Unterstützung in existenziellen Krisen: Die humanistische Seelsorge
Ziel der Humanistischen Vereinigung ist es, neben etablierten konfessionsgebundenen Seelsorger*innen ein humanistisches Seelsorgeangebot nachhaltig in Deutschland zu etablieren.
Das Leben stellt uns immer wieder vor große Fragen – in Momenten der Trauer, des Umbruchs oder bei schwierigen moralischen Entscheidungen. Viele Menschen suchen dann nach einem tiefen, wertebasierten Dialog, der ihrer Lebenseinstellung entspricht und keine religiösen Bezüge zugrunde legt.
Genau hier setzt die Humanistische Seelsorge als existenzielle Begleitung an. Wir bieten eine eigenständige, professionelle Unterstützung auf Augenhöhe. Basis unserer Arbeit ist die humanistische Weltanschauung, die auf einem festen Wertefundament ruht. Selbstbestimmung, Mitmenschlichkeit, Empathie und Toleranz spielen dabei eine wichtige Rolle.
Humanistische Seelsorge bietet Menschen in kritischen Lebensphasen verlässliche Begleitung und Orientierung. Unsere Seelsorger*innen sind primär in öffentlichen Institutionen im Einsatz:
- Kliniken,
- Justizvollzugsanstalten
- Militär
- Schulen und Universitäten
Im Mittelpunkt stehen immer das Individuum, seine persönlichen Werte und seine eigene Sicht auf die Welt.
In Deutschland befindet sich die humanistische Seelsorge aktuell im Aufbau. In anderen Ländern, wie z.B. den Niederlanden, ist Humanistische Seelsorge ein eigenes Studienfach und durchdringt bereits öffentliche Strukturen, so dass dort bspw. humanistische Militärseelsorge bereits zum Alltag gehört.
In Krisen werden existentielle Bedürfnisse durch Erkrankungen, höhere Gewalt, neue Lebensumstände, Todesfälle usw. verletzt:
Bedürfnis nach
- Orientierung
- Zugehörigkeit
- Bedeutsamkeit
- Nachvollziehbarkeit
- Echtheit
Seelsorger*innen unterstützen Menschen, diese Bedürfnisse wieder neu auszurichten und somit den individuellen Sinn im Leben wiederzufinden und zu stärken.
Was uns leitet: Auf Augenhöhe und von Mensch zu Mensch
Unsere Begleitung basiert auf Werten wie Authentizität, Autonomie, Solidarität und Menschenwürde. Gerade in einer digitalisierten und unpersönlichen Welt setzen wir ganz bewusst auf das Unersetzliche: echte zwischenmenschliche Präsenz, tiefe Empathie und ehrliche Beziehungen.
Sinnstiftung - keine Therapie: Wir bieten Raum für die Reflexion von Lebensfragen und existenziellen Krisen. Obwohl diese Gespräche oft entlastend und heilsam wirken, ersetzen sie keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung. Bei klinischem Bedarf vermitteln wir an entsprechende Fachdienste.
Weltlich, aber respektvoll: Bei eventuellen religiösen Bedürfnissen arbeiten wir kollegial mit Seelsorger*innen aller Glaubensrichtungen zusammen oder unterstützen Ratsuchende respektvoll dabei, diese Brücke zu schlagen.
Verschwiegenheit: Unsere Seelsorger*innen unterliegen der Schweigepflicht. Aufzeichnungen und Supervision finden nur anonymisiert statt. Die Schweigepflicht wird nur in definierten Ausnahmefällen aufgehoben, z.B. durch ausdrückliche Einwilligung, durch gesetzliche Verpflichtung oder eine Gefahr für Dritte.
Offen für alle – frei von Diskriminierung: Unabhängig von Geschlecht, Alter, Nationalität, sexueller Orientierung, politischen Ansichten oder sozialen Status. Wir machen Seelsorge für alle!
Unsere Seelsorgerin:
Dr. Carmen Henning
Psychologin (M. Sc.), Systemischer Coach, Trainerin für multimodales Stressmanagement
Wir sind für Sie da, wenn Sie jemanden zum Zuhören, Mitfühlen und gemeinsamen Nachdenken brauchen – bedingungslos, offen und zutiefst menschlich.
Nachweise:
De Wal, L. (2026). Professional Standards – Humanist Existential Care Practitioners (version 6). European Humanist Services Network (EHSN).
Hanning, Therapie-Tools Lebenssinn und existenzielle Fragen. Beltz, 2025.
Humanists International (2025). Luxembourg Declaration on artificial intelligence and human values, General Assembly. (Luxembourg Declaration on artificial intelligence and human values - Humanists International)







