoguz (per Video-Ansprache) reichten die Gratulanten –&nbsp;einig in der Aussage, so etwas wie das Haus der Religionen in Hannover müsse man andernorts schon sehr suchen. Regionalgeschäftsführer Jürgen Steinecke vertrat als <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistische-weltanschauung-im-vorstand-des-neuen-rates-der-religionen-ev.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=6d7c21ef154efec704faa7e08233301b" target="_blank">Mitglied des Rates der Religionen die Humanistische Vereinigung.</a> </p> <p class="bodytext">Diese Wirkungsstätte in einer verlassenen Kirche ist bis heute in ihrem Aufbau mit neun verschiedenen Religionen und Weltanschauungen (unter anderen auch die humanistische Weltanschauung) unter einem Dach in Deutschland einzigartig. Europaweit gibt es bislang nur in der Schweiz noch ein Haus der Religionen.</p> <p class="bodytext">Die Veranstaltungen darin richten sich unter anderem an Lehr- und Erziehungskräfte. Der „Konflikt im Klassenzimmer“&nbsp;ist zum Beispiel derzeit eines der Projekte, die ihre Heimat im Haus der Religionen haben und weit darüber hinaus wirken, wie die Projektleiterin Dr. Nina Käsehage während des Geburtstagsfestaktes erläuterte. Es schult Lehrkräfte, wie sie in ihren Klassenverbänden zugleich islamfeindlichem&nbsp;Rassismus wie auch Antisemitismus begegnen können.&nbsp;</p> <p class="bodytext">Wer vor oder nach dem Besuch im Haus der Religionen noch eine kleine Pause braucht, findet künftig einen behüteten Hort vor der Tür. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde der neue Skulpturengarten vor dem Haus der Religionen offiziell eröffnet. Ermöglicht hat diesen vor allem auch die Stadt Hannover, die nach Aussage von Wolfgang Reinbold, Vorsitzender des Vereins „Haus der Religionen – Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung e.V.&quot;, erfreulich kurzfristig Begeisterung für die Idee entwickelte, aus der öden Brachfläche vor dem Haus etwas Beschauliches zu entwickeln. </p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-659</guid> <pubDate>Fri, 23 May 2025 11:50:34 +0200</pubDate> <title>Armin Uebel erneut in den Vorstand des Kreisjugendrings gewählt</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/armin-uebel-erneut-in-den-vorstand-des-kreisjugendrings-gewaehlt.html</link> <description>Junge Humanist*innen gestalten mit: Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisjugendrings Nürnberg wurde Armin Uebel wieder in den Vorstand gewählt, ein deutliches Signal gegen rechte Hetze gesetzt und das Internationale Jugendcamp 2025 besprochen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wir freuen uns sehr, dass Armin Uebel von den Jungen Humanistinnen (JuHus) bei der Frühjahrs-Vollversammlung des Kreisjugendrings Nürnberg-Stadt im JugendKinderKultur Quibble erneut in den Vorstand gewählt wurde. Damit ist auch weiterhin eine humanistische Stimme in einem wichtigen Gremium der Jugendverbandsarbeit vertreten. Armins Wiederwahl zeigt: Junge Humanistinnen übernehmen Verantwortung und bringen sich aktiv in gesellschaftliche und jugendpolitische Prozesse ein. Marc Steinberger von der Bayerischen Sportjugend wurde erneut zum Vorsitzenden des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt gewählt.</p> <p class="bodytext">Die Vollversammlung stand ganz im Zeichen von Demokratie, Vielfalt und Engagement. Neben den Vorstandswahlen wurden auch wichtige politische Beschlüsse gefasst – unter anderem ein deutliches Zeichen gegen rechte Hetze und gegen das sogenannte „Team Menschenrechte“, das für seine rechtspopulistischen Positionen bekannt ist. Der Kreisjugendring bekräftigte seine klare Haltung: Für eine offene, solidarische Stadtgesellschaft ist kein Platz für menschenverachtende Ideologien.</p> <p class="bodytext">Ein weiterer Höhepunkt der Sitzung war der Ausblick auf das Internationale Jugendcamp “Youth United in Peace”, das vom 8. bis 14. Juli 2025 in Nürnberg stattfinden wird. Gemeinsam mit dem Amt für Internationale Beziehungen, dem Jugendamt und der Sportjugend Nürnberg wird der KJR ein Camp ausrichten, das junge Menschen aus aller Welt zusammenbringt, um sich über Frieden, Vielfalt und gemeinsame Zukunftsperspektiven auszutauschen. Auch hier werden sich die Jungen Humanist*innen einbringen und mitgestalten.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung gratuliert Armin Uebel herzlich zur Wiederwahl und bedankt sich bei allen JuHus, die sich mit Überzeugung und großem Engagement für eine menschliche, gerechte und demokratische Gesellschaft einsetzen.</p> <p class="bodytext">Mehr Infos zu den JuHus: <a href="http://www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen" target="_blank">www.humanistische-vereinigung.de/kinder-jugend/junge-humanistinnen</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-658</guid> <pubDate>Thu, 22 May 2025 11:06:50 +0200</pubDate> <title>Wo Vielfalt gefeiert und Zusammenhalt gelebt wird</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wo-vielfalt-gefeiert-und-zusammenhalt-gelebt-wird.html</link> <description>Die Humanistische Kita St. Peter hat gemeinsam mit Schulen und Initiativen ein fröhliches Stadtteilfest gestaltet, das zeigte, wie Vielfalt, Toleranz und Miteinander im Alltag gelebt werden können.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Strahlender Sonnenschein, fröhliche Gäste und ein Stadtteil in Feierlaune: Mit einem bunten Fest rund um die Lorschstraße setzten der Humanistische Kindergarten St. Peter sowie zahlreiche Einrichtungen aus dem Stadtteil ein kraftvolles Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt. </p> <p class="bodytext">Dem diesjährigen Motto „Brücken bauen“ wurde an mehreren Stellen äußerst kreativ Leben eingehaucht. So konnten sich zum Beispiel am Stand der HV alle am Bau einer Hängebrücke beteiligen: Sie schrieben ihre Ideen und Wünsche, wie zwischen Menschen Brücken gebaut werden können, auf hölzerne Planken, die dann im Laufe des Nachmittags zu einer immer längeren Brücke zusammengebaut wurden.</p> <p class="bodytext">Was mit einer Idee für ein gemeinsames „Stadtteil-Picknick“ begann, ist längst zu einer lebendigen Tradition geworden: Zwischen der Scharrer-Schule und der Lorschstraße kamen auch diesmal wieder Hunderte Menschen zusammen, um gemeinsam ein Fest zu feiern, das weit mehr ist als nur ein gemütlicher gemeinsamer Nachmittag. Es ist ein starkes Signal gegen Ausgrenzung und Hass – und für Respekt, Vielfalt und ein solidarisches Miteinander. Gerade in Zeiten, in denen nationalistische und menschenverachtende Haltungen wieder sichtbarer werden, zeigt dieses Fest, worauf es wirklich ankommt: Zusammenhalt, Menschenrechte und ein Miteinander, die niemanden abwertet.</p> <p class="bodytext">Rund um die Kirche St. Kunigund wurde getanzt, gelacht und musiziert: Auf der Bühne begrüßten die Schüler*innen der Scharrer Mittelschule die Gäste mit Statements zum Menschenrecht „Religionsfreiheit“. Anschließend sorgten Livemusik von Tim Mohr, der Band „Mojo Rojo“ und Akrobatik und fantasievolle Vorführungen von Gaukler Markus Just für Begeisterung. Besonders charmant war der Auftritt der Kinder aus dem Humanistischen Kindergarten St. Peter. Gemeinsam mit Monika Utasi von „Monis Haus voller Musik“ hatten sie eine kleine musikalische und tänzerische Darbietung vorbereitet – der Applaus war ihnen sicher.</p> <p class="bodytext">Überall luden Stände und Stationen zum Mitmachen, Informieren oder Genießen ein. Ob Schleuder-Zielschießen, Entenangeln oder Torwand - für Kinder gab es zahlreiche Angebote, bei denen sie Punkte sammeln und später bei der Tombola gegen Preise eintauschen konnten. Die Erzieherinnen des Humanistischen Kindergartens hatten mit ihren liebevoll gestalteten Aktionsständen besonders viele kleine Gäste angelockt. Mit Glitzer-Tattoos und selbst gestalteten Buttons sorgten sie für viele strahlende Gesichter – und auf zahlreichen Brückenbausteinen wurden Botschaften wie „Liebe und Zufriedenheit“, „Musik verbindet“ oder „Jeder Mensch hat einen Wert!“ hinterlassen.</p> <p class="bodytext">Überall waren Plakate und Banner zu sehen, die sich mit Kinderrechten und Menschenwürde beschäftigten – ganz im Sinne des Festes, das seit Jahren für ein friedliches, inklusives Zusammenleben im Stadtteil steht.</p> <p class="bodytext">Neben der HV waren viele weitere Organisationen und Einrichtungen mit großem Engagement dabei: Mitgemacht haben in diesem Jahr unter anderem: die Scharrer-Mittelschule, die LUISE-Cultfactory, OGS Scharrer, das Kinder- und Jugendhaus Pastorius 49, JiG – Jugendarbeit in Ganztagsschulen, der Kulturladen Zeltnerschloss, der Kinderhort Scharrerstraße, der Vorstadtverein Gleißhammer St. Peter sowie die Gemeinde und der Kindergarten St. Kunigund.</p> <p class="bodytext">Ein rundum gelungener Nachmittag, der zeigt: Wenn Menschen verschiedenster Herkunft, Altersgruppen und Weltanschauungen Interesse aufeinander zugehen und zusammen feiern, gestalten sie aktiv ein starkes, demokratisches und offenes Miteinander im Stadtteil.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-657</guid> <pubDate>Mon, 19 May 2025 10:38:49 +0200</pubDate> <title>Viele kleine Schritte – ein gemeinsamer Weg: 10 Jahre Kinderkrippe Wölckernstraße</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/viele-kleine-schritte-ein-gemeinsamer-weg-10-jahre-kinderkrippe-woelckernstrasse.html</link> <description>Mitten in der Nürnberger Südstadt ist vor genau zehn Jahren eine kleine Oase für Kinder entstanden – die Humanistische Kinderkrippe Wölckernstraße. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums wurde am vergangenen Wochenende gebührend gefeiert – mit vielen Gästen, schönen Erinnerungen und ganz viel Herzlichkeit.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Krippe, die sich über das gesamte Erdgeschoss eines imposanten Gründerzeit-Altbaus erstreckt, wurde 2015 nach modernsten Standards kernsaniert. Mit Lärmschutz, durchdachter Belüftung und liebevoll gestalteten Räumen bietet sie seit einem Jahrzehnt einen sicheren und anregenden Ort für die Jüngsten. </p> <p class="bodytext">Zum Fest kamen neben aktuellen Familien auch viele ehemalige Krippenkinder und Eltern, die noch immer mit der Einrichtung verbunden sind. Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von Karin Mates, der ersten Leitung der Krippe, die den Aufbau der Einrichtung entscheidend mitgestaltet hat. Auch Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren. </p> <p class="bodytext">In ihren Dankesreden war die Freude spürbar: Kristina Bauer, die heutige Einrichtungsleitung, gab einen Einblick in die tägliche Arbeit und betonte das vertrauensvolle Miteinander im Team und mit den Eltern. Vorstand Michael Bauer erinnerte an die intensive Anfangszeit und den umfassenden Umbau, der die Basis für die heutige Wohlfühlatmosphäre legte. Karin Mates blickte voller Wärme auf ihre Zeit in der Krippe zurück und erzählte, wie viel Freude es ihr bereitet hat, die Kinder in ihren ersten Lebensjahren zu begleiten. Ein besonderer Moment war die Ehrung von Stefanie Egerer, die seit der Gründung als Reinigungskraft in der Krippe tätig ist und mit großem Engagement für Ordnung und Wohlbefinden sorgt. Zehn Jahre treue Mitarbeit, für die wir sehr dankbar sind. </p> <p class="bodytext">Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz: Kinderschminken, Luftballontiere, eine kleine Kunsteinlage mit Musik und Riesenseifenblasen zauberten leuchtende Kinderaugen. Im Garten wurde gespielt, gelacht und im Sand gebuddelt. Bei sommerlichem Wetter waren Eis, Kaffee und kühle Getränke besonders beliebt und luden zum Verweilen ein. Viele liebevolle Gespräche mit ehemaligen Familien, herzliche Botschaften auf der Wünschewand und kleine Geschenke der Ehemaligen machten diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. </p> <p class="bodytext">Es war ein Fest voller Wärme, Dankbarkeit und guter Erinnerungen – und ein schönes Zeichen dafür, wie viel Verbindung, Vertrauen und Freude in diesen zehn Jahren gewachsen sind. Wir danken allen, die diesen Tag mit uns gefeiert haben – und freuen uns auf viele weitere gemeinsame Jahre im Herzen der Südstadt! </p> <p class="bodytext">Herzlichen Dank an Moritz Wicklein für die Unterstützung beim Fotografieren!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-656</guid> <pubDate>Thu, 15 May 2025 14:50:18 +0200</pubDate> <title>„Der Gipfel der Vielfalt“ – Die deutschen Antidiskriminierungstage 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/der-gipfel-der-vielfalt-die-deutschen-antidiskriminierungstage-2025.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung hat an den Deutschen Antidiskriminierungstagen 2025 teilgenommen – und setzt sich entschieden für Menschenrechte, Gleichberechtigung und eine demokratische Kultur der Vielfalt ein.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Unter dem Motto „Der Gipfel der Vielfalt“ fanden am 13. und 14. Mai 2025 die Deutschen Antidiskriminierungstage im Berliner Haus der Kulturen der Welt (HKW) statt – die bislang größte Publikumsveranstaltung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Mit über 1.000 Teilnehmenden aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Kultur wurde zwei Tage lang diskutiert, zugehört und gefeiert – für eine vielfältige, demokratische und gerechtere Gesellschaft.</p> <p class="bodytext">Für die Humanistische Vereinigung nahm Grit Lahmann, Leiterin des Berliner Büros, an dem Kongress teil und unterstrich damit unser klares Bekenntnis zur Bekämpfung von Diskriminierung und zur Förderung einer pluralistischen, menschenrechtsbasierten Demokratie.</p> <p class="bodytext">Ferda Ataman, die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, eröffnete den Kongress und betonte, dass diese Tage ein „Dankeschön“ seien – an all jene, die sich tagtäglich gegen Diskriminierung einsetzen. Gerade in einer Zeit, in der rechtspopulistische Kräfte sich in Bundestag und Landtagen etablieren, weltweit Autokratien an Einfluss gewinnen und in den USA eine regelrechte Kampagne gegen Diversität und Gleichberechtigung läuft, brauche es deutliche Zeichen:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em>„Gerade in Zeiten, in denen Diskriminierung zunimmt und der Einsatz für Diversität infrage gestellt wird, wollen wir Mut machen und die Menschen feiern, die sich Tag für Tag gegen Diskriminierung und für Menschenrechte einsetzen</em>.“, so Ataman.</p></blockquote><p class="bodytext">Sie sprach sich klar für die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD aus und kündigte an, auch in der kommenden Legislatur für eine dringend nötige Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zu kämpfen.</p> <p class="bodytext">Unterstützung bekam sie von der neuen Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Karin Prien (CDU). In ihrem kurzen Auftritt bekräftigte Prien, dass auch sie für mehr Chancengerechtigkeit eintreten werde. Hass und Hetze dürfe man nicht tatenlos begegnen – der Koalitionsvertrag sehe hier konkrete Maßnahmen vor.</p> <p class="bodytext">In über 40 Panels, Diskussionen, Lesungen und Workshops wurde das Thema Diskriminierung aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet – interdisziplinär, intersektional und immer im Dialog mit Betroffenen, Aktivist*innen, Fachleuten und der Zivilgesellschaft.</p> <p class="bodytext">Zu den prominentesten Gästen zählten Luisa Neubauer, Klimaaktivistin und Gesicht der deutschen Fridays-for-Future-Bewegung, die in ihrer bewegenden Rede auf die Zukunftsangst der Jugend und die dramatische humanitäre Lage im Gazastreifen aufmerksam machte. Oder Maja Göpel, Politökonomin und Nachhaltigkeitsexpertin, die im Rahmen des „Think Big!“-Formats Visionen für ein gerechteres Deutschland 2035 entwickelte. Weitere hochkarätige Stimmen wie Carlo Masala, Michel Friedman, Gregor Gysi, Marcel Fratzscher, Ricarda Lang und andere trugen zu einer inhaltlich dichten, kontroversen, aber stets respektvollen Auseinandersetzung bei.</p> <p class="bodytext">Die Deutschen Antidiskriminierungstage 2025 waren ein wichtiger Kongress mit einem starken Signal: Für den Schutz der Menschenwürde, gegen jede Form von Ausgrenzung – und für eine Gesellschaft, die sich traut, vielfältig, offen und gerecht zu sein.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung sieht sich durch den Kongress in ihrer Arbeit bestätigt. In einer Zeit, in der demokratische Grundwerte zunehmend unter Druck geraten, braucht es entschlossene Stimmen – in der Politik, in der Zivilgesellschaft und in der alltäglichen Praxis.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-655</guid> <pubDate>Thu, 15 May 2025 11:10:21 +0200</pubDate> <title>Willkommensfest in Langwasser – Ein fröhlicher Start mit Herz und Verstand</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/willkommensfest-in-langwasser-ein-froehlicher-start-mit-herz-und-verstand.html</link> <description>Seit dem Beginn des Krippenjahres herrscht lebendiges Treiben in der neuen Humanistischen Kinderkrippe in Nürnberg-Langwasser. Nun wurde die neue Einrichtung auch offiziell mit einem fröhlichen Willkommensfest im großen Garten gefeiert. Bei herrlichem Wetter nutzten Kinder, Eltern, Familien und das Krippenteam die Gelegenheit, das neue Kinderparadies gemeinsam einzuweihen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, begrüßte die Gäste herzlich und dankte den Eltern für ihr Vertrauen. „<em>In unseren Einrichtungen begegnen wir jedem Kind als eigenständiger Persönlichkeit. Die Leitideen Aufklärung, Vernunft, Toleranz und Selbstbestimmung prägen unsere pädagogische Arbeit</em>“, betonte Bauer in seiner Ansprache.</p> <p class="bodytext">Krippenleiterin Selina Berberich blickte auf die intensive Aufbauzeit zurück: „<em>Es war viel Arbeit, diese Krippe mit Leben zu füllen – aber wir waren voller Motivation und Ausdauer, diesen Ort zu einem wunderbaren Platz für Kleinkinder zu machen</em>.“</p> <p class="bodytext">Der weitläufige Garten der Einrichtung wurde für das Willkommensfest zur bunten Spiellandschaft. Kinder und Eltern verteilten sich begeistert über das Gelände und genossen die verschiedenen Spielmöglichkeiten. Besonders beliebt war die Kreativstation, an der gemalt, gebastelt und geschminkt wurde. Für das leibliche Wohl sorgte ein vielfältiges Kuchenbuffet, liebevoll organisiert vom engagierten Elternbeirat.</p> <p class="bodytext">Die Freude und Zufriedenheit der Familien war deutlich spürbar – viele Eltern äußerten, wie glücklich sie über das neue Angebot mitten in Langwasser sind. Die hellen, freundlich gestalteten Räumlichkeiten der Krippe, darunter ein Bauraum, ein Kreativraum, ein Kinderrestaurant und ein großer Bewegungsflur, bieten den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken, Lernen und Spielen. Ein besonderes Highlight ist der große Garten mit zahlreichen Kletter- und Spielgeräten – ideal zum Toben, Rennen und Erforschen.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Kinderkrippe Nürnberg-Langwasser wurde zum 1. September 2024 von der Humanistischen Vereinigung übernommen. Sie bietet Platz für 36 Kinder im Alter von etwa acht Monaten bis drei Jahren. Eine Nestgruppe dient als sicherer Rückzugsort während der Eingewöhnung, von dem aus die Kinder nach und nach alle weiteren Räume erkunden können.</p> <p class="bodytext">Das pädagogische Konzept legt großen Wert auf Partizipation, individuelle Förderung und die Schaffung eines gemeinschaftlichen Lebensraums. „<em>Wir möchten, dass sich die Kinder bei uns geborgen fühlen und in ihrem eigenen Tempo die Welt entdecken können</em>“, so Berberich.</p> <p class="bodytext">Für das kommende Krippenjahr ab September 2024 sind noch Betreuungsplätze frei. Interessierte Eltern können sich auf der Website der Krippe informieren oder direkt Kontakt mit Einrichtungsleiterin Selina Berberich aufnehmen. </p> <p class="bodytext"><span style="font-family:&quot;Segoe UI Symbol&quot;,sans-serif"></span></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-654</guid> <pubDate>Mon, 12 May 2025 15:11:16 +0200</pubDate> <title>Philosophieren, Staunen, Lernen: Die Museumsboxen unterwegs</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/philosophieren-staunen-lernen-die-museumsboxen-unterwegs.html</link> <description>Die mobilen Museumsboxen von philoscience sind im Moment wieder unterwegs in den Humanistischen Kitas und bringen die Kinder zum Staunen, Grübeln und Lachen und bringen ihnen auf spielerische Art eine Menge bei.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><em>„Das gibt´s doch nicht - wo ist das Chamäleon jetzt hin?!“</em> </p> <p class="bodytext">In den kommenden Wochen sind die Museumsboxen – also die <strong>box</strong>der<strong>sinne</strong>, die <strong>box</strong>der<strong>evolution</strong> und die <strong>box</strong>des<strong>philosophierens</strong> – wieder auf Tour. Sie begeistern die Kinder in unseren humanistischen Kitas und bringen ihnen auf spielerische Weise viel bei: über die menschlichen Sinne, die Entwicklung des Lebens auf der Erde und über kleine und große Sinnfragen unseres Daseins.</p> <p class="bodytext">Den Auftakt machte das Humanistische Haus für Kinder Anna Steuerwald Landmann in Nürnberg-Gartenstadt mit der <strong>box</strong>der<strong>sinne</strong>. In kleinen Gruppen konnten die Kinder gemeinsam mit ihren Erzieher*innen verschiedene Experimente ausprobieren – voller Neugier und Staunen. Dabei erlebten sie hautnah, wie sehr unsere Wahrnehmung uns manchmal in die Irre führen kann.</p> <p class="bodytext">An mehreren Stationen, die in verschiedenen Räumen der Kita aufgebaut waren, konnten sich die Kinder ausprobieren. Die Gestaltung ermöglicht, dass jedes Kind aktiv werden und sich in die Gruppe einbringen kann. So wurden sie im Laufe des Vormittags zu einem kleinen Forscher*innen-Team, das seine Sinne entdeckte und auf die Probe stellte.</p> <p class="bodytext"><em>„Welche Strecke ist länger?“<br /> „Welches Material spüre ich da?“<br /> „Wonach riecht das?“</em> </p> <p class="bodytext">Die <strong>box</strong>der<strong>sinne</strong> ist in drei Varianten buchbar – für Kitas, Schulen und Erwachsene. Sie benötigt nur etwas Tischfläche und bietet auf kleinem Raum faszinierende Experimente und Wahrnehmungstäuschungen zum Riechen, Schmecken, Sehen, Hören und Fühlen.</p> <p class="bodytext"><strong>Neugierig geworden?</strong><br /> Dann ran an die Boxen!<br /> Preise, weitere Informationen und Buchung unter: <a href="https://philoscience.de/" rel="noopener"><strong><a href="https://philoscience.de/" target="_blank">philoscience.de</a></strong></a> </p> <p class="bodytext"><a data-start="1787" data-end="1806" class="cursor-pointer" rel="noopener">Mail<strong>: </strong></a><strong><a data-start="1787" data-end="1806" rel="noopener" href="mailto:box@philoscience.de">box@philoscience.de</a></strong></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-653</guid> <pubDate>Mon, 12 May 2025 09:56:50 +0200</pubDate> <title>Säkularer Stadtführer öffnet neue Perspektiven</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/saekularer-stadtfuehrer-nuernberg-aufbruch-in-die-weltanschauliche-moderne.html</link> <description>Ab sofort erhältlich ist dieser neue Stadtführer über Nürnberg und das einzigartige säkulare Erbe. Denn während religiöse, geschichtliche, architektonische oder sogar kulinarische Besonderheiten hinlänglich bekannt sind und in unzähligen Texten oder Büchern gewürdigt worden sind – war dies im dezidiert nicht-religiösen Bereich bislang kaum der Fall. Deshalb begibt sich Autor Michael Bauer mit dem „Säkularen Stadtführer Nürnberg - Aufbruch in die weltanschauliche Moderne“ auf Spurensuche nach den Zeugnissen weltlichen und freigeistlichen Denkens, die in der Stadt zu finden sind.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Auf der Grundlage eines traditionell selbstbewussten, politisch weitgehend autonomen Bürgertums&nbsp; bildete sich in der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg im Revolutionsjahr 1848 eine der größten Freien Gemeinden Süddeutschlands. Ihre Mitglieder ließen nicht nur die jahrhundertealten Dogmen der Kirchen hinter sich, sondern schrittweise auch die Religion selbst. </p> <p class="bodytext">Reich bebildert und ergänzt durch informative Hintergrundtexte erzählt dieser Kurzführer in elf Stationen erstmals die Entwicklung der freigeistigen Bewegung in Nürnberg, in der sich bis in die jüngste Vergangenheit hinein die ambivalente Geschichte der Stadt selbst widerspiegelt.&nbsp; </p> <p class="bodytext">Die freigeistige Geschichte Nürnbergs wurde geprägt von mutigen Menschen, die für ihre Überzeugungen mitunter beträchtliche persönliche Risiken und Nachteile in Kauf nahmen. Ludwig Feuerbach&nbsp; verzichtete auf eine gut bezahlte Karriere im&nbsp; wissenschaftlichen Hochschulbetrieb. Carl Scholl musste sich&nbsp; immer wieder gegen Anfeindungen durch Kirche und Staatsregierung wehren und zahlreiche juristische Auseinandersetzungen führen. Dr. Hans Schmidt&nbsp; engagierte sich aufopferungsvoll für die Nürnberger Freie Gemeinde und starb nur wenige Wochen nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten,&nbsp; während Anna Steuerwald Landmann vor dem Regime ins Exil nach Südamerika flüchten musste. Der israelische Künstler Dani Karavan schließlich war bereit, in der ehemaligen Hochburg der NS-Ideologie ein begeh-bares&nbsp; Monument der Menschenrechte zu errichten, obwohl viele Mitglieder seiner Familie im Holocaust ermordet worden waren. </p> <p class="bodytext">Unser Stadtführer ermöglicht eine Begegnung mit diesen Menschen, von denen einige heute nahezu in Vergessenheit geraten sind.</p> <p class="bodytext">Sie können den Stadtführer <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9hmenZgtlzmhrshrbgd,uddhmhftmf-cd');">per Mail über die Humanistische Vereinigung</a>, den Sandberg Verlag oder im regulären Buchhandel kaufen.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><a href="https://www.sandberg-verlag.de/products/sakularer-stadtfuhrer-nurnberg" target="_blank"><span class="Button" style="font-size:11.0pt; line-height:107%; font-family:&quot;Aptos&quot;,sans-serif">Hier können Sie den Stadtführer bestellen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br /></span></a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h4>Erschienen im <a href="http://www.sandberg-verlag.de" target="_blank">Sandberg Verlag</a></h4> <h4>ISBN 978-3-96486-025-5 </h4> <h4>Preis: 12,80 Euro</h4> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(Bild Justizpalast: André Karwath via wikipedia; Bild Katharinen Ruine: Kasa Fue via&nbsp;Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-652</guid> <pubDate>Fri, 09 May 2025 09:33:24 +0200</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin im Mai 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-im-mai-2025.html</link> <description>Am Sonntag, 11. Mai, erwartet euch wieder unsere Radiosendung zu humanistischen Themen. Schaltet ein um 6:30 Uhr auf Bayern 2 oder jederzeit danach in der BR-Mediathek oder als Podcast auf unserer Homepage. Freut euch auf zwei spannende Themen!</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wie gewohnt behandeln wir zwei Themen ausführlich und informiren in den Kurznachrichten über die wichtigsten Ereignisse in der HV und der humanistischen Gemeinschaft.</p> <p class="bodytext">Dieses Mal stellen wir das neue Buch über die säkulare Geschichte Nürnbergs vor, das im <a href="https://www.sandberg-verlag.de/" target="_blank">Sandberg-Verlag</a> erscheint. Denn während religiöse, geschichtliche, architektonische oder sogar kulinarische Besonderheiten in unzähligen Texten oder Büchern gewürdigt worden sind – war dies im freigeistigen, dezidiert nicht-religiösen Bereich bislang nicht der Fall. „Säkularer Stadtführer Nürnberg“ heißt die Neuerscheinung, mit der Autor Michael Bauer einlädt, auf Spurensuche zu gehen nach den Zeugnissen weltlichen und freigeistlichen Denkens, die in der Stadt zu finden sind. Eine andere, neue Perspektive also auf Nürnberg, die eben diese bis jetzt vernachlässigten Aspekte der Geschichte in den Vordergrund rückt – und von denen es einige zu entdecken.</p> <p class="bodytext">Außerdem begleiten wir zwei Landtagsabgeordnete bei ihrem Besuch in der <a href="http://www.humanistische-schule.de" target="_blank">Humanistischen Grundschule Fürth</a>. Seit 2008 ermöglicht diese mit einem neuen, ganzheitlichen reformpädagogischen Konzept den Kindern einen guten Start in die Schullaufbahn und vermittelt ihnen so Freude am lebenslangen, erfolgreichen Lernen. Christian Zwanziger und Barbara Fuchs (beide von den Grünen) staunten nicht schlecht, wie ein Schultag auch aussehen kann mit mehr pädagogischem Personal, dafür ohne starres Unterrichts-Korsett, Druck und Noten. Wir sprechen mit Ihnen über ihre Eindrücke von diesen etwas anderen Schul- und Lernkonzepten und was sie sich von der bayerischen Schulpolitik wünschen würden.</p> <p class="bodytext">Viel Spaß beim Hören!</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-651</guid> <pubDate>Thu, 08 May 2025 14:43:58 +0200</pubDate> <title>80 Jahre Kriegsende: Freiheit braucht Erinnerung und Entschlossenheit</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/80-jahre-kriegsende-freiheit-braucht-erinnerung-und-entschlossenheit.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung erinnert zum heutigen Jahrestag an die Befreiung vom Nationalsozialismus und mahnt zur entschlossenen Verteidigung demokratischer Werte.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In ganz Deutschland wird heute mit zahlreichen Veranstaltungen an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai 1945 erinnert. Der von Hitler-Deutschland entfesselte Krieg forderte weltweit etwa 60 Millionen Todesopfer – die Mehrheit davon Zivilisten. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete der Krieg in Europa und zugleich die nationalsozialistische Schreckensherrschaft in Deutschland.</p> <p class="bodytext">Auch 80 Jahre später ist der 8. Mai ein Tag des Gedenkens und der Mahnung – gerade in einer Zeit, in der autoritäres Denken, Nationalismus und Krieg erneut Europa erschüttern. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurden russische und belarusische Diplomaten nicht den zentralen Gedenkveranstaltungen in Deutschland eingeladen.</p> <p class="bodytext">Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, betont die bleibende Bedeutung dieses historischen Tages:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em><strong>„Am heutigen Tag gedenken wir der Millionen Opfer, die der Hitler-Faschismus gefordert hat, bis er endlich besiegt werden konnte. Wir halten inne und sehen zurück auf den 8. Mai 1945 als den Tag, der uns Deutschen einen neuen Anfang ermöglicht hat. Wir sehen aber auch in die Gegenwart, und müssen erkennen, dass auch heute die Freiheit in Europa bedroht wird. Rechtsextremismus, Nationalismus, völkisches Denken und Faschismus sind auf unserem Kontinent nicht etwa in den Geschichtsbüchern verschwunden. Vielmehr erleben wir ein beispielloses Erstarken rechtsextremistischer Einstellungen und derartiger politischer Gruppierungen, und wir erleben auch, dass Krieg und Terror zur Durchsetzung politischer Ziele auf unserem Kontinent tägliche und leidvolle Realität sind. Der heutige Tag ist daher auch ein Tag der Mahnung an uns alle: Unsere Freiheit, unsere offene, humanistische und tolerante Art zu leben, ist nicht selbstverständlich. Sie muss gegen ihre Feinde im Inneren wie im Äußeren entschlossen verteidigt werden.&quot;</strong></em> </p> <p class="bodytext"><em><br /></em>Die Humanistische Vereinigung ruft dazu auf, die Erinnerung an das Ende der NS-Diktatur wachzuhalten, sich für Menschenrechte und eine offene Gesellschaft zu engagieren – und den 8. Mai auch künftig als Tag der Befreiung zu würdigen.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Bildquellen: </p> <p class="bodytext">Foto 1: Deutsche Fotothek‎, CC BY-SA 3.0 de, https:commons.wikimedia.orgwindex.phpcurid=6547917</p> <p class="bodytext">Foto 2: Royal Air Force official photographer - http:media.iwm.org.ukiwmmediaLib9media-9014large</p> <p class="bodytext">Foto 3: : No 5 Army Film &amp; Photographic Unit, Hewitt (Sgt) -httpmedia.iwm.org.ukiwmmediaLib39media-39747large</p></blockquote>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-650</guid> <pubDate>Thu, 08 May 2025 11:51:15 +0200</pubDate> <title>Politik trifft Praxis: Landtagsabgeordnete besuchen Humanistische Schule</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/politik-trifft-praxis-landtagsabgeordnete-besuchen-humanistische-schule.html</link> <description>Die Abgeordneten der Grünen zeigen sich beeindruckt von den Konzepten der Humanistischen Schule und fordern mehr Mut zur Vielfalt im Schulwesen. Wo staatliche Schulen an Grenzen stoßen, ermöglicht die Humanistische Schule ein Lernumfeld, das Kinder stark macht und echte Chancengleichheit schafft.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Humanistische Schule Fürth durfte am Montag, den 5. Mai, zwei Gäste aus der Landespolitik begrüßen: Christian Zwanziger, Landtagsabgeordneter der Grünen aus Erlangen und Mitglied des Bildungsausschusses, sowie Barbara Fuchs, Abgeordnete aus Fürth, informierten sich bei einem ausführlichen Besuch über das reformpädagogische Konzept der Schule.</p> <p class="bodytext">Empfangen wurden die beiden Politiker*innen von Schulleiterin und Pädagogischer Geschäftsführerin der Humanistischen Vereinigung, Ulrike von Chossy. In einem intensiven Gespräch sowie bei einer anschließenden Führung durch das Schulgebäude erhielten sie Einblicke in die pädagogische Praxis und die strukturellen Besonderheiten der Schule.</p> <p class="bodytext"><strong>Lernen auf Augenhöhe</strong> </p> <p class="bodytext">„Die wichtigste Frage ist: Wie kann man Kinder selbstbewusst machen und ihnen Lust aufs Lernen vermitteln?“ – so brachte Ulrike von Chossy das Leitbild der Schule auf den Punkt. Im Fokus steht der respektvolle Umgang auf Augenhöhe, kleine Lerngruppen mit maximal 25 Kindern sowie ein multiprofessionelles Team aus Lehrer<em>*</em>innen<em> </em>und Sozialpädagog*innen, das gemeinsam für die Schüler*innen da ist.</p> <p class="bodytext">Die Kinder werden individuell gefördert, arbeiten eigenverantwortlich und gestalten ihren Lernalltag mit. Statt Noten und Leistungsdruck gibt es eine konstruktive Fehlerkultur und altersgerechte Leistungsrückmeldungen – ganz ohne Rotstift.</p> <p class="bodytext"><strong>Kritik am Status quo der Bildungspolitik</strong> </p> <p class="bodytext">Christian Zwanziger nutzte den Besuch auch, um aus seiner politischen Arbeit zu berichten. Dabei wurde deutlich: Die Humanistische Schule steht für genau das, was er in der aktuellen Bildungspolitik häufig vermisst. <em>„In Bayern herrscht vielerorts noch die Haltung: Unser Bildungssystem ist bundesweit führend – also gibt es keinen Grund, etwas zu verändern,“</em> so Zwanziger. Innovation werde dadurch ausgebremst, notwendige Reformen verzögert. <em>„Es ist ein überholtes Prinzip, nur die leistungsstarken Kinder zu fördern und die anderen auf der Strecke zu lassen. Wir brauchen mehr Mut zur Vielfalt und mehr Vertrauen in neue pädagogische Ansätze.“</em> </p> <p class="bodytext">Auch kritisierte er die starke Überregulierung durch den Staat: Eltern und Schüler*innen würden häufig bevormundet, anstatt ihnen echte Mitgestaltung zu ermöglichen. Der Besuch an der Humanistischen Schule habe eindrucksvoll gezeigt, wie erfolgreich ein freierer, kindgerechterer Ansatz funktionieren kann.</p> <p class="bodytext"><strong>Einblicke, die beeindrucken</strong> </p> <p class="bodytext">Besonders beeindruckt zeigten sich Zwanziger und Fuchs von der Freiheit, die den Schüler*innen beim Mitgestalten ihrer Aktivitäten eingeräumt wird – beispielsweise durch die sogenannten Kinderuni-Kurse im Hort, in denen sie freiwillig Angebote wie Schach, Drucken, Französisch oder Yoga wählen können. Auch Regeln werden gemeinsam mit den Kindern aufgestellt – was nach den Worten von Ulrike von Chossy zu mehr Akzeptanz und Verlässlichkeit im Miteinander führt.</p> <p class="bodytext">Barbara Fuchs hob hervor, wie wichtig Chancengleichheit im Ganztag sei – und dass sich viele Eltern heute mehr Flexibilität und weniger Bevormundung im Schulalltag wünschen. Für sie ist klar: <em>„Es genügt nicht, einen Abschluss zu machen – Kinder müssen auch lernen, wer sie sind, was sie können und was sie brauchen, um zufrieden zu sein.“</em> </p> <p class="bodytext"><strong>Ein gelungenes Beispiel für gelebte Bildungsgerechtigkeit</strong> </p> <p class="bodytext">Beide Abgeordnete zeigten sich überzeugt davon, dass das Modell der Humanistischen Schule viele Impulse für eine zeitgemäße Bildungspolitik liefert. Fuchs betonte: <em>„Die Schule hat sich in Fürth und Umgebung einen hervorragenden Ruf erarbeitet – und weiterführende Schulen berichten immer wieder, wie engagiert und reflektiert Kinder aus der Humanistischen Schule sind.“</em> </p> <p class="bodytext">Im anschließenden Austausch ging es auch um übergeordnete Themen wie den Übertritt aufs Gymnasium, das Doppelstundenprinzip sowie aktuelle Bauvorschriften für Schulen. Zum Abschluss des Besuchs bedankten sich beide Politiker*innen herzlich für die Einblicke – und zeigten sich beeindruckt, wie erfolgreich das reformpädagogische Konzept in der Praxis funktioniert.</p><div style="text-align:center"><hr /></div><p class="bodytext">Die Humanistische Schule Fürth wurde 2008 als erste weltlich-humanistische Grundschule Deutschlands gegründet. Heute lernen hier rund 100 Kinder in vier jahrgangsübergreifenden Gruppen nach reformpädagogischen Prinzipien. Neben einem wertebasierten, offenen Lernumfeld mit Projektarbeit und aktiver Mitbestimmung der Kinder legt die Schule besonderen Wert auf Selbstständigkeit, Empathie und individuelle Förderung – ganz ohne Noten und Leistungsdruck.</p> <p class="bodytext">Weitere Infos auf der Homepage der Schule: <a href="https://www.humanistische-schule.de/" target="_blank">www.humanistische-schule.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-649</guid> <pubDate>Mon, 28 Apr 2025 18:07:44 +0200</pubDate> <title>Schutz für verfolgten Humanisten: Mubarak Bala ist in Deutschland </title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/schutz-fuer-verfolgten-humanisten-mubarak-bala-ist-in-deutschland.html</link> <description>Der Menschenrechtsaktivist und Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias, Mubarak Bala, wird mehrere Monate im Rahmen des Humanist Shelter Programs der Humanistischen Vereinigung in Nürnberg verbringen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Pressemitteilung – 28.04.2025</p> <p class="bodytext">---</p> <p class="bodytext">Schutz für verfolgten Humanisten: Mubarak Bala ist in Deutschland </p> <p class="bodytext">Der Menschenrechtsaktivist und Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias, Mubarak Bala, wird mehrere Monate im Rahmen des Humanist Shelter Programs der Humanistischen Vereinigung KdöR (HV) in Nürnberg verbringen.</p> <p class="bodytext">Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, begrüßte Mubarak Bala heute im Nürnberger Humanistischen Zentrum. „<em>Die HV engagiert sich seit vielen Jahren in der internationalen Menschenrechtsarbeit. Daher freut es mich besonders, dass wir als Partnerorganisation des Auswärtigen Amtes und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) erreichen konnten, dass Mubarak Bala nach Deutschland ausreisen konnte. Unser Humanist Shelter Program ermöglicht es ihm, sich zu erholen, neue Kontakte zu knüpfen und unterstützt ihn, seine Arbeit hier in Freiheit fortzusetzen.</em> <em>Besonders danken wir dem Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Frank Schwabe, der sich im engen Kontakt mit uns intensiv für Balas Freilassung einsetze</em>.<em> Das ist ein guter Tag für die internationale humanistische Gemeinschaft, auf den wir gemeinsam sehr lange hingearbeitet haben.“,</em> so Bauer.</p> <p class="bodytext">Bala war im April 2020 verhaftet worden, nachdem er auf Facebook Beiträge veröffentlicht hatte, die als &quot;blasphemisch&quot; eingestuft wurden. Er wurde über ein Jahr lang ohne Anklage festgehalten und später unter fragwürdigen Umständen von einem örtlichen Gericht zu 40 Jahren Haft verurteilt. Der Weg, dieses Unrecht zu revidieren, war lang und von zahlreichen Hindernissen wie der Covid-19-Pandemie, einem instabilen Justizsystem und gravierenden Menschenrechtsverletzungen geprägt. Währenddessen wurde Bala von mehreren internationalen Menschenrechtsorganisationen begleitet und unterstützt. 2024 erklärte ein Berufungsgericht das Urteil gegen Bala für rechtswidrig und er konnte das Gefängnis verlassen. Daraufhin hielt er sich mehrere Monate an einem sicheren Ort in Zentralnigeria auf, bis seine Ausreise nach Deutschland erfolgen konnte.</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung wird sich durch initiativen wie das Humanist Shelter Program auch künftig dafür einsetzen, dass niemand wegen seiner Überzeugungen verfolgt wird. (Mehr Informationen: <a href="http://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program" target="_blank">www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program</a>)</p> <p class="bodytext">Über Ihre Berichterstattung und Interviewanfragen freuen wir uns.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Mit freundlichen Grüßen</p> <p class="bodytext">Pressestelle der Humanistischen Vereinigung</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Kontakt:</p> <p class="bodytext">Humanistische Vereinigung</p> <p class="bodytext">Martin Bühner</p> <p class="bodytext">Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit</p> <p class="bodytext">Mobil +49 (0) 172 9879456</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-648</guid> <pubDate>Fri, 11 Apr 2025 13:05:24 +0200</pubDate> <title>Würde und Freiheit – Eindringliche Worte bei Berliner Rede</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wuerde-und-freiheit-eindringliche-worte-bei-berliner-rede.html</link> <description>Zentrale Themen der 19. Berliner Rede zur Freiheit waren in diesem Jahr Freiheit und Demokratie in Europa, welche durch den Kampf der Ukraine für Souveränität und Selbstbestimmung gegen den russischen Angriffskrieg verteidigt werden. Die gastgebende Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hatte dazu S. E. Oleksii Makeiev, den Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Ukraine in Deutschland, als Redner eingeladen. Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung nahm gemeinsam mit der Leiterin des Berliner Büros der HV, Grit Lahman, an der Jahresveranstaltung zur Freiheitsthematik und der anschließenden Diskussion im komplett gefüllten Berliner Allianz Forum teil.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Prof. Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, eröffnet den Abend mit deutlichen Worten: Er kritisiert den Rückzug der USA aus ihrer Führungsrolle in der freien Welt und fordert ein stärkeres sicherheitspolitisches Engagement Europas. Er verweist darauf, dass eine glaubwürdige Friedenspolitik keine faulen Kompromisse zulässt, sondern auf Wehrhaftigkeit und klare Sicherheitsgarantien setzt. Er appelliert, aus dem Mut der Ukrainer Kraft zu schöpfen und als Deutsche und Europäer*innen gemeinsam Verantwortung für Freiheit und Sicherheit in Europa zu übernehmen.</p> <p class="bodytext">Die bewegende Rede von S. E. Oleksii Makeiev kreist dann um die zentrale Frage: Was ist Freiheit? Er schildert, was der russische Vernichtungskrieg für ihn persönlich, sein Volk und sein Land bedeutet und dass Freiheitsempfinden abhängig von Ort, Zeit und Erfahrung ist. Für viele Ukrainer*innen ist sie eng verknüpft mit dem Kampf gegen Unterdrückung, dem Schutz der Würde und dem Widerstand gegen Gewalt. Makeiev erinnert an die „Revolution der Würde“ von 2013/14 und beschreibt die heutige Realität: Ausgangssperren, Sirenen, Frontdienst – und eine Mauer in Kyjiw, die an die Gefallenen erinnert. Er betont, dass Freiheit nicht nur die Abwesenheit des Bösen, sondern auch die Anwesenheit des Guten ist – sichtbar im Engagement einfacher Menschen wie den Bahnmitarbeitern oder Helfern. Freiheit ist für ihn die Grundlage aller Werte und der Schutz der Würde. Freiheit müsse daher auch kriegstüchtig sein und man müsse für sie kämpfen wollen.</p> <p class="bodytext">In bewegenden Bildern – etwa über das zerstörte Flugzeug “Mrija”, über gefolterte Kriegsgefangene oder einen Zoo der SS-Soldaten neben dem Krematorium im KZ Buchenwald – macht er deutlich, dass der Freiheitskampf der Ukraine auch ein Kampf um Menschlichkeit ist. Freiheit sei unteilbar, keine Satire, kein Wunschkonzert, sondern ein existenzieller Wert. Die Rede endet mit dem Appell, die Singularität des russischen Vernichtungskrieges anzuerkennen – und mit der stillen, doch kraftvollen Hoffnung auf einen freien ukrainischen Himmel.</p> <p class="bodytext">In der anschließenden Diskussion benannte die Politikwissenschaftlerin und Sicherheitsexpertin Claudia Major drei Dinge, die es jetzt brauche: Eine resiliente Gesellschaft, eine agile Rüstungsindustrie und eine kampffähige Truppe. Ihre grundsätzliche Frage lautet: Wollen wir jetzt unser Schicksal in die Hand nehmen und unsere Freiheit verteidigen oder ist uns das zu anstrengend?</p> <p class="bodytext">Die Rede von Oleksii Makeiev, Botschafter der Ukraine in Deutschland im Wortlaut: <a href="https://www.freiheit.org/de/deutschland/die-19-berliner-rede-zur-freiheit" target="_blank">https://www.freiheit.org/de/deutschland/die-19-berliner-rede-zur-freiheit</a> </p> <p class="bodytext">Die gesamte Veranstaltung als Video: <a href="https://youtu.be/7fT6bE1-HBQ" target="_blank">https://youtu.be/7fT6bE1-HBQ</a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-647</guid> <pubDate>Wed, 09 Apr 2025 15:30:30 +0200</pubDate> <title>Zwischen Diplomatie und Menschenrechtseinsatz</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/frank-schwabe-und-sein-mandat-fuer-religions-und-weltanschauungsfreiheit.html</link> <description>Die politische Arbeit für Meinungs- und Religionsfreiheit wurde unter dem Bundesbeauftragten Frank Schwabe strategisch ausgebaut – die Fortführung des Amtes im Koalitionsvertrag ist ein wichtiges Signal an alle unterdrückten Weltanschauungen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">In der 20. Wahlperiode (2022–2025) hat Frank Schwabe (SPD) als Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Impulse gesetzt, neue Themenfelder erschlossen und konkrete Hilfe für verfolgte Menschen weltweit angestoßen. Das Mandat, angesiedelt im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), beinhaltete u. a. das Monitoring der weltweiten Lage, internationale Dialoge und die Veröffentlichung eines umfassenden Berichts zur Religions- und Weltanschauungsfreiheit.</p> <p class="bodytext">Ein besonders bedeutender Fall war der von <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/mubarak-bala-ist-frei-ein-sieg-der-menschlichkeit-und-beharrlichkeit.html" target="_blank">Mubarak Bala</a>, einem nigerianischen Humanisten, der aufgrund seiner weltanschaulichen Überzeugungen 2020 inhaftiert und später zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Die Humanistische Vereinigung (HV) engagierte über vier Jahre hinweg für seine Freilassung. Auch auf Anregung der Humanistischen Vereinigung reiste Frank Schwabe im Jahr 2022 nach Nigeria, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Im Rahmen dieser Reise setzte er sich gezielt für die Einhaltung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit und für Balas Freilassung ein. Nigeria war und ist geprägt von tiefgreifenden Spannungen zwischen religiösen und ethnischen Gruppen sowie von islamistisch motivierter Gewalt. Schwabe betonte die Relevanz interreligiöser Dialogformate als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt – ein Ansatz, der auch in der Arbeit für Bala von Bedeutung war.</p> <p class="bodytext">Der nachhaltige und beharrliche Einsatz aller Beteiligten trug schließlich Früchte: <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/mubarak-bala-ist-frei-ein-sieg-der-menschlichkeit-und-beharrlichkeit.html" target="_blank">Mubarak Bala wurde vor Kurzem freigelassen</a> – ein Erfolg, der auch auf die gezielte und persönliche Einmischung politischer Akteure wie Frank Schwabe zurückzuführen ist.</p> <p class="bodytext">Neben dem Fall Bala setzte Schwabe weitere Schwerpunkte: So veröffentlichte er 2023 den dritten Regierungsbericht zur globalen Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit mit erstmals 41 Länderkapiteln. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Situation indigener Völker und dem Zusammenhang von Religionsfreiheit und nachhaltiger Entwicklung. Internationale Konferenzen, etwa zu den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf religiöse Minderheiten oder zur Rolle von Religionsgemeinschaften in der Demokratieförderung, unterstrichen die Bedeutung seines Amtes.</p> <p class="bodytext">Auch wenn sich die Humanistische Vereinigung noch weitergehende Reformen und Perspektiven für nichtreligiöse Menschen erhofft hatte, brachte Schwabes Amzszeit durchaus Impulse für die Humanist*innen in Deutschland. So initiierte er 2024 ein Fachgespräch zur Weltanschauungsfreiheit, aus dem eine stark nachgefragte Broschüre speziell für nicht-religiöse Menschen hervorging. Darüber hinaus stärkte er die Zusammenarbeit mit internationalen Foren und war Mitinitiator von Deutschlands Beitritt zur International Religious Freedom or Belief Alliance (IRFBA).</p> <p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung würdigt die enge, verlässliche und stets lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Frank Schwabe, insbesondere in Bezug auf den Fall Bala. Die HV hofft, dass die Zusammenarbeit mit ihm in der neuen Bundesregierung ebenso vertrauensvoll und wirkungsvoll weitergeführt werden kann. Dass der Koalitionsvertrag vorsieht, das Amt des Beauftragten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit auch in der künftigen Legislatur fortzuführen, ist ein wichiges Signal für die weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit und für all jene, die für ihre Überzeugungen verfolgt werden.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-646</guid> <pubDate>Wed, 09 Apr 2025 11:18:07 +0200</pubDate> <title>20 Miles: Ein Ort für Menschlichkeit im Hafen von Nordenham</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/20-miles-ein-ort-fuer-menschlichkeit-im-hafen-von-nordenham.html</link> <description>Hilfe jeglicher Art, Beratung, Nähe oder einfach eine Auszeit fernab der Heimat: Der „Seafarer´s Social Service Nordenham“(SSSN) ist die zweite Einrichtung der Humanistischen Vereinigung für Seefahrer im Bereich Weser-Ems.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Am 15. April 2025 eröffnet die Humanistische Vereinigung, Körperschaft des öffentlichen Rechts, in der Hafenstraße 15A offiziell den <strong>„Seafarer´s Social Service Nordenham“ (SSSN)</strong>. Es ist bereits die zweite Einrichtung der Humanistischen Vereinigung im Bereich Weser-Ems. Seit 2021 betreibt die Humanistische Vereinigung in Oldenburg den Club für Seeleute <a href="https://www.50miles.de/" target="_blank">„50 Miles“</a>. Nun kommt mit dem „20 Miles“ (der Name steht jeweils für die Entfernung zur See) eine weitere Einrichtung zur Betreuung von Seeleuten dazu.</p> <p class="bodytext">Bereits am 1. Januar 2025 wurden die Räume in der Hafenstraße 15A bezogen und der Betrieb aufgenommen. &nbsp;„<em>Wir richten unsere Öffnungszeiten an den Bedürfnissen der Seeleute aus</em>“, so Jürgen Steinecke, Regionalgeschäftsführer Norddeutschland. „<em>Wir sind schon mit vielen Hafenanrainern im Gespräch, weitere werden folgen</em>“. Dabei geht es in erster Linie um die das Bekanntmachen des Clubs und die Weitergabe der Information sowie um die Anlege- und Liegezeiten der einzelnen Schiffe. Das Ganze erfolgt in enger Abstimmung mit der örtlichen Wasserschutzpolizei.</p> <p class="bodytext">Die Betreuung von Seeleuten ist für das Team der Humanistischen Vereinigung aus eigener langjähriger Erfahrung eine Herzensangelegenheit.&nbsp; Ganzjährig wird hier eine Möglichkeit, geschaffen, die Freizeit abseits des Schiffes zu verbringen und zu entspannen. Für das Team steht der Mensch im Mittelpunkt.&nbsp; Alle Angebote sind selbstverständlich kostenfrei.</p> <p class="bodytext">Es ist dem Team vor Ort ein Anliegen den Seeleuten nicht nur ein Freizeitangebot zu machen, sondern ihnen auch mit einem sozialen Beratungsangebot fern der Heimat unterstützend zur Seite zu stehen.</p> <p class="bodytext">Das Team setzt sich aus geschulten und erfahrenen Mitarbeitenden zusammen. Die Mitarbeitenden sind hauptamtlich aber auch ehrenamtlich tätig. </p> <p class="bodytext"><strong>„<em>Wir suchen aber nach wie vor für Nordenham noch Interessenten, die uns unterstützen können. Neben der Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung bieten wir auch noch eine Stelle im geringfügigen Beschäftigungsbereich (Minijob) an</em>“,</strong> so Regionalgeschäftsführer Jürgen Steinecke.&nbsp; </p> <p class="bodytext">Als Voraussetzung benennt er Lust und Empathie im Umgang mit Menschen verschiedener Nationalitäten. Englischkenntnisse sollten ebenso vorhanden sein wie ein gültiger Führerschein. Alle Mitarbeitenden erhalten darüber hinaus eine interne Schulung.</p> <p class="bodytext">Interessierte melden sich am besten bei Regionalgeschäftsführer Jürgen Steinecke unter: 04731 3699466 oder per mail unter <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('lzhksn9rrrmZgtlzmhrshrbgd,udqdhmhftmf-cd');">sssn[at]humanistische-vereinigung.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-645</guid> <pubDate>Fri, 14 Mar 2025 10:56:32 +0100</pubDate> <title>Sieben humanistische Kernforderungen an den Koalitionsvertrag</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/sieben-humanistische-kernforderungen-an-den-koalitionsvertrag.html</link> <description>In Berlin haben CDU/CSU und SPD ihre Verhandlungen über den Koalitionsvertrag für eine neue Bundesregierung begonnen. Die Humanistische Vereinigung verfolgt die Treffen voller Interesse und setzt sich dafür ein, dass für Humanist*innen wichtige Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung und die Achtung der Menschenrechte dabei berücksichtigt werden.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Deshalb appellieren wir konkret an die Mitglieder der 17 Arbeitsgruppen, unsere sieben Kernforderungen für eine weltanschaulich neutrale Politik in der zukünftigen Legislaturperiode zu beachten und diese in den Koalitionsvertrag einfließen zu lassen. Die Punkte im Überblick:</p><ol><li>Weltanschauungsgemeinschaften, insbesondere humanistische, müssen neben Religionsgemeinschaften als wichtige gesellschaftliche Akteure anerkannt werden, da sie eine große und stetig wachsende Gruppe humanistischer und nicht-religiöser Menschen vertreten.</li><li>Der Staat sollte dabei alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften gleich behandeln und darf niemanden bevorzugen. Dazu gehören ein regelmäßiger Dialog mit allen Gruppen, eine pluralistische Ausrichtung öffentlicher Veranstaltungen sowie eine gerechte Verteilung staatlicher Mittel. </li><li>Auch die Stipendienförderung des Bundes darf nicht länger auf religiöse Gruppen beschränkt bleiben. Humanistische Studierende sollen durch die staatliche Finanzierung des Humanistischen Studienwerks Robert Blum A.ö.R. gleichberechtigte Chancen erhalten. </li><li>Zudem benötigen auch nicht-religiöse Menschen Seelsorge in besonderen Lebenslagen. Die Bundesregierung soll deshalb Humanistische Seelsorge bundesweit fördern, Modellprojekte für Militär- und Anstaltsseelsorge starten und Professuren zur Ausbildung humanistischer Seelsorger*innen und weiterer humanistischer Fachkräfte für das Bildungs- und Sozialwesen schaffen. </li><li> Ein neues Suizidhilfegesetz soll das Recht auf ein selbstbestimmtes Lebensende sichern und zugleich eine ergebnisoffene und qualitativ hochwertige Beratung zur Suizidprävention garantieren, wobei die Autonomie der Betroffenen ohne moralische Einflussnahme respektiert werden muss. </li><li> Auch die Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe müssen weltanschaulich neutral gestaltet werden. Staatliche Mittel sind gerecht zwischen allen Akteuren, einschließlich humanistischer Hilfswerke, zu verteilen, und der Zugang für neue Organisationen muss erleichtert werden. </li><li> Schließlich brauchen Menschen, die wegen ihrer humanistischen oder nicht-religiösen Überzeugung verfolgt werden, besonderen Schutz. Deutschland soll ihnen Asyl und Unterstützung gewähren und menschenrechtsverletzende Staaten mit klaren Sanktionen belegen.</li></ol><p class="bodytext"><strong>Unsere 7 Kernforderungen mit konkreten Formulierungsvorschlägen finden Sie hier: </strong> </p> <p class="bodytext"><strong><a href="fileadmin/user_upload/7_Kernforderungen_HV_Koalitionsvertrag_21.Legislatur.pdf">Sieben Kernforderungen und Formulierungsvorschläge der <br /> Humanistischen Vereinigung für den Koalitionsvertrag der Bundesregierung <br /> in der 21. Wahlperiode des Deutschen Bundestages</a></strong> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p style="margin-left:0cm" class="bodytext"><strong>Mehr Informationen zu den Forderungen der Humanistischen Vereinigung an die neue Bundesregierung: </strong></p> <p style="margin-left:18.0pt; text-indent:-18.0pt" class="bodytext"><span style="font-family:Symbol">·<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span></span><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/politische-arbeit/10-punkte-papier" target="_blank">10-Punkte-Papier zur Verwirklichung der weltanschaulichen Neutralität staatlichen Handelns</a></p> <p style="margin-left:18.0pt; text-indent:-18.0pt" class="bodytext"><span style="font-family:Symbol">·<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span></span><a href="http://www.glaeserne-waende.de" target="_blank">Gläserne Wände: Bericht über die Benachteiligung nichtreligiöser Menschen</a> </p> <p style="margin-left:18.0pt; text-indent:-18.0pt" class="bodytext"><span style="font-family:Symbol">·<span style="font:7.0pt &quot;Times New Roman&quot;">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span></span><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/politische-arbeit/militaerseelsorge" target="_blank">Positionspapier zur Humanistischen Militärseelsorge in der Bundeswehr</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-644</guid> <pubDate>Thu, 13 Mar 2025 11:59:38 +0100</pubDate> <title>Gemeinsam (er)wachsen: Vorbereitung auf die Humanistische Jugendfeier 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinsam-erwachsen-vorbereitung-auf-die-humanistische-jugendfeier-2025.html</link> <description>Das Vorbereitungsprogramm der Humanistischen Jugendfeiern 2025 läuft auf Hochtouren – und mit jedem Treffen wächst die Gemeinschaft der Teilnehmenden. In Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern haben sich die Jugendlichen im Alter von etwa 13 bis 14 Jahren bereits zu verschiedenen Workshops, Ausflügen und Veranstaltungen getroffen, um sich gemeinsam auf das Erwachsenwerden und das große Fest im Sommer vorzubereiten – der folgende Text und die Bildern beziehen sich auf die Teilnehmenden der Jugendfeier Bayern.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Erstes Kennenlernen und grundlegende Themen</p> <p class="bodytext">Den Auftakt machte ein Kennenlernwochenende im Otto-Felix-Kanitz-Haus in Nürnberg. Mit Spielen, Gesprächen und gemeinsamen Aktionen wurden erste Freundschaften geschlossen. Besonders beeindruckte die Gruppe der gemeinsame Besuch des Theaterstücks &quot;Angekommen Angenommen&quot;, das Flucht und Integration thematisierte. Außerdem diskutierten die Jugendlichen beim Vortrag von Dr. Stefan Lobenhofer über die Grundgedanken des Humanismus und darüber, warum es wichtig ist, diesen Schritt ins Erwachsenenleben bewusst zu begehen.</p> <p class="bodytext">&quot;Eat Healthy&quot; – Gemeinsam gesund kochen</p> <p class="bodytext">Beim &quot;Eat Healthy&quot;-Workshop in Fürth lernten die Jugendlichen, wie lecker gesunde und nachhaltige Ernährung sein kann. Gemeinsam schnippelten, brieten und mixten sie vegetarische Burger, vegane Brownies und Smoothies. Nebenbei entstand ein interessanter Austausch über bewusste Ernährung und Klimaschutz – und beim gemeinsamen Essen wurde die neue Gemeinschaft weiter gestärkt.</p> <p class="bodytext">&quot;Fake or Real or KI&quot; – Mit Medien umgehen lernen</p> <p class="bodytext">Wie erkennt man echte Nachrichten, was ist Fake – und wie beeinflusst Künstliche Intelligenz, was wir sehen? Diese Fragen standen beim Workshop &quot;Fake or Real or KI&quot; im Mittelpunkt. Anhand von praktischen Beispielen übten die Jugendlichen, kritisch mit Informationen und Bildern umzugehen – eine wichtige Kompetenz in einer Welt voller Social Media und KI-generierter Inhalte. Einen Riesenspaß bescherte den Jugendlichen, auch selbst mit dem Greenscreen experimentieren zu können. </p> <p class="bodytext">Besuch im &quot;<strong>turm</strong>der<strong>sinne</strong>&quot; – Den eigenen Sinnen auf der Spur</p> <p class="bodytext">Im Mitmach-Museum &quot;<a href="https://philoscience.de/turmdersinne/" target="_blank"><strong>turm</strong>der<strong>sinne</strong></a>&quot; in Nürnberg erfuhren die Jugendlichen, wie leicht unsere Sinne uns täuschen können. An interaktiven Stationen testeten sie Grenzen ihrer Wahrnehmung – und diskutierten, wie unsere Sicht auf die Welt davon beeinflusst wird. Ein Besuch, der nicht nur verblüffte und Spaß machte, sondern auch zum Nachdenken anregte.</p> <p class="bodytext">Zusätzlich beschäftigten sich die Jugendlichen in einem Online-Workshop zu Verschwörungserzählungen mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen und lernten, wie man mit Verschwörungsglauben im eigenen Umfeld umgehen kann.</p> <p class="bodytext">Weitere Treffen bis zum großen Fest</p> <p class="bodytext">Und es geht noch weiter: Ein Zeitungs- und Radioworkshop steht am kommenden Wochenende bevor, in dem die Jugendlichen ihre Erlebnisse kreativ festhalten. Geplant sind zudem weitere spannende Workshops und ein Höhepunkt am Ende: die gemeinsame Abschlussfahrt nach Berlin, bevor im Sommer die große Humanistische Jugendfeier gefeiert wird – als bewusster und würdevoller Übergang ins Erwachsenenleben.</p> <p class="bodytext">Diese Vorbereitungstreffen haben wieder deutlich gemacht: Die Jugendlichen wachsen an den gemeinsamen Erfahrungen, finden neue Freundschaften und setzen sich mit wichtigen Fragen des Lebens auseinander. So wird die Humanistische Jugendfeier zu mehr als nur einem einzelnen Fest – sie begleitet den Weg zu einem bedeutsamen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt.</p> <p class="bodytext">Alle Infos und weitere Berichte zur Humanistischen Jugendfeier: <a href="https://www.jugendfeier.de/" target="_blank">https://www.jugendfeier.de/</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-643</guid> <pubDate>Mon, 10 Mar 2025 15:32:22 +0100</pubDate> <title>Wir trauern um unser Präsidiumsmitglied Martin Knauer</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/wir-trauern-um-martin-knauer.html</link> <description>Mit großer Bestürzung haben wir vom plötzlichen und viel zu frühen Tod unseres langjährigen Präsidiumsmitglieds Martin Knauer erfahren. Martin Knauer hat sich über viele Jahre mit großem Engagement im Präsidium der Humanistischen Vereinigung und darüber hinaus in unserer Gemeinschaft eingebracht.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Er war ein überzeugter und dem Leben zugewandter Humanist, der sich mit seinem tatkräftigen und konstruktiven Einsatz um unsere gemeinsame Sache sehr verdient gemacht hat. Besonders unsere pädagogischen Einrichtungen, die er aus eigener familiärer Erfahrung gut kannte, lagen ihm sehr am Herzen. </p> <p class="bodytext">Wir werden ihn zutiefst vermissen. </p> <p class="bodytext">Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen Angehörigen.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-642</guid> <pubDate>Tue, 25 Feb 2025 15:28:36 +0100</pubDate> <title>Ein Winterkuchen voller Musik und Magie</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/ein-winterkuchen-voller-musik-und-magie.html</link> <description>Ein wunderbar-winterliches Musik- und Theaterprojekt der Humanistischen Kita St.Peter zeigt, wie spielerisch Kreativität und ganzheitliches Lernen gefördert und so Kinder in ihrer gesamten Entwicklung unterstützt werden können.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Mit großen Gesten und strahlenden Augen stehen die Kinder der Humanistischen Kita Nürnberg St. Peter auf der kleinen Bühne in &quot;Monis Haus voll Musik&quot;. Der Raum ist gefüllt mit erwartungsvollen Eltern, Erzieherinnen und Gästen, die sich auf eine ganz besondere Vorstellung freuen. Es wird getanzt, gerührt, geschüttelt, gesungen, gezählt, gestikuliert und gesprungen – die Energie und Freude der kleinen Darsteller sind ansteckend. Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen haben sie in den vergangenen Monaten ein Musik- und Theaterstück vorbereitet: „Winterkuchen – Zauberkuchen“.</p> <p class="bodytext">Die Geschichte entführt die Zuschauer in das Königreich Winterland, wo der König einmal im Jahr ein großes Fest veranstaltet. Doch dieses Mal läuft etwas schief – das geheimnisvolle Rezept für den Winterkuchen geht in einem Schneesturm verloren! Was nun? Die Kinder schlüpfen in ihre Rollen, begleiten den Backprozess mit Gesang, Instrumenten und Tanz, und lassen die Zuschauer an ihrer fantasievollen Reise teilhaben. Die Musik von Monika Utasi und die Erzählung von Dorothea Esztergályi eignen sich ideal für eine zauberhafte Darstellung durch Kinder.</p> <p class="bodytext">Doch in der Aufführung steckt viel mehr als nur eine schöne Darbietung. Sie ist Ausdruck einer Pädagogik, die das Kind in den Mittelpunkt stellt. Die Humanistischen Häuser für Kinder verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz: Bildung bedeutet nicht nur sprachliche, naturwissenschaftliche und soziale Kompetenzen zu fördern, sondern auch Kreativität, Musik, Bewegung und Ausdruck – eben &nbsp;Lernen mit allen Sinnen: mit Verstand, Gemüt und Körper. In diesem Fall wurde bewusst ein externer Lernort gewählt, um die Kinder zusätzlich zu inspirieren und ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen.</p> <p class="bodytext">„Es ist unglaublich zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder hier dabei sind. Sie entdecken, entwickeln und formen ihre musikalischen Fähigkeiten auf spielerische Weise“, erklärt Musikpädagogin Monika Utasi. Dabei werden nicht nur künstlerische Talente gefördert, sondern auch Selbstbewusstsein, Teamgeist und Ausdrucksfähigkeit gestärkt.</p> <p class="bodytext">Dass ein solches Projekt möglich wurde, liegt auch an der Unterstützung der „Stiftung Persönlichkeit“. Diese setzt sich dafür ein, dass Kinder früh Zugang zu Kunst, Musik, Schauspiel und Sport erhalten. Denn, so die Gründer Helmut und Gerlinde Gierse, in der heutigen Bildungslandschaft liege der Fokus oft zu stark auf kognitiven Fähigkeiten. Kreativität und musische Begabungen drohen deshalb ins Hintertreffen zu geraten. Besonders problematisch sei das für Kinder, die aus ihrem familiären Umfeld heraus wenig Zugang zu diesen Bereichen haben. „Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Digitalisierung und Technisierung geprägt – umso wichtiger ist es, dass Kinder auch ihre ästhetischen und kreativen Fähigkeiten entfalten können“, betont das Ehepaar.</p> <p class="bodytext">Nach der Aufführung ist der Applaus groß. Stolz verbeugen sich die kleinen Künstler, während ihre Eltern begeistert klatschen. Erschöpfte, aber glückliche Gesichter zeigen, wie wertvoll solche Projekte für die Entwicklung der Kinder sind. Es ist ein Beispiel dafür, wie Bildung gerecht, vielseitig und vor allem mit Freude gestaltet werden kann.</p> <p class="bodytext">Weitere Informationen:</p> <p class="bodytext">Humanistisches Haus für Kinder Nürnberg-St.Peter: <a href="https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/nuernberg/kindergarten-st-peter" target="_blank">https://www.hv-kitas.de/unsere-kindertagesstaetten/nuernberg/kindergarten-st-peter</a> </p> <p class="bodytext">Monis Haus voll Musik: <a href="https://monishausvollmusik.de" target="_blank">https://monishausvollmusik.de</a> </p> <p class="bodytext">Stiftung Persönlichkeit: <a href="https://www.stiftung-persoenlichkeit.de" target="_blank">https://www.stiftung-persoenlichkeit.de</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-641</guid> <pubDate>Thu, 20 Feb 2025 10:30:20 +0100</pubDate> <title>Die Bundestagswahl als „Wahl der Menschenrechte“</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/die-bundestagswahl-als-wahl-der-menschenrechte.html</link> <description>Das Forum Menschenrechte sieht einen der wichtigsten Pfeiler unserer Demokratie bedroht und appelliert an alle Wähler*innen, extreme und populistische Positionen zu meiden. Außerdem leitet sie aus den Menschenrechten verschiedene Forderungen an die politischen Akteur*innen ab.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dieser Winter ist ungewöhnlich stark politisch geprägt, alle Welt blickte in die USA auf den dortigen Regierungswechsel und in Deutschland läuft die heiße Phase des Wahlkampfs der vorgezogenen Bundestagswahlen. Dieses Mal ist etwas anders. Denn in Hinblick auf die politischen Entwicklungen der letzten Jahre haben viele Menschen Sorgen, dass etwas, was in Deutschland bislang als selbstverständlich galt, zunehmend in Frage gestellt wird, nämlich die elementaren und universellen Menschenrechte. Und die sind nicht weniger als die Grundlage unserer freiheitlichen, rechtsstaatlichen und demokratischen Ordnung.</p> <p class="bodytext">Eine der stärksten Stimmen in Sachen Menschenrechte ist hierzulande das <a href="https://www.forum-menschenrechte.de/" target="_blank">Forum Menschenrechte</a>, dass 1994 im Anschluss an die Wiener Menschenrechtskonferenz gegründet wurde und mehr als 50 große deutsche nicht-staatliche Organisationen vereint. Das sind soziale und gesellschaftliche, religiöse und weltanschauliche Gruppen wie zum Beispiel Rotes Kreuz, DGB, Amnesty International, deutsche UNESCO-Kommission, Brot für die Welt, Friedrich Ebert Stiftung sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband, zu dessen Mitgliedern auch die Humanistische Vereinigung gehört.</p> <p class="bodytext">Gemeinsam hat dieses breite Spektrum einen Aufruf an alle Wähler*innen gestartet, sich mit ihren Stimmen für eine Gesellschaft zu entscheiden, in der Menschenrechte für alle gelten. Die anstehende Bundestagswahl wurde zur „Wahl der Menschenrechte“ erklärt.</p> <p class="bodytext"><a href="https://www.forum-menschenrechte.de/bundestagswahl-2025-das-mindeste-was-wir-erwarten-2/" target="_blank">https://www.forum-menschenrechte.de/bundestagswahl-2025-das-mindeste-was-wir-erwarten-2/</a> </p> <p class="bodytext">Warum dem Forum dies im Moment nötig scheint und nicht mehr selbstverständlich ist, wie es ja eigentlich in der deutschen Verfassung steht, das erklärt Felix Krauß, Vorstandsmitglied des Nürnberger Menschenrechtszentrums (NMRZ):</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext"><strong>Herr Krauß, warum sehen das NMRZ und das Forum Menschenrechte die Notwendigkeit, die jetzt anstehende Bundestagswahl zu einer Wahl der Menschenrechte zu erklären?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>Felix Krauß</strong>: „<em>Wir sind uns ganz einig, dass wir gerade eine massive und auch immer weiter voranschreitende Verschlechterung der Menschenrechtslage in Deutschland beobachten. Und da sehen wir, dass Menschenrechte in den Wahlprogrammen, aber auch vor allem in der politischen Kommunikation und im Wahlkampf der Parteien und der politischen EntscheidungsträgerInnen eine immer untergeordnetere Rolle spielen und tatsächlich überlagert und verdrängt werden von extremeren und populistischen Positionen. Und da müssen wir ganz entschieden entgegentreten.</em>&quot;</p> <p class="bodytext"><strong>Das NMRZ unterstützt auch die konkreten Forderungen des Forums Menschenrechte, die in einem neunseitigen Dokument zusammengetragen wurden. Lassen sich diese kurz zusammenfassen beziehungsweise welches sind die wichtigsten Punkte einer menschenrechtsgeleiteten Politik?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK</strong>: <em>Wir haben uns da mit 50 anderen Mitgliedern und Menschenrechtsorganisationen zusammengesetzt und haben einen ganz konkreten Forderungskatalog ausgearbeitet. Das steht alles unter der großen Überschrift „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, Artikel eins, Absatz eins des Grundgesetzes. Das heißt, davon muss sich dann eine menschenrechtsbasierte Politik leiten und daran messen lassen. Und wir haben jetzt eben ganz konkrete politische Forderungen aufgestellt, das ist sehr vielschichtig, wie zum Beispiel: Wir fordern, dass wir eine Politik brauchen, die eine Gesellschaft gestaltet, in der Hass, Hetze, Gewalt und Diskriminierung nicht geduldet werden. Eine Gesellschaft, in der wir Geflüchteten menschenwürdig begegnen und sie auch menschenwürdig aufnehmen und nicht Menschen gegeneinander ausspielen. Des Weiteren dürfen wir Schwangerschaftsabbrüche nicht kriminalisieren, wir fordern auch ganz konkret zum Beispiel eine Reformierung der Schuldenbremse. Wir wollen außerdem, dass Privatvermögen und hohe Betriebsvermögen gerecht besteuert werden. Aber wir sagen auch ganz deutlich, dass wir bezahlbaren Wohnraum brauchen. Das heißt, hier setzen wir uns für eine Verschärfung der Mietpreisbremse ein, Einführung verbindlicher Sozialwohnungen, Quoten oder auch Unterkünfte für wohnungslose Menschen. Klimaschutz ist natürlich auch Menschenrechtsschutz, wir müssen es begreifen, dass wir das Klima schützen, um uns selbst zu schützen und dass das keine untergeordnete Rolle spielen darf. Ich könnte das alles noch viel weiter ausführen, aber, um es ganz kurz zu sagen, wir haben uns da tatsächlich viele, viele Gedanken gemacht und haben diese konkreten Forderungen aufgestellt und gehen jetzt mit diesen auf die Politiker*innen zu und versuchen, uns damit für eine menschenrechtsbasierte Politik einzusetzen.&quot;</em> </p> <p class="bodytext"><strong>Die Einhaltung und der Schutz der Menschenrechte sind ja in der Verfassung verankert. Also sollten sie ja eigentlich auch Grundlage jeder politischen Partei sein, sonst wären diese doch verfassungsfeindlich?!</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK:</strong> <em>&quot;Selbstverständlich muss sich jede Gruppierung, jede Initiative, Bewegung oder Sonstige in Deutschland an das Grundgesetz und die dort verankerten Menschenrechte halten und das gilt natürlich auch für politische Gruppierungen. Wenn das nicht so ist, dann ist es ein Fall für den Verfassungsschutz, der dann einschreiten muss, Informationen und Beweise sammeln muss und letztendlich kann dann auch eine politische Gruppierung verboten werden.&quot;</em> </p> <p class="bodytext"><strong>Und genau in dieser Diskussion stecken wir ja aktuell?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK:</strong> &quot;Genau, absolut. Da setzen wir uns auch konkret damit auseinander, inwiefern es aussichtsreich ist, die AfD tatsächlich zu verbieten.&quot;</p> <p class="bodytext"><strong>Warum ist es aktuell so, dass scheinbar mehr Menschen und vor allem jüngere Menschen zu extremeren und Parteien und Positionen neigen?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK:</strong> &quot;Das sind jetzt keine Glaubenssätze, sondern wir wissen tatsächlich ja schon durch Studien, welche Indikatoren da eine Rolle spielen. Zum einen ist es der klare Zusammenhang mit sozialem Abstieg und der Angst vor einem sozialen Abstieg. Und wenn diese Angst vorherrscht, sei es, weil dieser Abstieg auch tatsächlich gegeben ist oder weil man einfach nur die Befürchtung davor hat, dann wählen die Leute eher extremere Parteien. Aber gleichzeitig haben wir natürlich auch ein politisches Kommunikationsdesaster der regierenden Parteien aber auch der oppositionellen Parteien erlebt, was zu einem massiven Vertrauensverlust geführt hat. Und wir sehen auch, dass Kompromisslösungen, das Fundament unserer Demokratie, immer mehr in Verruf geraten. Gleichzeitig, das trifft aber auf jeden Fall nicht nur auf junge Leute zu, leben wir immer stärker in digitalen Umfeldern, wo sich Radikalisierungstendenzen leichter verbreiten können und da Zuspitzungen erfolgen, die sich dann in so einer Art Echokammer wiederfinden, was zu sehr einseitiger Meinung führt und so Radikalisierungsprozesse stattfinden.&quot;</p> <p class="bodytext"><strong>Wie können wir auf solche Desinformationskampagnen, auf diese Verschiebung von politischem Diskurs und auf populistische Argumente reagieren?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK</strong>: <em>&quot;Mit ganz klarer Gegenposition, Das heißt, ganz kurz und klar benennen, warum dies oder jenes faktisch nicht stimmt, warum es menschenrechtsfeindlich ist, gegen das Grundgesetz verstößt und dann aber auch nicht an dieser Stelle stehen bleiben. Nachdem man es ganz kurz und klar benannt hat, dann konstruktiv dem Ganzen entgegentreten und konkrete Ansätze und Lösungsvorschläge darstellen und versuchen, mit dem Gegenüber zu einem konstruktiven Miteinander zurückzukommen.&quot;</em> </p> <p class="bodytext"><strong>Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, um eine stabile, menschenrechtsorientierte Gesellschaft auch langfristig zu erhalten?</strong> </p> <p class="bodytext"><strong>FK</strong>: <em>&quot;Wir müssen grundsätzlich erst einmal in unserer Kommunikation dahin kommen, dass wir die Menschen wieder mehr abholen, wo sie gerade sind. Das heißt, Menschenrechte, die Würde des Menschen, UN-Menschenrechtskonventionen - das sind ja erst mal große Begriffe für viele - die dürfen wir nicht irgendwie abstrakt stehen lassen, sondern müssen es runterbrechen, was diese für den Lebensalltag der Menschen bedeuten. Also: Was bedeutet eigentlich der offene Zugang und der gerechte Zugang zu Bildung für uns alle? Wollen wir ein medizinisches System haben, wo wir zum Teil Monate auf einen Platz warten, obwohl wir eigentlich eine akute Behandlung bräuchten? Was bedeuten die fatalen Preissteigerungen eigentlich für uns? All das sind zutiefst menschenrechtsgeleitete Fragen, die die Lebensrealitäten der Menschen betreffen. Und da müssen wir ansetzen und mit den Menschen Lösungsansätze erarbeiten. Und dazu, wenn ich das noch abschließend sagen darf, gehört natürlich auch, dass wir eine fundierte Menschenrechtsbildung brauchen und die muss ausreichend finanziert sein. Da brauchen wir dann die Parteien mit im Boot, die sich ganz klar zur Achtung der Menschenrechte bekennen und das wiederum in ihren politischen Forderungen auch so leben.</em> </p> <p class="bodytext"><em>Und letztendlich müssen wir unsere Menschlichkeit bewahren. Das heißt, wir dürfen bei all den Zahlen und politischen Diskussionen die Menschen, die Gesichter dahinter nicht übersehen, die Einzelschicksale nicht übersehen. Das ist viel Arbeit. Es ist tatsächlich sehr anstrengend, sowohl individuell wie natürlich auch gesellschaftlich. Aber ich glaube, nur so können wir, jeder einzelne von uns, wie auch als Kollektiv, die Situation besser machen.&quot;</em> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Das Interview wurde von Martin Bühner geführt.</p> <p class="bodytext">Nachzuhören sind Teile des Interviews auch <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-februar-2025.html" target="_blank">in unserem aktuellen humanistischen Podcast</a>.</p> <p class="bodytext">Bildquelle Menschenrechte: Menschenrechte_Wien Mabit1, CC BY-SA 4.0 httpscreativecommons.orglicensesby-sa4.0, via Wikimedia Commons</p> <h4>Weitere Berichte zum Thema Menschenrechte:&nbsp;</h4> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/kampf-fuer-freiheit-und-gerechtigkeit-internationale-menschenrechtskonferenz-in-berlin.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=715472f03b6412ed9999c7dff532d9f4" target="_blank">Internationale Menschenrechtskonferenz Berlin</a> </p> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/rueckschritte-bei-menschen-und-freiheitsrechten-in-vielen-staaten-nur-bedauern-ist-zu-wenig.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=d1726ce5e8b3cf6ca26ee3149151bcf1" target="_blank">Interview mit Nürnberger Menschenrechtsbüro zu Menschenrechten weltweit</a> </p> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/demokratie-freiheit-humanismus-und-menschenrechte-muessen-verteidigt-werden.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=73d637fad42d5cf6bba19ecf74ec24aa" target="_blank">18. Berliner Rede zur Freiheit</a> </p> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/freedom-of-thought-report-2024-wo-meinungsfreiheit-nicht-selbstverstaendlichkeit-ist.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=4bfc277bbbc63c37723957ba9b0c14de" target="_blank">Freedom of thought Report 2024</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-640</guid> <pubDate>Tue, 18 Feb 2025 15:29:30 +0100</pubDate> <title>Der turmdersinne öffnet wieder am 1. März!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/der-turmdersinne-oeffnet-wieder-am-1-maerz.html</link> <description>Nach einer langwierigen und komplizierten Reparatur ist die Brandschutzanlage in unserem Hands-on-Museum turmdersinne endlich wieder funktionstüchtig. Alle Exponate und Experimente, die unsere menschlichen Sinne erklären und auf die Probe stellen, stehen auf den sechs Stockwerken wieder uneingeschränkt zur Verfügung!</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bedauerlicherweise hatte im vergangenen Oktober ein Fehler einer Wartungsfirma dazu geführt, dass der <strong>turm</strong>der<strong>sinne</strong> kurzfristig geschlossen werden musste. Obwohl unser Team alles richtig gemacht hatte, ließ sich das Problem nicht schnell beheben und stellte zudem eine erhebliche finanzielle Belastung für unser kleines, privat getragenes Museum dar. Gerade in einem mittelalterlichen Turm wie jenem in der Nürnberger Stadtmauer erwiesen sich solche Reparaturen als besonders kostspielig.</p> <p class="bodytext">Deshalb möchten wir an dieser Stelle allen, die sich an der vorweihnachtlichen Spendenaktion für den <strong>turm</strong>der<strong>sinne</strong> beteiligt haben, ein riesiges Dankeschön aussprechen! Eure Spenden haben maßgeblich dazu beigetragen, diese außerordentlichen Kosten zu stemmen.</p> <p class="bodytext">Jetzt sind wir erleichtert und glücklich und können es kaum erwarten, am 1. März die Türen nicht nur für die Handwerker, sondern wieder für alle Besucher zu öffnen! Mit großer Freude blicken wir auf die neue Saison, in der wieder zehntausende Menschen ihre Sinneswahrnehmungen erforschen, verblüffende Täuschungen erleben und viel über die Fähigkeiten und Grenzen des menschlichen Geistes lernen können.</p> <p class="bodytext">Alle vor der Schließung gekauften Tickets behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit! Ab sofort sind auch wieder Anfragen, Extra-Termine für Gruppen sowie Gutscheine unter <a disabled="true" href="mailto:info@turmdersinne.de">info@turmdersinne.de </a>möglich.</p> <p class="bodytext">Öffnungszeiten und alle weiteren Infos zum turmdersinne gibt es hier: <a disabled="true" href="https://philoscience.de/turmdersinne"><a href="https://philoscience.de/turmdersinne" target="_blank">philoscience.de/turmdersinne</a></a> </p> <h3>Besucht ab dem 1. März wieder das wohl kleinste Science-Center der Welt in der Spittlertormauer 17, Nürnberg. </h3> <h3>&nbsp;</h3> <h3>Wir freuen uns auf euch!</h3>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-639</guid> <pubDate>Thu, 13 Feb 2025 10:46:25 +0100</pubDate> <title>Mubarak Bala ist frei! Ein Sieg der Menschlichkeit und Beharrlichkeit</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/mubarak-bala-ist-frei-ein-sieg-der-menschlichkeit-und-beharrlichkeit.html</link> <description>Es war eine großartige Nachricht aus Nigeria für Humanist*innen in aller Welt: Mubarak Bala, der Präsident der Humanistischen Vereinigung Nigerias, ist nach mehr als vier Jahren willkürlicher Haft frei. Seine Freiheit ist das Ergebnis eines jahrelangen unermüdlichen Einsatzes von Humanists International, der Humanistischen Vereinigung, weiterer NGOs, Politiker*innen und engagierten Bürgerrechtler*innen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Vier Jahre Ungerechtigkeit</strong> </p> <p class="bodytext">Mubarak Bala war im April 2020 von der nigerianischen Polizei festgenommen worden, nachdem er eine Reihe von Facebook-Posts veröffentlicht hatte, die als &quot;blasphemisch&quot; gebrandmarkt wurden. Er wurde daraufhin über ein Jahr lang ohne Anklage festgehalten, ohne dass er Zugang zu rechtlichem Beistand bekommen hätte, selbst eine Freilassung auf Kaution wurde ihm verwehrt. In Nordnigeria, wo Scharia und Common Law parallel existieren, droht Muslimen, die der Blasphemie beschuldigt werden, die Höchststrafe: der Tod. In Balas Fall forderten besonders religiöse Fundamentalisten genau diese drakonische Strafe.</p> <p class="bodytext">Im Norden Nigerias gilt es als besonders schwierig, als Anwalt jemanden zu verteidigen, der der Blasphemie beschuldigt wird. Dies liegt daran, dass Anwälte, die solche Fälle übernehmen, sich oft selbst Bedrohungen und gesellschaftlicher Ausgrenzung ausgesetzt sehen.</p> <p class="bodytext">2022 wurde Bala dann wegen &quot;Erregung öffentlichen Ärgernisses&quot; zu einer 24-jährigen Haftstrafe verurteilt. Dieses schockierende Urteil erschütterte die internationale humanistische Gemeinschaft zutiefst, dennoch gaben seine Freunde und Familie sowie die Humanists International und die Humanistische Vereinigung den Kampf für seine Freiheit nicht auf. Dank engagierter Spender*innen und zahlreicher juristischer Bemühungen wurde der Fall wieder vor Gericht gebracht, um Balas Unschuld zu beweisen.</p> <p class="bodytext"><strong>Ein harter Kampf für die Gerechtigkeit</strong> </p> <p class="bodytext">Der Weg zu seiner Freilassung erwies sich als zäh und kompliziert. Zusätzlich erschwerten die globale Covid19-Pandemie, das instabile nigerianische Justizsystems und gravierende Menschenrechtsverletzungen die Bemühungen, mit vereinten Kräften für Balas Rechte einzutreten. Besonders betont werden müssen hierbei die Verdienste von Dr. Leo Igwe, Gründer der Humanistischen Vereinigung Nigerias und Vorstandsmitglied der Humanists International, und des leitenden Anwalts James Ibor. Sie blieben in engem Kontakt mit Bala, unterstützten ihn juristisch und engagierten für ihn trotz aller Bedrohungen und Einschüchterungen.</p> <p class="bodytext">Schließlich entschieden Richter*innen im Juni 2024 einstimmig, dass das Urteil gegen Bala nicht gerechtfertigt und rechtswidrig gewesen sei. Dies war nicht nur ein Triumph für ihn persönlich, sondern auch ein starkes Zeichen für die Bedeutung internationaler Menschenrechtsarbeit.</p> <p class="bodytext"><a href="https://www.welt.de/politik/ausland/article255216920/Nigeria-Wo-Atheisten-mit-dem-Tod-bedroht-werden.html" target="_blank">Christian Putsch, Afrika-Korrespondent der &quot;Welt&quot; hatte kürzlich Gelegenheit, mit Mubarak Bala zu sprechen</a>: Dabei erzählt der 40-jährige Bala, wie er sich während seiner Gefangenschaft als gläubiger Muslim ausgeben musste, um zu überleben. Zehn Kilogramm habe er in den vier Jahren verloren, und die Zeit im Gefängnis habe ihn nachhaltig gezeichnet – körperlich wie seelisch. Heute lebt er im Süden des Landes in einer Stadt, die der säkularen Rechtsprechung Nigerias unterliegt. Doch auch nach seiner Freilassung will er sich für Religionsfreiheit stark machen. In nigerianischen Medien hat er sich wieder kritisch über religiösen Einfluss auf Politik und Gesellschaft geäußert, was ihn und seine Familie aber zunehmend unter Druck setze. Menschenrechtsorganisationen aus Europa und Nordamerika haben ihm angeboten, zumindest vorübergehend ins Ausland zu gehen. Doch Bala zögert - trotz der Gefahr, die seine Überzeugungen und Aktivitäten mit sich bringen, möchte er eigentlich in Nigeria bleiben – aus Verantwortung gegenüber der wachsenden Gemeinschaft von Atheisten, die sich mittlerweile über soziale Netzwerke organisiere. Seine Hoffnung bleibt, dass sich langfristig mehr Toleranz durchsetzen wird.</p> <p class="bodytext"><strong>Der anhaltende Einsatz der Humanistischen Vereinigung</strong> </p> <p class="bodytext">Seit vier Jahren hatte sich die Humanistische Vereinigung gemeinsam mit Humanists International und weiteren Menschenrechtsorganisationen für Mubarak Bala eingesetzt. Wichtige politische Akteure, darunter der Bundesbeauftragte Frank Schwabe, hatten sich intensiv mit seinem Fall beschäftigt und unter anderem seine Frau Amina Ahmed, die Mutter ihres gemeinsamen Sohnes, unterstützt. Auf Anregung der HV reiste Frank Schwabe 2022 nach Nigeria, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und sich für Balas Freilassung einzusetzen.</p> <p class="bodytext">Die HV freut sich sehr über seine Freilassung und unterstreicht nochmals, dass er nie hätte inhaftiert werden dürfen. Dennoch ist der Kampf für Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit in Nigeria und anderen Staaten längst noch nicht vorbei. Die Humanistische Vereinigung wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Menschen weltweit nicht aufgrund ihrer Überzeugungen verfolgt werden, wie etwa mit ihrem Humanist Shelter Program. <a href="hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html">https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html</a> </p> <p class="bodytext"><strong>Statement von Andrew Copson, Präsident von Humanists International:</strong> </p> <p class="bodytext"><em>&quot;Heute feiern wir Mubarak Balas Freilassung – ein hart erkämpfter Sieg, der uns mit immenser Freude und Erleichterung erfüllt. Dieser Triumph wäre ohne das unermüdliche Engagement der Mitarbeiter von Humanists International, das unermüdliche Engagement von Leo Igwe, die Expertise von James Ibor und Balas Anwaltsteam sowie die unschätzbare Unterstützung unserer Partnerorganisationen nicht möglich gewesen. Wir sprechen jedem Einzelnen von ihnen unseren tiefsten Dank aus. Während wir uns über Mubaraks Freiheit freuen, bleiben wir unserem Kampf für die unzähligen anderen verpflichtet, die wegen ihrer Überzeugungen weiterhin zu Unrecht inhaftiert sind. Ihr Kampf ist unser Kampf, und wir werden nicht nachlassen, bis auch sie frei sind.&quot;</em> </p> <p class="bodytext">Mubarak Bala wurde bereits 2024 aus der Haft entlassen und befindet sich nun an einem sicheren Ort. </p> <p class="bodytext">Seine Freilassung gibt Hoffnung, dass Gerechtigkeit trotz aller Widrigkeiten siegen kann – und dass das Engagement für Menschenrechte niemals nachlassen darf.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">Hintergrund: <a href="nachricht/humanistische-vereinigung-begruesst-nigeria-reise-des-beauftragten-der-bundesregierung-fuer-religions.html">https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistische-vereinigung-begruesst-nigeria-reise-des-beauftragten-der-bundesregierung-fuer-religions.html</a> </p> <p class="bodytext"><a href="nachricht/welthumanistinnentag-der-fall-mubarak-bala.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=5ea77ace21cb8cc775593c6f989a64fd">https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/welthumanistinnentag-der-fall-mubarak-bala.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=5ea77ace21cb8cc775593c6f989a64fd</a> </p> <p class="bodytext"><a href="https://www.humanistisch.net/38572/nigeria-befreie-dich-befreie-mubarak-bala/" target="_blank">https://www.humanistisch.net/38572/nigeria-befreie-dich-befreie-mubarak-bala/</a> </p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">(c) alle Fotos: privat</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-638</guid> <pubDate>Wed, 05 Feb 2025 12:14:43 +0100</pubDate> <title>Humanistisches Radiomagazin Februar 2025</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/humanistisches-radiomagazin-februar-2025.html</link> <description>Freut euch die erste Sendung unseres Humanistischen Radiomagazins in diesem Jahr am kommenden Sonntag auf Bayern 2 und als podcast. Dieses Mal blicken wir gemeinsam mit Felix Krauß vom Nürnberger Menschenrechtszentrum NMRZ auf die kommenden Bundestagswahlen und sind bei einem musikpädagogisches Projekt des Humanistischen Hauses für Kinder Nürnberg-St.Peter dabei, das zeigt, wie wichtig es ist, mit der musischen und künstlerischen Erziehung früh anzusetzen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Alle Frühaufsteher*innen können es Sonntag, 9. Februar live um 6.30h hören, alle anderen ab Sonntag jederzeit in der BR-Mediathek und als podcast auf unserer Homepage: &nbsp;<a href="aktuelles/radiopodcast%20-%20">https://www.humanistische-vereinigung.de/aktuelles/radiopodcast</a> (Link in Bio) </p> <p class="bodytext">Wie üblich beschäftigen wir uns mit zwei Themen ausführlich und servieren euch dazwischen die wichtigsten humanistischen News.</p> <p class="bodytext">Dieses Mal blicken wir gemeinsam mit Felix Krauß vom Nürnberger Menschenrechtszentrum NMRZ auf die kommenden Bundestagswahlen. Denn das <a href="https://www.menschenrechte.org/" target="_blank">NMRZ</a> hat gemeinsam mit über 50 deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für einen umfassenden Menschenrechtsschutz einsetzen, zur <a href="https://www.forum-menschenrechte.de/" target="_blank">„Wahl der Menschenrechte“</a> &nbsp;aufgerufen. Darin ermutigen sie jede*n Wähler*in, sich bei der Bundestagswahl für eine Gesellschaft zu entscheiden, in der Menschenrechte für alle gelten. Warum sie diese elementaren Grundrechte, die ja von der Verfassung garantiert werden, explizit einfordern und die Bedrohung dieses Mal besonders gravierend einschätzen, erklärt Felix Krauß im Interview.</p> <p class="bodytext">Im zweiten Teil der Sendung stellen wir ein musikpädagogisches Projekt vor, für das die Kinder des Humanistischen Hauses für Kinder Nürnberg-St.Peter seit einiger Zeit geprobt und es jetzt vor Publikum aufgeführt haben. Dabei zeigt sich, wie wichtig es ist, mit der musischen und künstlerischen Erziehung früh anzusetzen. Die Musikpädagogin Monika Utasi erklärt, wie Musik, Rhythmus und Bewegung den Kindern auch in anderen Bereichen helfen und sogar das Familienleben bereichern können. Die <a href="http://www.hv-kitas.de/" target="_blank">Humanistischen Häuser für Kinder</a> unterstützen mit ihrer kindesorientierten Pädagogik ganzheitliches Lernen, weshalb Kita-Leiterin Kim Saller dieses Musik-Projekt mit Unterstützung der Nürnberger <a href="https://www.stiftung-persoenlichkeit.de/" target="_blank">Stiftung Persönlichkeit</a> gestartet hat. Die Stiftung hat zum Ziel, Kindern den Zugang zu Kunst, Musik, Sprache und Schauspiel näher zu bringen. Die Initiator*innen der Stiftung, Gerlinde und Helmut Gierse zeigen sich im Gespräch überzeugt, dass auf diese Art viele Fähigkeiten stimuliert werden, die sonst vernachlässigt werden, da die so genannten ästhetischen Fähigkeiten in unserem Bildungssystem oft zu kurz kommen.</p> <p class="bodytext">Viel Vergnügen beim Hören! </p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-637</guid> <pubDate>Tue, 04 Feb 2025 17:08:05 +0100</pubDate> <title>Freedom of Thought Report 2024: Wo keine Meinungsfreiheit herrscht</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/freedom-of-thought-report-2024-wo-meinungsfreiheit-nicht-selbstverstaendlichkeit-ist.html</link> <description>Die neueste Ausgabe des Berichts von Humanists International zeigt, dass Blasphemiegesetze auch weiterhin in vielen Ländern weltweit die Meinungs- und Glaubensfreiheit einschränken.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der &quot;Freedom of Thought Report&quot; unserer Kollege*innen von Humanists International ist eine jährliche Analyse der weltweiten Lage der Menschenrechte von nichtreligiösen Menschen, darunter auch Humanist*innen, Atheist*innen und Freidenker*innen. Der Bericht dokumentiert Diskriminierungen, Verfolgungen und Einschränkungen, die Menschen aufgrund ihres nichtreligiösen Weltbildes erfahren, und bewertet den Schutz der Gedanken- und Meinungsfreiheit in verschiedenen Ländern.</p> <p class="bodytext"><a href="https://humanists.international/de/2025/01/neuer-Bericht-enth%C3%BCllt-das-Ausma%C3%9F-der-Blasphemiegesetze-weltweit/" target="_blank">Die nun veröffentlichte Ausgabe des Berichts</a> fokussiert besonders die problematische Existenz und Anwendung von Blasphemiegesetzen. Solche Gesetze, die in mindestens 89 Ländern bestehen und 57 % der Weltbevölkerung betreffen, schränken nicht nur die Meinungsfreiheit ein, sondern fördern auch Diskriminierung und Ausgrenzung.</p> <p class="bodytext">Gotteslästerung wird dabei in unterschiedlichem Maße verboten oder bestraft, doch die Auswirkungen ähneln sich: Kritik an Religionen und freie Meinungsäußerungen dazu werden unterdrückt. Besonders nichtreligiöse Menschen laufen Gefahr, allein aufgrund ihrer Weltanschauung strafrechtlich verfolgt oder sozial sanktioniert zu werden. Der Bericht macht deutlich, dass viele Menschen aus Angst vor Diskriminierung oder Gewalt ihre nichtreligiösen Überzeugungen verbergen. Diese Selbstzensur beeinträchtigt die persönliche Freiheit erheblich.</p> <p class="bodytext">Humanists International beschreiben in 38 aktualisierten Ländereinträgen, darunter Afghanistan, Italien, Nigeria und Katar, so genannte „Schlüsselländer“, die verdeutlichen, wie Blasphemiegesetze eingesetzt werden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen.</p> <p class="bodytext">Im aktuellen Freedom of Thought Report kommen auch Betroffene selbst zu Wort, wie etwa die Filmemacherin Leena Manimekalai, die wegen eines Filmplakats zur Zielscheibe von religiösem Hass wurde. In einem Filmprojekt der Toronto Metropolitan University schlüpfte sie in die Rolle der Hindugöttin Kali und ging mit einer Pride-Flagge durch die Straßen der Stadt. Das Filmplakat mit einem Foto dieser Aktion rief einen orchestrierten Shitstorm von fundamentalistischen Hindu-Aktivisten in den sozialen Medien hervor. Manimekali wurde mehrmals bei der Polizei angezeigt und ein religiöser Hindu-Führer rief sogar zu ihrer Ermordung auf – &quot;all das wegen des 'Verbrechens' der künstlerischen Meinungsäußerung&quot;, schreibt die Filmemacherin in dem Bericht.</p> <p class="bodytext">Afghanistan wird als eines der repressivsten Länder dargestellt, mit schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte und Religionsfreiheit unter der Taliban-Herrschaft. Auch in Saudi-Arabien ist das Vorgehen sehr restriktiv aufgrund strenger Blasphemie-Gesetze und der Verfolgung von Andersdenkenden. Der Iran ist ein weiteres Beispiel für die starken Einschränkungen der Religions- und Meinungsfreiheit. Erst Ende Januar hat ein Gericht im Iran den Musiker Amir Tataloo wegen &quot;Beleidigung des Propheten&quot; zum Tode verurteilt. &nbsp;Laut den Vereinten Nationen wurden im Jahr 2024 im Iran mindestens 901 Menschen hingerichtet. </p> <p class="bodytext">Ebenso taucht auch Russland in dem Report auf. Hier werden zunehmende Repressionen gegen Kritiker und religiöse Minderheiten verzeichnet. Auch in Indien wächst der Nationalismus der Hindus an. Laut Berichten steigen in diesem Land die Spannungen zwischen religiösen Gruppen an.</p> <p class="bodytext">Um verfolgte Humanisten zu unterstützen, hat Humanists International vor vier Jahren das Programm &quot;Humanists at Risk&quot; ins Leben gerufen. Seitdem haben sich etwa 700 Hilfesuchende an die Organisation gewandt. 62 Prozent von ihnen nannten als größte Sorge den Vorwurf der Blasphemie. Die Humanistische Vereinigung engagiert sich ebenfalls für bedrohte nichtreligiöse Menschen bzw. Student*innen sowie Menschenrechtsaktivist*innen mit den Programmen <a href="https://www.humanistisches-studienwerk.de/foerderung/humanist-students-at-risk/" target="_blank">„Humanist Students at Risk“</a> und „<a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Humanist Shelter Program</a>&quot;. </p> <p class="bodytext">Auch im deutschen Strafgesetzbuch findet sich nach wie vor ein Verbot der Blasphemie. Nicht nur deshalb schneidet Deutschland im Freedom of Thought Report nur mittelmäßig ab. Der Bericht kritisiert außerdem die systematische Privilegierung von Religionen in Deutschland, insbesondere der katholischen und evangelischen Kirche, die Kirchensteuer und staatliche Gelder für Kirchen sowie Religionsunterricht und das Festhalten an den historischen Staatsleistungen.</p> <p class="bodytext">Die HV, die HI und ihre Partner setzen sich seit Jahren für die Abschaffung dieser repressiven Gesetze ein. Während in den letzten Jahren mindestens zehn Länder ihre Blasphemiegesetze aufgehoben haben, zeigt das Beispiel Dänemarks, dass solche Gesetze – wenn auch in veränderter Form - zurückkehren können. Auch innerhalb der Vereinten Nationen wird der Konsens zur Bekämpfung von Blasphemiegesetzen zunehmend infrage gestellt. Dennoch hat der UN-Generalsekretär António Guterres erst kürzlich bekräftigt, dass solche Gesetze mit dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte unvereinbar sind.</p> <p class="bodytext">Der &quot;Freedom of Thought Report 2024&quot; zeigt wie seine Vorgänger, dass die internationale Gemeinschaft weiterhin für die Abschaffung von Blasphemiegesetzen eintreten und kämpfen muss. Diese Gesetze bedrohen die Freiheit aller Menschen, unabhängig von ihrer religiösen Überzeugung. Um Gedankenfreiheit und Menschenrechte weltweit zu stärken, ist ein anhaltender Einsatz für Meinungsfreiheit, Dialog und gegenseitigen Respekt erforderlich.</p> <p class="bodytext">Den ganzen Bericht finden Sie hier: </p> <p class="bodytext"><a href="https://humanists.international/de/2025/01/neuer-Bericht-enth%C3%BCllt-das-Ausma%C3%9F-der-Blasphemiegesetze-weltweit/" target="_blank">https://humanists.international/de/2025/01/neuer-Bericht-enth%C3%BCllt-das-Ausma%C3%9F-der-Blasphemiegesetze-weltweit/</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-636</guid> <pubDate>Tue, 04 Feb 2025 11:19:19 +0100</pubDate> <title>Engagierter Sozialpolitiker und Humanist Reiner Prölß verstorben</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/engagierter-sozialpolitiker-und-humanist-reiner-proelss-verstorben.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung trauert um Reiner Prölß, den früheren Referenten für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, der am 1. Februar im Alter von 71 Jahren überraschend verstorben ist.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Vorstand Michael Bauer würdigt Prölss als Menschen und als überzeugten Humanisten, der große Fußstapfen in der Sozialpolitik hinterlassen hat: <em>„<strong>Reiner Prölß war uns durch seine Familie und auch persönlich verbunden. Wir trauern um einen visionären Sozialpolitiker und verlässlichen Anwalt für die sozial Schwächeren, einen echten Humanisten.</strong>“</em>, so Bauer.</p> <p class="bodytext">Reiner Prölß wurde 1953 in Nürnberg geboren und widmete sich vor allem der Sozialpolitik. Nach seinem Studium engagierte er sich früh in der Jugendarbeit, bevor er 2005 das Amt des Referenten für Jugend, Familie und Soziales übernahm – eine Position, in der er bis zu seinem Ruhestand 2020 die Weichen für eine zukunftsorientierte Sozialpolitik stellte.</p> <p class="bodytext">Voller Überzeugung setzte sich Prölß für Armutsbekämpfung, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe ein. Unter seiner Führung wurde in der Noris die Kinderbetreuung ausgebaut, Programme gegen Kinder-, Jugend- und Altersarmut entwickelt und mit der kommunalen Beschäftigungsgesellschaft Noris-Arbeit gGmbH ein wichtiger Baustein der Arbeitsmarktintegration geschaffen. Er befürwortete einen aktivierenden Sozialstaat, der Menschen sowohl Perspektiven gibt als auch die soziale Gerechtigkeit stärkt.</p> <p class="bodytext">Oberbürgermeister Marcus König würdigt ihn als „<em>engagierten und ausgesprochen erfahrenen Sozialpolitiker</em>“, der nicht nur die soziale Landschaft Nürnbergs entscheidend prägte, sondern auch auf Landes- und Bundesebene Einfluss hatte. Prölß´ Nachfolgerin Elisabeth Ries hebt hervor: „<em>Reiner Prölß hat die Jugend-, Sozial- und Beschäftigungspolitik in Nürnberg geprägt. Er hat Konzepte und Strukturen geschaffen, die nachwirken.</em>“ </p> <p class="bodytext">Prölß´ Engagement wird noch lange bleibende Spuren in Nürnberg hinterlassen. Die Humanistische Vereinigung erinnert sich mit großer Dankbarkeit an die gemeinsame Zeit, seine Menschlichkeit und sein Wirken. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie.</p> <p class="bodytext"><a href="https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/aktuell_93221.html" target="_blank">Den Nachruf der Stadt Nürnberg finden Sie hier.</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-635</guid> <pubDate>Tue, 28 Jan 2025 10:15:06 +0100</pubDate> <title>20 Miles: Neuer Treffpunkt für Seeleute in Nordenham eröffnet</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/20-miles-neuer-treffpunkt-fuer-seeleute-in-nordenham.html</link> <description>Die Humanistische Vereinigung hat ihr Angebot im hohen Norden erweitert und einen weiteren Seemannsclub als Hilfsangebot für Seeleute in Nordenham nahe Bremerhaven eröffnet.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Humanistische Vereinigung engagiert sich seit Jahren mit großem Einsatz für die Betreuung von Seeleuten. Mit dem Seafarer's Social Service in Oldenburg (SSSO) und dem Seemannsclub „50 Miles“ wurde ein Ort geschaffen, der Seeleuten während ihrer oft langen und entbehrungsreichen Reisen als „Zuhause für unterwegs“ dient. Unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung finden hier alle Seeleute einen Platz zum Entspannen und Wohlfühlen. </p><div class="relative inline-flex items-center"><h4><a href="https://www.50miles.de/?utm_source=chatgpt.com" target="_blank" rel="noopener" class="ml-1 inline-flex h-[22px] items-center rounded-xl bg-[#f4f4f4] px-2 text-[0.5em] font-medium text-token-text-secondary dark:bg-token-main-surface-secondary relative top-[-0.094rem] !text-token-text-secondary uppercase hover:bg-token-text-primary hover:!text-token-main-surface-secondary dark:hover:bg-token-text-primary group">Seafarer's Social Service Oldenburg</a></h4></div><p class="bodytext">Die Bedeutung dieser Einrichtung wurde auch schon mehrfach von offizieller Seite anerkannt. So betonte Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die Wichtigkeit des SSSO für Hafen und Stadt: <em>„Das Angebot der Oldenburger Regionalgruppe der Humanistischen Vereinigung schließt eine wichtige Lücke: Seeleute finden nun auch in unserem Hafen eine soziale Betreuung gemäß Seearbeitsübereinkommen</em>.“ </p> <p class="bodytext">Die Arbeit des SSSO wird von den Seeleuten sehr geschätzt. Der Club „50 Miles“ bietet ihnen nicht nur die Möglichkeit, ihre Freizeit abseits des Schiffes zu verbringen, sondern auch praktische Unterstützung, wie z.B. den kostenlosen Zugang zum WLAN-Netz, Geldwechsel ohne Gebühren und die Bereitstellung internationaler SIM-Karten.</p> <p class="bodytext">Aufgrund des großen Erfolgs und der positiven Resonanz hat die Humanistische Vereinigung am 01.01.2025 einen zweiten Club für Seeleute in Nordenham eröffnet. Der neue Club „20 Miles“ ist ebenfalls ein Rückzugsort für Seeleute und ermöglicht ihnen während ihrer Aufenthalte im Hafen eine angenehme Zeit.</p> <p class="bodytext">Nordenham ist die größte Stadt im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen und liegt direkt an der Mündung der Weser gegenüber von Bremerhaven. Der Hafen von Nordenham ist einer der bedeutendsten Seehäfen an der Unterweser für den Umschlag von Rohstoffen, Industriegütern und Seefracht.</p> <p class="bodytext"><strong>Für die Betreuung in Nordenham werden aktuell weitere Mitarbeitende gesucht, die Freude am Umgang mit Menschen aus aller Welt haben und sich mit Engagement einbringen möchten.</strong> </p> <p class="bodytext"><strong><a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/stellenangebote.html" target="_blank">Hier geht´s zum Stellenangebot</a></strong> </p> <p class="bodytext">Mit der Erweiterung des Angebots auf Nordenham setzt die Humanistische Vereinigung ein weiteres Zeichen für ihr Engagement und ihre Wertschätzung gegenüber den Seeleuten, die einen unverzichtbaren Beitrag zum globalen Handel leisten.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-634</guid> <pubDate>Wed, 22 Jan 2025 17:01:53 +0100</pubDate> <title>Ein Leben für die Freiheit – Elchin Mammads Kampf für Menschenrechte</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/ein-leben-fuer-die-freiheit-elchin-mammads-kampf-fuer-menschenrechte.html</link> <description>Nach vier Jahren im Gefängnis in Aserbaidschan ist der Menschenrechtsaktivist jetzt im &quot;Humanist Shelter Program&quot; der Humanistischen Vereinigung in Deutschland in Sicherheit.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Elchin Mammad sitzt in einem kleinen, hellen Raum in Nürnberg und spricht mit ruhiger, bestimmter Stimme. Der Menschenrechtsverteidiger aus Aserbaidschan hat viel Schlimmes erlebt, mehr als die meisten Menschen jemals durchstehen müssen. Seine Reise von der Unterdrückung und Haft in seinem Heimatland bis hin zu einem neuen Leben in Deutschland ist das Ergebnis seiner unerschütterlichen Entschlossenheit, für die Freiheit und Würde der Menschen einzutreten. </p> <p class="bodytext"><strong>Der Beginn eines Kampfes</strong> </p> <p class="bodytext">In seiner Heimat hatte sich Elchin Mammad seit mehr als 20 Jahren für Menschenrechte, Meinungsfreiheit und mehr Demokratie engagiert. <em>„Ich bin im juristischen Bereich des Rechtsschutzes tätig und war Chefredakteur einer Zeitung. Leider war es eine lange Zeit, in der ich inhaftiert war, aber ich habe meine Tätigkeit nie aufgegeben</em>“, erklärt er. Seine Aktivitäten hatten ihn in Konflikt mit den autoritären Strukturen des Staates gebracht. Anfang 2020 veröffentlichte er einen Bericht über die prekäre Menschenrechtslage in Aserbaidschan – nur wenige Tage später wurde er festgenommen. Der Vorwurf: eine konstruierte Beschwerde, die zu seiner Verurteilung und einer vierjährigen Haftstrafe führte.</p> <p class="bodytext">Mammad schildert die Zeit im Gefängnis als eine Zeit der Entbehrung, aber auch des Widerstands. „<em>Nichts ersetzt die Freiheit</em>“, sagt er nachdenklich. „<em>Doch selbst hinter Gittern habe ich meine Arbeit fortgesetzt</em>.“ Mit Hilfe von Berufungen und Petitionen gelang es ihm im Laufe der Zeit tatsächlich, die Freilassung von 44 anderen Gefangenen zu erwirken.</p> <p class="bodytext">Dabei schildert er auch die Bedingungen in der Haft: „<em>Das Gefängnis ist wie ein kleines Aserbaidschan. Es gibt Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, echte Kriminelle und politisch Verfolgte. Die ersten Monate waren geprägt von psychischer und physischer Folter, doch der Druck internationaler Organisationen machte die Situation erträglicher</em>.“ Die Haft hinterließ Spuren, aber auch wichtige Erkenntnisse: „<em>Ich habe in dieser Zeit viel über die sozialen, materiellen und moralischen Probleme anderer Gefangener gelernt. Das hat meinen Einsatz für die Menschenrechte weiter gestärkt.</em>“</p> <p class="bodytext"><strong>Desolate Menschenrechtslage</strong> </p> <p class="bodytext">Die Menschenrechtslage in Aserbaidschan bleibt miserabel. (<a href="https://www.amnesty.de/informieren/laender/aserbaidschan" target="_blank">https://www.amnesty.de/informieren/laender/aserbaidschan</a>). Auch die deutsche Bundesregierung zeigt sich erst kürzlich besorgt angesichts der zunehmenden Repressionen gegen die Zivilgesellschaft. (<a href="https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1029722" target="_blank">https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1029722</a>) Laut Mammad gibt es über 300 politische Gefangene, unabhängige Medien sind nahezu verschwunden, und viele Journalisten und Aktivisten sitzen hinter Gittern. „<em>Die Zivilgesellschaft ist gelähmt</em>“, sagt er. Journalisten werden systematisch verfolgt, unabhängige Berichterstattung ist nahezu unmöglich. „<em>Die meisten Medien in Aserbaidschan sind staatlich kontrolliert oder werden unter Druck gesetzt. Nur wenige, wie Community-TV, bewahren noch ihre Unabhängigkeit</em>“, erklärt er.</p> <p class="bodytext">Zusätzlich kritisiert Mammad die mangelnde Reaktion westlicher Länder und internationaler Organisationen: „<em>Es ist inakzeptabel, dass wirtschaftliche Interessen über den Menschenrechten stehen. Die Verantwortlichen für Folter und Verfolgung bleiben oft straffrei. Das muss sich ändern</em>.“</p> <p class="bodytext"><strong>Ein neues Leben in Deutschland</strong> </p> <p class="bodytext">Dank der Unterstützung internationaler Organisationen konnte Elchin Mammad 2024 nach seiner Freilassung nach Deutschland ausreisen. In Nürnberg fand er mit Hilfe der Humanistischen Vereinigung und ihres „Humanist Shelter“-Programms einen sicheren Hafen. Dieses Programm unterstützt geflüchtete Menschenrechtsverteidiger*innen umfassend: von der Bereitstellung von Unterkunft und Sprachkursen bis hin zu Hilfe bei Behördengängen und der Integration. (<a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Mehr Informationen zum Humanist Shelter Program finden Sie hier.</a>). Unterstützt wird das Programm vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) und dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland.</p> <p class="bodytext">Bewegt schildert Mammad, wie viel ihm diese Unterstützung bedeutet: „<em>Ich bin unglaublich dankbar für die Möglichkeiten, die mir hier geboten werden. Das Humanist Shelter-Programm gibt mir die Freiheit und die Ressourcen, meinen Kampf fortzusetzen. Es ist ein echtes Vorbild für internationale Solidarität</em>.“</p> <p class="bodytext">Neben seinem weiteren Engagement von hier aus, Sprachkursen und Behördengängen arbeitet er daran, die internationale Aufmerksamkeit auf die Situation in Aserbaidschan zu lenken. „<em>Ich will die Geschichten derjenigen erzählen, die immer noch inhaftiert sind. Ihre Stimmen dürfen nicht verstummen</em>.“</p> <p class="bodytext"><strong>Ungebrochene Hoffnung</strong> </p> <p class="bodytext">Trotz aller Erlebnisse ist Mammad kein gebrochener Mensch und bleibt trotz der großen Herausforderungen optimistisch. „<em>Freiheit ist ein unverzichtbarer Wert</em>“, betont er. „<em>Ich glaube daran, dass sich das demokratische Umfeld in Aserbaidschan verbessern wird. Aber die Menschen müssen lernen, für ihre Rechte einzutreten</em>.“</p> <p class="bodytext">Er weist darauf hin, dass gesellschaftliche Veränderungen möglich sind, wenn Menschen ihre Rechte einfordern. „<em>Die Geschichte zeigt, dass Diktaturen nicht ewig währen. Die Menschen in Aserbaidschan müssen erkennen, dass sie eine Stimme haben. Wenn sie aufstehen, wird sich etwas ändern.</em>“</p> <p class="bodytext"><strong>Ein besonderer Tag für Menschenrechtsverteidiger</strong> </p> <p class="bodytext">Am 24. Januar wird weltweit der Tag des verfolgten Anwalts begangen – ein Tag, der darauf aufmerksam macht, wie gefährlich es für Jurist*innen sein kann, sich für Menschenrechte einzusetzen. „<em>In Ländern wie Aserbaidschan riskieren Anwält*innen und Aktivist*innen täglich ihr Leben und ihre Freiheit, um für Gerechtigkeit zu kämpfen. Wir dürfen sie nicht vergessen.</em>“</p> <p class="bodytext">Der Tag des verfolgten Anwalts erinnert daran, dass eine unabhängige Justiz genauso wie die Beachtung der Menschenrechte und der Rechte von Menschenrechtsverteidiger*innen eine wichtige globale Aufgabe ist. Elchin Mammad ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie internationale Solidarität zum Erfolg führen kann.</p> <p class="bodytext"><strong>Botschaft der Dankbarkeit</strong> </p> <p class="bodytext">Zum Schluss richtet Mammad noch eine persönliche Botschaft an die Menschen in Deutschland: „<em>Ich möchte mich aus tiefstem Herzen bedanken. Deutschland hat mir nicht nur Sicherheit gegeben, sondern auch die Möglichkeit, meinen Kampf für die Menschenrechte fortzusetzen. Es zeigt, dass internationale Solidarität einen echten Unterschied machen kann</em>.“</p> <p class="bodytext">Mammads Aussagen und seine Geschichte sind Mahnung und Inspiration zugleich: Sie zeigen, dass der Kampf für Menschenrechte alleine durch den Vorbildcharakter niemals vergeblich ist, auch wenn er persönliche Opfer verlangt. Mit seiner Arbeit in Deutschland setzt er ein Zeichen für Solidarität und die unermüdliche Verteidigung von Freiheit und Würde – über alle Grenzen hinweg.</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <h3>Das Interview mit Elchin Mammad im Humanistischen Magazin auf Bayern 2:</h3>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-633</guid> <pubDate>Tue, 14 Jan 2025 13:43:24 +0100</pubDate> <title>Plädoyer für Verantwortung, Gemeinsinn und eine demokratische Zukunft!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/plaedoyer-fuer-verantwortung-gemeinsinn-und-eine-demokratische-zukunft.html</link> <description>Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender haben vergangenen Freitag beim Neujahrsempfang auf Schloss Bellevue rund 60 Ehrenamtliche aus allen Bundesländern empfangen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Unter den Gästen waren neben Bundeskanzler Olaf Scholz und mehreren Bundesminister*innen auch Repräsentant*innen des öffentlichen Lebens aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur und Zivilgesellschaft, die sich um das Gemeinwohl in besonderer Weise verdient gemacht haben, unter ihnen auch der Präsident der Humanistischen Vereinigung, Sebastian Rothlauf. Den empfing Steinmeier mit den Worten &quot;Herr Rothlauf, alle Jahre wieder!&quot;, und gab ihm nach einem freundlichen Austausch beste Neujahrswünsche für ihn und die Humanistische Vereinigung mit auf den Weg. Rothlauf hatte ebenfalls herzliche Wünsche für das neue Jahr geäußert – und seine Freude, die humanistische Weltanschauungsgemeinschaft beim Empfang repräsentieren zu können.</p> <p class="bodytext">Angesichts der großen Schar an Gästen ergaben sich einige Gelegenheiten, mit Menschen aus unterschiedlichen interessanten Tätigkeitsfeldern zu sprechen und auch neue Kontakte zu knüpfen. Wie beispielsweise zum Präsidenten der Diakonie Deutschland, Herrn Rüdiger Schuch, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Sinti und Roma, Herrn Romani Rose und einem der Bundesvorsitzenden der türkischen Gemeinde in Deutschland, Herrn Gökay Sofuoğlu. Es waren allesamt sehr angenehme Gespräche, wenngleich auffiel, dass jede Gesprächsrunde früher oder später bei den Themen Wahlkampf und drohender Wahlerfolg der AfD landete.</p> <p class="bodytext">Zwei weitere Begegnungen sollen nicht unerwähnt bleiben: Mit Winfried Hardinghaus vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband hatte Rothlauf ein interessantes Gespräch zu Standpunkten in der Sterbehilfedebatte und mit Kai Sprenger, Direktor der Stiftung &quot;Orte der deutschen Demokratiegeschichte&quot;, der sich letztes Jahr sehr für unser Jubiläum und unsere Verbandsgeschichte interessiert hatte, wurde sogar eine mögliche zukünftige Kooperation besprochen. </p> <p class="bodytext">In seiner Rede dankte Steinmeier anschließend den Bürgerinnen und Bürgern, die sich tagtäglich für andere und für ein gutes Miteinander in unserem Land einsetzen. Diese zeigten den Gemeinsinn, den unsere Demokratie brauche, ließen sich von Krisen und Katastrophen nicht entmutigen und seien bereit, Verantwortung auch für Mitmenschen zu übernehmen. </p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em>„Wir stehen vor einer wegweisenden Wahl, unser Land braucht in dieser Zeit der Umbrüche, Krisen und Konflikte möglichst schnell eine handlungsfähige Regierung. Wir brauchen möglichst schnell wieder politische Stabilität in unserem Land. (…) Ob im kleinen Kreis oder in der großen Öffentlichkeit: Wir brauchen jetzt vernünftige Debatten auf der Grundlage von Fakten, wir brauchen den respektvollen Streit mit Argumenten. (…) Entscheiden wir uns für eine demokratische Zukunft, in der hoffentlich auch weiterhin Verständigung, Zusammenarbeit und Kompromisse möglich bleiben! Stimmen wir für eine offene Gesellschaft, in der Menschenfeindlichkeit keinen Platz findet! Verteidigen wir unsere Demokratie, und halten wir sie stark!“</em></p></blockquote><p class="bodytext">Beim Empfang und dem anschließenden Essen waren Ehrenamtliche in ihrer ganzen Vielfalt versammelt: Die einen sind für alte und einsame Menschen da, begleiten Sterbende im Hospiz, beraten und trösten Angehörige. Andere kümmern sich um Kinder und Jugendliche, stärken sie etwa durch Sport- oder Zirkusprojekte oder unterstützen Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Beeinträchtigungen, egal, ob sie ein Rollstuhlcafé betreiben oder eine Selbsthilfegruppe leiten.</p> <p class="bodytext">Manche der Gäste unterstützen Geflüchtete und Zugewanderte, setzen sich für Menschen ein, die Ausgrenzung und Benachteiligung erleben oder engagieren sich für politische Bildung, halten die Erinnerung an Diktatur und Unrecht wach und kämpfen auf verschiedene Weise gegen Menschenfeindlichkeit, Hass und Gewalt.</p> <p class="bodytext">Nicht unerwähnt ließ Steinmeier auch die Menschen, die das Kulturleben auf dem Land bereichern, indem sie kleine Kinos betreiben, Museen gründen oder lokales Brauchtum pflegen. Genauso wie diejenigen, die sich im Katastrophenschutz, im Rettungsdienst, bei der DLRG, dem THW oder der Feuerwehr engagieren. Andere kümmern sich um die medizinische Versorgung von Menschen in armen und krisengeschüttelten Ländern, bringen den Umwelt- und Klimaschutz voran oder setzen sich für das Tierwohl ein. Der Bundespräsident zeigte sich überzeugt, dass...</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext">&nbsp;„<em>...bei aller Verschiedenheit, die uns auszeichnet – uns alle hier im Land verbindet viel mehr, als uns trennt. Ihr Engagement, liebe Gäste, bereitet den Boden, auf dem Respekt und Vertrauen, Mut und Zuversicht, Menschlichkeit und Gemeinsinn wachsen können – und nichts brauchen wir dringender in diesen Tagen als genau das. Und das Beste ist: Sie sind nicht allein! Es gibt Millionen von Menschen in unserem Land, die sich Tag für Tag engagieren, ob im klassischen Ehrenamt, in einem Projekt oder einem Freiwilligendienst. Aber wir wissen eben auch: In unserer alternden Gesellschaft altert auch das Ehrenamt. Immer mehr Verantwortung lastet auf immer weniger Schultern. Manche Engagierte sind erschöpft, ausgepowert; manche geben auf, weil sie für das, was sie für die Allgemeinheit tun, sogar beschimpft, beleidigt oder angegriffen werden.“</em></p></blockquote><p class="bodytext">Das Ehrenamt sei eine wichtige Klammer in unserer pluralen Gesellschaft, im Ehrenamt begegne sich die Gesellschaft in ihrer ganzen Vielfalt. Wir brauchen das Ehrenamt, es verdiene noch mehr Wertschätzung und vor allem noch mehr Nachahmer:</p><blockquote style="margin-bottom:0;margin-top:0;"><p class="bodytext"><em>„Deshalb meine Bitte: Stecken Sie andere an mit Ihrem Verständnis von Gemeinsinn! Wir brauchen jetzt alle Kräfte der Mitmenschlichkeit, die in unserer Gesellschaft stecken. Und ich persönlich glaube, dass sogar eine soziale Pflichtzeit dazu ein guter Weg wäre, damit sich jeder einmal im Leben eine Zeit lang für andere, für die Gemeinschaft engagiert. Auf Mitmenschlichkeit und Gemeinsinn, auf ein friedlicheres neues Jahr, auf unser gemeinsames Wohl! Danke, dass Sie da sind!“</em></p></blockquote>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-632</guid> <pubDate>Thu, 19 Dec 2024 10:03:14 +0100</pubDate> <title>Weihnachtspause in Humanistischem Zentrum und HV-Hauptgeschäftsstelle</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/weihnachtspause-im-humanistischen-zentrum-und-der-hv-hauptgeschaeftsstelle.html</link> <description>Ein ereignisreiches Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu und auch im Humanistischen Zentrum und der Hauptgeschäftsstelle der Humanistischen Vereinigung kehrt zum Jahreswechsel eine Zeit der Ruhe ein.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Vom 23. Dezember 2024 bis einschließlich 6. Januar 2025</strong> bleibt unsere Zentrale in der Kinkelstraße 12 in Nürnberg-Mögeldorf geschlossen. Während dieser Zeit ist die Telefonzentrale nicht besetzt und E-Mails können nur verzögert beantwortet werden. Ab dem <strong>7. Januar 2025</strong> sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.</p> <h2>Wir wünschen Ihnen frohe Festtage, einen gelungenen Start ins neue Jahr und viele glückliche Momente im Jahr 2025!</h2>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-631</guid> <pubDate>Tue, 17 Dec 2024 16:00:51 +0100</pubDate> <title>Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit – Lichterkette für Menschenrechte</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/fuer-freiheit-gleichheit-und-menschlichkeit-lichterkette-am-tag-der-menschenrechte.html</link> <description>Die Humanistische Kita St. Peter hat zusammen mit Vereinen, Gruppen und Familien aus den Stadtteilen St.Peter und Gleishammer ein leuchtendes und eindrucksvolles Zeichen für Menschenrechte und Gerechtigkeit gesetzt.</description> <content:encoded><![CDATA[<div class="flex max-w-full flex-col flex-grow"><div dir="auto" class="min-h-8 text-message flex w-full flex-col items-end gap-2 whitespace-normal break-words text-start [.text-message+&amp;]:mt-5"><div class="flex w-full flex-col gap-1 empty:hidden first:pt-[3px]"><div class="markdown prose w-full break-words dark:prose-invert dark"><p class="bodytext">Anlässlich des Tags der Menschenrechte haben Erzieherinnen und Eltern des Humanistischen Kindergartens St. Peter an einer Kundgebung sowie einer Lichterkette teilgenommen. Gemeinsam mit anderen Vereinen, Schulklassen und Gruppen aus den Stadtteilen St. Peter und Gleißhammer versammelten sie sich, ausgestattet mit Kerzen und warmer Kleidung, vor der St. Kunigund-Kirche. Dort begrüßten die Organisator*innen die zahlreich erschienenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und lobten das große Engagement für Gerechtigkeit, Toleranz, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben. Sie hoben die erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen und Organisationen im Nürnberger Osten hervor und betonten, dass Rassismus, Ausgrenzung und Gleichgültigkeit in dieser Gemeinschaft keinen Platz hätten. Besonders wurde darauf hingewiesen, dass Kinderrechte ein zentraler Bestandteil der Menschenrechte sind.</p> <p class="bodytext">Nach einer Reihe von Liedern, die verschiedene Gruppen zum Thema Menschenrechte vorbereitet hatten, setzte sich der leuchtende Demonstrationszug in Bewegung. Auf Plakaten hatten die Kinder und Jugendlichen ihre Wünsche und Forderungen deutlich sichtbar gemacht. Die Gruppe zog schließlich zur Scharrerstraße, wo alle Teilnehmenden vor der Scharrerschule eine Lichterkette bildeten. Am Ort, an dem Ismail Yasar von Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds in seinem Imbiss brutal ermordet wurde, wurde die Lichterkette zu einer Schweigeminute. Bereits im Sommer hatten Kinder und Erzieher*innen des Humanistischen Kindergartens St. Peter an einer Gedenkveranstaltung für Yasar teilgenommen.</p> <p class="bodytext">Zum Abschluss bot ein Lagerfeuer mit heißem Punsch Gelegenheit, die frostigen Temperaturen zu vertreiben. Viele Teilnehmende blieben noch, um ins Gespräch zu kommen und die solidarische, vorweihnachtliche Atmosphäre zu genießen.</p></div></div></div></div><div class="mb-2 flex gap-3 empty:hidden -ml-2"><div class="items-center justify-start rounded-xl p-1 flex"><div class="flex items-center"></div></div></div>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-630</guid> <pubDate>Mon, 16 Dec 2024 15:06:10 +0100</pubDate> <title>Silvesternachmittag mit Allmächd Knud: Humorvoll ins neue Jahr starten!</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/silvesternachmittag-mit-allmaechd-knud-humorvoll-ins-neue-jahr-starten.html</link> <description>Wie gewohnt lassen wir das alte Jahr gemeinsam mit einem besonderen Auftritt im Marmorsaal der Nürnberger Akademie ausklingen. Dieses Mal ist mit kreativem Inprotheater ein humorvoller letzter Tag des Jahres vorprogrammiert.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Was gibt es Schöneres, als das alte Jahr mit einem herzhaften Lachen zu verabschieden? Am 31. Dezember 2024 laden wir euch herzlich zu einer ganz besonderen Veranstaltung ein: Das fränkische Improtheater <strong>&quot;Allmächd Knud&quot;</strong> begeistert mit einer Show voller Kreativität, Spontanität und jeder Menge fränkischem Humor.</p> <p class="bodytext">Von 15:00 bis 17:00 Uhr verwandelt sich der prachtvolle Marmorsaal des Presseclubs am Gewerbemuseumsplatz in Nürnberg in eine Bühne der besonderen Art. Hier sind nicht nur die Schauspieler gefragt, sondern auch ihr! Eure Ideen und Zurufe werden zum Herzstück der Show – sei es durch Schlagworte, Charaktervorschläge oder Szenenideen. Die Profis von Allmächd Knud improvisieren live und erschaffen daraus humorvolle, bewegende und manchmal völlig absurde Geschichten.</p> <p class="bodytext">Improvisationstheater, kurz Improtheater, ist eine Kunstform, bei der alles spontan entsteht. Ohne Skript oder festgelegte Dialoge lassen sich die Schauspieler*innen von den Vorschlägen des Publikums inspirieren. Jede Vorstellung ist einzigartig und lebt von der Interaktion zwischen Publikum und Ensemble. Dabei steht der Spaß im Vordergrund, und kein Abend gleicht dem anderen.</p> <p class="bodytext">Allmächd Knud ist eine bekannte Improtheatergruppe aus Franken, die mit ihrem unverwechselbaren Humor und ihrer Authentizität begeistert. Die Mitglieder der Truppe bringen unterschiedliche Talente mit und meistern jede noch so unerwartete Wendung auf der Bühne. Mit einem Augenzwinkern und viel Witz interpretieren sie fränkische Traditionen neu und nehmen dabei auch sich selbst nicht zu ernst. Seit ihrer Gründung stehen sie für kreative Unterhaltung, bei der das Publikum immer eine zentrale Rolle spielt.</p><ul data-spread="false"><li><p>31. Dezember 2024, 15:00 - 17:00 Uhr</p></li><li><p>Marmorsaal des Presseclubs, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg</p></li><li><p>Eintritt: 16 € (für Mitglieder der Humanistischen Vereinigung kostenlos)</p></li></ul><p class="bodytext">Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, erleichtert uns aber die Planung. Gerne per E-Mail an: <strong>anmeldung[at]humanistische-vereinigung.de</strong> </p> <p class="bodytext">Ein Nachmittag mit Allmächd Knud ist der perfekte Weg, um das Jahr 2024 mit einem Lächeln zu beenden. Genießt eine Mischung aus Unterhaltung und Mitmach-Theater, die garantiert jeden in den Bann zieht. Ob allein, mit Freunden oder der Familie – diese Veranstaltung bietet für alle Generationen unvergessliche Momente.</p> <p class="bodytext">Kommt vorbei und lasst euch von fränkischem Charme, viel Humor und kreativen Geschichten mitreißen. </p> <p class="bodytext">Gemeinsam starten wir voller guter Laune ins neue Jahr!</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p> <p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-629</guid> <pubDate>Mon, 16 Dec 2024 13:45:56 +0100</pubDate> <title>Das humanistische Radiomagazin im Dezember 2024</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/das-humanistische-radiomagazin-im-dezember-2024.html</link> <description>Zum Frühstück im Radio oder jederzeit und überall als podcast: An diesem Sonntag (15.12.2024) geht die neue Ausgabe unseres humanistischen Radiomagazins auf Bayern 2 wieder auf Sendung!</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Darin berichten wir dieses Mal über das Humanist Shelter Programm der Humanistischen Vereinigung, im Rahmen dessen derzeit Elchin Mammad aus Ascherbaidschan in Nürnberg zu Gast ist. Der hatte sich als Journalist und Menschenrechtsverteidiger in seinem Heimatland engagiert und wurde dafür fast vier Jahre inhaftiert. Er berichtet über die aktuelle Lage in dem zentralasiatischen Land, über seine Bemühungen, sogar aus dem Gefängnis heraus weiter für Menschenrechte zu kämpfen und wie es ihm heute in Deutschland geht. </p> <p class="bodytext">Des Weiteren berichten wir über den Autor und Philosophen Franz Josef Wetz, der kürzlich sein neues Buch „Staunen - Warum existiert überhaupt etwas?“ und seine Antworten auf die tiefgründige Frage nach dem Ursprung der Existenz vorgestellt hat. Franz Josef Wetz lehrt Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und hat sich in mehreren Werken schon aus verschiedenen Perspektiven mit der Frage beschäftigt, welche Konsequenzen die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften für unser menschliches Selbst- und Weltverständnis haben. Das Buch im August 2024 im J.B. Metzler Verlag erschienen.</p> <p class="bodytext">Außerdem fassen wir wieder die wichtigsten News aus humanistischer Perspektive kurz und kompakt zusammen.</p> <p class="bodytext">Seien Sie live dabei am Sonntag, den 15.12.2022 um 06.30 Uhr auf Bayern 2.</p> <p class="bodytext">Livestream und Frequenzen unter <a href="https://www.br.de/radio/bayern2/index.html" target="_blank">https://www.br.de/radio/bayern2/index.html</a> </p> <p class="bodytext">Und ab Montag, 16.12.2024 wird das Magazin wie gewohnt auf unserer Homepage auch als Podcast abrufbar sein: <a href="service-infos/podcast.html">https://www.humanistische-vereinigung.de/service-infos/podcast.html</a></p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-628</guid> <pubDate>Mon, 16 Dec 2024 12:40:43 +0100</pubDate> <title>Gemeinschaft und Ehrungen: Das Humanistische Lichtfest in Nürnberg</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/gemeinschaft-und-ehrungen-das-humanistische-lichtfest-in-nuernberg.html</link> <description>Voller Freude und Verbundenheit und in einer herzlichen Atmosphäre hat am letzten Wochenende das traditionelle Lichtfest im Humanistischen Zentrum in Nürnberg stattgefunden. Die Veranstaltung bot zugleich einen würdigen Rahmen, um langjährige Mitglieder der Humanistischen Vereinigung gebührend zu ehren. </description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Rund um die Wintersonnenwende versammeln sich jährlich Mitglieder, Mitarbeitende, Freund*innen, der Vorstand und Vertreter*innen des Präsidiums der Humanistischen Vereinigung, um gemeinsam dieses besondere Fest zu feiern. Die Gemeinschaft und die Stimmung waren deutlich spürbar, was auch gleich in der Begrüßung von Präsident Sebastian Rothlauf an die Teilnehmenden zum Ausdruck kam.</p> <p class="bodytext">Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Lesung von Dr. Frank Schulze, der Auszüge aus Josef Nussbaumers Buch „Humanitäre Sternschnuppen“ vortrug. Darin schildert der Autor außergewöhnliche Beispiele menschlicher Solidarität inmitten von Krieg, Leid oder schrecklichen Umständen. Diese Geschichten, so erschütternd sie auch zunächst sein mögen, zeigen dennoch eindrucksvoll, dass moralisches Handeln und Mitgefühl selbst in den dunkelsten Momenten triumphieren können. </p> <p class="bodytext">Eine der Erzählungen handelt beispielsweise von Starcevic, der während des Balkankriegs durch seinen persönlichen Einsatz ein Massaker zwischen einem serbischen und einem kroatischen Dorf verhinderte, die seit jeher friedlich miteinander lebten. Dank seiner Tat blieben diese beiden Dörfer vom Krieg verschont. Eine weitere Geschichte erzählt von der Australierin Hamlin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Kliniken in Äthiopien gründete, um Frauen mit Fisteln kostenlos zu behandeln. Diese Frauen, die zuvor in ihren Gemeinschaften isoliert und ausgegrenzt waren, konnten durch die Behandlung wieder ein normales Leben führen. Ebenso beeindruckend ist die Geschichte von Hugh Thompson, einem US-Hubschrauberpiloten, der während des Vietnamkriegs sein Leben riskierte, um das Massaker von My Lai zu stoppen und zahlreiche Zivilist*innen zu retten.</p> <p class="bodytext">Bewegende Momente gab es dann anschließend auch bei der Ehrung der langjährigen Mitglieder. Diese nahmen nicht nur ihre Urkunden und Glückwünsche entgegen, sondern teilten persönliche Einblicke in ihre humanistischen Überzeugungen und erinnerten sich an prägende oder rührende Erlebnisse. Besonders beeindruckend ist die Treue der Geehrten zur Humanistischen Vereinigung und ihren Vorgängerorganisationen. </p> <p class="bodytext">In diesem Jahr wurden Thomas Blassl für 25 Jahre, Clarissa Kismann für 40 Jahre sowie Gudrun Richter und Christa Ufert jeweils für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Sie erhielten jeweils eine Urkunde, eine Rose, eine Ehrennadel und ein Buch als Zeichen der Wertschätzung. Für alle Anwesenden waren diese Ehrungen nicht nur ein Moment der Anerkennung, sondern auch ein Anlass, innezuhalten und sich an besondere Momente und an die Bedeutung der humanistischen Gemeinschaft zu erinnern.</p> <p class="bodytext">Zum Abschluss des Abends entzündete Sebastian Rothlauf die Feuerschale im Innenhof des Humanistischen Zentrums – ein symbolischer Akt für das wiederkehrende Licht nach der Wintersonnenwende. Im Schein des Feuers genossen die Teilnehmenden bei Punsch, Glühwein und Gebäck die Wärme der Gemeinschaft und die wiedergewonnene Möglichkeit, ohne Einschränkungen zusammenzukommen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Teilnehmenden und Organisator*innen, die diesen stimmungsvollen Abend voller Licht, Wärme und Verbundenheit ermöglicht haben.</p>]]></content:encoded> </item> <item> <guid>news-627</guid> <pubDate>Thu, 12 Dec 2024 12:19:40 +0100</pubDate> <title>Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit: Menschenrechtskonferenz in Berlin</title> <link>https://www.humanistische-vereinigung.de/nachricht/kampf-fuer-freiheit-und-gerechtigkeit-internationale-menschenrechtskonferenz-in-berlin.html</link> <description>Das Treffen anlässlich des Tags der Menschenrechte beleuchtete die mutige Arbeit von Aktivist*innen, die weltweit gegen autoritäre Regime und für demokratische Werte kämpfen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im Tagungswerk Jerusalemkirche in Berlin haben sich gestern Aktivist*innen und mutige Stimmen aus der Welt der Menschenrechtsverteidigung versammelt, um anlässlich des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember der Frage nachzugehen, wie Menschenrechtsverteidiger*innen und das Engagement für Demokratie die universellen Prinzipien von Freiheit und Gerechtigkeit am besten verteidigen können. Unter dem Titel „Pro-Demokratie-Aktivisten – Der Kampf von Dissidenten für Demokratie und Menschenrechte“ bot die Konferenz einen eindringlichen Einblick in die Herausforderungen und Opfer jener, die unermüdlich für demokratische Werte eintreten. Für die Humanistische Vereinigung nahm die Leiterin des Berliner Büros, Grit Lahmann, an der Veranstaltung teil.</p> <p class="bodytext">Die Konferenz wurde durch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung, eröffnet. Sie betonte die fundamentale Bedeutung der Menschenrechte für demokratische Gesellschaften und würdigte den Mut der Aktivist*innen, die ihre Sicherheit riskieren, um gegen autoritäre Regime und für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie einzutreten.</p> <p class="bodytext"><strong>Einblicke in mutige Lebensgeschichten</strong> </p> <p class="bodytext">Die Konferenz brachte zahlreiche Pro-Demokratie-Aktivist*innen aus Ländern wie Venezuela, Iran, Russland, Belarus, Afghanistan und Hongkong zusammen. Darunter war die iranische Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die kürzlich ein Attentat überlebte und vor der Gender-Apartheid in ihrem Heimatland warnt. Ihre afghanische Mitstreiterin Barakzai schilderte, wie Frauenrechte in autokratischen Regimen systematisch missachtet werden.</p> <p class="bodytext">Anna Matsiyeuskaya, belarussische Juristin, lenkte den Fokus auf die Kinder inhaftierter Menschenrechtler*innen und deren Bedürfnisse. Der russische Oppositionspolitiker Ilya Yashin, der erst vor kurzem durch einen Gefangenenaustausch nach Berlin kam, sprach über seine Bemühungen, die schweigende Opposition in Russland zu mobilisieren. Er forderte eindringlich eine kompromisslose Haltung des Westens gegenüber dem Kreml und warnte davor, Zugeständnisse zu machen, die Putin zu weiterer Aggression ermutigen könnten.</p> <p class="bodytext">Ein zentrales Thema war die Bedrohung der Aktivist*innen auch in ihren Exilländern. Viele berichteten von Cyberangriffen, Stalking, Einschüchterung ihrer Familien sowie Desinformationskampagnen. Sie präsentierten konkrete Vorschläge, wie die deutsche und europäische Politik besseren Schutz bieten könnte.</p> <p class="bodytext"><strong>Ein globaler Kampf für die Freiheit</strong> </p> <p class="bodytext">Ein bewegender Moment war der Ausblick auf eine internationale Konferenz, die Masih Alinejad für November 2025 in Berlin plant. Über 600 Menschenrechtsverteidiger*innen sollen dort zusammenkommen, um ihre Netzwerke zu stärken und Strategien für die Verteidigung der Demokratie zu entwickeln. Alinejad betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen den Verfechter*innen von Freiheit und Demokratie entscheidend sei, da autoritäre Regime ebenfalls koordiniert agieren.</p> <p class="bodytext"><strong>Bericht zur Menschenrechtssituation in Deutschland</strong> </p> <p class="bodytext">Im Kontext der globalen Herausforderungen bleibt auch die Menschenrechtssituation in Deutschland im Fokus. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat dem Bundestag kürzlich seinen neunten jährlichen Bericht vorgelegt, der fünf zentrale Themen umfasst: Schutz von Geflüchteten, Wohnungslosigkeit, die Exklusion von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt, ausbeuterische Arbeitsbedingungen von Wanderarbeitnehmer*innen sowie die menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen. Der Bericht ist hier einsehbar: <a href="https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/menschenrechtsschutz/berichterstattung/menschenrechtsbericht" target="_blank">Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland 2023–2024.</a> </p> <p class="bodytext"><strong>Unterstützung durch das Humanist Shelter Program</strong> </p> <p class="bodytext">Auch die Humanistische Vereinigung leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Menschenrechtsaktivist*innen. Mit ihrem Humanist Shelter Program bietet sie sichere Unterkünfte, Beratung und Unterstützung für Aktivist*innen, die aufgrund ihres Engagements in Lebensgefahr schweben. Mehr Informationen finden Sie hier: <a href="https://www.humanistische-vereinigung.de/hilfe-beratung/humanist-shelter-program.html" target="_blank">Humanist Shelter Program</a>.</p> <p class="bodytext">Die gestrige Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig Solidarität, Schutz und Unterstützung für Menschenrechtsverteidiger*innen weltweit sind – und wie viel Mut es braucht, um für Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten.</p>]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>