Wie Europa handlungsfähiger werden kann – Eindrücke von der Europa-Rede 2025

Bei der 16. Europa-Rede der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat Manfred Weber, Präsident der Europäischen Volkspartei (EVP), die Zukunft Europas thematisiert – und stellte dabei sieben Thesen für ein starkes, handlungsfähiges Europa vor.

Die Leiterin des Berliner Büros der Humanistischen Vereinigung, Grit Lahmann, war vor Ort und erlebte einen Abend, der deutlich machte, wie wichtig es ist, Europas Werte zu wertschätzen und die gemeinsamen Erfolge sichtbarer zu machen.

Den Abend eröffnete der Ende des Jahres aus dem Amt scheidende KAS-Vorsitzende Norbert Lammert – designierte Nachfolgerin ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Er erinnerte an Deutschlands besondere Rolle für ein friedliches Zusammenleben in Europa und zitierte Konrad Adenauer, der im kommenden Jahr 150 Jahre alt geworden wäre, sinngemäß:

„Nachdem die USA lange Garant für den Frieden in Europa waren, wird der Tag kommen, an dem Europa diese Aufgabe selbst übernehmen muss.“
Ein Zitat – 75 Jahre alt und doch aktueller denn je.

Den Auftakt bildete der KAS Makerthon Europe, bei dem vier junge Europäer:innen Ideen für die Zukunft Europas vorstellten – aus den Bereichen Verteidigung, Wirtschaft, Demografie und soziale Kohäsion. Das Publikum wählte den Pitch zum Thema Wirtschaft als den überzeugendsten: eine Initiative, um Europas innovativste Köpfe zu „Rockstars“ zu machen und nationale Innovationswettbewerbe ins Leben zu rufen.

In seiner Rede betonte Manfred Weber, dass Europa nur dann handlungsfähig bleiben könne, wenn es sich seiner eigenen Stärken bewusst ist und Verantwortung übernimmt. Seine 7 Thesen:

  • Erfolge Europas gegenüber nationalen Egoismen sichtbar machen.
  • Europa positiv erzählen – in Medien und Öffentlichkeit.
  • Regeln ernst nehmen: Rechtsstaatlichkeit, Haushaltsdisziplin, Verantwortung.
  • Weniger Bürokratie, mehr gemeinsames Handeln – in Energie, Innovation und Handel.
  • Unterstützung für proeuropäische Staaten wie Moldau, Regulierung sozialer Medien gegen Manipulation.
  • Kooperation nur mit Partnern, die für Rechtsstaat, Europa und Ukraine stehen.
  • Den European Way of Life bewahren – und sich die Erfolge u.a. in den Bereichen Menschenrechte, Gleichberechtigung, Rechtsstaat, Abschaffung der Todesstrafe immer wieder vor Augen führen.

„Wir brauchen mehr europäischen Patriotismus – regionale, nationale und europäische Identität schließen sich nicht aus, sie gehören zusammen.“, so Weber.

Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass Europa sichtbarer und greifbarer werden muss:
Eine funktionierende Wirtschaftsordnung, eine Kapitalmarktunion, mehr Tempo und die Einbindung junger Europäer:innen – all das sind entscheidende Schritte, um Europas Zukunft aktiv zu gestalten und die durch positives emotionales Storytelling begleitet sein sollten.

Ein Abend, der Mut machte, Europa nicht nur als politische Institution, sondern als gemeinsames Projekt für Frieden, Freiheit und Zusammenhalt zu verstehen.

 

 

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