Weltweit vernetzt: Humanists International zu Gast in Nürnberg
Die Humanistische Vereinigung konnte Präsidiumsmitglieder von Humanists International (HI) in Nürnberg empfangen. Der Dachverband HI vereint humanistische Organisationen aus aller Welt, die HV ist seit vielen Jahren Teil dieses Netzwerks. Entsprechend herzlich fiel der Empfang aus: HV-Vorstand Michael Bauer begrüßte die Delegation im Humanistischen Zentrum, gemeinsam mit den Vorstandsreferent*innen Anika Herbst und Dr. Stefan Lobenhofer.
Präsidiumsmitglied Adrián Núñez ist Vizepräsident der Peruanischen Vereinigung der Atheisten (APERAT), die er 2009 mitbegründete. In einer überwiegend religiös geprägten Gesellschaft setzt er sich dafür ein, religiöse Privilegien zu hinterfragen und die Glaubens- und Meinungsfreiheit zu verteidigen. Er war maßgeblich an der Etablierung Humanistischer Feierreden in Peru beteiligt.
Präsidiumsmitglied A.J. Surin, Gründer von Humanists Malaysia, ist Menschenrechts- und Verfassungsanwalt. Er arbeitet unter anderem zu Fragen der Apostasie, der Trennung von Religion und Staat sowie zu den Rechten von Atheist*innen in Malaysia.
Als dritter Gast stieß Alessandro Strobbe dazu als peruanisch-italienischer Humanist, der in Nürnberg lebt. Als Wissenschaftskommunikator, Journalist und Forscher macht er komplexe wissenschaftliche Themen für unterschiedliche Zielgruppen verständlich.
Im Humanistischen Zentrum drehte sich der erste Tag vor allem um den Austausch über die humanistische Arbeit: Wie sind die Bedingungen für humanistische Organisationen in den jeweiligen Ländern, was gelingt, was ist schwierig, und wie leben Humanist*innen dort? Vertieft wurde das Thema humanistischer Feiern und Zeremonien. Anika Herbst stellte die humanistischen Lebensfeiern der HV vor und es entwickelte sich ein ebenso interessanter wie produktiver Austausch über die Praxis in Peru und Deutschland.
Anschließend zeigte Dr. Stefan Lobenhofer im Feuerbachsaal die Museumsboxen von philoscience, die Wahrnehmungs- und Sinnesexperimente „to go“ beinhalten. Die Gäste waren begeistert, dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wahrnehmung auf so einfache Weise für Kinder und Erwachsene zugänglich machen lassen, und das gebündelt in einem einzigen Koffer. Besonders ausführlich wurde die „Box des Vorurteilens“, die sich mit Stereotypen befasst, besprochen und gemeinsam ausprobiert, was in der internationalen Runde besonders amüsant war.
Am Mittwochvormittag ging es in den turmdersinne, das Hands-on-Museum in einem Turm der Nürnberger Stadtmauer. Die Gäste erhielten eine exklusive Führung über alle sechs Stockwerke und diskutierten dabei über kritisches und wissenschaftlich informiertes Denken.
Nach dem Mittagessen im Humanistischen Zentrum fuhr die Gruppe gemeinsam zur Humanistischen Grundschule nach Fürth. Beeindruckt zeigten sich die Gäste vom modernen Schulgebäude und vor allem vom ganzheitlichen reformpädagogischen Konzept. Dass individuelle Lernformen, eine forschende und spielerische Herangehensweise und eine wertschätzende Haltung den Kindern einen guten Start in die Schullaufbahn ermöglichen, darin waren sich alle einig.
Zum Abschied bestärkten sich alle gegenseitig darin, wie wichtig es ist, humanistische Positionen weiterhin gemeinsam weltweit zu vertreten.
(Fotos: Martin Bühner, Stefan Lobenhofer und A.J. Surin)

