Sichtbarkeit für Engagement und Menschenrechte: Neujahrsempfang 2026

Elke Büdenbender (links), Sebastian Rothlauf (Mitte), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts)

links: Didem Laçin Karabulut (Vorsitzende des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats)rechts: Halima Gutale (Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft ProAsyl)

Beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten-Ehepaars auf Schloss Bellevue hat in diesem Jahr erneut das ehrenamtliche Engagement im Mittelpunkt gestanden. Unter den geladenen Gästen war auch Sebastian Rothlauf, Präsident der Humanistischen Vereinigung.

Beim Empfang hatte Rothlauf die Gelegenheit, mit Vertreter*innen unterschiedlichster gesellschaftlicher Bereiche ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen – wie in den Vorjahren ein wichtiger Aspekt dieser traditionsreichen Veranstaltung, die Sichtbarkeit, Austausch und Wertschätzung zivilgesellschaftlicher Arbeit verbindet.

In mehreren Gesprächen wurde deutlich, welche Bedeutung der Neujahrsempfang gerade für Organisationen aus dem Bereich der Menschenrechte, Migration und gesellschaftlichen Teilhabe hat. Besonders informativ war beispielsweise der Austausch mit Didem Laçin Karabulut, der Vorsitzenden des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrats, sowie mit Halima Gutale, der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft Pro Asyl, sowie mit Kook-Nam Cho-Ruwwe von DaMigra, dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen. Gemeinsam sprachen sie über die Rolle des Neujahrsempfangs als Plattform, die den eingeladenen Organisationen öffentliche Anerkennung verschafft und ihre Anliegen in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext stellt. Die regelmäßige Einladung der Repräsentant*innen wurde von allen als klares Zeichen politischer und gesellschaftlicher Wertschätzung empfunden.

Noch vor dem Defilee ergab sich zudem ein vertiefendes Gespräch zwischen Sebastian Rothlauf und Prof. Dr. Beate Rudolf, der Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Esy ging dabei um die Bedeutung der Menschenrechte als grundlegender Wert – sowohl für humanistisches Engagement als auch für die Gesellschaft insgesamt. Einigkeit bestand darin, dass Menschenrechte derzeit wieder stärker sichtbar gemacht und in ihrer Bedeutung für jede und jeden Einzelnen vermittelt werden müssen, um sie dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

In seiner Ansprache würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dann das Ehrenamt als unverzichtbare Stütze von Zusammenhalt, Demokratie und Menschlichkeit. Der Jahresbeginn, so Steinmeier, sei eine Zeit der Zuversicht und des Aufbruchs – und kaum ein Ort mache diese Haltung so greifbar wie der Neujahrsempfang, bei dem Menschen zusammenkommen, die Verantwortung übernehmen und sich aktiv für das Gemeinwohl einsetzen. Neben prominenten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien standen bewusst auch Bürger*innen im Fokus, die sich jenseits großer Bühnen ehrenamtlich engagieren.

Besondere Anerkennung galt in diesem Jahr den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die nach einem Anschlag auf das Stromnetz im Südwesten Berlins im Dauereinsatz waren. Steinmeier erinnerte an die dramatischen Folgen für zehntausende Betroffene und dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen für ihren unermüdlichen Einsatz. Zugleich machte er deutlich, dass der Schutz kritischer Infrastruktur eine zentrale politische Aufgabe bleibt.

Der Bundespräsident zeichnete ein breites Bild des Ehrenamts: vom Katastrophenschutz über kommunalpolitisches Engagement, Kultur- und Sportvereine, Umwelt- und Tierschutz bis hin zur Arbeit für Geflüchtete, für queere Menschen, gegen Diskriminierung und für internationale Solidarität. All dieses Engagement, so Steinmeier, mache das Land „jeden Tag ein kleines Stück besser“ und stärke jene Werte, die die liberale Demokratie dringend braucht.

Mit Blick auf die Zukunft rief er dazu auf, mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu gewinnen. Ein zentrales Signal dafür ist der erstmals stattfindende bundesweite „Ehrentag“ am 23. Mai 2026, dem Geburtstag des Grundgesetzes. Unter dem Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ soll er zeigen, wie viel Gemeinsinn, Kreativität und Verantwortung in der Gesellschaft stecken – und Mut machen, sich auch über diesen Tag hinaus einzubringen.

(Bilder: Steffen Kugler / Bundesregierung)

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