Seelsorge ist etwas zutiefst Persönliches

Michael Brade, Lutz Renken, Axel Kittel, Jürgen Steinecke (v. l.)

Foto: bestyy38 / 123RF.com

Die Arbeitsgruppe „Seelsorge in der Humanistischen Vereinigung“ kam vom 19. bis 21. Oktober zu ihrer ersten Arbeitstagung im Seeleute-Club „50 Miles“ im niedersächsischen Oldenburg zusammen.

Die Arbeitsgruppe bestehend aus Michael Brade (Regionalbüro Dresden), Axel Kittel (humanistischer Seelsorger beim Seafarer's Social Service Oldenburg), Lutz Renken (Regionalleiter und wissenschaftspädagogischer Referent) sowie Jürgen Steinecke (HV-Regionalgeschäftsführer Norddeutschland) widmete sich der vertiefenden Identifikation von Einsatzgebieten sowie deren Chancen und Risiken bei der Umsetzung. In einer Videokonferenz beantwortete Ulrike Dausel, die seit vielen Jahren in Belgien als humanistische Seelsorgerin arbeitet, die Fragen der AG zur Ausbildung von humanistischen Seelsorger*innen.

Herr Steinecke, warum hat die Einrichtung humanistischer Seelsorge-Dienste aus Ihrer Sicht solch eine hohe Priorität?

Weil die bisherigen, etablierten und religiös gestalteten Seelsorgeangebote insofern anachronistisch sind, als dass sie nicht mehr der gesellschaftlichen, weltanschaulichen Vielfalt entsprechen.

Inwiefern unterscheidet sich der Dienst im Rahmen humanistischer Seelsorge vom Angebot psychologischer und psychotherapeutischer Leistungen, die im Bereich der kassenärztlichen Versorgung etabliert sind?

Die genannten Berufe setzen sich mit pathologischen Symptomen ihrer Patientinnen und Patienten auseinander, die auf eine Heilung – im medizinischen Sinn – ausgerichtet sind. Die Menschen, die sich einer seelsorgerischen Betreuung zuwenden, sind aber nicht im oben genannten Sinn krank. Sie sind belastet und brauchen Empathie und professionell geführte Gespräche, um z. B. mit traumatischen Ereignissen oder mit Sinnkrisen zurechtzukommen.

Für wen sind Angebote humanistischer Seelsorge somit vor allem gedacht?

Für Menschen in Fragen der eigenen Identität. Das ist etwas zutiefst Persönliches.  Dabei ist es wichtig, dass die Menschen, die sich einer humanistischen Seelsorge zuwenden, das Gefühl haben, mit einer authentischen Person, der man auch vertrauen kann, auf einer Wellenlänge zu sein und die so ähnlich tickt wie man selber.

„Nächstenliebe kann auch anders als christlich begründet und motiviert sein. Die Kirchen haben längst kein Copyright mehr auf ‚Seelsorge‘.“ – Michael Utsch, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

 Gibt es hierzu schon Vorbilder oder beispielhafte Einrichtungen in anderen Ländern?

Andere Länder sind da wesentlich entwicklungsfreudiger und offenbar auch weniger ängstlich, Angebote jenseits des religiösen Spektrums zu akzeptieren. Gute Beispiele gibt es da zum Beispiel es aus Holland, Belgien, England und Norwegen.

Humanistische Seelsorge scheint insofern für viele Lebensbereiche von Bedeutung zu sein. Welches erscheint Ihnen am wichtigsten?

Humanistische Seelsorge muss für alle Menschen in dieser Gesellschaft verfügbar sein, und zwar möglichst in allen Bereichen. Es macht wenig Sinn, sich hier einzelne Felder herauszusuchen. Die Soldatin und der Soldat haben das gleiche Recht auf humanistische Seelsorge wie Menschen in Krankenhäusern oder Justizvollzugsanstalten, um nur drei wichtige Bereiche zu nennen.

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