Tag der Seeleute im „20 Miles“ in Nordenham
Seeleute sind wichtig für alle und werden dennoch kaum gesehen. Auch deshalb gibt es einmal im Jahr den „Internationalen Tag der Seeleute“. Es geht darum, die Seeleute sichtbar zu machen. Das Motto in diesem Jahr: „Wir tragen den Welthandel. Wir tragen die Risiken“ – treffender könnte das Motto nicht sein angesichts dessen, was viele Seeleute zuletzt in der Straße von Hormus erlebt haben. Auch im „20 Miles“ wurde jetzt der „Tag der Seeleute“ begangen. Zu den Gästen gehörte auch der Nordenhamer Bürgermeister Nils Siemen. Was viele nicht wussten: Auch er ist einmal zur See gefahren.
Nils Siemen berichtete, dass er zwei Jahre bei der Marine war. „Ich weiß, was es bedeutet, wenn man monatelang auf See ist.“ Zunehmender Zeit- und Kostendruck bestimmten heute den Arbeitsalltag. Oft kämen die persönlichen Bedürfnisse der Seeleute zu kurz. Von Seefahrerromantik bleibe da nicht viel übrig. Umso bedeutender seien Einrichtungen wie das „20 Miles“ in Nordenham. Nils Siemen wies darauf hin, dass in der Stadt viele Generationen mit der Arbeit an Bord und im Hafen verbunden sind. „Ohne den Hafen wäre Nordenham wirtschaftlich nicht so stark geworden.“ Dies war dann auch der Grund, warum der Bürgermeister anlässlich des „Internationalen Tag der Seeleute“ sehr gern die Schirmherrschaft für den Club „20 Miles“ in der Hafenstraße 15a übernommen hat.
Videogruß aus Berlin
Zur kleinen Feier steuerte Dr. Christoph Plöß (CDU) eine Videobotschaft aus Berlin bei. Er ist seit 2025 der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus. In seiner Rede betonte er, dass die Seeleute das Rückgrat der globalen Wirtschaft sind, die „stillen Helden der Ozeane“.
Als Referent von erläuterte Markus Wichmann, der als Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.Di die International Transport Federation (ITF) vertrat, die Arbeits- und Lebensbedingungen auf See.
Bei Kuchen und kalten sowie warmen Getränken kamen die Gäste anschließend in Gespräch. Unter den geladenen Gästen befanden sich neben Bürgermeister Siemen u.a. Vertreter und Vertreterinnen der SPD Nordenham, der Firma Glencore, der deutsche Seemannsmission, der Port Authority und der Wasserschutzpolizei.

